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Die A-Tec Industries AG

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Die A-Tec Industries AG

Beitrag  Andy am Do Okt 27, 2016 8:27 pm

Die A-Tec Industries AG (Eigenschreibweise A-TEC Industries) ist eine internationale Industrieholding mit Sitz in Wien, die mehrheitlich dem österreichischen Industriellen Mirko Kovats gehört. Die A-Tec war seit einer Kapitalerhöhung Ende 2006 bis Februar 2014 börsennotiert.[3][4] Die Unternehmen der Gruppe hatten 2007 fast vierzehntausend Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz von deutlich über 2 Milliarden Euro.[5] Geschäftsbereiche der A-Tec waren Anlagenbau, Antriebstechnik, Werkzeugmaschinenbau und Minerals & Metals.


Rechtsform Aktiengesellschaft (Österreich)
Gründung 2001
Sitz Wien, Österreich
Leitung Vorstand[1]
Mirko Kovats (Vorsitz), Franz Fehringer, bis 4. Februar 2012: Christian Schmidt
Mitarbeiter 5573 (Ende 2010)[2]
Umsatz 1437,7 Mio € (2010)[2]
Branche Mischkonzern
Website www.a-tecindustries.at


Die A-Tec geriet im Oktober 2010 in die Insolvenz und sämtliches Vermögen wurde durch einen Treuhänder verwertet (bezüglich der wesentlichen operativen Beteiligungen war die Verwertung bis Mitte 2012 abgeschlossen, das Verfahren dauerte jedoch bis Februar 2016).[6][7]

Seinerzeit war dies die drittgrößte Insolvenz in Österreich.[8]

Geschichte bis 2010

Die A-Tec, deren Geschichte eng mit der ihres Gründers und Leiters Mirko Kovats verwoben ist, ist seit der Gründung 2001 durch zahlreiche Unternehmenszukäufe außerordentlich stark gewachsen.

Das Unternehmen wurde 2001 als ATB Beteiligungs GmbH gegründet und 2004 in A-Tec Industries GmbH umbenannt. Im selben Jahr erfolgte der Rechtsformwechsel von einer GmbH in eine AG.[9]

Vor dem Börsengang im Jahr 2006 sahen die Beteiligungsverhältnisse wie folgt aus:

79,5 % M.U.S.T. Privatstiftung (im Einflussbereich von Mirko Kovats)
9,5 % J.E. Loidold Privatstiftung (im Einflussbereich von Christian Schmidt)
11,0 % RPR Privatstiftung (im Einflussbereich von Ronny Pecik)[10]

Nach dem Börsengang stellt sich die Aktionärsstruktur per 31. Dezember 2006 wie folgt dar:

55 % M.U.S.T. Privatstiftung (im Einflussbereich von Mirko Kovats)
32 % Free Float
7 % J.E. Loidold Privatstiftung (im Einflussbereich von Christian Schmidt)
6 % RPR Privatstiftung (im Einflussbereich von Ronny Pecik) [11]

Im Jahr 2007 verkaufte Ronny Pecik seine A-Tec-Aktien [12], sodass die Aktionärsstruktur per 31. Dezember 2007 wie folgt aussah:

55,2 % M.U.S.T. Privatstiftung (im Einflussbereich von Mirko Kovats)
33,0 % Free Float
5,0 % Capital Research and Management Company
6,8 % J.E. Loidold Privatstiftung (im Einflussbereich von Christian Schmidt) [13]

Übernahmen

Mirko Kovats übernahm via A-Tec häufig Unternehmen, die wirtschaftliche Probleme hatten, zu günstigen Konditionen und restrukturierte diese dann.[14] Wesentliche Übernahmen waren :[15]
Division Antriebstechnik

2001 ATB Gruppe von der Gesellschaft des Bundes für industriepolitische Maßnahmen(GBI), der sogenannten „Pleiteholding“ [16][17](Antriebstechnik). Die ATB ist ein Hersteller von Elektromotoren und war damals spezialisiert auf Motoren für „Haus und Garten“ sowie für die Industrie. Das Unternehmen hatte damals ca. 1200 Mitarbeiter und wies einen konsolidierten Umsatz von rund 142 Millionen EUR auf. Die Motivation der GBI war die Abgabe an einen Investor mit Industriehintergrund. Kovats war damals am Werkzeugmaschinenhersteller EMCO beteiligt.[18]
2003 ATB Technologies GmbH, Österreich
2004 ATB Morley Limited, UK – Kaufpreis 8,3 Mio. EUR [19]

Morley hatte damals 115 Mitarbeiter und stellt Motoren für den Bergbau her. Im Geschäftsjahr 2003/2004 betrug der Umsatz 12 Millionen Euro.[20]

2004 ATB Selni, Frankreich – Kaufpreis 3,2 Mio. EUR [21] Das Unternehmen stellte Elektromotoren für Weisse Ware her.[22] Da der Wert des Vermögens abzüglich der Schulden dieses Unternehmens höher war als der Kaufpreis, verzeichnete A-Tec einen negativen Goodwill in der Höhe von 433 TEUR.[23]
2005 ATB Sever, Serbien – Kaufpreis 4,1 Mio. EUR[24]

Die A-Tec-Division ATB erwarb nach einer Ausschreibung die 63 % vom serbischen Staat gehaltenen Aktien des Elektromotorenherstellers SEVER, der Rest blieb im Streubesitz. Durch die Akquisition erweiterte die ATB ihr Produktportfolio um Motoren großer Baugrößen, Normmotoren und Hochspannungsmotoren.[25] Sever hatte 2000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 26 Millionen Euro. ATB vereinbarte die Übernahme von Schulden in der Höhe von 7 Millionen Euro, die Finanzierung eines Sozialplans und Investitionen in der Höhe von 16 Millionen Euro.[26]

2005/2006 Lindeteves-Jacoberg, Singapur [9] – Kaufpreis 21,8 Mio. EUR [27] ATB erwarb dadurch Fabriken für Elektromotoren in Großbritannien, Deutschland, Polen und China sowie die Marken Schorch, Brook Tamel Crompton und Western Electric.[28] Wie im Börsenprospekt vermerkt, hatte die Lindeteves-Gruppe seit 2003 Verlust gemacht; das Unternehmen hatte daher Sanierungsbedarf. Eine Schuldenrestrukturierung wurde durchgeführt.[29]
2007 David McClure, UK – Kaufpreis 0,8 Mio. EUR [30]
2007 Laurence Scott, UK – Kaufpreis 4,7 Mio. EUR [30] Laurence Scott ist ein auf die Öl- und Gasindustrie spezialisierter Anbieter von Elektromotoren (Umsatz 19,4 Millionen EUR). Aufgrund von Cash Flow-Problemen befand er sich 2007 trotz ausreichenden Aufträgen in einem Konkursverfahren. Die Übernahme erfolgte durch die ebenfalls britische ATB-Tochter Morley.[31]

Division Anlagenbau

2002 Austrian Energy & Environment (AE&E) (Anlagenbau)

A-Tec übernahm den Anlagenbauer Austrian Energy and Environment aus der Insolvenzmasse des deutschen Babcock-Konzerns.[32]

2003 Von Roll Inova-Gruppe, Schweiz
2004 Babcock Power Espana, Spanien – Kaufpreis 3,7 Mio. EUR [33]

Da der Wert des Vermögens abzüglich der Schulden dieses Unternehmens höher war als der Kaufpreis, verzeichnete A-Tec einen negativen Goodwill in der Höhe von 30,6 Millionen EUR.[34]

Das im Kesselbau tätige Unternehmen gehörte zu Babcock Borsig und beschäftigte 400 Mitarbeiter am Standort Bilbao.[35] Die Übernahme erfolgte von der spanischen Staatsholding SEPI. SEPI finanzierte die Sanierung mit ca. 110 Millionen EUR, wovon 12 Millionen gewinnwirksam waren.[36] Allerdings wurde im Jahresabschluss 2004 eine Restrukturierungsrückstellung für Babcock Espana in der Höhe von 14,4 Millionen EUR erfasst. [37]

2004 AE&E Chennai Works Ltd. und I.D.E.A. Private Ltd., Indien – Kaufpreis 6,3 Mio. EUR [38]

Beide Unternehmen gehörten zur Babcock Borsig-Gruppe. Chennai Works ist im Kesselbau tätig und I.D.E.A. im Bereich Engineering.[39]

2005 Kessel- und Kraftwerksgeschäft von Alstom in Asien und dem Pazifikraum: dieses wurde in die Austrian Energy & Environment (Australia) Pty. Ltd. eingebracht – Kaufpreis 7,8 Mio. EUR [40]

Aufgrund von Auflagen der EU musste der französische Alstom-Konzern den Bereich Industrial Boilers and Plants verkaufen, wesentliche Teile davon erwarb die AE&E. Der übernommene Bereich umfasste 450 Mitarbeiter und ein Umsatzvolumen von ca. 400 Millionen EUR. Während die Übernahme des Standorts Sydney (Australien) im Jahr 2005 erfolgte, wurden die übrigen Standorte Köln und Nürnberg (beide Deutschland) sowie Brünn (Tschechien) erst 2006 übernommen (siehe späterer Eintrag). Laut Aussage des damaligen AE&E Vorstandschefs Christian Schmidt ergänzten die deutschen Standorte die Aktivitäten von Von Roll, während er die tschechischen und australischen Standorte als komplementär zur AE&E Austria sah.[41]

2006 Alstom-Geschäft in Deutschland und Tschechien – dieses wurde in die AE&E Inova (Deutschland) und AE&E CZ eingebracht – Kaufpreis 1 Mio. EUR[27]
2007 Global Power Asia/AE&E Nanjing Boiler Co. – Kaufpreis 18,2 Mio. EUR[30] Das chinesische Unternehmen AE&E Nanjing Boiler Co. fertigt Industrie- und Abhitzekessel und sollte für A-Tec einen kosteneffizienten Produktionsstandort darstellen. Der Jahresumsatz des Unternehmens betrug 20 Millionen US-Dollar.[42]
2007 Lentjes GmbH, Deutschland von GEA – Kaufpreis 1,2 Mio. EUR[43] A-Tec erwarb Lentjes um nur einen Euro (der Rest sind Anschaffungsnebenkosten). Lentjes baut Anlagen zu Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen, Biomasse und Müll.

Vereinbart war, dass A-Tec eine Kapitalstärkung in der Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags vornimmt, wogegen der Verkäufer die Risiken für weitgehend fertiggestellte Projekte übernimmt.[44] Die Übernahme wurde von der EU-Kommission erst nach vertiefter Prüfung genehmigt.[45]

2008 KRB, Schweiz – Kaufpreis 2 Mio. EUR [30]
2008 Mechanical Installations International, UK – Kaufpreis 8 Mio. EUR [30]

Das britische Unternehmen beschäftigt sich mit Installation, Bau, Wartung und Service von Maschinenparks und Industrieanlagen und ist außerdem im Rohrleistungs- und Stahlbau tätig. Im Jahr 2007 hatte es 110 Mitarbeiter und setzte 21 Millionen EUR um. Beweggrund für die Übernahme waren die bestehenden Aufträge der AE&E im Bereich der thermischen Abfallbehandlung im Vereinigten Königreich.[46]

Division Werkzeugmaschinenbau

2004 EMCO, Österreich (Werkzeugmaschinenbau)

Emco ist ein Maschinenbauunternehmen mit Hauptsitz in Hallein, im österreichischen Bundesland Salzburg und hatte im Jahr 2006 870 Mitarbeiter.[47]

Mirko Kovats hatte 1997 zunächst 50 % von EMCO erworben und das Unternehmen saniert.[48] Dabei musste er auch 120 Millionen Schilling (rund 9 Millionen Euro) aus eigener Tasche einsetzen.[49] 2003 stockte er auf 100 % auf.[50] Im Jahr 2004 erwarb die A-Tec von seiner Privatstiftung M.U.S.T. einen 25 % Anteil und die Stimmenmehrheit um einen Kaufpreis [51] von 20 Mio. EUR [52][53]

2006 restliche 75 % von EMCO um 70,3 Mio. EUR[27]
2007 Dörries Scharmann Technologie, Deutschland – Kaufpreis 64,3 Mio. EUR [30]

Dörries Scharmann stellt Spezialwerkzeugmaschinen für die Fahrzeugtechnik, Maschinenbau sowie Luft- und Raumfahrt her und gehörte damals der Deutschen Beteiligungs AG.[54]
Division Minerals & Metals

2004 Montanwerke Brixlegg, Österreich (Minerals & Metals) – Kaufpreis 9,7 Mio. EUR [55]

Das Unternehmen ist ein Recyclingbetrieb für Kupfer [56] und weist eine über 500-jährige Geschichte auf.[57]

2007 Gindre, Frankreich – Kaufpreis 29,5 Mio. EUR [58]

Gindre (Sitz: Lyon/Frankreich) erzeugt Kupfer-Halbzeugprodukte sowie Komponenten für die Elektroindustrie. Das Unternehmen hatte 2006 450 Mitarbeiter und wies einen Umsatz von 300 Millionen Euro auf. Werke bestanden in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den USA. A-Tec erweiterte somit seine Minerals & Metals-Division mit der Kupferhütte Montanwerke Brixlegg durch eine Vorwärtsintegration.[59]

Division „Sonstiges“

2008 Dampfkraftwerk Voitsberg, Österreich um 35 Millionen Euro [60][61]

Das Braunkohlekraftwerk Voitsberg war 2006 stillgelegt worden und eigentlich zum Abriss bestimmt. In einem Bieterverfahren setzte sich A-Tec gegen ursprünglich 49 Konkurrenten durch. Das Konzept der A-Tec sah vor, das Kraftwerk auf andere Energieträger umzurüsten, dies unter Mitwirkung der AE&E.[62]

Gescheiterte Übernahmen

Manche Vorhaben waren jedoch nicht erfolgreich:

im Jahr 2007 wollte die A-Tec den Kupferbereich stärken und anstatt der Norddeutschen Affinerie (NA) den belgischen Kupferkonzern Cumerio übernehmen. Außerdem stieg A-Tec bei der Norddeutschen Affinerie ein.[63] Jedoch untersagte das deutsche Bundeskartellamt die Übernahme der NA.[64] Das Bundeskartellamt war der Ansicht, dass durch den Zusammenschluß eine marktbeherrschende Stellung im Bereich der sauerstofffreien Kupferstranggußformate entstünde.[65]

Die Geschehnisse wurden in den Medien als „Kupfer-Krimi“ bezeichnet.[64] Anfang 2008 wurden dann die Cumerio-Anteile wieder verkauft.[66] Im Sommer 2008 gab A-Tec auch die Anteile an der NA wieder ab.[67]

im Jahr 2008 scheiterte der Kauf der serbischen Kupferhütte RTB Bor, da A-Tec den vollen Kaufpreis nicht rechtzeitig zahlte.[68]
im selben Jahr interessierte sich A-Tec für den Kauf der ugandischen Kupfermine Kilembe. A-Tec erwarb dabei eine Kupferschmelze in Uganda.[69]

Unternehmensverkäufe und -liquidationen sowie Sanierungsmaßnahmen

Die ATB Components s.r.o., Tschechien wurde ab 2007 stillgelegt.[70]

Bei der ATB Sever, Serbien konnten 2005 Verbindlichkeitsnachlässe sowie Steuernachlässe von über 8 Millionen EUR erlangt werden.

Für dieses Unternehmen war 2005 ein Sozialplan vorgesehen, für den 6 Millionen EUR rückgestellt wurden. Dieser Plan wurde aber nicht so umgesetzt, da steigende Aufträge zu verzeichnen waren und außerdem im Jahre 2006 eine Produktionsverlagerung von ATB Components s.r.o., Tschechien zu ATB Sever durchgeführt wurde. Somit konnten 4,8 Millionen Euro der Rückstellung aufgelöst werden.[71]

Beim Erwerb von ATB Sever hatte sich die ATB Austria AG verpflichtet, binnen fünf Jahren 16,1 Millionen Euro zu investieren.[72]

Im Jahr 2007 betrug das negative Eigenkapital bei ATB Sever rund 26 Millionen Euro [73] und im Folgejahr 37 Millionen Euro.[74]

Im Februar 2009 erfolgte eine Kapitalherabsetzung, um den Verlustvortrag zu reduzieren. Außerdem wurde durch die Übernehmen von Anteilen von Minderheitsaktionären die Beteiligung an ATB Sever auf 78,44 % erhöht.[75] Per Ende 2009 betrug das negative Eigenkapital 50 Millionen Euro.[76]

Zwischen April und Juni 2010 fanden bei ATB Sever zwei Kapitalerhöhungen statt, wodurch sich die Beteiligung der ATB Austria Antriebstechnik AG auf 98,06 % erhöhte. Dadurch wurde ein Übernahmeangebot für die übrigen Aktionäre verpflichtend, die mit 390 TEUR abgefunden wurden. Daraufhin wurde ATB Sever von einer a.d. (entspricht Aktiengesellschaft) in eine d.o.o. (entspricht GmbH) umgewandelt.[77] Per Ende 2010 betrug das negative Eigenkapital bei ATB Sever rund 33 Millionen Euro [78] und die Investitionsverpflichtung über 16,1 Millionen Euro war erfüllt.[79]

Im Jahr 2006 wurden die Lindeteves Marketing Services und die Lindeteves-Jacoberg Trading (ATB-Gruppe) liquidiert.[80]

Das im Rahmen der Übernahme von Lindeteves-Jacoberg (Teil der ATB) miterworbene Unternehmen Brook Crompton Western Electric Motor (Dalian) Corporation Ltd. (BCWED, Sitz in Dalian, China) war ab dem Jahr 2006 zum Verkauf vorgesehen.[81] Im Jahr 2006 wurde das Kapital dieser Gesellschaft um 700 TEUR erhöht.[82] Da der Verkauf nicht gelang, wurde im Jänner 2008 der Betrieb eingestellt.[83] Per Ende 2007 hatte BCWED mehr als 900 Mitarbeiter.[84]

Im Mai 2008 wurde die Liquidation der Gesellschaft beantragt, wodurch aufgrund des Kontrollverlustes die Entkonsolidierung durchzuführen war. Da die Schulden des Unternehmens höher waren als das Vermögen, ergab sich dadurch ein Gewinn von 6 Millionen Euro. Jedoch verklagte im Februar 2009 BCWED ihren Eigentümer Lindeteves-Jacoberg auf Einzahlung einer ausstehenden Einlage in Höhe von 13,8 Millionen Euro. Lindeteves-Jacoberg wandte Gegenforderungen ein, buchte jedoch eine Rückstellung in der Höhe von 8,5 Millionen Euro ein.[85]

Bei der 2004 günstig erworbenen Babcock Power Espana, Spanien (negativer goodwill, siehe unter „Übernahmen“) wurden im Jahr 2006 77 Mitarbeiter gekündigt. Für den entsprechenden Sozialplan (Schulungen und Abfindungszahlungen) bestand seit 2004 eine Rückstellung in der Höhe von 14,4 Millionen Euro.[86]

Im Jahr 2007 wurde die Babcock Isotron, Spanien an Isastur Servicios SL, verkauft. Das Unternehmen war Teil der 2004 erworbenen Babcock Power Espana (Division Anlagenbau) und schon zum Kaufzeitpunkt hatte A-Tec den Verkauf geplant.[87]
Für die ein Jahr später verkaufte Babcock Montajes SA, Spanien gilt im Wesentlichen das gleiche. Der Gewinn aus der Veräußerung betrug 3,4 Millionen EUR.[88]

Im Jahr 2008 wurden die Lindeteves Engineering Pte Ltd und Linberg Philippines um jeweils 1 USD an Nuovo Capital PTE Ltd verkauft. Die Gesellschaften gehörten zur Lindeteves-Jacoberg-Gruppe (Teil der ATB) und betrieben ein Kraftwerk. Dadurch entstand ein Verlust von 6,7 Millionen EUR.[89] Die Tilgung der von Lindeteves Engineering Pte Ltd ausgegebenen Schuldverschreibungen (Nominale 13,5 Millionen USD) erfolgte durch Zahlung von 10,6 Millionen USD.[90]

Die französische Tochtergesellschaft ATB Selni war 2004 erworben worden und hatte im Jahr 2005 durchschnittlich 289 Mitarbeiter.[91] In den Jahren 2005 und 2006 wurden insgesamt 39 Arbeitsplätze gestrichen und über 3 Millionen Euro an Restrukturierungskosten ausgewiesen.[92] Dennoch geriet die Gesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten und durchlief eine „procedure de redressement judiciaire“ nach französischen Recht. Diese Prozedur hatte die Bestellung eines gerichtlichen Vergleichverwalters (administrateur judiciaire) zur Folge, wodurch ein Kontrollverlust der A-Tec eintrat. Selni musste daher im Jahresabschluss entkonsolidiert werden, wodurch ein Aufwand in der Höhe von 797 TEUR entstand.[93]

Per Jänner 2010 wurde sie im Rahmen eines Management-Buy-Outs verkauft.[94]

Im Jahr 2009 wurden die operativen Bereiche der Vertriebsgesellschaften Western Electric New Zealand, Neuseeland und Western Electric Australia Pte Ltd, Australien verkauft.[95] Wie oben erwähnt, ist Western Electric eine Marke, die A-Tec im Rahmen der Übernahme von Lindeteves-Jacoberg miterwarb.

Im Jahr 2009 wurden die der Lindeteves Jacoberg Gruppe gehörigen 51 % des indischen Unternehmen Brook Crompton Greaves, Ltd, Maharashtra, an den Minderheitseigentümer Crompton Greaves verkauft.[96][97]

Im August 2010 erwarb die ATB Austria Antriebstechnik AG von der Lindeteves Jacoberg Gruppe (LJ Gruppe) die Produktionsgesellschaften Schorch (Deutschland), Tamel (Polen) und Brook Motors (Großbritannien). Die Gegenleistung von ATB Austria war die Einbringung von Kreditforderungen in der Höhe von 111 Millionen Euro in die LJ Gruppe, wodurch diese weitgehend entschuldet wurde.[98] Aufgrund dieses Verkaufs ist die LJ Gruppe nur mehr im Vertrieb von Elektromotoren tätig.[99]


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