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    Arnold Fanck, der Pionier des Bergfilms

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    Arnold Fanck, der Pionier des Bergfilms

    Beitrag  checker am Do Nov 10, 2016 1:21 am

    Arnold Fanck (* 6. März 1889 in Frankenthal; † 28. September 1974 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Regisseur und Pionier des Bergfilms.


    Von links nach rechts: Ernst Sorge, Ernst Udet, Arnold Fanck und Gibson Gowland (1932)

    Leben

    Arnold Fanck wurde 1889 in Frankenthal als Sohn des Zucker-Industriellen Friedrich Fanck geboren.[1] Er studierte Geologie und schrieb eine Dissertation über Fossilien der St. Galler Meeresmolasse. Die Arbeit entstand vor dem Ersten Weltkrieg. Da das Manuskript in den Berliner Umsturztagen im Jahre 1918 verloren ging, reichte er die Arbeit in gekürzter Form an der Universität Zürich ein und wurde 1929 damit promoviert.[2]

    Bereits vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete Fanck als Skilehrer, drehte 1913 einen Dokumentarfilm über eine Besteigung des Monte Rosa und gilt seitdem als Pionier des Berg-, Sport-, Ski- und Naturfilms. Er gründete 1920 in Freiburg im Breisgau zusammen mit Odo Deodatus I. Tauern, Bernhard Villinger und Rolf Bauer die „Berg- und Sportfilm GmbH Freiburg“. Fest zu seinem Team gehörten mit Sepp Allgeier und Hans Schneeberger zwei weitere Kamerapioniere des Bergfilms, die später auch zum Team von Leni Riefenstahl zählten. Er arbeitete 1924 mit Luis Trenker in Der Berg des Schicksals und ab Der heilige Berg (1926) mit Leni Riefenstahl. International bekannt wurde Fanck mit dem Bergdrama Die weiße Hölle vom Piz Palü (1928), für das er Georg Wilhelm Pabst als Koregisseur engagierte, und vor allem mit Der weiße Rausch (1931). In einigen seiner Filme wirkte sein Neffe, der spätere Architekt Ernst Petersen, mit. Fanck drehte seine Filme fast ausschließlich an Originalschauplätzen, so 1932 SOS Eisberg, der vor Grönland spielt und auch dort gedreht wurde. Fanck hat bei den Dreharbeiten seine Darsteller nicht geschont, um dramatische und glaubhafte Einstellungen zu erzielen.[3] In Die weiße Hölle vom Piz Palü ließ er eine Schneewand oberhalb der Darstellerin Leni Riefenstahl absprengen, um den Aufnahmen die erwünschte Dramatik zu verleihen.

    In der Zeit des Nationalsozialismus lehnte er zunächst die Zusammenarbeit mit dem Propagandaministerium ab. Zudem begann er 1933 mit den Arbeiten an seinem Film Der ewige Traum, der nicht nur von französischen Helden auf französischen Bergen erzählte, sondern über die Cine-Allianz mit Gregor Rabinowitsch auch einen jüdischen Produzenten hatte. Fanck geriet durch diesen Konflikt in ökonomische Schwierigkeiten, die er erst 1936 durch einen Auftrag des japanischen Kultusministerium überwinden konnte. Mit Die Tochter des Samurai und weiteren „Kulturfilmen“ entschied sich Fanck zur Zusammenarbeit mit der faschistischen Propaganda. Bald darauf entstand mit Ein Robinson (1938/39) ein Propagandafilm für die Bavaria Filmkunst. Fanck trat im April 1940 in die NSDAP ein,[4] trotzdem wurden die Dokumentationen über das neue Berlin, den Atlantikwall, über die Bildhauer Arno Breker und Josef Thorak nicht mehr selbständig von ihm, sondern unter anderem von der Leni-Riefenstahl-Filmproduktion produziert – so hat er seine letzten Filme unter der Verantwortung seiner ehemaligen Schülerin realisiert.

    Seine Werke der NS-Zeit wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den alliierten Militärregierungen verboten, Fanck erhielt keine Aufträge mehr, verarmte und arbeitete als Waldarbeiter.

    Mit der Vorführung seines Films Der ewige Traum auf dem Bergfilmfestival in Trient (1957) erlebte er nochmals eine Phase der künstlerischen Anerkennung, konnte aber nur durch den Verkauf der Rechte seiner Filme an einen Freund ökonomisch überleben, bis sich durch Fernsehaufführungen seine finanzielle Situation verbesserte.

    Er verstarb 1974 nach langer Krankheit in einem Freiburger Krankenhaus.[5] Er hinterließ zwei Söhne, Arnold (* 1919) und Hans (* 1935).
    Filme (Auswahl)

    1920: Das Wunder des Schneeschuhs
    1921: Im Kampf mit dem Berge
    1922: Eine Fuchsjagd auf Skiern durchs Engadin
    1924: Das Wolkenphänomen von Maloja (Kurzfilm)
    1924: Der Berg des Schicksals
    1926: Der heilige Berg
    1927: Der große Sprung
    1928: Der Kampf ums Matterhorn (Drehbuch; Regie: Nunzio Malasomma, Mario Bonnard)
    1928: Das weiße Stadion
    1929: Die weiße Hölle vom Piz Palü
    1930: Stürme über dem Mont Blanc
    1931: Der weiße Rausch
    1933: SOS Eisberg
    1934: Der ewige Traum
    1936: Die Wildnis stirbt!
    1936: Die Tochter des Samurai
    1938: Winterreise durch Südmandschurien. Aufnahmen der japanischen Fanck-Expedition
    1938: Hänschen klein
    1938: Kaiserbauten in Fernost. Aufnahmen der japanischen Fanck-Expedition
    1939: Auf neuen Wegen
    1940: Ein Robinson – Das Tagebuch eines Matrosen
    1941: Japans heiliger Vulkan
    1941: Frühling in Japan
    1941: Kampf um den Berg – Eine Hochtour vor 20 Jahren
    1943: Josef Thorak – Werkstatt und Werk
    1944: Arno Breker – Harte Zeit, starke Kunst (mit Hans Cürlis)
    1944: Atlantik-Wall
    1950: Föhn
    1965: Der weiße Rausch – einst und jetzt. Die Geschichte des Skilaufs von Anfang an.

    Auszeichnungen

    1954: Preis der Biennale Cortina für Der weiße Rausch
    1957: Große Goldmedaille beim Bergfilmfestival Trient
    1963: Golddukat für Pionierleistung im deutschen Film beim Filmfestival Mannheim
    1964: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film


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