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Chemieunfall an der TU - elf Studenten in Klinik

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Chemieunfall an der TU - elf Studenten in Klinik

Beitrag  Luziefer-bs1 am Mi Jul 20, 2011 8:42 pm

Großalarm in Harburg: Nach einer Unachtsamkeit wurde eine hochgiftige Substanz freigesetzt - Es erfolgte keine Meldung

Feuerwehr und Polizei erfuhren von der Gefahrenlage an der TU eher zufällig. Ermittlungen sollen Fehler in der "Meldekette" ans Licht bringen

Ein Malheur und der anschließend laxe Umgang mit dem dabei ausgelaufenen giftigen Lösungsmittel hat an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) nicht nur zu einem Großeinsatz der Feuerwehr, sondern auch zu Erklärungsbedarf seitens der Uni-Leitung geführt. Erst mehr als sieben Stunden nach dem Vorfall, der vier Studenten und einen wissenschaftlichen Mitarbeiter sofort und weitere sechs Personen später auf die Intensivstation des Krankenhauses Harburg befördert hat, bekamen Feuerwehr und Polizei eher zufällig Kenntnis von dem Unglück.

Eigentlich war in der Versuchshalle in der TUHH schon alles gelaufen, als um 11.30 Uhr das Unglück geschah. Beim Einräumen waren einer Studentin zwei Gefäße entglitten, sie zerplatzten auf dem Boden. Knapp zehn Liter Acetonitril wurden freigesetzt. Bei dem Stoff handelt es sich um ein Lösungsmittel, das es in sich hat. Es kann die gleichen Vergiftungserscheinungen wie Blausäure auslösen. Die Betroffenen waren sich der Gefahr offenbar nicht bewusst. Die Chemikalie wurde einfach weggefeudelt, im Anschluss fand eine weitere Veranstaltung in den Räumen statt. Erst etwas später klagten die TU-Angehörigen über Unwohlsein. Sie machten sich selbst auf den Weg in die Klinik.

Feuerwehr und Polizei bekamen um 18.43 Uhr von dem Vorfall Kenntnis. Dem war ein Gespräch zwischen einem Arzt, der im Krankenhaus Harburg die TU-Angehörigen behandelte, und dem Umweltdienst der Feuerwehr vorausgegangen. Der Arzt hatte sich eigentlich über den Stoff informieren wollen, dem seine Patienten ausgesetzt gewesen waren. Dem Feuerwehrmann war die Zahl von gleich fünf Patienten aufgefallen. Nachforschungen führten zu der Versuchshalle. Luftmessungen ergaben, dass der zulässige Wert des Stoffs in der Luft vierfach überschritten wurde. Die Folge: Großalarm. Schon kurz darauf war die Denickestraße im Bereich der TU Sperrgebiet. Sonderfahrzeuge fuhren vor, Einsatzkräfte stülpten laubfroschgrüne Schutzanzüge über und bauten Entgiftungsanlagen auf. "Wir waren mit 53 Mann im Einsatz", sagte ein Feuerwehrsprecher. Zusätzliche Dramatik brachte eine Meldung aus dem Krankenhaus. Die fünf TU-Angehörigen kamen auf die Intensivstation, denn die Vergiftung kann tückisch verlaufen. Selbst nach Stunden kann es zu einem Herzversagen kommen.

Die Einlieferung auf die Intensivstation, in die später weitere sechs Personen kamen, die mit dem Stoff in Kontakt gekommen sein könnten, hatte für alle Patienten präventiven Charakter. Die Geräte dort erlauben eine lückenlose Überwachung des Gesundheitszustands. Das Tückische an einer Vergiftung mit dem Stoff ist, dass die Wirkung erst nach Stunden plötzlich eintreten kann. "Niemand ist ernsthaft erkrankt", konnte TU-Sprecher Rüdiger Bendlin am Mittwoch erleichtert feststellen. Fast alle wurden im Laufe des gestrigen Tages aus der Intensivstation entlassen.
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Allerdings ist nach dem Unfall in der Versuchshalle offenbar einiges grundlegend schiefgelaufen. "Es gibt einen ganz klaren Alarmplan für einen solchen Fall", sagte Bendlin. "Die Feuerwehr hätte alarmiert werden müssen. Das, was passiert ist, hätte nicht passieren dürfen." Deshalb ist jetzt Fehlersuche angesagt. Die Polizei ist auch involviert. "Die für solche Fälle zuständige Wasserschutzpolizei prüft, wie die Abläufe hätten sein müssen und wie sie tatsächlich gewesen sind", sagte Hauptkommissarin Christiane Leven. Dann wird feststehen, ob ein Vergehen vorliegt, weil gegen die Vorschriften im Umgang mit gefährlichen Stoffen verstoßen wurde.

Bei der TU kommt noch ein Problem hinzu. Studenten und Anwohner müssen beruhigt werden. "Es hat schon aufgrund der geringen Menge der ausgetretenen Chemikalie zu keinem Zeitpunkt für Anwohner eine Gefahr bestanden", versichert Bendlin. Die Studenten wurden bereits informiert. Dass die Menschen in der Umgebung angesichts des Feuerwehraufgebotes, das vor ihrer Tür stand, beunruhigt sind, kann er verstehen. Bendlin: "Wir werden besprechen, wie wir zeitnah auf die Leute zugehen."

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