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    Englischer Landschaftsgarten

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    Englischer Landschaftsgarten

    Beitrag  Andy am Mo Nov 28, 2016 11:26 pm

    Der englische Landschaftsgarten (auch englischer Landschaftspark, kurz englischer Garten oder englischer Park) ist ein Landschaftsgarten (Landschaftspark), dessen Form und Stil sich in England im 18. Jahrhundert entwickelte. Innerhalb der Geschichte der Gartenkunst entstand er als bewusster Kontrast zum bisher dominierenden Barockgarten französischer Prägung, der die Natur in geometrisch exakte Formen zwang.[1]


    Prior Park bei Bath


    Pagode in den Royal Botanic Gardens, Kew, England


    Park von Wilton House in Wilton, England

    Merkmale

    Anders als in den französisch geprägten Barockgärten mit ihren großen geometrisch angelegten Blumenbeeten (Parterres) finden sich in den klassischen englischen Landschaftsgärten kaum Blühpflanzen. Die Idee des englischen Gartens bestand darin, die bis dato vorhandene mathematische Strenge der exakt angelegten Beete und beschnittenen Hecken zu eliminieren und sich bei der Gartengestaltung mehr nach dem zu richten, was die Natur idealerweise an Ausblicken zu bieten hat. In ihm sollte sich das Prinzip einer natürlichen Landschaft widerspiegeln, die durch unterschiedliche und abwechslungsreiche Eindrücke im Sinne des Ideals eines „begehbaren Landschaftsgemäldes“ dem Auge des Betrachters Vergnügen bereiten sollte. Trotz einer angestrebten „Natürlichkeit“ ist ein englischer Garten ein Kunstwerk, das sich an der Ästhetik eines Landschaftsgemäldes der idealen Landschaftsmalerei orientiert, maßgeblich waren Künstler wie Claude Lorrain, Nicolas Poussin und Gaspard Dughet. In diesem Sinne bieten Landschaftsgärten „malerische“ Ansichten. Die Entstehung einer solchen Parklandschaft war in Großbritannien auch durch die intensive Beweidung im Umfeld der dortigen frühen Industrialisierung bedingt.

    Die englischen Landschaftsgärten sind durch aus der Ferne unsichtbare Gräben bzw. versenkte Mauern, Ha-Ha genannt, von der umgebenden Landschaft abgegrenzt. Der englische Landschaftsarchitekt William Kent griff bei seinen großzügigen Gartenplanungen auf das Ha-Ha als unsichtbares gestalterisches Element zurück. Dieses war erstmals von Charles Bridgeman in die Gartengestaltung eingeführt worden. Es handelt sich dabei um einen Graben, der den eigentlichen Garten von der angrenzenden Landschaft trennt, ohne dass man einen Übergang sieht. Auf diese Weise wurde der nahe Garten mit der weiter hinten liegenden Landschaft optisch zu einer Einheit verschmolzen, ohne dass größere Zäune und Hecken den Ausblick störten.

    Um den Horizont zu akzentuieren, wurden antike Tempel, später auch chinesische Pagoden, künstliche Ruinen, Grotten und Einsiedeleien (Eremitagen) in die Landschaft eingestellt. Anstelle von geradlinigen Kanälen, runden Bassins und Kaskaden, die man im barocken Garten von den geometrisch exakt angelegten Wegen aus bewundern konnte, gab es im englischen Garten sich abwechslungsreich durch die Landschaft schlängelnde Wege und Flüsse. Lancelot „Capability“ Brown schuf Gärten (oder eher Parkanlagen) mit weiten Rasenflächen, sich großzügig windenden Wegen, sich frei windenden Flüssen und natürlich wirkenden Teichen und Seen, zwischen die Reihen aus passenden Bäumen oder kleinere Wälder gepflanzt wurden. Häufig wurden die Wege auch leicht versenkt angelegt, so dass sie von anderen Wegen aus von der Seite her nicht zu sehen waren und ungestörte Rasenflächen vorspiegelten.

    Ein Phänomen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts waren die Schmuckeremiten, professionelle Einsiedler, die während einer vertraglich festgelegten Dauer in eigens eingerichteten Eremitagen wohnten und sich zu bestimmten Tageszeiten sehen ließen, um die Eigentümer der Parks und deren Gäste mit ihrem Anblick zu unterhalten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen auch Bauten der Neogotik in Mode, unter dem Einfluss von Horace Walpole, der auch ein Buch über englische Gartenkunst schrieb (Essays on Gardening 1794).

    In abgewandelter Form wurde die Idee des englischen Gartens auch in die Nachbarländer importiert. Beispiele aus Deutschland sind der von Friedrich Ludwig Sckell gestaltete Englische Garten in München und der Rombergpark in Dortmund oder der Georgengarten und der Hinübersche Garten in Hannover. Führend bei der Einführung in Deutschland war Christian Cay Lorenz Hirschfeld, dessen Theorie der Gartenkunst in fünf Bänden zwischen 1779 und 1785 erschien. Er beeinflusste zum Beispiel Carl Heinrich August Graf von Lindenau (1755–1842), dessen Park in Machern einen der frühesten englischen Gärten in Deutschland darstellt, auch wenn gewisse Ideen noch auf die Gartenideale der Empfindsamkeit zurückgehen. Die landschaftsarchitektonische Fortentwicklung auf dem europäischen Kontinent ist stark dem „Gartenfürsten“ Hermann von Pückler-Muskau zu danken.
    Beispiele von Landschaftsgärten

    Als größter Landschaftspark Europas gilt die ca. 200 km² umfassende Kulturlandschaft um Lednice (dt.: Eisgrub) und Valtice in Südmähren (Tschechien), die heute das Prädikat „UNESCO-Weltkulturerbe“ trägt.

    Deutschland


    Von-Halfern-Park in Aachen
    Lousberg-Park in Aachen
    Müschpark in Aachen
    Park Schönbusch in Aschaffenburg
    Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
    Alter Kurpark in Bad Soden am Taunus
    Lichtentaler Allee in Baden-Baden
    Fürstenlager bei Bensheim (Südhessen)
    Schlosspark Biebrich in Wiesbaden
    Schloss Wilhelmsthal bei Calden
    Der Hofgarten in Coburg
    Fürst-Pückler-Park Branitz in Cottbus
    Prinz-Emil-Garten in Darmstadt-Bessungen
    Landschaftspark Dennenlohe
    Dessau-Wörlitzer Gartenreich:
    Wörlitzer Park
    Oranienbaum
    Schloss und Park Mosigkau
    Schloss und Park Großkühnau
    Park und Schloss Georgium
    Luisium
    Sieglitzer Berg
    Palaisgarten in Detmold
    Rombergpark in Dortmund
    Seifersdorfer Tal bei Dresden
    Hofgarten in Düsseldorf
    Hofgarten Eichstätt
    Schlosspark in Eutin
    Lenné-Park mit Roseninsel in Feldafing am Starnberger See
    Schlosspark Gotha
    Schlosspark Lütetsburg bei Hage in Ostfriesland
    Landschaftspark Althaldensleben-Hundisburg in Haldensleben
    Wilhelmsbad (Hanau)
    Georgengarten (Hannover)
    Welfengarten in Hannover
    Ernst-Ehrlicher-Park in Hildesheim
    Schlossgarten in Hohenzieritz
    Park und Schloss Dyck in Jüchen
    Schlossgarten in Karlsruhe
    Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel
    Karlsaue in Kassel
    Englischer Garten in Landsberg am Lech
    Schlosspark von Machern bei Leipzig
    Schlosspark von Schloss Börln bei Oschatz
    Evenburger Park in Leer-Loga
    Schlosspark Lütetsburg
    Ehemaliger Schlosspark in March-Hugstetten
    Englischer Garten in Meiningen
    Englischer Garten in München
    Schlosspark Nymphenburg in München
    Schlossgarten in Oldenburg
    Berlin-Potsdamer-Kulturlandschaft mit den Anlagen:
    Park Sanssouci
    Neuer Garten
    Park Babelsberg
    Park Glienicke
    Pfaueninsel
    Dörnbergpark in Regensburg
    Deutsch-Französischer Garten in Saarbrücken
    Schlosspark Ringelheim in Salzgitter
    Schlosspark in Sayn
    Park des Anwesens Villa Haas, Sinn im Lahn-Dill-Kreis
    Rosensteinpark in Stuttgart
    Schlosspark (heute zum Teil Stadtpark) in Teublitz
    Queen-Auguste-Victoria-Park in Umkirch
    Grünfelder Park[2] bei Waldenburg (Sachsen)
    Tiefurt bei Weimar
    Park an der Ilm in Weimar
    Park Ettersburg bei Weimar
    Park Belvedere bei Weimar
    Felsengarten Sanspareil in Wonsees
    Ringpark in Würzburg

    Österreich

    Der bedeutendste Landschaftspark Österreich ist der Schlosspark in Laxenburg, in dem sich auch viele klassizistische und romantische Staffagebauten finden, etwa die Franzensburg.
    Schweiz

    Die Ermitage Arlesheim in Arlesheim ist der größte englische Garten in der Schweiz. Der Park wurde auf Initiative von Balbina von Andlau-Staal und deren Cousin Domherr Heinrich von Ligerz erbaut und 1785 eröffnet.[3]
    Jardin Anglais in Genf
    Park der Villa Patumbah in Zürich
    Alter Botanischer Garten Zürich
    Park von Schloss Landshut in Utzenstorf aus dem 19. Jahrhundert

    England

    Beispiele für Englische Gärten in England sind der für den Dichter Alexander Pope in Twickenham angelegte Garten (nicht mehr erhalten), William Kents Landschaftsparks in Claremont House und Stowe House, die für Lord Burlington geschaffene Anlage in Chiswick, John Vanbrughs Garten Aislabie in Studley sowie Stourhead bei Stourton in Wiltshire.

    Frankreich


    Jardin des Plantes in Angers
    Englischer Garten im Jardin Albert Kahn in Boulogne-Billancourt
    Jardin Monstrelet in Cambrai
    Englischer Garten im Schloss Chantilly
    Jardin Lecoq in Clermont-Ferrand
    Stadtgarten Cognac
    Englischer Garten im Schloss Compiègne
    Englischer Garten in Dinan
    Parc Bertin in Douai
    Park von Ermenonville
    Englischer Garten im Schloss Fontainebleau
    Park im Schloss Fontaine-Henry
    Jardin botanique de Haute-Bretagne in Le Châtellier
    Parc de la Tête d’Or in Lyon
    Park von Schloss Méréville
    Parc Monceau und Parc Montsouris in Paris
    Parc Beaumont in Pau
    Park von Schloss Bois-Préau in Rueil-Malmaison
    Jardin de la Rhônelle in Valenciennes
    Englischer Garten des Petit Trianon in Versailles
    Englischer Garten von Vesoul

    Polen

    Garten in Arkadia, Kreis Łowicz, Woiwodschaft Łódź

    Tschechien

    Park von Schloss Krásný Dvůr (Schönhof)

    Russland

    Englischer Landschaftsgarten der ehemaligen Sommerresidenz der russischen Zaren in Pawlowsk


    Quelle
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