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    Der Wiesel

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    Der Wiesel

    Beitrag  Andy am Mi Nov 30, 2016 11:19 pm

    Der Wiesel ist eine leichte gepanzerte Kettenfahrzeugplattform und existiert in verschiedenen Varianten für Aufklärungs-, Führungs-, Wirkungs- und Unterstützungszwecke. Es kann zur Panzerfahrzeugklasse der Tanketten gerechnet werden. Neben den verschiedenen Fahrzeugvarianten wird grundsätzlich zwischen dem kleineren Wiesel 1 und dem größeren Wiesel 2 unterschieden. Das von Rheinmetall Landsysteme GmbH – einem Tochterunternehmen der Rheinmetall AG – hergestellte Kettenfahrzeug wird lediglich von der Bundeswehr in den Infanterieverbänden als Feuerunterstützungsfahrzeug sowie als Robotversuchsfahrzeug[1][2] in einer Kleinauflage von sieben Fahrzeugen von der U.S. Army eingesetzt.



    Entwicklungsgeschichte

    Als Ersatz des Waffenträgers Faun KraKa (Kraftkarren) der Luftlandetruppen entwickelte die Bundeswehr 1977 ein Konzept eines kleinen und gepanzerten Kettenfahrzeugs.
    Das Projekt sah ein schnell und leicht luftverlastbares Fahrzeug mit einem bedingten Schutz gegen Handwaffen und Artilleriesplitter vor. Die Ursprünge der Konzeption reichten bis in das Jahr 1969 mit den ersten Ideen des Bundesverteidigungsministeriums und des Heeresamtes zurück. So untersuchte 1970 die Firma Porsche die Realisierbarkeit geeigneter Fahrzeuge. Die damaligen Konzeptstudien hatten jedoch Gesamtgewichte zwischen 6 t und 7,5 t, was einen Transport nur in einer Transall C-160 und einer Lockheed C-130 Hercules zuließ. Daraufhin überarbeitete man die Taktischen Forderungen (TAF) und stellte folgende Ansprüche:

    Lufttransport auch im Transporthubschrauber CH-53G, dadurch eine Gewichtsobergrenze von 6 t und limitierte äußere Abmessungen
    Absetzbarkeit per Fallschirm
    Bewaffnung mit Maschinenkanone (MK) 20 mm, Panzerabwehrsystem HOT und Mörser 120 mm

    Mit dieser Aufstellung untersuchte Porsche die Optimierung ihrer Konzepte, erarbeitete jedoch gleichzeitig eine Studie über einen gepanzerten Waffenträger mit 2,75 t Gesamtgewicht. Die Vorteile eines Transports von zwei Waffenträgern bei gleicher Transportkapazität führten jedoch zu einer Begrenzung der Abmessungen zu einer Gesamtlänge von 3,30 m und einer Höhe der Wanne von 1,30 m.

    Nach der ersten Präsentation der Studien wurde die TAF erneut geändert. So wurde das Waffensystem TOW mit einem Munitionsvorrat von 14 Raketen zur Panzerabwehr, einer Besatzung von drei Mann, einem Gefechtsgewicht von maximal 2,5 t, der Möglichkeit zum Lufttransport von zwei Waffenträgern als Innenlast sowie ein Waffenträger als Außenlast und die Möglichkeit des Absetzens per Lastenfallschirm gewählt. Die Forderungen nach einer Version mit 20-mm-Maschinenkanone und 120-mm-Mörser wurde fallengelassen.

    Am 5. Juli 1973 wurde die TAF für das Projekt Waffenträger LL durch das Heeresamt in Kraft gesetzt und die Geräteentwicklung begann. Es entschlossen sich Porsche, Faun, Gesellschaft für Systemtechnik (GST), IBH und Rheinstahl zur Erarbeitung von Entwürfen und legten ihre Angebote vor, die durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) bewertet wurden. Bis auf die Firma Faun, die mit einem Radfahrzeug einen anderen Weg einschlug, waren alle Angebote leichte Kettenfahrzeuge. Man entschied sich am 18. April 1974 für das Porschekonzept, das um ein Modell mit einer 20-mm-MK ergänzt wurde und beendete die Definitionsphase am 27. Juni 1974 mit dem Vertragsabschluss zwischen dem BWB und der als Generalunternehmen festgelegten Firma Porsche.

    Die geplante Serienstückzahl betrug 270 Fahrzeuge, davon 170 mit TOW und 100 mit MK 20, was jedoch im April 1975 um weitere 230 Wiesel mit MK 20 erhöht wurde. Die Gesamtstückzahl belief sich somit auf 500 Waffenträger.

    Am 2. Oktober 1975 präsentierte Porsche in Zusammenarbeit mit Keller und Knappich Augsburg (KUKA) das erste Holzmodell im Maßstab 1:1, während die ersten sechs Prototypen gefertigt wurden. Bereits im Oktober 1976 begannen die ersten Fahrversuche im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach mit anschließender technischer Erprobung in der Wehrtechnischen Dienststelle 61 im Zeitraum Februar 1977 bis Mai 1978. Durch die Firma Techdok und KUKA und der Ausarbeitung der Technischen Dienstvorschriften konnte jedoch schon 1977 an der Schule Technische Truppe 1 in Aachen und bei der Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt (LL/LTS) mit Truppenversuchen begonnen werden.

    Im Frühjahr 1978 starteten das BWB und Porsche die Serienreifmachung, jedoch wurde das Projekt 1979 aus Kostengründen eingestellt. Zur Sicherung der Entwicklungsergebnisse erhielt Porsche noch im selben Jahr einen Auftrag zur Restabwicklung des Vorhabens Waffenträger MK 20/TOW.

    Bereits zwei Jahre später zeigte sich jedoch, dass die Ablösung des Kraka unumgänglich war. So startete das BWB im Juni 1981 erneut das Vorhaben Waffenträger MK 20/TOW und untersuchte 19 weitere Vorschläge in- und ausländischer Firmen. Da Porsche leihweise zwei Prototypen des Wiesels zur Verfügung standen, war es möglich, ein Funktionsmuster des TOW-Fahrzeugs am 3. September 1981 in Hammelburg anlässlich der Präsentation gepanzerter Rad- und Kettenfahrzeuge der KTS 1 (Kampftruppenschule) vorzustellen.

    Mit den neuen Taktischen Forderungen vom 11. März 1983 wurde erneut eine Konzept- und Definitionsphase für einen Waffenträger MK 20/TOW eingeleitet. Durch die Marktanalyse des BWB waren der Wiesel und ein gepanzertes Radfahrzeug auf Basis des G-Modells von Mercedes in enger Auswahl. Jedoch kam es zu keiner Entscheidung einer Auftragsvergabe, was das Heeresamt und das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung veranlasste, die Konzeptuntersuchung im Amtsbereich mit Industriebeteiligung in Eigenleistung durchzuführen. Man definierte folgende Forderungen mit dem Ziel der Realisierbarkeit bis zum Serienstart 1989:

    Luftverlastbarkeit von zwei Fahrzeugen im CH-53G
    Schießen der MK 20 in Einzelfeuer, schnellem Einzelfeuer und kurzen Feuerstößen
    Geländegängigkeit im Bereich des VW Iltis
    Verwendung handelsüblicher Otto- oder Dieselmotoren
    Verwendung eines Automatikgetriebes
    Ausstattung der MK–Lafette mit einem Wärmebildgerät sowie Möglichkeit zum Munitionswechsel auf 25 mm
    Umrüstung auf TOW 2
    Einbau der Funkgerätefamilie SEM 80

    Im Mai 1984 präsentierte man ein Muster unter der Bezeichnung MK 20 oben geschlossen, jedoch war dieser Prototyp noch zu hoch. So wurde eine zweite Lösungsalternative mit Waffe und Zieleinrichtung nebeneinander im Drehturm favorisiert, was wesentliche Vorteile beim Be- und Entladen in den CH-53G sowie besseren ballistischen Schutz, bessere Sichtverhältnisse und einen größeren Höhenrichtbereich der MK 20 brachte. Einem Erlass zur Folge durften in Kampffahrzeugen nur noch Dieselmotoren eingebaut werden. Deshalb wurden ein 2-Liter-5-Zylinder-Turbo-Dieselmotor der Firma Volkswagen sowie ein Automatikgetriebe von ZF Friedrichshafen (damals Zahnradfabrik Friedrichshafen) eingebaut. Diese Änderungen führten jedoch zu einer enormen Gewichtszunahme, was durch Leichtbau und neuen Panzerstahl kompensiert wurde.

    Nachdem das Heeresamt, das BWB und das Materialamt des Heeres ihre Bewertung abgeschlossen hatten, wurde das Konzept Waffenträger Wiesel zur Einführung bei den Luftlandetruppen empfohlen. Als Begründung waren aufgeführt:

    ballistischer Rundumschutz
    geringe Abmessung und dadurch niedrige Silhouette
    niedriges Gefechtsgewicht
    niedriger Bodendruck
    Luftverladefähigkeit als Innen- und Außenlast
    Transport von zwei Wiesel auf einem LKW 10 t
    hohe Straßen- und Geländegängigkeit
    geringe Geräuschentwicklung
    Einheitsfahrgestell für beide Varianten
    handelsübliche Baukomponenten

    Nach dem Erlass des Phasendokumentes „Militärisch-Technisch-Wirtschaftliche Forderung“, kurz MTWF, und der Freigabe der Haushaltsmittel im April 1985 wurde der Entwicklungsauftrag an Porsche erteilt. Im März 1986 wurde je eine Waffenanlage zur Erprobung bzw. Systemerprobung an die WTD 91 (Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition) und WTD 41 (Wehrtechnische Dienststelle für Kraftfahrzeuge und Panzer) übergeben. Die Fahrgestelle folgten Ende Juni 1986.

    Durch die lange Entwicklungsphase im Vorfeld verliefen die Tests ohne große Probleme, was den termingerechten Truppenversuch Taktik und Logistik im Herbst 1986 und somit die Serienreife bis September 1987 ermöglichte. Der Beschaffungsvertrag wurde am 21. Dezember 1988 unterschrieben.

    Die Serienproduktion übernahmen die Firmen Krupp und MaK (seit 1992 ein Teil von Rheinmetall Landsysteme GmbH), die sich neben Krauss Maffei und Thyssen Henschel beworben hatten. Die Gesamtstückzahl belief sich auf 343 Fahrzeuge, davon 210 mit TOW (inkl. 24 Fahrschulpanzer) und 133 mit MK 20. Die Auslieferung erfolgte in den Jahren 1990 bis 1992. Weitere sieben Fahrzeuge wurden an die USA geliefert.

    Bereits 1981 deuteten diverse Konzeptuntersuchungen der Firma Porsche auf die Erweiterung der Wiesel-1-Plattform hin. So wurde beispielsweise für ein angedachtes Bergefahrzeug die Wanne des Wiesel 1 erheblich vergrößert.

    Zu Beginn der 1990er Jahre erkannte auch die Bundeswehr die steigende Bedeutung von gepanzerten luftverladbaren Kraftfahrzeugen. Um diesem Bedarf zu entsprechen, entwickelte die Firma MAK in Eigenverantwortung den ersten Prototyp des zukünftigen Wiesel 2.

    Der Prototyp wurde als Mannschaftstransportwagen entwickelt und sah ein nahezu verdoppeltes Innenraumvolumen im Vergleich zum Wiesel 1 vor. In diesem Zuge verlängerte sich die Fahrzeugwanne und es wurde eine vierte Laufrolle eingefügt. Aufgrund dieser Veränderung der Fahrzeugabmessungen kann nur noch ein Wiesel 2 in der CH-53 transportiert werden. Einhergehend mit der Steigerung des Gesamtgewichtes wurde die Motorisierung (seriennaher 1,9-Liter-TDI-Motor von Volkswagen) geändert, ebenso kam ein neues Getriebe zum Einsatz, das jetzt auch das Wenden um die Hochachse ermöglicht. Die Kabine ist klimatisiert, sodass ein Einsatz in vielen Klimazonen möglich ist. Zudem ist ABC-Schutz gewährleistet.

    Diese Weiterentwicklung fand beim Bedarfsträger Zustimmung. So wurde auf der neuen Fahrzeugbasis das leichte Flugabwehrsystem realisiert und 2004 an den Kunden ausgeliefert. Weitere Fahrzeugversionen folgten.

    Den letzten Stand der Fahrzeugentwicklung stellt das derzeit in der Herstellung befindliche MrsKpfSys dar. Aufgrund einer weiteren Auflastung des maximalen Fahrzeuggewichts wurde die Wanne nochmals verlängert und eine fünfte Laufrolle eingefügt. Aufgrund der, im Vergleich zur Entwicklung von Wiesel 1 auf Wiesel 2, geringeren technologischen Weiterentwicklung wird diese Fahrzeugvariante weiterhin zur Wiesel-2-Plattform gezählt.
    Einsatzkonzept

    Der Wiesel 1 ist ein leicht gepanzerter, nachtkampffähiger und luftverlastbarer Waffenträger. Er wurde vorrangig für die Fallschirmjägertruppe entwickelt, findet jedoch nach der Umstrukturierung der Bundeswehr ebenfalls Verwendung in der Jägertruppe und bei den Gebirgsjägern. Eingesetzt wird der Wiesel in der Panzerabwehr, zur Feuerunterstützung der Jägerkompanien, beim Überwachen von Geländeabschnitten und Objekten, beim Beobachten und Sichern an Kontrollpunkten, beim Verstärken von Kräften im Objektschutz und, entgegen seinem Konzept, auch als Konvoibegleitung und Konvoischutz.

    Der Wiesel 1 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h. Der Grund hierfür ist das äußerst günstige Leistungsgewicht. Dieses beträgt beim Wiesel 1 etwa 23 kW/t, ein Wert, der für Kettenfahrzeuge als sehr gut zu bezeichnen ist. Durch einen Bodendruck von 3,5 N/cm² besitzt der Waffenträger auch bei ungünstigsten Bodenbedingungen eine gute Geländegängigkeit, verbunden mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h. Seine geringe Größe begünstigt den Einsatz und erleichtert das Beziehen gedeckter Stellungen. Dies kann als Teil des passiven Schutzes gesehen werden. In der Regel wirken immer zwei Waffenträger zusammen, die sich gegenseitig sichern.

    Ein CH-53G kann zwei Wiesel 1 (ein Wiesel 2) als Innenlast oder einen Wiesel als Außenlast transportieren. Bei Transportflugzeugen wie der C-160 Transall steigt die Anzahl auf vier, die US-amerikanische Lockheed C-130 kann drei Waffenträger aufnehmen. Eine weitere Möglichkeit, den Wiesel anzulanden, ist das Abwerfen per Lastenfallschirm. Diese wurde jedoch verworfen, nachdem vier Waffenträger bei der Erprobung beschädigt wurden, und die taktische Bedeutung dieser Entladungsart sank.

    Der Wiesel wurde und wird von der Bundeswehr bei vielen Auslandseinsätzen (UNOSOM II, IFOR, SFOR, KFOR, TFH, ISAF) eingesetzt.

    Weiteres dazu im Link:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wiesel_(milit%C3%A4risches_Kettenfahrzeug)
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