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Robert Capa

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Robert Capa

Beitrag  checker am Do Dez 08, 2016 3:08 am

Robert Capa (eigentlich Endre Ernő Friedmann, in anderen Schreibweisen auch André Friedmann oder Andrei Friedmann; * 22. Oktober 1913 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 25. Mai 1954 in Thá-Bình, in der Provinz Thái Bình, Französisch-Indochina) war ein ungarisch-amerikanischer Fotograf. Capa wurde vor allem als Kriegsreporter bekannt.


Robert Capa im Spanischen Bürgerkrieg (Fotografie von Gerda Taro, 1937)

Biographie
Kindheit und Jugend

Capa wurde als zweiter von drei Söhnen einer jüdischen Schneiderfamilie geboren. Sein jüngerer Bruder trug den Künstlernamen Cornell Capa. Nachdem Robert Capa sich bereits früh im linken politischen Spektrum engagiert hatte, wurde er nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt 1931, nach der Festnahme auf einer Demonstration gegen den ungarischen Reichsverweser Miklós Horthy, vor die Wahl gestellt, Ungarn zu verlassen oder vor Gericht gestellt zu werden, woraufhin er nach Deutschland emigrierte.
Exil in Europa (1931–1939)

In Berlin begann er ein Studium der Journalistik an der Deutschen Hochschule für Politik und arbeitete als Fotolaborant beim Ullstein Verlag und 1932 bis 1933 als Fotoassistent beim Deutschen Photodienst (Dephot), wozu ihn seine Jugendfreundin, die Fotografin Éva Besnyő ermuntert hatte. 1932 wurden seine ersten Fotos in einer Zeitung, dem Berliner Weltspiegel, veröffentlicht. Die Fotos zeigen Leo Trotzki bei einer Rede in Kopenhagen.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 ging er zunächst nach Wien, dann ins Saargebiet – wo er sich 1935 an der Diskussion über die Wiedereingliederung ins Deutsche Reich beteiligte (siehe dazu die Geschichte des Saarlandes) – und schließlich nach Paris. Dort lernte er die Fotografen André Kertész, David "Chim" Seymour und Henri Cartier-Bresson kennen, mit denen er sich anfreundete.

In Paris lernte Friedmann im Herbst 1934 Gerta Pohorylle kennen, die wegen ihrer sozialistischen Überzeugungen und jüdischen Herkunft ebenfalls aus Deutschland geflohen war. Sie wurde Capas Lebensgefährtin und seine Schülerin. Um seine Bilder besser verkaufen zu können, erfanden die beiden die Figur „Robert Capa“, einen in Paris lebenden reichen amerikanischen Fotografen. Nachdem ein Redakteur den Schwindel aufgedeckt hatte, nahm Friedmann den erfundenen Namen an, und aus Gerta Pohorylle wurde Gerda Taro. 1935 wurde Capa, mit Taro und David Seymour, von seinem Fotografielehrer Simon Guttmann für eine Fotoreportage nach Spanien geschickt.[1]

Im Spanischen Bürgerkrieg dokumentierte Robert Capa mit seinen Freunden den Kampf der republikanischen Truppen gegen die aufständischen franquistischen Truppen. Die Aufnahmen wurden unter anderem im US-amerikanischen Magazin Life veröffentlicht und machten ihn bekannt. Am 5. September 1936 entstand die Fotografie eines fallenden republikanischen Soldaten im Augenblick seines Todes,[2] die zum bekanntesten Einzelbild des Bürgerkrieges und zu einer fotografischen Ikone des 20. Jahrhunderts avancierte.[3]

Die Aufnahme erschien zusammen mit ähnlichen Szenen am 23. September 1936 in der französischen Illustrierten VU, ähnliche Aufnahmen kurz danach in der Zeitschrift Regards. Der spanische Dokumentarfilm Der Schatten des Eisbergs behauptet, dass es sich bei dem dargestellten Kriegsgefallenen nicht, wie geglaubt, um den Anarchisten Federico Borrell García handele. Wie ein genauer Blick von Historikern auf die Aufnahmen in VU und Regards zeigt, stimmt auch der angenommene Ort des Geschehens nicht.[4] Der spanische Forscher José Manuel Susperregui identifizierte die im Hintergrund sichtbaren Landschaft als die um Espejo, wo jedoch zum fraglichen Zeitpunkt keine Todesfälle verzeichnet sind.[5] Schon Mitte der 1970er Jahre behauptete ein alter Kollege Capas, der ihn öfters in Spanien getroffen hatte, dass das Foto eine nachgestellte Szene zeige.[6]

Am 25. Juli 1937 wurde Gerda Taro während eines Angriffs der deutschen Legion Condor bei Villanueva de la Cañada an der Brunete-Front von einem republikanischen Panzer überrollt, nachdem sie von einem Trittbrett eines LKW abgerutscht war, mit dem sie aus der Kampfregion flüchten wollte. Einen Tag später erlag sie im englischen Lazarett in El Escorial ihren Verletzungen. Capa erfuhr von dem Tod seiner Geliebten in Paris aus der Zeitung.

Capa reiste 1938 nach China und berichtete über den chinesischen Widerstand gegen die japanische Besatzung. 1939 fotografierte Capa die Tour de France.[7]
Leben in Amerika

1939 übersiedelte Capa in die USA, wo er 1946 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt.

Im Zweiten Weltkrieg fotografierte er als Kriegsberichterstatter für die Zeitschriften Time, Life und Collier’s unter anderem in Nordafrika, Sizilien, und bei der Landung amerikanischer Soldaten in der Normandie am 6. Juni 1944, an Omaha Beach. Hier entstanden seine, neben dem Foto des gefallenen republikanischen Soldaten, berühmtesten Bilder. Wegen eines Fehlers bei der Entwicklung der Filme im Londoner Fotolabor gibt es von der Invasion (Operation Neptune) nur elf brauchbare Fotos, unter anderem dieses.


Capastraße in Leipzig

Am 18. April 1945 nahm Capa während der Besetzung Leipzigs das Foto Der letzte Tote von dem gefallenen US-Soldaten Raymond J. Bowman auf, der in der Jahnallee 61 (später bekannt als Capa-Haus) gefallen war. 70 Jahre danach wurde das Teilstück der Erich-Köhn-Straße in Leipzig, das dem Capa-Haus gegenüberliegt, in Capastraße umbenannt.

1947 gründete Capa mit Henri Cartier-Bresson, David Seymour und George Rodger die Fotoagentur Magnum. Er fotografierte weiter, mied jedoch zunehmend die Kriegsberichterstattung. Im gleichen Jahr reiste er mit John Steinbeck im Auftrag der New York Herald Tribune durch die Sowjetunion, um das Leben des einfachen sowjetischen Volkes nach dem Zweiten Weltkrieg zu dokumentieren.

1948 begleitete er die Gründung des Staates Israel mit seiner Kamera und wurde Augenzeuge beim Ausbruch des ersten Nahost-Krieges.
Tod

1954 kehrte Capa zur Kriegsberichterstattung zurück, als Life im Ersten Indochinakrieg dringend einen Fotojournalisten brauchte. Dort starb er, als er auf eine Antipersonen-Landmine trat. Seine letzten Fotografien zeigen einen Minen-Suchtrupp bei Thaibinh. Davon existieren eine schwarzweiße und eine farbige Version, aufgenommen mit einer Nikon. Die Fotos zeigen auf der rechten Seite einen Wall, auf dem Capa kurz nach der Aufnahme auf die tödliche Mine trat.[8]

Bestattet wurde Robert Capa in einem Familiengrab auf dem Amawalk Hill Cemetery, einem Quäker-Friedhof in Amawalk, Westchester County, im Bundesstaat New York.

Ihm zu Ehren stiftete der Overseas Press Club of America 1955 die Robert Capa Gold Medal, mit der jährlich die beste Fotoreportage ausgezeichnet wird, die besonderen Mut und Unternehmensgeist erfordert.
Fotografisches Erbe

Um das fotografische Erbe von Robert Capa – 70.000 Negative – und anderen Fotografen zu bewahren, gründete sein Bruder Cornell Capa 1966 den International Fund for Concerned Photography. Um dieser Sammlung ein Zuhause zu geben, gründete er 1974 das International Center of Photography in New York. Dort befinden sich heute auch über 3000 lange verschollen geglaubte Negative von Capa, Taro und Seymour aus dem Spanischen Bürgerkrieg, die von einem General nach dem Krieg nach Mexiko in Sicherheit gebracht worden waren. Das lange gesuchte Negativ der Aufnahme des gefallenen Milizionärs befindet sich aber nicht darunter.[9]
Zitate

Von Robert Capa stammt die „goldene Regel“ der Reportagefotografie:

Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.

Weitere Zitate:

Die Wahrheit ist das beste Bild.
Hollywood ist die größte Scheiße, in die ich je getreten bin. (nach Robert Capa: In Love and War)[10]
Ich gehe ein Stück. Sagt mir, wenn es weitergeht. (seine überlieferten letzten Worte, fünf Minuten vor seinem Tod)[11]

Trivia

Capa hatte 1945 eine Affäre mit der Schauspielerin Ingrid Bergman. Er selbst schwieg über diese Affäre. Überliefert wurde sie von Ingrid Bergman. Die Geschichte hat Chris Greenhalgh in dem 2012 erschienenen Roman Seducing Ingrid Bergman beschrieben.

Der Regisseur Steven Spielberg stütze sich bei der Anfangsszene von Der Soldat James Ryan, die die Landung der alliierten Truppen an Omaha Beach zeigt, Bild für Bild auf die Aufnahmen Capas bei der Landung in der Normandie. Spielberg: I did everything I could to my camera to get June 6 44 to look like Bob Capa’s photographs (dt.: Ich tat alles, damit die Bilder vom 6. Juni 1944 genauso aussehen wie die Fotos von Robert Capa).[12]

Der Song Kamikaze Cappa von Falco auf dem Album Emotional stellt eine Hommage an Robert Capa dar.

Der Song Taro von Alt-J auf dem Album An Awesome Wave behandelt den Tod von Robert Capa und seine Beziehung zu Gerda Taro.[13]

Im Film Salvador (von Oliver Stone, 1986) benutzt der Journalist John Cassady das Zitat „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“, um im Anschluss ein aussagekräftiges Beweisfoto zu schießen. Während er dieses Foto macht, kommt er ums Leben.

Siehe auch

Magnum Photos
Reportagefotografie

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