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    Oskar Messter

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    Oskar Messter

    Beitrag  checker am Sa Dez 10, 2016 6:30 am

    Oskar Eduard Messter (* 22. November 1866 in Berlin; † 6. Dezember 1943 in Tegernsee; ursprünglich Oskar Meßter) war ein deutscher Filmpionier.


    Oskar Messter



    Leben

    Messter wurde als Sohn des Optikers Eduard Meßter und seiner Frau Marie Wilhelmine geboren. Nach Abschluss der Schule ließ er sich im Betrieb seines Vaters, der sich auf die Herstellung optischer und feinmechanischer Geräte spezialisiert hatte, selbst zum Optiker ausbilden. Daneben absolvierte er ein Volontariat in der Optischen Werkstätte Paul Waechter. Im Alter von 28 Jahren übernahm er den Betrieb seines Vaters.

    1887 heiratete er Margarete Wittmann. Aus der Ehe ging 1893 der Sohn Eduard Oskar Meßter hervor. Bis 1888 absolvierte Oskar Messter einen einjährigen Militärdienst.

    Ab 1896 brachte Messter die ersten brauchbaren Filmprojektoren auf den Markt und im November des gleichen Jahres eröffnete er in der Friedrichstraße das erste deutsche Kunstlichtatelier und übernahm das Theater Unter den Linden als Kino. Kurze Zeit später gründete er sein eigenes Atelier, in dem erste Stummfilme entstanden.[1] Sie zeigten unter anderem das deutsche Kaiserpaar, Naturaufnahmen und Luftaufnahmen von Berlin, die von einem Ballon aus angefertigt wurden. 1903 führte er erstmals Tonbilder auf, indem er den Filmprojektor und ein Grammophon koppelte und zeitgleich zuvor synchron aufgezeichnete Schallplatten abspielte, dieses Gerät nannte er Biophon. Es wurde auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis vorgestellt. Mit nahezu 300 produzierten Filmen avancierte Messter während der Kaiserzeit zum Impresario des deutschen Films und verhalf Schauspielerinnen wie Henny Porten zum Starkult. Im Jahr 1912 gelang Messter gemeinsam mit F.S. Archenhold mit dem Riesenfernrohr der Sternwarte in Treptow (heute: Archenhold-Sternwarte Berlin-Treptow) die weltweit erste Filmaufnahme einer Sonnenfinsternis (Quellen: Messter Memoiren, Archiv Archenhold-Sternwarte)

    Messter war auch Mitbegründer des Deutschen Optikerverbandes und Beisitzer in der Meisterprüfungskommssion für Berlin und Potsdam. 1909 ließ er die Schreibweise seines Namens ändern. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges produzierte er aus Dokumentationen zum Kriegsgeschehen, die er als Leutnant in der Presseabteilung des Generalstabes produzierte, die erste deutsche Wochenschau. Die Messter-Wochenschau wurde erstmals am 23. Oktober 1914 gezeigt. Für den Generalstab arbeitete Oskar Messter die Zensurbestimmungen für fotografische und kinematografische Bilder aus. Bilder von aktuellen Kriegsereignissen, Toten, Schwerverletzten, Waffen, Flugzeugen und militärischen Hafenanlagen wurden grundsätzlich verboten.[2]


    Luftbildmessung im Ersten Weltkrieg

    Messter erhielt 1915 den Auftrag eine Reihenbildkamera für die Luftaufklärung zu entwickeln und wurde für deren erfolgreiche Entwicklung mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.[3]

    In seiner im August 1916 verfassten Denkschrift „Film als politisches Werbemittel“ begründete er die Notwendigkeit der deutschen Propagandafilme als Antwort auf die „deutschfeindlichen Filme“ der Entente-Staaten.[4] Im gleichen Jahr gründete er gemeinsam mit dem österreichischen Filmschaffenden Sascha Kolowrat-Krakowsky die Sascha-Meßter-Film, welche Nachfolgerin der Österreich-Tochter der Meßter-Film[Anm. 1] wurde und die ab dem Frühjahr 1916 die (vereinigte) Kolowrat-Meßter-Woche[5] produzierte, eine Kriegsberichte liefernde Wochenschau der k. u. k. Film-Propaganda, die unter anderem während der Kriegsausstellung Wien 1916 einen filmischen Schwerpunkt bildete.[6] Messter ließ sich die Maschinengewehrkamera, ein Zielübungsgerät zur Ausbildung von Bordschützen, patentieren.

    Nach Kriegsende verkaufte Messter für den Preis von 5,3 Millionen Goldmark (8.835.585 Euro) seine Unternehmen in Berlin und Wien, die in der neu gegründeten UFA aufgingen und in der er ab 1925 Aufsichtsratsmitglied war. Ende 1918 erwarb er in Tegernsee das Haus Zum Leitenbauer in das er später einziehen sollte. Zu seinem Freundeskreis dort zählten der Opern- und Liedsänger Julius Patzak, der Volksschauspieler Albert (Bertl) Schultes und der Schriftsteller Ludwig Ganghofer.[7] In den 1920er Jahren produzierte er mit Der Sprung ins Leben nur mehr einen Film.

    1926 nahm er als Repräsentant der deutschen Filmindustrie am Ersten internationalen Filmkongress in Paris teil und stiftete für besondere Verdienste um Kinematographie die Oskar-Messter-Medaille, deren erster Preisträger er selbst wurde. Messters erste Ehe wurde geschieden; 1928 heiratete er Antonie Maria Theresia König (1898–1978).

    Ab 1930 zog sich Messter aus dem Filmgeschäft zurück und zog in sein Haus in Tegernsee, dass er seit 1939 dauerhaft bewohnte. Ebendort wurde posthum eine Straße nach ihm benannt.[8] Er bekleidete noch Positionen bei der Filmoberprüfstelle Berlin und der Deutschen Filmgemeinschaft, die 1931 den Film Mädchen in Uniform produzierte.[9] 1932 überließ er seine umfangreiche Sammlung kinematografischer Geräte dem Deutschen Museum in München.

    Bereits während der Weimarer Republik wurde Messter Mitglied des als antidemokratisch und judenfeindlich geltenden Bund der Frontsoldaten und ließ sich nach 1933 von den Nationalsozialisten als Altmeister der deutschen Filmwirtschaft feiern. Seine filmischen Werke können zwiespältig gesehen werden, da er sein Talent für den Krieg und das neue Propagandamedium Film nicht zur Aufklärung, sondern zur Manipulation der Zuschauer nutzte.[10] Anlässlich der von der Reichsfilmkammer veranstalteten Vorführung der ersten Filme des Reichsfilmarchivs im Harnack-Haus nahm Messter am Internationalen Filmkongress teil, welcher vom 25. April bis 1. Mai 1935 im Filmtheater am Friedrichshain in Berlin stattfand.[11]


    Henny Porten mit Oskar Messter, Internationaler Film-Kongress 1935


    Oskar Messter mit Ehefrau Antonie in den Bergen

    1936 wurde Messter zum Ehrensenator der Technischen Hochschule Berlin ernannt. Im selben Jahr veröffentlichte er seine Memoiren Mein Weg mit dem Film. Als letzte Auszeichnung bekam Messter 1941 die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.[12]

    Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er zurückgezogen und gesundheitlich angeschlagen mit seiner Frau in seinem Haus am Tegernsee.[13] Messter starb am 6. Dezember 1943 und wurde auf dem Friedhof in Tegernsee beerdigt. Auf der Grabplatte heißt es über ihn: "Altmeister der Kinematographie / als Erfinder, Forscher und Wegbereiter Begründer der deutschen Kinoindustrie". Seine zweite Frau Antonie, geboren am 26. Februar 1898, starb am 17. März 1978 und wurde in seinem Grab beigesetzt.
    Nachwirkung

    Bei der Auflösung seiner Berliner Wohnung im Jahr 1944 gelangten die letzten Teile des Messter-Archives an den Tegernsee. Messters zweite Frau Antonie (1898–1978) wurde als Mitglied der Reichsfilmkammer im November 1944 als Filmarchivarin aufgenommen und übte diesen Beruf bis zu ihrem Tod aus. In einzelnen Fällen erlaubte sie eine Auswertung der Papiere ihres verstorbenen Ehemannes.[13]
    Produktionen (Auswahl)

    1897: Der Kampf ums Dasein oder „Besetzt“
    1904: The Whistling Bowery Boy
    1906: Apachentanz
    1907: Meissner-Porzellan
    1911: Das Liebesglück der Blinden
    1912: Die Rache ist mein
    1912: Erloschenes Licht
    1912: Die Toten schweigen
    1912: Des Pfarrers Töchterlein
    1912: Der Schatten des Meeres
    1912: Jung und alt
    1913: Problematische Naturen
    1913: Zu spät
    1913: Statistinnen des Lebens
    1913: Zurückerobert
    1913: Falsche Perlen
    1913: Harry Raupach
    1913: Aus eines Mannes Mädchenzeit
    1913: Schuldig
    1913: Ihr guter Ruf
    1913: Ultimo
    1913: Eva
    1914: Bergnacht
    1914: Die große Sünderin
    1914: Das Tal des Traumes
    1914: Alexandra
    1914: Fräulein Leutnant
    1914: Der Sieg des Herzens
    1914: Die zerbrochene Puppe
    1915: Police Nr. 1111
    1915: Fürst Seppl
    1915: Es war ein Traum
    1915: Nur nicht heiraten
    1915: Musketier Kaczmarek
    1915: Märtyrerin der Liebe
    1915: Die Konservenbraut
    1915: Jahreszeiten des Lebens
    1915: Fräulein Hochgemuth
    1915: Papa Schlaumeyer
    1915: Die Wellen schweigen
    1916: Höhen und Tiefen
    1916: Gelöste Ketten
    1916: Ihr bester Schuß
    1916: Der Liebesbrief der Königin
    1916: Der Ruf der Liebe
    1916: Der Schirm mit dem Schwan
    1916: Vampirette
    1916: Das wandernde Licht
    1916: Werner Krafft
    1916: Bummelstudenten
    1917: Christa Hartungen
    1917: Die Faust des Riesen
    1917: Feenhände
    1917: Der Richter
    1917: Die Claudi vom Geiserhof
    1917: Frank Hansens Glück
    1917: Furcht
    1917: Das Nachträtsel
    1917: Die Prinzessin von Neutralien
    1918: Der Märtyrer seines Herzens
    1918: Der Rubin-Salamander
    1918: Die Heimkehr des Odysseus
    1918: Agnes Arnau und ihre drei Freier
    1918: Rotterdam-Amsterdam
    1918: Auf Probe gestellt
    1918: Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell
    1919: Die lebende Tote
    1919: Monica Vogelsang
    1921: Die Geliebte Roswolskys


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