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Der Spasatel

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Der Spasatel

Beitrag  Andy am Sa Dez 31, 2016 10:57 pm

Der Spasatel (russisch Спасатель – „der Retter“) ist ein vom sowjetischen Verteidigungsministerium geplantes, zu jener Zeit als „streng geheim“ eingestuftes Projekt eines Bodeneffektfahrzeuges. Ursprünglich sollte das Gefährt als Raketenträger des Projektes Lun dienen, wurde dann aber zum Rettungsfahrzeug umgebaut, jedoch nie fertiggestellt.


Spasatel-Modell

Ziele

Der militärische Vorteil von Bodeneffektfahrzeugen gegenüber Schiffen und U-Booten lag darin, dass sie im Betrieb keinen Tiefgang hatten und daher nicht vom Sonar erfasst werden konnten; gegenüber Flugzeugen bestand der Vorteil neben der großen Nutzlast in der geringen Flughöhe, was die Radarerfassung erschwerte. Dies war insbesondere zur Zeit des Kalten Krieges und beim seinerzeitigen Stand der Technik eine interessante Möglichkeit, um unauffällig und schnell viele Personen oder eine große Ladung über weite Strecken zu transportieren. Heute ist dieser Ansatz durch bessere Tarn- und Ortungstechniken technisch obsolet.
Geschichte

Ursprünglich sollte es als zweites Raketenträger-Bodeneffektfahrzeug gebaut werden. Nachdem bei einem Unglück im Jahr 1989 das sowjetische Atom-U-Boot Komsomolez sank, wobei 42 Personen ums Leben kamen, wurde dieses zweite Fahrzeug für den Einsatz im Seenotrettungsdienst umgebaut und hätte bis zu 500 Passagiere befördern können.[1]

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Projekt wie so viele Prestigevorhaben auf Eis gelegt, da man das Wettrüsten des Kalten Krieges aufgegeben hatte und die finanziellen Mittel fehlten. Auch die militärischen Einsätze auf See wurden stark reduziert, sodass sich der Einsatzzweck verkleinerte. Der Spasatel ist in den Aufbauten und Ummantelungen komplett und zu 98 Prozent fertiggestellt. Nach dem Konkurs des Ekranoplan-Werkes wurde der Spasatel nicht verschrottet, sondern – wie auch das ganze Areal – einfach im Zustand der Produktion gelassen.

Gegenwart

Auch heute noch existiert der nicht fertiggestellte Spasatel und wartet in einem alten Industriekomplex in Nischni Nowgorod auf seine Auferstehung. (Stand 2006)

Verfechter, Liebhaber sowie ehemalige Mitarbeiter des Werkes arbeiten noch immer an der Fertigstellung des großen Bodeneffektfahrzeuges. Dabei ist es sehr schwer, Bauteile und Maschinen zu beschaffen, da dieses Vorhaben von offizieller Seite nicht unterstützt wird und somit der Zugang und die Fertigung des Spasatel sehr kosten- und arbeitsintensiv ist. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Spasatel jemals „fliegen“ wird, sehr gering. Alle Mitarbeiter des Spasatelprojektes arbeiten heute auf freiwilliger Basis.
Technische Daten

(Die Daten basieren auf dem ersten Projekt und dessen Erfahrungen.)
Kenngröße Daten[1]
Startgewicht: 400 Tonnen
Länge: 73,8 m
Spannweite: 44,0 m
Höhe: 19,2 m
Geschwindigkeit: Normalhöhe: 450–550 km/h

Maximalhöhe: 20–100 km/h
Reichweite: Normalhöhe: 3.000 km

Maximalhöhe: 400 km
Max. Dauer auf See: 5 Tage
Normalflughöhe: 1–5 m
Suchhöhe: 500 m
Maximalhöhe: 7.500 m
Max. Wellenhöhe: Start und Landung: 2,5–3,5 m

Flug: unbegrenzt
Turbinenanzahl: 8 × NK-87 Turbofan
Schubkraft: 127,4 kN je Triebwerk
Besatzung: 9 + 19 Rettungskräfte
Kapazität: 150–500 Passagiere


Vergleichbare Typen

Lun-Klasse (militärische Variante, Grundlage des Spasatel)
KM (Ekranoplan)


Quelle
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