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Der Kryptoprotestantismus

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Der Kryptoprotestantismus

Beitrag  checker am So Jan 22, 2017 2:29 am

Der Kryptoprotestantismus (griech. κρυπτός kryptós ‚verborgen‘) bezeichnet eine Folge versteckter Religionsausübung der während der Konfessionalisierung einsetzenden Versuche der Rekatholisierung.

Übersicht

Dabei waren während der durch Zwang unterstützten Gegenreformation Teile der in den katholisch gewordenen Gebieten lebenden Personen bestrebt, ihre Konfession nach innen hin beizubehalten verbunden mit der entsprechenden Ausübung des Glaubensritus, während sie nach außen hin den Katholizismus gezwungenermaßen annahmen. Man verstellte sich also nach außen hin, wie es gefordert wurde, und versuchte nach innen hin die Gedankenfreiheit zu bewahren. Es war letzten Endes nichts anderes als eine Form von Widerstand gegen eine oktroyierte Glaubensform seitens Teilen der Bevölkerung.

Bedeutenden Untergrundprotestantismus gab es insbesondere im Habsburgerreich sowie in Frankreich nach dem Edikt von Fontainebleau 1685 bis zum Toleranzedikt Ludwig XVI. 1787. Formen eines Kryptoprotestantismus gab es auch in orthodox-lutherischen Territorien in Form des Kryptocalvinismus, der dort eine pejorativ gemeinte Bedeutung hat. Dieser richtete sich nicht nur gegen den Katholizismus, sondern auch gegen die lutherische Orthodoxie.
Geheimprotestantismus im Habsburgerreich

Im Habsburgerreich begann der Kryptoprotestantismus mit der Gegenreformation und ging mit dem Toleranzpatent Josefs II. von 1781 und endgültig dem Protestantenpatent Franz Josefs zu Ende. Ein bekanntes Beispiel eines geheimen Gottesdienstortes ist die Hundskirche in den Gailtaler Alpen.

Der Religionsphilosoph Friedrich Heer brachte Kryptoprotestantismus und späteren antiklerikalen Deutschnationalismus in Verbindung.[1]

Im 21. Jahrhundert wurde in Erinnerung an den Schmuggel deutscher Bibeln in Österreich der Weg des Buches eingerichtet.
Siehe auch

Kryptochristentum
Kryptocalvinismus
Kryptokatholizismus
Heckenpredigt


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