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Niklas Luhmann

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Niklas Luhmann

Beitrag  Andy am Fr Jan 27, 2017 11:19 pm

Niklas Luhmann (* 8. Dezember 1927 in Lüneburg; † 6. November 1998 in Oerlinghausen) war ein deutscher Soziologe und Gesellschaftstheoretiker. Als wichtigster deutschsprachiger Vertreter der soziologischen Systemtheorie und der Soziokybernetik zählt Luhmann zu den herausragenden Klassikern der Sozialwissenschaften im 20. Jahrhundert.


Niklas Luhmann und der Schriftzug zum Bielefelder Wissenschaftspreis

Leben

Luhmann wurde 1927 in die Familie eines Brauereibesitzers in Lüneburg geboren und besuchte das altsprachliche Johanneum. 1944 wurde er im Alter von 16 Jahren offiziell als Luftwaffenhelfer eingezogen, nachdem er schon seit dem 15. Lebensjahr dort tätig gewesen war.[1] Von 1944 bis September 1945 war Luhmann in amerikanischer Kriegsgefangenschaft; seine Behandlung dort erschien ihm später als „ – gelinde gesagt – nicht nach den Regeln der internationalen Konventionen.“[2]

Luhmann studierte von 1946 bis 1949 Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit einem Schwerpunkt auf römischem Recht. Es folgte bis 1953 eine Referendarausbildung in Lüneburg. 1954 bis 1962 war er Verwaltungsbeamter in Lüneburg, 1954 bis 1955 am Oberverwaltungsgericht Lüneburg Assistent des Präsidenten. In dieser Zeit begann er auch mit dem Aufbau seiner Zettelkästen. 1960/61 erhielt Luhmann ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität, das er nach seiner Beurlaubung wahrnehmen konnte. Dort kam er in Kontakt mit Talcott Parsons und dessen strukturfunktionaler Systemtheorie.

Nach seiner Tätigkeit als Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer von 1962 bis 1965 und von 1965 bis 1968 als Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund. Nachdem er im Wintersemester 1965/66 für Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen) eingeschrieben war, wurde er dort 1966 zum Dr. sc. pol. (Doktor der Sozialwissenschaften) promoviert mit seinem bereits 1964 erschienenen Buch Funktionen und Folgen formaler Organisation. Fünf Monate später habilitierte er sich bei Dieter Claessens und Helmut Schelsky mit seiner Schrift Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung. Eine verwaltungswissenschaftliche Untersuchung. Seine Berufung 1968 an die Universität Bielefeld machte Luhmann nicht nur zum ersten Professor an dieser Neugründung, sondern ließ ihn in der Folge auch entscheidend am Aufbau der ersten soziologischen Fakultät im deutschsprachigen Raum mitwirken. Hier lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung 1993.[3]

Luhmann heiratete 1960 Ursula von Walter. Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.[4] Seine Ehefrau starb 1977; danach zog er seine Kinder allein groß.
Wie erst 2007 bekannt wurde, war Niklas Luhmann Mitglied der NSDAP.[5]
Nachlass

Luhmanns Kinder stritten jahrelang vor Gericht um die Eigentums- und Urheberrechte an seinem wissenschaftlichen Werk einschließlich des berühmten Zettelkastens, worauf das OLG Hamm im Jahr 2004 entschied, dass allein seiner Tochter die Rechte daran zustehen. Luhmann hatte ihr noch zu Lebzeiten 1995 in einem Vorausvermächtnis alle Urheberrechte zugewendet, da es sein Wunsch war, dass sein geistiges Erbe in einer Hand bleibt. Der Wert seines wissenschaftlichen Nachlasses wird auf einen siebenstelligen Euro-Betrag geschätzt.[6]

Die Universität Bielefeld erwarb mit Unterstützung der Krupp-Stiftung seinen Nachlass 2011, um ein Luhmann-Archiv zu errichten.[7] Wichtigster Teil des Nachlasses ist der ca. 90.000 Zettel umfassende Zettelkasten, den Luhmann seit den 1950er Jahren gepflegt hat und der die Grundlage des umfangreichen Werkes darstellt.[8] In einem von der Nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderten Langzeitprojekt der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Cologne Center for eHumanities (CCeH)[9] werden ab 2015 sowohl der Zettelkasten als auch die im Nachlass befindlichen Manuskripte – darunter allein vier verschiedene Versionen einer Gesellschaftstheorie aus den 1960er bis 1990er Jahren – digitalisiert und ediert.[10]
Ehrungen

1988: Hegel-Preis der Stadt Stuttgart.
1997: Premio Amalfi.
2000: Umbenennung des Städtischen Gymnasiums Oerlinghausen in Niklas-Luhmann-Gymnasium.
2008: Straßenbenennung in Luhmanns Geburtsstadt, der Hansestadt Lüneburg.[11]
Seit 2004 verleiht die Stiftung der Sparkasse Bielefeld alle zwei Jahre zum Gedenken an Niklas Luhmann den mit 25.000 Euro dotierten Bielefelder Wissenschaftspreis.
Ehrendoktor der Universitäten Gent, Macerata, Bologna, Recife, Lecce, Leuven und Trier.

Charakterisierung des Werkes

Das Lebenswerk Luhmanns ist eine allgemeine und umfassende Theorie der Gesellschaft, welche gleichermaßen Geltung in der wissenschaftlichen Untersuchung sozialer Mikrosysteme (Liebesbeziehungen) und Makrosysteme (Rechtssystem, Politik) beansprucht. Der Anspruch seiner Theorie auf besonders große Tragweite beruht darauf, dass seine Systemtheorie von der Kommunikation anhebt, und die Strukturen der Kommunikation in weitgehend allen sozialen Systemen vergleichbare Formen aufweisen. Luhmanns Systemtheorie kann als Fortsetzung des radikalen Konstruktivismus in der Soziologie verstanden werden.[12] Er knüpft vor allem an die theoretischen Grundlagen Humberto Maturanas und dessen Theorie autopoietischer Systeme an.[13] Ferner lieferten Edmund Husserl und Immanuel Kant wichtige Voraussetzungen, was den theoretischen Zeitbegriff anbelangt,[14] sowie George Spencer-Brown, was den Form- und Sinnbegriff anlangt.[15] Dem gegenüber bricht Luhmann mit theoretischen Grundannahmen der Soziologie und Philosophie, die in unlösbare Paradoxien hineinführen: z.B. ersetzt er Handlung durch Kommunikation als basalen soziologischen Operationstyp.[16] Er bricht auch mit dem klassischen Subjekt-Objekt-Schema und ersetzt es durch die Leitdifferenz System und Umwelt.[17]

Bereits 1970 lieferten sich Luhmann und der Soziologe Jürgen Habermas, als jüngster Vertreter der Kritischen Theorie, eine ausführliche Kontroverse zu ihren teils gegensätzlichen Theoriemodellen, welche sie mit einer gemeinsamen Publikation „Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie“ dokumentierten.[18] Der wohl wichtigste Streitpunkt dieser Kontroverse war, ob die Soziologie eine moralische Komponente oder eine soziale Utopie (Herrschaftsfreiheit) durchzutragen habe oder lediglich eine Beschreibung der Gesellschaft nach funktionaler Prämisse leisten müsse.[19] Aus der Sicht Luhmanns fällt die Antwort so aus, dass das Erstere nur auf Kosten des Letzteren möglich ist.[20] Wenn sich die Soziologie an der Kritik oder am Diskurs orientiert, so ist sie damit auch an bestimmte Ausgangslagen gebunden und findet fatalerweise nur zu zeitlich begrenzter Gültigkeit. Um dem zu entgehen, muss Luhmann zufolge die Soziologie eine noch tiefer gelegte Abstraktion der sozialen Dynamik finden, die dafür einen zeitlich höheren Geltungsanspruch verwirklichen kann. Die moralische Bewertung und Kritik des Zeitgeschehens werde dadurch keineswegs ausgeschlossen, im Gegenteil, sie werde lediglich aus der Funktion der Soziologie ausgelagert in andere Bereiche, nämlich Politik oder Ethik. Dieser Schritt sei besonders deshalb erforderlich, weil die Soziologie bis dato weder über einen allgemeinen Begriff noch über eine allgemeine Theorie der Gesellschaft verfügt. Für die Soziologie als Wissenschaft sei es notwendig, dass sie ihren Gegenstand in allgemeiner Weise bezeichnen kann.

Luhmanns Theorie der Gesellschaft geht davon aus, dass die „moderne“ Gesellschaft durch den Prozess der funktionalen Differenzierung gekennzeichnet ist.[21] Die Gesellschaftsstruktur des alten Europa hat sich aufgrund der Komplexitätszunahme eigener Sinnressourcen von der segmentären zur stratifikatorisch-hierarchischen, und weiter zur funktional differenzierten Ordnung umgeformt. In der Moderne lösen sich zunehmend Teilsysteme aus dem Gesamtkontext der Gesellschaft heraus und grenzen sich nach Maßgabe eigener funktionaler Prämissen vom Rest der Gesellschaft ab (Ausdifferenzierung). Die moderne Gesellschaft ist aufgelöst in eine wachsende Vielheit von Teilsystemen, die sich gegenseitig zur Umwelt haben und die strukturell mehr oder weniger fest aneinander gekoppelt sind. Die Gesellschaft überhaupt stellt für jedes einzelne Teilsystem (und für alle Teilsysteme zusammen) einen identischen Hintergrund dar, der funktional auf die Möglichkeit der Kommunikation hin entworfen werden kann.

Luhmann bietet erstmals in der relativ jungen Geschichte der Soziologie (ca. 150–200 Jahre, vergleiche die mindestens 2500 Jahre bestehende Tradition der Philosophie) nach Emil Durkheim, Max Weber und weiteren einen allgemein gültigen und zeitlich konsistenten Begriff der Gesellschaft an[22], welcher die grundlegende Paradoxie aufzulösen vermag, dass die Soziologie selbst ein Teil der Gesellschaft ist, also selbst ein Teil des Gegenstandes ist, den sie wissenschaftlich zu begreifen sucht und dadurch die Unabhängigkeit und Unbedingtheit dessen, als was Gesellschaft bezeichnet wird, entscheidend beeinträchtigt wird. Schließlich wird alles, womit die Soziologie arbeitet – Sprache, Kommunikation, Buchdruck, Problemlagen, Forschungsziele, Geld usw. – von der Gesellschaft bereitgestellt.

Im Sinne der Wissenschaftslogik ist ein selbst entwickelter Gesellschaftsbegriff selbst-implikativ und ungültig. Das Betätigungsfeld der Soziologie muss nach Luhmann zu der Frage umgedreht werden, wie es trotzdem möglich ist, dass Teilsysteme sich in der Gesellschaft orientieren können und dennoch relativ stabile Strukturen aufweisen und dass sich dauerhafte Institutionen in der Gesellschaft etabliert haben, welche anscheinend (vielleicht aber auch nur scheinbar) die Lage beherrschen.[23] Die Teilsysteme der Gesellschaft werden im Hinblick auf ihre evolutiven, selbst-stabilisierenden, autopoietischen Strukturen hin beobachtet und geben selbst die Antwort darauf, was Gesellschaft ist, indem sie zeigen, wie sie mit der Komplexität und Paradoxierung der Gesellschaft umgehen. Diesen Beobachtungen hat sich Luhmann zugewendet.
Bibliographische Zuordnung

Luhmann hat sehr viele Texte und Bücher veröffentlicht. Zwischen 1963 und 1968 erschienen viele Publikationen, die noch thematisch an seine Verwaltungstätigkeit angelehnt waren. Als er 1968 endgültig die universitäre Laufbahn einschlug, erschienen die ersten allgemeinen soziologischen Werke („Zweckbegriff und Systemrationalität. Über die Funktion von Zwecken in sozialen Systemen“), mit denen zugleich auch die Arbeit an der soziologischen Systemtheorie begann. Zwischen 1970 und 1983 erschienen jedes Jahr ein bis drei neue Bücher, in denen er sich Teilproblematiken der Systemtheorie widmete, insbesondere „Soziologische Aufklärung“ (6 Bde.), „Gesellschaftsstruktur und Semantik“ (4 Bde.), „Ausdifferenzierung des Rechts“ und „Liebe als Passion“.

1984 erschien sein (chronologisch) erstes Hauptwerk „Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie“. Mit dem von langer Hand vorbereiteten Entwurf gab Luhmann seiner Systemtheorie zum ersten Mal eine einheitliche Gestalt. Nach „Soziale Systeme“ folgten mehrere Bände über Teilsysteme der Gesellschaft („Die Wirtschaft der Gesellschaft“, „Die Wissenschaft der Gesellschaft“, „Die Kunst der Gesellschaft“) und weitere. In diesen Arbeiten wird mit ausreichend tiefem Rückgriff in die Geschichte des jeweiligen Teilsystems dessen Ausdifferenzierung und Evolution nachvollzogen. Es werden die funktionalen Prämissen, die symbiotischen Mechanismen, die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien, sowie die operative Geschlossenheit und Autopoiesis des Teilsystems und dessen Verhältnis und strukturelle Kopplung zur Umwelt untersucht. Luhmann erbrachte hier eine interdisziplinäre Leistung, wie seine vielfältigen bibliographischen Querverweise belegen. Vollendet wurde dieser Entwurf 1997 durch das zweite Hauptwerk „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ (2 Bde.), welches die am weitesten ausgearbeitete Fassung seiner Systemtheorie und seines Gesellschaftsbegriffes darstellt.[24]
Wirkung und Kritik

Die Luhmannsche Systemtheorie (in Abgrenzung zur allgemeinen Systemtheorie von Ludwig von Bertalanffy u. a. sowie zur Theorie sozialer Systeme von Talcott Parsons) gilt derzeit als eine der erfolgreichsten und verbreitetsten Theorien im deutschen Sprachraum, nicht nur in der Soziologie, sondern auch in diversen Feldern wie der Psychologie, der Theorie des Managements oder der Literaturtheorie. Auch international beeinflusst sie den sozialphilosophischen Diskurs, wobei sich nennenswerte Luhmann-Strömungen in Deutschland, den USA, Japan, Italien und Skandinavien herausgebildet haben.

Luhmann bezeichnete sich zwar zeitlebens als Soziologe, doch kann man ihn – ähnlich wie Jürgen Habermas – gleichzeitig auch als Wissenschaftstheoretiker auffassen, der die Soziologie nicht unmaßgeblich anregte und dem eine bemerkenswerte soziologische Urteilskraft zugeschrieben wird. Auch in verschiedenen Bereichen der Philosophie werden Ideen Luhmanns rezipiert.

Das Fehlen eines primär normativen Elements in Luhmanns Systemtheorie hat eine teilweise heftige Debatte nicht nur in der Soziologie entfacht. Aus erkenntnistheoretischer Perspektive wird moniert, die Theorie laufe auf Grund ihres tautologischen, deskriptiven Ansatzes ins Leere und sage nicht mehr über die Welt, als was wir aufgrund fachwissenschaftlicher Erkenntnisse ohnehin schon über sie wissen oder wissen könnten. Genau dieser konstruktivistische Ansatz ist wiederum eine wesentliche Eigenschaft der Theorie: Als Beobachter der Welt können wir nach Luhmann nur das identifizieren und beschreiben, was für uns beobachtbar ist.
Schriften

Grundlegende funktionssystemübergreifende Hauptwerke

Soziale Systeme (1984), ISBN 3-518-28266-2
Die Gesellschaft der Gesellschaft (1997), ISBN 3-518-58240-2 (Rezension von Hauke Brunkhorst)

Monographien-Reihe über einzelne Funktionssysteme

Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988), ISBN 3-518-28752-4
Die Wissenschaft der Gesellschaft (1990), ISBN 3-518-28601-3
Das Recht der Gesellschaft (1993), ISBN 3-518-28783-4
Die Realität der Massenmedien (1996), ISBN 3-531-12841-8
Die Kunst der Gesellschaft (1997), ISBN 3-518-28903-9
Die Politik der Gesellschaft (2000), ISBN 3-518-29182-3
Die Religion der Gesellschaft (2000), ISBN 3-518-29181-5
Das Erziehungssystem der Gesellschaft (2002), ISBN 3-518-29193-9
Die Moral der Gesellschaft (zusammen mit Detlef Horster, 2008), ISBN 978-3-518-29471-0

Einführend

Einführung in die Systemtheorie (2002), ISBN 3-89670-292-0 (Transkription einer Vorlesung Luhmanns von 1991/92)
Einführung in die Theorie der Gesellschaft (2005), ISBN 3-89670-477-X (Transkription einer Vorlesung Luhmanns von 1992/93)
mit Raffaele de Giorgi Teoria della società (1992), ISBN 88-204-7299-6

Organisationssoziologie

Funktionen und Folgen formaler Organisation (1964)
Zweckbegriff und Systemrationalität (1968)
Organisation und Entscheidung (2000), ISBN 3-531-13451-5
Rezensionen: Detlef Horster in SZ, 17. Juni/18. Juni 2000; Niels Werber in: FR, 30. August 2000.

Zur Gesellschaftsstruktur und Semantik

Gesellschaftsstruktur und Semantik, 4 Bde.
Liebe als Passion (1982)
Beobachtungen der Moderne (1992), ISBN 3-531-12263-0
Ideenevolution (Herausgegeben von André Kieserling, 2008), ISBN 3-518-29470-9

Abklärung der Aufklärung

Soziologische Aufklärung, 6 Bde.

Weitere Werke

Funktion und Kausalität. in: KZfSS 14, 1962, S. 617–644; wieder in Jürgen Friedrichs & Karl Ulrich Mayer & Wolfgang Schluchter, Hgg.: Soziologische Theorie und Empirie. KZfSS. Auswahlband. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997 ISBN 3-531-13139-7 S. 23–50
Grundrechte als Institution. Ein Beitrag zur politischen Soziologie (Schriften zum Öffentlichen Recht, Band 24), 5. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2009, ISBN 978-3-428-00959-6.
Öffentlich-rechtliche Entschädigung, rechtspolitisch betrachtet (1965)
Vertrauen – ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität. Enke, Stuttgart 1968.
Legitimation durch Verfahren (1969), ISBN 3-518-28043-0
Politische Planung (1972)
Macht (1975). Enke, Stuttgart, ISBN 3-432-02205-0
Funktion der Religion (1977)
Rechtssoziologie (1980)
Ökologische Kommunikation (1986), ISBN 3-531-51775-9
Archimedes und wir. Interviews (hgg. von Dirk Baecker und Georg Stanitzek, 1987), Merve Verlag, ISBN 978-3-88396-063-0
Reden und Schweigen (zusammen mit Peter Fuchs, 1989)
Soziologie des Risikos (1991), ISBN 3-11-012939-6
Schriften zur Pädagogik (Herausgegeben von Dieter Lenzen, 2004), ISBN 3-518-29297-8
Schriften zu Kunst und Literatur (Herausgegeben von Niels Werber, 2008), ISBN 978-3-518-29472-7
Politische Soziologie (Herausgegeben von André Kieserling, 2010), ISBN 978-3-518-58541-2

Siehe auch

Zahlreiche Begriffe der Soziologie wurden von ihm geschaffen, mehr noch aufgegriffen und systemtheoretisch neu interpretiert. Im Einzelnen:

Anschluss, Beobachtung, Differenz (Systemtheorie), Funktionale Differenzierung, Kommunikation (Systemtheorie), Resonanz, Soziales System, Strukturelle Kopplung, Zeitdimension
Autopoiesis, Doppelte Kontingenz (vgl. Kontingenz)
Systemtheorie (Luhmann)

Als renommierte Wissenschaftler, die an Luhmanns Werk anknüpfen und sich ihm verbunden fühlen, gelten u. a. Dirk Baecker, Elena Esposito, Peter Fuchs, Andreas Göbel, André Kieserling, Armin Nassehi, Rudolf Stichweh, Gunther Teubner, Helmut Willke und David Seidl.

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