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Das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ)

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Das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ)

Beitrag  checker am Sa Jan 28, 2017 1:08 am

Das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ) ist eine wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung der Zeitgeschichte in München und Berlin.


Träger: Bundesrepublik Deutschland, Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen
Rechtsform des Trägers: Öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts
Sitz des Trägers: München
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: München
Außenstellen: Berlin

Finckensteinallee 85–87 (Lichterfelde)
Abteilung im Auswärtigen Amt, Berlin

Obersalzberg

Dokumentation Obersalzberg

Fächer: Neuere und Neueste Geschichte
Fachgebiete: Geschichte
Leitung: Andreas Wirsching, Direktor

Zielsetzung

Zentrale Aufgabe des Instituts ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte, wobei in seiner Anfangszeit die Epoche der nationalsozialistischen Herrschaft im Mittelpunkt stand. Von den mehr als 9000 Gutachten, die das IfZ bisher für Gerichte, Behörden und Ministerien erstellt hat, bezogen sich die meisten auf den Zeitraum zwischen 1933 und 1945.[1] Neben der eigenen Forschungs- und Publikationstätigkeit stellt das Institut mit Archiv und Bibliothek wichtige Arbeitsmittel für andere Forscher zur Verfügung. Mit über 220.000 Medieneinheiten gehört die Bibliothek des IfZ inzwischen zu den „führenden Fachbibliotheken der Zeitgeschichte“.[2]
Geschichte

Das Institut wurde im Mai 1949 unter dem Namen „Deutsches Institut für Geschichte der nationalsozialistischen Zeit“ auf Anregung der Alliierten als Gemeinschaftsprojekt des Bundes und des Freistaats Bayern ins Leben gerufen. Seit 1952 ist es unter seinem heutigen Namen bekannt.

Seit 1961 hat das Institut die Rechtsform einer öffentlichen Stiftung des Bürgerlichen Rechts, die gegenwärtig von der Bundesrepublik Deutschland und den sieben Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen getragen wird. Vertreter dieser Länder sind auch Mitglied im Stiftungsrat. Das Institut ist als gemeinsam von Bund und Ländern geförderte Forschungseinrichtung Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. 1972 bezog es seinen heutigen Sitz in München-Neuhausen.

Die Leitung des Instituts obliegt seinem Direktor (bis 1961: Generalsekretär). Die bisherigen Institutsleiter waren:

Gerhard Kroll (1949–1951)
Hermann Mau (1951–1952)
Paul Kluke (1952–1959)
Helmut Krausnick (1959–1972)
Martin Broszat (1972–1989)
Ludolf Herbst (interimistisch 1989–1992)
Horst Möller (1992–2011)
Andreas Wirsching (seit 2011)

Der wissenschaftliche Beirat des IfZ hatte bisher die folgenden Vorsitzenden:

Ludwig Bergsträsser (1950–1959)
Hans Rothfels (1959–1974)
Karl Dietrich Erdmann (1974–1980)
Karl Dietrich Bracher (1980–1988)
Hans-Peter Schwarz (1988–2004)
Helmut Altrichter (2004–2011)
Joachim Scholtyseck (seit 2011)

Abteilungen

Eine Besonderheit des IfZ besteht darin, dass es Servicefunktionen für die deutsche und internationale Zeitgeschichtsforschung erfüllt. Dazu dient zum einen das Archiv, das zeitgeschichtliche Quellen sammelt, erschließt und zugänglich macht. Dies ist zum anderen die Aufgabe der Bibliothek, die als wissenschaftliche Spezialbibliothek mit dem Sammelgebiet Geschichte des 20. Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt der deutschen und europäischen Geschichte seit 1918 überregionale Bedeutung besitzt. Archiv und Bibliothek werden von in- und ausländischen Nutzern (vor allem Wissenschaftlern, Journalisten und Studenten) frequentiert.

1994 gründete das Münchener IfZ eine Außenstelle (jetzt Abteilung) in Potsdam, die sich seit 1996 in Berlin-Lichterfelde in der Nähe des dortigen Bundesarchivs befindet. Der Forschungsschwerpunkt der Abteilung Berlin-Lichterfelde des IfZ liegt bei der Geschichte der DDR/SBZ. Die Abteilung des IfZ im Auswärtigen Amt betreut seit 1990 (zunächst in Bonn, seit 2000 in Berlin) die Herausgabe einer Aktenedition zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland.

Im Auftrag des Freistaats Bayern konzipierte das Institut 1999 die Dokumentation Obersalzberg auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden. Die hierin beziehungsreich verortete Ausstellung dokumentiert insbesondere den Ausbau des Obersalzbergs zur Residenz Adolf Hitlers und dessen nationalsozialistischen Führungsriege.

Im Juli 2013 wurde das „Zentrum für Holocauststudien“ unter der Leitung des Historikers Frank Bajohr eingerichtet.
Publikationen

Vierteljährlich gibt das Institut seit 1953 die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (VfZ) heraus, welche als eine der wichtigsten Fachzeitschriften der deutschen Geschichtsforschung gilt und durch die jährliche Bibliographie zur Zeitgeschichte ergänzt wird. Neben der seit 1961 erscheinenden Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte ist das IfZ auch der Urheber weiterer Reihen wie Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Studien zur Zeitgeschichte oder Biographische Quellen zur Zeitgeschichte. Ferner ist das Institut Herausgeber einiger umfangreicher Editionen zeitgeschichtlicher Dokumente, dazu gehören unter anderem die Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland und Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Seit 2016 werden die German Yearbook of Contemporary History publiziert.
Wissenschaftliche Kontroversen
Im Jahr 2000, als das „Institut für Zeitgeschichte“ von Horst Möller geführt wurde, kam es zu mehreren aufsehenerregenden wissenschaftlichen Kontroversen. Dabei ging es zum einen um die Laudatio, die Horst Möller auf den mit dem Konrad-Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung ausgezeichneten umstrittenen Historiker Ernst Nolte hielt[3], zum anderen um eine Publikation in Herausgeberschaft Horst Möllers mit dem Titel „Der rote Holocaust und die Deutschen“.

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