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    Die Akademische Vereinigung Motiv

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    Die Akademische Vereinigung Motiv

    Beitrag  checker am So Feb 05, 2017 9:14 am

    Die Akademische Vereinigung Motiv (auch: Akademischer Verein Motiv, AV Motiv) ist eine am 5. Juni 1847[1] von Studenten der Allgemeinen Bauschule, der späteren Berliner Bauakademie, gegründete Studentenverbindung. Gründungsvater war Wilhelm Stier.[2]


    Berliner Bauakademie (1838)

    Allgemeines
    Zweck und Ziel des AV Motiv ist es, Studenten in fachlicher, geistiger und wirtschaftlicher Hinsicht zu unterstützen und darüber hinaus das studentische Leben, den Gedankenaustausch zwischen Studenten aller Fachbereiche und die Pflege der Schönen Künste zu fördern.

    Im Jahre 1897 hatte der Verein 1570 Mitglieder, von denen viele an der Technischen Hochschule Charlottenburg studierten. Heute sind es 24 studentische Mitglieder und über 100 Alte Herren/Alte Damen.

    Geschichte
    Gründung

    Eine Gruppe von neu eingeschriebenen Studenten der Allgemeinen Bauschule (später Königliche Bauakademie zu Berlin) um den Studenten Natus war von der Person und den Vorlesungen ihres Professors Wilhelm Stier beeindruckt. Gemeinsam mit Studenten älteren Semesters, die ihre Begeisterung teilten, führten sie anlässlich seines Geburtstags am 8. Mai 1847 mit einem dreifach besetzten Quartett ein Ständchen auf und veranstalteten nach der Darbietung mit Stier einen Ausflug nach Tegel. In der Folgezeit trafen sie sich regelmäßig zu Gesangsübungen und gründeten am 5. Juni 1847 einen Verein zur Ausbildung und Pflege des Männergesangs, der später – nach einem Lieblingsbegriff Stiers – den Namen "das Motiv" erhielt.

    Schon bald ließ der Kreis allerdings auch einen "dritten Bass" zu, dessen Mitglieder zwar nicht geeignet waren, in einem Männerquartett (erster und zweiter Tenor, erster und zweiter Bass) mitzusingen, aber umso lieber an den geselligen Veranstaltungen des jungen Vereins teilnahmen. Die geselligen Abende, Trinkfeste und Ausflüge rückten damit früh in den Vordergrund des Vereinsgeschehens. Im Anschluss an die Februarrevolution 1848 in Paris fanden im März 1848 Auseinandersetzungen zwischen Militär und Zivilisten in Berlin statt. Viele der Mitglieder schlossen sich der allgemeinen Bürgerwehr an und waren Teil des Künstler-Korps unter dem Geheimen Oberbaurat Hagen. Im November 1848 wurde der Belagerungszustand durch General Friedrich von Wrangel, der mit seinen Truppen in Berlin einzog, verhängt. Die Bürgerwehr ergab sich dem General nach Absprache. Die Bauschule wurde geschlossen. Die Situation in Berlin entspannte sich aber in den nächsten Monaten wieder.
    Wachstum

    Trotz der Zeitläufte erhielt das Motiv erheblichen Zulauf und wuchs in den ersten fünf Jahren seines Bestehens auf 161 Namen im Verzeichnis an.

    Neben den Quartettgesang traten ab 1852 theatralische Darbietungen, die als "Mimik" bezeichnet wurden und eine frühe Form des Kabaretts oder Sketches darstellten. Hierfür mussten Texte, Plakate und Bühnendekorationen hergestellt werden, so dass sich für den großen Kreis angehender Architekten ein umfangreiches Betätigungsfeld bot.

    Kennzeichnend war dabei früh eine Leichtigkeit und Ironie, die sich von dem ernsthafteren Gebaren anderer Verbindungen absetzte. So wurde und wird der Vorsitzende "Liedervater" genannt, während die schauspielerische Organisation einem "Thespiskärrner" oblag. Eine 1859 erfolgte, nur kurze Zeit bestehende Ausgründung in Stettin führte den Namen "Hohlkehle" und stand unter der Leitung eines "Kehlkopfs". Ein seit 1863 installiertes "Ordenskapitel", bestehend aus "Komthur", "Marschall" und "Herold", tritt mit feierlichen Klängen und fantasievollen Kostümen auf, verteilt Blechorden und – natürlich mit einer Reißschiene – Ritterschläge und spricht in Knittelversen fast wie das zeitgleich entstandene Kölner Dreigestirn des Karnevals. 1865 trat rund die Hälfte der 105 neu eingeschriebenen Studenten der Bauakademie dem Motiv bei. 1869 entstand aus dem Motiv eine Studierendenvertretung. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurden etwa 300 Mitglieder des Motivs von der Armee König Wilhelms I. rekrutiert. Einige davon starben im Feld, andere veranstalteten noch während ihres Einsatzes in Tonnerre eine Zweigversammlung, bei der zwischen dem Donner der Geschütze in alter Tradition Quartette gesungen wurden. Der Krieg hatte keine großen Lücken in der Mitgliederzahl hinterlassen. Sechzig der Mitglieder wurden bei ihrer Rückkehr mit dem Eisernen Kreuz geehrt. Zum Begrüßungsfest versammelten sich 1871 über 600 Mitglieder und Gäste.

    Das Motiv seitens der Bauakademie und die ähnlich stark an der Gewerbeakademie positionierte "Hütte" trieben den schließlich 1879 geglückten Zusammenschluss beider Institute zur Technischen Hochschule Charlottenburg voran. An dieser blieb das Motiv eine wesentliche Stimme der Studierenden, öffnete sich nunmehr aber auch für andere – technische - Fachrichtungen. Die Zahl der Neuaufnahmen war schon zur Zeit der Bauakademie infolge einer Studienverkürzung drastisch eingebrochen (1876: 150 Neuaufnahmen, 1878: 58 Neuaufnahmen). An der Technischen Hochschule pendelte sich die Zahl der neuen Mitglieder auf 20 bis 30 jährlich ein. Obwohl die absolute Mitgliederzahl aufgrund der Altersstruktur weiter stieg, fühlte man Konkurrenzdruck, vielleicht auch den Zeitgeist. Das Motiv passte sich daraufhin in seinem Vereinsleben vorübergehend den anderen - schlagenden und farbentragenden - Verbindungen an. 1882 wurde der Verein Motiv in eine studentische Verbindung namens Akademischer Verein Motiv umgewandelt.[3]

    Die Motivhaus Aktien-Gesellschaft

    Im Jahr 1897 erreichte der Verein eine Mitgliederzahl von 1570 Mitgliedern (davon knapp 100 aktive Mitglieder, der Rest waren Alte Herren). Das Vereinsleben fand wie bei anderen Verbindungen auch in wechselnden Lokalen statt, in denen allerdings für die umfangreichen Requisiten usw. einzelne Nebenräume fest angemietet wurden. Größere Feste wurden u.a. in der Krolloper gefeiert. In den Jahren 1901/02 wurde in der Rechtsform der Aktiengesellschaft das erste Vereinshaus (Architekt: Konrad Reimer) in der Hardenbergstraße 6, unmittelbar gegenüber der Technischen Hochschule Charlottenburg, errichtet. Neben den Vereinsräumen umfasste das kommerziell betriebene Objekt eine öffentliche Großgastronomie und zur Vermietung bestimmte Festsäle.

    Man kalkulierte damit, dass die Hardenbergstraße als Verbindung zwischen den aufstrebenden, damals selbstständigen Großstädten Schöneberg und Charlottenburg und als natürliche Fortsetzung des Generalszugs erhebliche Bedeutung erlangen werde. Zur gleichen Zeit wurden in der Hardenbergstraße die Stammstrecke der Berliner U-Bahn vom Zoo zum „Knie“ und damit bis vor die Tür des Vereinshauses verlängert sowie der Neubau für das Preußische Oberverwaltungsgericht, die Hochschule für Musik und bildende Künste, das Dienstwohngebäude des Kommandierenden Generals des III. Armee-Korps und die Militärtechnische Akademie neu errichtet, es gab außerdem Planungen für eine Hochschule für Kirchenmusik und ein Architekturmuseum.

    Tatsächlich entwickelte sich allerdings der vom Generalszug im stumpfen Winkel abbiegende Kurfürstendamm zur Geschäftsstraße, während die Hardenbergstraße überwiegend Wohnstraße blieb. Hinzu kommende konkurrierende Einrichtungen, insbesondere das Landwehr-Kasino, beeinträchtigten die Entwicklung weiter. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam es zum Notverkauf des Motivhauses, nachdem ein letzter Versuch des Vereins, den Wirtschaftsbetrieb in eigener Regie fortzuführen, gescheitert war.

    Das Motivhaus in der Hardenbergstraße wurde Kriegslazarett und nach dem Krieg Kino.[3] Seit 1922 befindet sich das Renaissance-Theater in diesem Gebäude. Das Obergeschoss des Hauses diente von 1937 bis 1945 als Sitz der Reichsschrifttumskammer.

    Aus Mitgliederspenden wurde daraufhin ein neues Vereinsheim zur alleinigen Nutzung in der Leibnizstraße 12/Ecke Bismarckstraße errichtet, das bereits am 4. März 1916 – mitten im Ersten Weltkrieg – bezogen werden konnte. Dort wurde der Verein im Zweiten Weltkrieg ausgebombt.

    Nach dem Krieg kam der AV Motiv im Dach des früheren Heereswaffenamtes unter.

    Weiteres dazu im Link:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Akademischer_Verein_Motiv_Berlin
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