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Das Zementkartell

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Das Zementkartell

Beitrag  Andy am Sa Feb 18, 2017 10:00 pm

Der Begriff Zementkartell steht für verbotene Preis- und Gebietsabsprachen zwischen Zementherstellern. Da die Normung des Zements für gleiche Qualität bei allen Herstellern sorgt, gilt die Branche als anfällig für die Kartellbildung.[1]

1990er

Ein Kartell wurde Anfang der 2000er durch das Bundeskartellamt aufgedeckt und dadurch beendet. Laut Kartellamt wurden zum Teil seit den 70er Jahren wettbewerbswidrige Gebiets- und Quotenabsprachen getroffen und bis zum Jahr 2002 fortgesetzt.[2] Das Amt schloss das Verfahren gegen die beteiligten Unternehmen 2004 ab und verhängte Bußgelder in Höhe von 661 Millionen Euro. Das war bis dahin die höchste jemals vom Amt verhängte Summe. Außer den sechs größten Zementherstellern in Deutschland waren auch mittelständische Unternehmen betroffen. Die verhängten Strafen wurden im Juni 2009 vom Oberlandesgericht Düsseldorf reduziert.[3]

Die größten Mitglieder des Zementkartells waren: HeidelbergCement (251,5 Millionen Bußgeld, reduziert 169,9), Schwenk Zement (142 Mio., reduziert 70), Dyckerhoff (95 Mio., reduziert 50), Lafarge (86 Mio., reduziert 24), Alsen AG (74 Mio., reduziert 14,6) und Readymix (12 Mio., heute Teil von Cemex)[2]. Bis auf das Unternehmen Readymix legten alle Unternehmen Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf gegen das Bußgeld ein.[4] Mit der weitgehenden Bestätigung der Vorwürfe des Bundeskartellamts schloss im Juni 2009 das Oberlandesgericht Düsseldorf das Verfahren ab. Es reduzierte die Strafen allerdings auf insgesamt 330 Millionen Euro.[5][6]
Ab 2008

Vor dem Landgericht Düsseldorf vertritt die belgische Aktiengesellschaft Cartel Damage Claims die Interessen von 28 Kunden, die durch die Preisabsprachen geschädigt wurden. Die Zulässigkeit dieser zivilen Schadensersatzklage gegen die Firmen des Zementkartells wurde 2009 vom Bundesgerichtshof bestätigt.[7] Das Verfahren endete am 18. Februar 2015 mit einer Klageabweisung durch das OLG Düsseldorf endgültig.[8]

Im November 2009 wurden Büros mehrerer Zementhersteller der Europäischen Union durchsucht, 2010 begann die EU-Kommission ein förmliches Kartellverfahren.[1] Der Verdacht bezieht sich auf Beschränkungen im Im- und Export sowie Preisabsprachen und Marktaufteilung.[9]

Siehe auch

Wirtschaftskriminalität

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