Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Frau im Mond
Gestern um 10:53 pm von Andy

» Die Astrobiologie
Gestern um 10:46 pm von Andy

» Die Strahlenbiologie (auch: Radiobiologie)
Gestern um 10:40 pm von Andy

» Carl Friedrich Wilhelm Zincken
Gestern um 10:34 pm von Andy

» Carl Tappe
Gestern um 10:01 pm von Andy

» Träger des Ordens Heinrichs des Löwen
Gestern um 9:50 pm von Andy

» Theodor Körner
Gestern um 9:34 pm von Andy

» Braunschweigische Finanzgesetze
Gestern um 9:22 pm von Andy

» Johann Friedrich Adolf von der Marwitz, der in ungnade gefallene preußischer Generalmajor
Gestern um 9:13 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
April 2017
MoDiMiDoFrSaSo
     12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Kalender Kalender


Das Irbitski Motozikletny Sawod

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Das Irbitski Motozikletny Sawod

Beitrag  Andy am Mi Feb 22, 2017 10:17 pm

Das Irbitski Motozikletny Sawod (russisch Ирбитский мотоциклетный завод; Irbiter Motorradwerk; abgekürzt IMZ nach der englischen Transkription Irbitsky Mototsikletny Zavod) ist die Produktionsstätte von Motorrädern in Irbit in der russischen Oblast Swerdlowsk. Die dort produzierten Motorräder der Marke Ural sind nach dem Uralgebirge benannt, in dessen südlichem Teil Irbit liegt.


Ural Cross Tourist, Baujahr 2010

Firmengeschichte
Anfänge

Bei gemeinsamen Manövern mit der deutschen Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Rote Armee auf die deutschen BMW-R-71-Motorradgespanne aufmerksam (hergestellt von 1938 bis 1941), die mit einem Maschinengewehr und dem Behördenbeiwagen TR500 ausgerüstet waren und sich wegen ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit bewährt hatten. Das sowjetische Verteidigungsministerium beriet zu dieser Zeit über die Anschaffung neuer Fahrzeuge. Nach längerer Diskussion wurde entschieden, die R-71 im eigenen Land nachzubauen. Das sowjetische Militär hatte schon vor dem Krieg BMW-Boxer-Motorräder gekauft, analysiert, mit Harley-Davidson verglichen und dann den BMW-Boxer aufgrund der besseren Kühlungseigenschaften als nachzubauendes Fahrzeug ausgewählt. Produktionsstandort wurde das sichere Uralgebiet.

Wie die Pläne in die Sowjetunion gelangt sind, ist historisch nicht einwandfrei geklärt. Eine verbreitete Version ist, dass fünf Exemplare des BMW-Motorrads über das neutrale Schweden in die Sowjetunion eingeführt wurden und dort über Reverse-Engineering die Grundlage für die Ural-Produktion bildeten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Pläne auf offiziellem Weg im Rahmen des Technologietransfers von Deutschland in die Sowjetunion gelangten, der infolge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes eingesetzt hatte.[1]

Die M-72 wurde bis 1957 in den Irbiter Motorradwerken hergestellt, wobei das M für „Motozikl“ (russ. Мотоцикл für Motorrad) steht. Die M-72 war zunächst eine detailgetreue Kopie der BMW R 71. Da diese Maschine für schweres Gelände jedoch ungeeignet war, wurde das Modell laufend verbessert: Neuer Luftfilter mit Ölfüllung, höher gelegtes vorderes Schutzblech sowie hinterer Schutzblechbügel zum besseren Aufklappen des Schutzbleches, was den Radwechsel erleichterte. Ebenso eingeführt wurden Knotenbleche an der hinteren Stoßdämpferaufnahme, nachdem es im Feldeinsatz zu Rahmenbrüchen gekommen war. Die M-72 wurde mit einem quadratisch ausgelegten (Bohrung x Hub 78 × 78 mm), seitengesteuerten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor ausgestattet. Seine Höchstleistung betrug 16 kW (22 PS) bei 4950 U/min. Das Gespann wog betriebsfertig etwa 350 kg und konnte drei Personen mit Gepäck und Ausrüstung transportieren. Es wurde von der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg als geländetaugliches Fahrzeug eingesetzt.

Ab 1941 lief die Produktion der Seitenwagenmotorräder in Moskau auf Hochtouren. In der Moskauer Fabrik wurden 1753 Motorräder produziert, bevor die Wehrmacht näher rückte und die Fabrik 1200 Kilometer weiter nach Osten nach Irbit ins Ural-Gebirge verlegt wurde.[2] Dies führte schließlich zum Namen „Ural“ für das Gespann. In der Stadt Irbit wurden während des Krieges weitere 9799 Maschinen gefertigt; bis 1950 wurden dort insgesamt 30.000 Motorräder hergestellt.
1945 bis 1970

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Zweizylinder-Boxer-Modelle in Irbit – wie auch im neuen Kiewer Dnepr Werk – weiterhin hauptsächlich für das Militär und sonstige Behörden gebaut. Infolge des steigenden Bekanntheitsgrades wurde im Jahr 1953 entschieden, die Ural-Motorräder auch zu exportieren. Ab den 1960er Jahren stiegen die Ural-Werke in die Produktion rein ziviler Motorräder ein. Die Konstruktion wurde dabei weiterentwickelt u.a. im Bereich des Zylinderkopfes, des Rahmens und der Vordergabel, so dass von der ursprünglichen R 71 lediglich die Grundkonzeption erhalten blieb. Insbesondere die Ausstattung späterer Modelle mit auf der R 75 basierenden OHV-Motoren führte zu einer Abkehr vom ursprünglichen R-71-Konzept und verdeutlichte die Eigenständigkeit diese Nachfolgemodelle. Die Fertigung von Fahrzeugen für das Militär wurde eingestellt. Mittlerweile wurde nicht mehr der alte und unverwüstliche Seitenventiler-Motor mit 750 cm³ gebaut, sondern schon eine Eigenentwicklung mit 650 cm³ und hängenden Ventilen (Ventilbetätigung mittels Stößelstangen durch eine im Motorgehäuse gelagerte Nockenwelle), der sich schon dadurch vom 650 cm³ OHV-Motor der Dnepr-Modelle erheblich unterschied. 1966 verließ die 500.000. Maschine das Werk in Irbit. Die Jahresproduktion lag damals bei 200.000 Motorrädern.[3]
1970 bis 1989

Ab 1970 importierte der Londoner Fred Wells erstmals die damalige Ural M-63 nach Großbritannien. Von 1972 bis 1979 hatte die „Soviet American Trade Association“ (SATRA) die Konzession für den Export sowjetischer Motorräder und führte in den angelsächsischen Ländern den Handelsnamen «Cossack» ein.[4] In den deutschsprachigen Ländern waren die Motorräder aus Irbit jedoch immer unter dem Namen „Ural“ bekannt. 1975 wurde das 1.000.000ste Motorrad in Irbit produziert. 1989 waren bei IMZ Ural schon 2 Millionen Maschinen vom Band gelaufen. Zu Spitzenzeiten waren etwa 9.000 Menschen bei IMZ Ural beschäftigt.
1990 bis 1999

Im November 1992 wurde die staatliche Fabrik privatisiert und in Uralmoto AG umbenannt. 40 Prozent der Aktien wurden dem damaligen Management und den Mitarbeitern zugeteilt und 38 Prozent wurden in Form von Privatisierungs-Gutscheinen größtenteils an Management und Mitarbeiter versteigert. 22 Prozent der Aktien blieben zunächst in staatlicher Hand, wurden später aber ebenfalls an Investoren veräußert.[5] Russische Sicherheitskräfte wurden letztmals im Jahr 1999 mit Ural-Maschinen beliefert.

Ab Modelljahr 1998 werden die Gespann-Modelle unter der Bezeichnung Ranger (Gear-Up), Patrol (Sportsman), Tourist und Retro gebaut. Die Solo-Modelle heißen ab 1991 Wolf, Ural Solo und Retro Solo. Sämtliche Modelle verwenden seit 2008 den gleichen luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit 745 cm³ Hubraum. Die Nennleistung beträgt dabei 29 kW. Das Getriebe umfasst vier Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang, der im Leerlauf über eine separate Getriebewelle geschaltet wird.
2000 bis heute

Nachdem das Unternehmen von 1998 bis 2000 einer privaten russischen Investorengruppe gehörte, kauften im Jahre 2000 drei in den USA lebende russischstämmige Unternehmer die Fabrik. Mit dem Erwerb wurde die Firma in „Irbit MotorWorks of America, Inc.“ (IMWA) umbenannt. Seinen letzten bedeutenden Großauftrag erhielt das Irbiter Motorradwerk 2002, als die irakische Regierung unter Saddam Hussein 1.000 Ural-Gespanne bestellte. Ausgeliefert wurden die grau lackierten Gespanne mit 650er-Motor, E-Starter und Alu-Zylinder. Die Lieferungen mussten nach Kriegsbeginn gestoppt werden, die schon gelieferten Ural wurden im Krieg größtenteils zerstört.[6]

Die neuen Eigentümer setzten ein neues Management ein. CEO ist Wladimir Kurmatschew, als Chefdesigner fungierte Sergei Swetlowski. Bei einer kompletten Reorganisation der IMWA wurde das über mehrere Hektar verteilte Fabrikgelände stark verkleinert, die Anzahl der Mitarbeiter auf heute rund 150 Mitarbeiter reduziert und in Teilbereichen neue Produktionstechniken eingeführt. Dazu gehörte eine Qualitätskontrolle an allen Punkten der Produktion und Zukauf von Komponenten aus 15 westlichen Ländern. Die Fertigungsqualität stieg rapide und es kam vermehrt zur Entwicklung neuer Modelle.

Ebenfalls seit dem Modelljahr 2008 werden viele sicherheitsrelevante Bestandteile aus westlichen Ländern verbaut: So werden Keihin L22AA 32-mm-Vergaser und Denso-Lichtmaschinen aus Japan eingebaut. Aus Italien kommen die elektronische Zündanlage von Ducati Energia, die Lenkerarmaturen, Züge, Hebel sowie die Brembo-Scheibenbremsanlage am Vorderrad. Aus Deutschland werden ZF Sachs-Stoßdämpfer und Herzog-Zahnräder (Motor, Getriebe) verbaut. Auch alle Lager, Wellendichtringe, Schrauben, Muttern, Kabel und elektrischen Verbindungsstecker am Gespann sind westlicher Herkunft. Nach all diesen Verbesserungen gelten die Ural-Gespanne ab Baujahr 2008 als zuverlässige und alltagstaugliche Fahrzeuge. Der Endantrieb erfolgt über Kardan. Bei den Modellen Ranger und Sportsman lässt sich der Beiwagenradantrieb zuschalten. Allerdings erfolgt die Übersetzung 1:1 ohne Differential. Somit sollte er nur für Fahrten im Gelände benutzt werden, wo man mit dem normalen Hinterradantrieb nicht mehr weiterkommt. Seit dem Jahr 2006 kommt jedes Jahr ein limitiertes Sondermodell auf den Markt.

Aus ökologischen Gründen musste das Werk vor einigen Jahren die firmeneigene galvanische Abteilung schließen.

In den letzten Jahren wurden nur noch 500 (2009), 800 (2010) bzw. 900 Motorräder/Gespanne (2011) produziert. Hauptabsatzmarkt sind mit 496 Motorrädern die USA. Fast so viele Maschinen werden nach Westeuropa geliefert, Einzelexemplare nach Kanada, Australien, Japan, Südafrika und Korea.[7] Nur ganz wenige Ural-Gespanne werden in Russland selbst verkauft. Im Jahr 2009 waren es gerade einmal 17 Maschinen.[8] Grund hierfür ist, dass die Motorräder aus Irbit für russische Verhältnisse teuer sind. So kostet ein Ural-Retro-Gespann auf dem heimischen russischen Markt beispielsweise 355.000 Rubel, umgerechnet etwa 9.000 Euro. Das Händlernetz umfasst in den USA und in Europa je 60 Händler, in Kanada 10, in Australien 5, in Japan 3 sowie einzelne Händler in Korea, Neuseeland und den Golf-Staaten, insgesamt rund 140 Händler weltweit. Seit 2003 hat die Ural Motorcycles GmbH im österreichischen Linz den Generalvertrieb für Ural-Motorräder, Ersatzteile und Zubehör in Europa inne.[9]

Seit 1942 wurden in Irbit mehr als drei Millionen Motorräder und Gespanne gebaut.
Modelle
Technische Daten der aktuellen Modelle von 2015:

Ural
Ural Tourist
Hersteller: Irbitski Motozikletny Sawod
Klasse Motorradgespann
Motordaten
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor
Hubraum (cm³) 745 cm³ (78 mm x 78 mm)
Leistung (kW / PS) 30 kW bei 5600 min−1
Drehmoment (N m) 52 Nm bei 4000 min−1
Höchst­ge­schwin­dig­keit (km/h) ca. 100 km/h
Getriebe 4 + Rückwärtsgang
Antrieb Kardanantrieb
Maße (L × B × H, mm): 2580 x 1700 x 1100 mm
Sitzhöhe (cm) 79 cm
Leergewicht (kg) 320–365 kg


Sondermodelle

„Worona“ (2006) — Das erste Sondermodell war 2006 die schwarze „Worona“ („Der Rabe“). Sie ist komplett mattschwarz, kein Chrom, und wurde in nur 33 Exemplaren produziert.
„Pustinja“ (2007) — Das Sondermodell von 2007 erhielt den Namen „Pustinja“ („Wüste“). Es wurde in wüstenbrauner Farbe lackiert und nur in 35 Exemplaren angefertigt.
„Wjuga“ (2008) — Das Sondermodell 2008 heißt „Wjuga“ („Schneesturm“) und ist in Winter-Tarnfarben lackiert. Ein großes Windschild, Knieschutzbleche und Heizgriffe schützen den Fahrer.
„Roter Oktober“ (2009) — Im Jahr 2009 hieß das Sondermodell „Roter Oktober“ und sollte an die Oktoberrevolution und den Film „Jagd auf roten Oktober“ erinnern. Das Modell entstand auf der Grundlage der „Tourist“-Version ohne Beiwagenantrieb und mit dem Beiwagenfahrgestell des „Retro“-Modells. Daraus sollen eine bessere Straßenlage und höhere Kurvengeschwindigkeiten resultieren. Ausgestattet ist die Ural „Roter Oktober“ mit einem Rückwärtsganghebel am Tank, runden Lichtern am Beiwagen, Gepäckträger an Motorrad und Beiwagen sowie einem Erste-Hilfe-Kasten. Alle Blechteile sind in Grenadierrot lackiert, alle Rahmen- und Motorenteile in Mattschwarz. Auch dieses Sondermodell wurde nur in 35 Exemplaren angefertigt.
„Schneeleopard“ (2010) — Im Jahr 2010 kam das Sondermodell „Schneeleopard“ auf den Markt mit grau lackierten Rahmenteilen und weißen Blechen. Von der edlen Version „Schneeleopard“ Retro wurden nur fünf Stück für ganz Europa produziert. In Abweichung zur Standard Ural Retro sind die Sitze und Beiwagenverdeck grau gehalten, der Beiwagen ist mit einem Gepäckträger am Kofferraumdeckel, einem Benzinkanister aus Chromstahl, einem Windschild, einem Sturzbügel und einem zusätzlichen Scheinwerfer ausgerüstet. Die Version „Schneeleopard“ Ranger ist hingegen ein voll ausgestattetes Winterfahrzeug, ausgerüstet mit drei Heidenau M+S Winterreifen und einem Reservereifen mit Spikes, Heizgriffen und Windschild für den Fahrer, Sturzbügel und Zusatzscheinwerfer am Beiwagen vorne, Spaten, Reservekanister und Gepäckträger. Beide Versionen zusammengezählt wurden insgesamt nur 20 Stück gebaut.
„Jubiläumsmodell M70“ (2011) — Am 19. November 2011 feierte das Irbiter Motorradwerk seinen 70. Geburtstag und brachte aus diesem Anlass ein Jubiläumsmodell M70 auf den Markt. Es soll in der Optik an die Original M72 erinnern, die technischen Details sind allerdings auf dem heutigen Stand. Als Basisfahrzeug diente das Modell Retro, welches in den Farben der M72 aus den Kriegsjahren lackiert wird. Das Material und die Farbe der Beiwagenabdeckung sind fast identisch mit dem Original aus den 1940er Jahren, ebenso das alte rote runde IMZ Logo am Tank, das seit 1956 nicht mehr im Gebrauch war. Eine Maschinengewehrhalterung ist am Beiwagen integriert.[10]








Quelle
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22090
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten