Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Friedrich Ernst Dorn
Mo Okt 16, 2017 9:17 am von Andy

» **** Platin ****
Mo Okt 16, 2017 9:11 am von Andy

» Der Aufruf der Kulturschaffenden
Mo Okt 16, 2017 9:02 am von Andy

» Harry Rosenthal
Mo Okt 16, 2017 8:54 am von Andy

»  BASF-Rückruf - Krebserregender Stoff in Matratzen gelandet?
Fr Okt 13, 2017 9:51 pm von checker

» Kasseler Schallkanone soll Angreifer abschrecken
Do Okt 12, 2017 10:14 pm von Andy

» *** Radon ***
Do Okt 12, 2017 10:00 pm von Andy

» Die Froschfische
Do Okt 12, 2017 9:54 pm von Andy

» Der Sternmull
Do Okt 12, 2017 9:46 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Oktober 2017
MoDiMiDoFrSaSo
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031     

Kalender Kalender


Der Mythos des Sisyphos

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Der Mythos des Sisyphos

Beitrag  Andy am Mo Feb 27, 2017 8:09 pm

Der Mythos des Sisyphos (französischer Originaltitel: Le mythe de Sisyphe) ist ein philosophischer Essay von Albert Camus aus dem Jahr 1942, erschienen bei Gallimard in Paris. Die erste deutsche Übersetzung aus dem Jahr 1956[1] trägt den Titel Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde.
Der Mythos von Sisyphos. Alte Übersetzung, Ausgabe von 1995

Einordnung in das Werk Camus’

Der Mythos des Sisyphos ist neben Der Mensch in der Revolte (L’homme révolté) das wichtigste philosophische Werk Camus’. In Der Mythos des Sisyphos entwickelt Camus seine Philosophie des Absurden, die eng mit dem Existentialismus verwandt ist. Der Essay ist im Zusammenhang mit dem Bühnenstück Caligula (Uraufführung 1945) und dem Roman Der Fremde (L’Étranger, 1942) zu sehen. Die Thematik des Absurden, welche Camus in diesem Werk entwickelt, findet sich jedoch nicht nur in diesen Werken, sondern durchzieht Camus Oeuvre, so sind zum Beispiel diese Motive auch in Die Pest (La Peste, 1947) vorhanden.
Inhalt
Dem Absurden kann man sich nicht entziehen

Für Camus befindet sich der Mensch in einer absurden Situation. Das Absurde besteht in dem Spannungsverhältnis zwischen der Sinnwidrigkeit der Welt einerseits und der Sehnsucht des Menschen nach einem Sinn bzw. sinnvollem Handeln. Welche Konsequenzen sind aus dieser Situation „ohne Hoffnung“ zu ziehen?

Camus zeigt die Widersprüchlichkeit des durch die Absurdität begründeten Suizides auf. Danach setzt er sich mit Denkern auseinander, welche die Absurdität der menschlichen Situation erkannt haben, insbesondere die Existenzphilosophen Kierkegaard, Heidegger, Jaspers, aber auch der Phänomenologe Husserl, sowie andere Philosophen und Literaten wie Schestow, Dostojewskij, Kafka und Nietzsche. Allerdings hätten diese Denker, bei den Dichtern ihre Protagonisten, nach der Analyse der Situation, eventuell mit der Ausnahme Nietzsches, die falschen Konsequenzen gezogen, indem sie der Absurdität – unter Aufopferung des klaren Verstandes – durch einen irrationalen „Sprung“ (saut) entfliehen wollten. Dieser Sprung besteht je nach Denker in der Zuflucht zu metaphysischen, ästhetischen, religiösen oder rationalistischen Rettungsangeboten. Camus hierzu:

„Wenn es das Absurde gibt, dann nur im Universum des Menschen. Sobald dieser Begriff sich in ein Sprungbrett zur Ewigkeit verwandelt, ist er nicht mehr mit der menschlichen Hellsichtigkeit verbunden. Dann ist das Absurde nicht mehr die Evidenz, die der Mensch feststellt, ohne in sie einzuwilligen. Der Kampf ist dann vermieden. Der Mensch integriert das Absurde und läßt damit sein eigentliches Wesen verschwinden, das Gegensatz, Zerrissenheit und Entzweiung ist. Dieser Sprung ist ein Ausweichen.“

– Der Mythos des Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde.: 6. Aufl., Reinbek, 2004, S. 50f.
Ständige Revolte und Annehmen der Absurdität als Lösung

Es gibt drei aufeinander folgende Stufen des Umgangs mit der Absurdität:

ihre Erkenntnis
ihre Annahme
die aufbegehrende Revolte

In der Revolte gegen das Absurde, als Reaktion auf das Annehmen der Absurdität, kann sich der „absurde Mensch“ selbst verwirklichen und zur Freiheit finden. Dem eigentlichen Grund der Absurdität, dem Tod, kann allerdings auch Camus nicht entfliehen:

„Was bleibt, ist ein Schicksal, bei dem allein das Ende fatal ist. Abgesehen von dieser einzigen fatalen Unabwendbarkeit des Todes ist alles, sei es Freude oder Glück, nichts als Freiheit. Es bleibt eine Welt, in der der Mensch der einzige Herr ist.“

("Ce qui reste, c’est un destin dont seule l’issue est fatale. En dehors de cette unique fatalité de la mort, tout, joie ou bonheur, est liberté. Un monde demeure dont l’homme est le seul maître." Aus: Le mythe de Sisyphe; eigene Übersetzung)

Darin gleicht der Mensch nach Camus’ Interpretation der mythologischen Figur des Sisyphos, dessen Tun gerade in seiner äußersten und beharrlichen Sinnlosigkeit als Selbstverwirklichung erscheint:

„Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. [...] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

– Der Mythos des Sisyphos: 6. Aufl., Reinbek, 2004. S. 159f.
Übersetzungen
Eine erste deutsche Übersetzung erschien 1956 unter dem Titel Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde im Karl Rauch Verlag. Übersetzer waren Hans Georg Brenner und Wolfdietrich Rasch. Ein Nachwort in Form eines kommentierenden Essays schrieb Liselotte Richter.[2] Im Jahr 2000 erschien eine neue Übersetzung von Vincent von Wroblewsky unter dem aktuellen Titel Der Mythos des Sisyphos im Rowohlt Verlag.

Quelle
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22328
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten