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Friedrich August Freiherr von der Heydte

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Friedrich August Freiherr von der Heydte

Beitrag  Andy am Sa März 04, 2017 11:24 pm

Friedrich-August Johannes Wilhelm Ludwig Alfons Maria Freiherr von der Heydte (* 30. März 1907 in München; † 7. Juli 1994 in Landshut, Niederbayern) war ein deutscher Staats- und Völkerrechtler, hochdekorierter Offizier und rechtskonservativ-katholischer Politiker (CSU). Von der Heydte diente im Zweiten Weltkrieg als Stabsoffizier in der Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht und wurde als Bundeswehrangehöriger zum ersten Brigadegeneral der Reserve befördert. In der Bundesrepublik war er eine der Schlüsselpersonen der Flick-Affäre der Union und der Spiegel-Affäre. Als Abgeordneter saß er von 1966 bis 1970 im Bayerischen Landtag. Von 1951 bis 1975 war er Ordinarius an den Universitäten in Mainz und Würzburg für Öffentliches Recht und Politische Wissenschaften. Von der Heydte war u. a. ein Schüler von Alfred Verdross in Wien und gilt in der Rechtswissenschaft als ein wichtiger Vertreter der Naturrechtslehre im 20. Jahrhundert. Ihm wurden verschiedene Ehrungen zuteil wie das Große Bundesverdienstkreuz.

Leben
Herkunft und Wehrdienst

Friedrich-August Johannes Wilhelm Ludwig Alfons Maria Freiherr von der Heydte entstammte väterlicher- und mütterlicherseits Offizierfamilien; er wurde 1907 in Schwabing geboren. Die erstmals urkundlich erwähnte Familie entstammt dem Egerländer Uradel und gehörte dem in Bayern immatrikulierten Adel an. Sein Vater Rudolf Franz Freiherr von der Heydte[1] (* 31. Januar 1856 in Augsburg; † 28. Oktober 1930 in Traunstein)[2] war Major beim Königlich Bayerischen 1. Schweren-Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“. Er kam ursprünglich aus dem Königreich Sachsen. Er führte ein Landsturmbataillon im Ersten Weltkrieg und war zuletzt Oberst[2] der Bayerischen Armee. Die Familie der Mutter, Célestine Maria Luise Josephine Colin[1] (* 26. Mai 1870 in Bamberg; † 6. November 1961 in Neumarkt-Sankt Veit)[2], zu deren Vorfahren u. a. der französische General Jean Rapp zählte, stammte aus dem Elsass und machte sich in der Pfalz ansässig.[3] Seine ältere Schwester heiratete in die böhmische Uradelsfamilie der Grafen von Deym, Freiherrn von Stritez ein.[2]

Von der Heydte, katholisch und im süddeutschen Adel sozialisiert, wuchs als einziger Sohn seiner Eltern und ohne ländlichen Besitz in seiner Geburtsstadt München auf und besuchte dort ab 1913 die private Ebermeierschule. Er wurde später von Michael Kardinal von Faulhaber, Erzbischof von München und Freising, gefirmt; sein Firmpate war der Gutsbesitzer und Politiker (Zentrum) Max Freiherr von Pfetten, vormaliges Mitglied des Deutschen Reichstags. Im Herbst 1916 wurde er Schüler am Maximiliansgymnasium. Mit der dritten Gymnasialklasse wurde er nach eigenen Angaben Zögling der Königlich Bayerischen Pagerie in München,[3][4] welche allerdings 1918 schloss. Noch im gleichen Jahr wechselte er an das Humanistische Progymnasiums in Traunstein und 1922 an das Fürstliche Gymnasium in Wernigerode. Er war in dieser Zeit Mitglied des monarchistisch ausgerichteten Deutschnationalen Jugendbundes.

Von der Heydte trat nach dem Abitur 1925 am Humanistischen Gymnasium in Rosenheim,[5] wo er in einem Schülerheim wohnte, auf Wunsch des Vaters[5] am 1. April 1925 als Rekrut in das 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment der Reichswehr in Landshut ein. 1926 wechselte er als Offizieranwärter zum 18. Reiter-Regiment in Stuttgart-Cannstatt.[6]
Rechswissenschaftliches Studium
Studium in Deutschland und Österreich

Am 31. Juli/30. September[7] 1926 schied er auf eigenen Wunsch hin und in Anbetracht der Beschränkungen der Streitkräfte durch die Regelungen des Versailler Vertrages als Fahnenjunker aus der Armee aus. Er nahm ein Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie auf, 1925/26 begann er an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wechselte 1926/27 an die Universität Innsbruck.[5] 1925 war er in Innsbruck dem katholischen Studentenverein Unitas Norica beigetreten, dem er bis zu seinem Lebensende angehörte.[8] Er nahm u. a. am Deutschen Studententag in Danzig (1928) teil. Danach studierte er an der Universität Graz[5], nach eigenen Aussagen auch an der Universität Wien[5] und an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin[5] (u. a. bei Theodor Heuss). Von der Heydte finanzierte sich sein Studium überwiegend durch Stipendien und als Erzieher in adligen Familien.[9]

Er legte im Juni 1927[5] das 1. österreichische Staatsexamen (mit Auszeichnung) ab. Von der Heydte besuchte von Herbst 1928 bis Sommer 1930 mit einem Stipendium des Auswärtigen Amtes die Konsularakademie Wien.[5] Dort hatte er u. a. Sprachunterricht in Englisch, Französisch und Serbokroatisch. Im Juni 1930[5] erlangte er ein Diplom („Cons. dipl.“). 1931/32 war er erneut an der Universität Graz eingeschrieben.[5] Im Frühjahr folgte die 2. und im Sommer 1932 die 3. österreichische Staatsexamen.[5]

1932[5] wurde ihm durch die Universität Graz der Dr. iur. verliehen, außerdem legte er die Rigorosen (Prüfer u. a. Max Rintelen) ab; die „eigentliche Promotion“ zum Dr. rer. pol. erfolgte 1960 durch die Universität Innsbruck.[5]
Assistenzzeit in Köln / Parteimitgliedschaft

Im Herbst 1932 und von Januar 1933 bis 30. April 1933 war er „Privatassistent“ des Völkerrechtlers Hans Kelsen an der Universität zu Köln, wo er habilitieren wollte. Nach der Beurlaubung Kelsens wurde von der Heydte allerdings nicht von dem Staatsrechtler Carl Schmitt, nachmaliger „Kronjurist des Dritten Reiches“, übernommen[10] und im Sommer 1933 entlassen.[11] Von der Heydte soll sich öffentlich für seinen jüdischen Lehrer eingesetzt haben, so die Fakultätsgeschichtsschreibung.[11] Schmitt schrieb an einen Dritten: „Nach der Art seiner bisherigen Vorbildung und Tätigkeit, die wesentlich durch die sogenannte Wiener Schule – Kelsen und Verdross – bestimmt ist, ist er für mich persönlich keine geeignete Hilfskraft.“[12] Von der Heydte kommentierte die Nichtübernahme mit: „bei der Auswahl seiner Mittel zur Bekämpfung seiner wissenschaftlichen Gegner“ sei Schmitt „weder allzu wählerisch noch allzu ritterlich“.[13]

Von der Heydte trat spätestens nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten der NSDAP bei und wurde mit Wirkung vom 1. Mai 1933 unter der Parteinummer 2.134.193 registriert.[14] Von der Heydte war ein Anhänger einer großdeutschen Lösung und äußerte sich bezüglich der Reichspräsidentenwahl von 1932 folgendermaßen: „Ich hatte damals die Hoffnung, daß durch die NSDAP jemals noch die Einigung unseres Volkes, die Überwindung des Parteienstaates und ein neues, besseres Reich herbeigeführt werden könne, angesichts dieses mich so enttäuschenden Wahlkampfes völlig aufgegeben.“[15] Nach eigenen Angaben habe er Ende der Weimarer Republik die „Nationale Volkspartei“ gewählt, die den einstigen Weltkriegsgeneral und Freikorpsführer Paul von Lettow-Vorbeck ins Rennen schickte.
Assistenzzeit in Wien und Münster

Für zwei Semester war er dann Assistent des bedeutenden österreichischen Völkerrechtlers Alfred Verdross an der Konsularakademie Wien.[11] In Wien befreundete er sich in dieser Zeit (1934) mit dem bekannten englischen Reiseschriftsteller Patrick Leigh Fermor.[16] 1933 hielt von der Heydte eine Vorlesung am Bureau d' Etudes Internationales in Genf, an dem er selbst im Sommer 1931 als Stipendiat einen Kurs besuchte.[11] Anfang der 1930er Jahre praktizierte er in der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten im österreichischen Bundeskanzleramt in Wien und war Besucher von öffentlichen Versammlungen des Völkerbundes in Genf.[17] 1933 nahm er an einem Preisausschreiben teil (Antwort: Dicovery, symbolic annexation and virtual effectiveness in international law) und wurde Fellow der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden.[18] So konnte er im Herbst 1934 Habilitationsstudien in Paris (an der Bibliothèque nationale) und im Winter 1934/35 in Rom (an der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek) durchführen.[11] In der italienischen Hauptstadt wurde er nach eigenen Angaben durch den Industriellen Theodor von Cramer-Klett junior in höhere Kreise eingeführt und machte wie Journalisten später recherchierten nähere Bekanntschaft mit Bischof Alois Hudal, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Fluchthelfer von Kriegsverbrechern fungierte.[19] Spätestens 1934 erwarb er die österreichische Staatsbürgerschaft, behielt aber gleichzeitig seine bayerische. Die Ermordung des austrofaschistischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß führte im Mai/Juni 1934 zu von der Heydtes Entlassung als Deutscher Staatsbürger wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Betätigung.[20] Ihm folgte Stephan Verosta.[21]

Im Jahr 1935 wurde er an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Assistent des katholisch-nationalistischen Staatsrechtlers Karl Gottfried Hugelmann, den er aus Wien kannte. Hugelmann attestierte ihm „wissenschaftliche[] Begabung und nationale[] Verlässlichkeit in hohem Maße“. Von 1935 bis 1937 erhielt er ein Stipendium für Studien (u. a. bei Erich Kaufmann) an der Haager Akademie für Internationales Recht.[17] In Den Haag konnte er auch den Ständigen Internationalen Gerichtshof besuchen.[17] Nach Angaben von der Heydtes haben bei ihm die Zustände des Italienischen Faschismus unter Mussolini Bedenken am Nationalsozialismus aufkommen lassen. Zurück in Münster setzte er sich für einen bei der Gestapo denunzierten Hausmeisters des christlichen Studentenheims ein.[11] Letztlich kam es auch zu Unstimmigkeiten zwischen seinem Professor und ihm. Nach eigenen Angaben im Sommer 1936, den Verzeichnissen nach im Sommersemester 1937 verließ er die Universität.[17] Später räumte er ein, dass er zunächst „doch vielen Gedanken des Nationalsozialismus begeistert zugestimmt hatte“, dann aber unüberbrückbare Differenzen „zwischen der nazistischen Weltanschauung und meiner religiösen und wissenschaftlichen Überzeugung“ ausmachen musste und 1935/36 Berufsoffizier wurde, weil es „der einzige noch unpolitische Beruf“ sei.[20]
Reichswehr und Wehrmacht
Paramilitarismus

Von 1922 bis 1925 war er Mitglied im rechtsextremen Wehrverband Bund Oberland.[20] Von 1927 bis 1932 war er Mitglied des paramilitärischen, nationalistischen Österreichischen Heimatschutzes.[20] 1933 wurde er auch Mitglied („SA-Anwärter“) der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP (SA).[20] Eine aufgeworfene Mitgliedschaft in der Reiter-SS, wie sie etwa vom Deutschen Institut für Zeitgeschichte (DIZ) in der DDR behauptet wurde, wurde von von der Heydte ausdrücklich bestritten. Er äußerte sich folgendermaßen: „Ich habe mich nie persönlich um die Aufnahme beworben, sondern wurde mit der Überführung des Ländlichen Reit- und Fahrvereins, dem ich in Münster angehört habe, in der Reiter-SS automatisch 'SS-Bewerber'. Der Status eines SS-Bewerbers setzte nicht eine Bewerbung dessen, der diesen Status erhielt, um Aufnahme in die SS notwendig voraus.“[22]

Weiteres zu seiner Geschichte im Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_Freiherr_von_der_Heydte
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