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Das Sassanidenreich

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Das Sassanidenreich

Beitrag  Andy am Di Apr 25, 2017 10:55 pm

Das Sassanidenreich war das zweite persische Großreich des Altertums. In der jüngeren Forschung hat sich die etymologisch korrektere Schreibweise Sasaniden gegenüber der lange Zeit gebräuchlichen Schreibweise Sassaniden weitgehend durchgesetzt.


Relief Schapurs I. (Naqsch-e Rostam): Vor dem berittenen Perserkönig kniet der römische Kaiser Philippus Arabs; Kaiser Valerian steht neben Schapur, der ihn zum Zeichen der Gefangenschaft am Arm gepackt hat.

Das Reich erstreckte sich in der Spätantike ungefähr über die Gebiete der heutigen Staaten Iran, Irak, Aserbaidschan, Turkmenistan, Pakistan und Afghanistan sowie einige Randgebiete. Es existierte zwischen dem Ende des Partherreichs und der arabischen Eroberung Persiens, also von 224 bzw. 226 bis zur Schlacht von Nehawend im Jahr 642 beziehungsweise bis zum Tod des letzten Großkönigs Yazdegerd III. im Jahr 651.

Das Sassanidenreich, das in der Forschung auch als Neupersisches Reich bezeichnet wird (in Abgrenzung zum Altpersischen Reich der Achämeniden und Teispiden), war über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Großmacht und ein Rivale des Römischen beziehungsweise Oströmischen Reiches. Außer kriegerischen Auseinandersetzungen (siehe Römisch-Persische Kriege) gab es aber auch zahlreiche friedliche Kontakte zwischen Römern und Sassaniden, die sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig beeinflussten. Sassanidische Traditionen hatten zudem auch noch großen Einfluss auf die Umayyaden und Abbasiden.

Der Name des Reiches leitet sich von der letzten vorislamischen persischen Dynastie der Sassaniden (persisch ساسانیان / Sāsānīyān) ab. Diese führten ihre Herkunft auf einen historisch kaum fassbaren Stammvater zurück, einen gewissen Sasan, der laut den Angaben später Quellen um 200 n. Chr. Oberpriester im Tempel der Anahita in Istachr gewesen ist. Im mittelalterlichen Schāhnāme wird die Dynastie nach Papak bzw. Bābak, dem Vater Sasans, bezeichnet. Mit sehr wenigen Ausnahmen (Bahram Chobin 590 sowie Shahrbaraz 630) gehörten bis zum Schluss sämtliche spätantiken Großkönige der Familie der Sassaniden an. In der modernen Geschichtswissenschaft wird der Begriff außer auf das Herrschergeschlecht auch auf die Bevölkerung ihres Reiches angewandt.

Geschichte
Die Gründung des Neupersischen Reichs

Gründer des Sassanidenreiches war Ardaschir I. (Regierungszeit 224–240), ein aufständischer Fürst aus dem Süden des Partherreichs, der Persis, wo die Sassaniden als Unterkönige fungierten.[1] Nachdem er den letzten Partherkönig, den Arsakiden Artabanos IV., im Jahre 224 n. Chr. getötet hatte, nahm er dessen Platz ein. Er schaltete ebenso Vologaeses VI. aus, den alten Rivalen des Artabanos, und eroberte wohl 226 die parthische Hauptstadt Ktesiphon, die in der Folgezeit prächtig ausgebaut und Hauptresidenz der Sassanidenkönige wurde. Ardaschir führte Krieg im Nordosten des Reiches sowie an der Golfküste. Er war offenbar bestrebt, den Einfluss der mächtigen Adelsfamilien zu begrenzen, was ihm nur teilweise gelang. Doch viele parthische Aristokraten arrangierten sich mit der neuen Dynastie und spielten weiterhin eine wichtige Rolle. Ardaschir behielt viele arsakidische Traditionen und Strukturen bei, führte aber auch Neuerungen ein. Er inszenierte sich als Schirmherr des Zoroastrismus (auf seinen Münzen ließ er Feueraltäre abbilden) und nannte sich König der Könige von Iran, wobei unter Iran nicht der heutige Staat verstanden werden darf, sondern vielmehr die von Iraniern bewohnten beziehungsweise beanspruchten Gebiete. Ob sich die frühen Sassaniden bewusst in die Tradition der Achämeniden stellten, wie dies römische Autoren wie Herodian behaupten, ist in der Forschung umstritten, zumal in frühsassanidischer Zeit wohl kaum noch konkrete Kenntnisse über die altpersische Dynastie vorhanden waren.[2]

Ardaschir suchte seine Stellung und den Sturz der Vorgängerdynastie offensichtlich durch militärische Erfolge zu legitimieren. Dabei wandte er sich bald nach Westen. Allerdings war das persische Vorgehen insofern defensiv, als dass man wohl lediglich die Euphratlinie zurückgewinnen und verhindern wollte, dass Armenien als offene Flanke diente. Ein erster Schlagabtausch mit den Römern unter Kaiser Severus Alexander scheint 231/32 trotz hoher Verluste auf beiden Seiten weitgehend ergebnislos verlaufen zu sein (siehe auch Römisch-Persische Kriege). Nach dem Tod des Kaisers 235 griff Ardaschir 238 erneut an und eroberte mehrere Städte. 240/41 konnte das strategisch wichtige Königreich Hatra nach mehrjähriger Belagerung der Hauptstadt und mit gewaltigem Aufwand erobert werden (wenn die Eroberung vielleicht auch erst unter Ardaschirs Sohn Schapur erfolgte, siehe unten). Hatra hatte sich offenbar mit den Römern verbündet und war zudem ein arsakidischer Widerstandshort gewesen. Somit war die persische Westgrenze vorerst gesichert.

Ardaschirs Sohn, Großkönig (genauer wäre DMG šāhān šāh, „König der Könige“) Schapur I. (240–270/272), nannte sich König der Könige von Iran und Nicht-Iran. Er gilt als einer der bedeutendsten Sassanidenherrscher und konnte neben seinen militärischen auch innenpolitische Erfolge erzielen. 243 fielen die Römer in Persien ein. Schapur besiegte nach anfänglichen Rückschlägen im Jahr 244 den römischen Kaiser Gordian III., der in der Schlacht von Mesiche (oder kurz darauf) den Tod fand. Schapur schloss anschließend mit Gordians Nachfolger einen für Rom schmachvollen Frieden und stieß, die Schwäche des Imperiums nutzend (siehe Reichskrise des 3. Jahrhunderts) ab 253 (252?) mehrmals tief in römisches Gebiet vor. In seinem Tatenbericht (den res gestae divi Saporis)[3] erwähnt er zwei große Züge, in deren Verlauf er ins Römische Reich eindrang, Städte eroberte und plünderte. Im ersten Zug im Jahr 253 drang der König nach Syrien vor und eroberte Antiochia (ob die Stadt 253 oder 256 erobert wurde, ist unklar). Im Jahr 256/257 führte ein kleinerer Zug die Truppen des Königs bis Dura Europos, das nach einer längeren Belagerung erobert wurde.

Als Kaiser Valerian im Sommer 260 mit einem großen Heer gegen ihn zog, konnte Schapur ihn nach der Schlacht von Edessa gefangennehmen; dies war eine bis dahin ungekannte Schmach für die Römer. Der Kaiser kam nie mehr frei. Schapur zog mit seinen Truppen über den Euphrat, nahm erneut Antiochia ein und plünderte Kilikien und Kappadokien. Seinen Sieg ließ er durch die Erstellung beeindruckender Felsreliefs, zum Beispiel bei Bishapur, sowie in einer monumentalen Inschrift in persischer, parthischer und griechischer Sprache bei Naqsch-e Rostam in der Nähe des alten Persepolis verewigen, den sogenannten res gestae divi Saporis:

„Im dritten Feldzug, als wir gegen Karrhai und Edessa vorstießen und Karrhai und Edessa belagerten, da marschierte Kaiser Valerian gegen uns, und es war mit ihm eine Heeresmacht von 70.000 Mann. Und auf der jenseitigen Seite von Karrhai und Edessa hat mit Kaiser Valerian eine große Schlacht für Uns stattgefunden, und Wir nahmen Kaiser Valerian mit eigenen Händen gefangen und die Übrigen, den Prätorianerpräfekten und Senatoren und Offiziere, alle welche auch immer Führer jener Heeresmacht waren, alle diese ergriffen Wir mit den Händen und deportierten sie in die Persis.“[4]

Auf dem Rückzug von Syrien musste Schapur eine empfindliche Niederlage durch den mit Rom verbündeten Fürsten von Palmyra, Septimius Odaenathus, hinnehmen, der 262 sogar bis zur Hauptstadt Ktesiphon vordringen und diese plündern konnte. Odaenathus stellte die römischen Grenzen in Mesopotamien wieder her, da Schapur im Osten durch schwere Kämpfe gegen die Kuschan gebunden war. Nach Ansicht einiger Forscher stand das Sassanidenreich in dieser Zeit des Zweifrontenkriegs sogar am Abgrund, doch lassen die Quellen keine abschließende Bewertung der Lage zu. Den zu Schapurs Regierungszeit entstehenden Manichäismus begünstigte der König durch den Schutz Manis; zugleich stützte er sich stark auf den Zoroastrismus. Schapurs Sohn und Nachfolger Hormizd I. betrieb eine ähnlich tolerante Religionspolitik. Hormizd regierte jedoch kaum länger als ein Jahr, und unter seinen Nachfolgern Bahram I. (273–276) und vor allem Bahram II. (276–293) wurden die Manichäer, die auch im Römischen Reich Anhänger fanden, dann wiederholt verfolgt. Ihr Religionsstifter Mani wurde hingerichtet. Ansonsten sticht innenpolitisch aus Schapurs Regierungszeit vor allem seine recht intensive Urbanisierungspolitik hervor. In den von Schapur gegründeten Städten wurden aus dem Westen Deportierte, darunter etliche Christen, die weiterhin ihren Glauben ausüben konnten, angesiedelt.

Bahram II. musste sich mehrerer Bedrohungen erwehren, so eines Angriffes der Römer unter Kaiser Carus im Jahr 283, der offenbar sogar Ktesiphon plündern konnte, aber kurz darauf verstarb, und einer jahrelange Rebellion im Osten des Reiches. Dort hatte sich einer seiner Brüder namens Hormizd erhoben. Der Herrschaftsanspruch Bahrams I. und seines Sohnes Bahram II. war offensichtlich nicht unangefochten. Der Sohn und Nachfolger Bahrams II., Bahram III., wurde 293 nach einer nur wenige Monate dauernden Herrschaft gestürzt und durch Narseh (293-302) ersetzt. Dieser war ein Sohn Schapurs I., der 273 übergangen worden war, konnte auf eine lange Amtszeit als Gouverneur zurückblicken und betrieb eine tolerantere Religionspolitik als seine beiden direkten Vorgänger. In der Regierungszeit des römischen Kaisers Diokletian mussten die Sassaniden unter Narseh, der 296 in Armenien auf römisches Gebiet vorgestoßen war, nach einer schweren Niederlage gegen den Caesar Galerius 298 im Frieden von Nisibis einige Gebiete im nördlichen Mesopotamien und fünf Satrapien östlich des Tigris abtreten.[5] Zudem war das strategisch wichtige Armenien dem sassanidischen Einfluss entglitten; die Römer setzten dort einen ihnen genehmen Arsakidenprinzen ein. Hierbei spielten auch Konflikte innerhalb der armenischen Aristokratie eine wichtige Rolle, da sich die verfeindeten Parteien an Römer bzw. Sassaniden anlehnten. Insgesamt sollten noch bis 428 arsakidische Könige über das Land herrschen.

Weiteres dazu im Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sassanidenreich
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