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Die Petermännchen

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Die Petermännchen Empty Die Petermännchen

Beitrag  checker am So Mai 06, 2018 10:17 pm

Die Petermännchen (Trachinidae) sind eine Familie von Fischen aus der Ordnung der Barschartigen (Perciformes), die überwiegend im östlichen Atlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer verbreitet sind. Eine weitgehend unbekannte und zweifelhafte Art, Trachinus cornutus, soll vor der Küste Chiles vorkommen.

Die Petermännchen 450px-Trachinus_draco

Name

Der Name „Petermännchen“ soll von seinem niederländischen Namen „pieterman“ abstammen und wird damit erklärt, dass holländische Fischer gefangene Exemplare wegen der Gefährlichkeit der Stacheln meist wieder ins Meer zurückgeworfen und sie dabei als Opfergabe ihrem Schutzheiligen Petrus geweiht hätten.[1]
Merkmale

Petermännchen sind langgestreckte, seitlich abgeflachte Grundfische, die 15 bis 53 cm lang werden. Ihre Augen liegen auf der Kopfoberseite, die Maulspalte ist steil. Die Rückenflosse ist zweigeteilt, die erste ist kurz und wird von 5 bis 7 Stacheln gestützt, die zweite, langgestreckte von 21 bis 32 Weichstrahlen. Die Afterflosse hat zwei Stacheln und 24 bis 34 Weichstrahlen. Die Bauchflossen sind kehlständig und besitzen einen Stachel und fünf Weichstrahlen, die Brustflossen 15 Flossenstrahlen. Der Kopf ist schuppenlos, der Rumpf mit kleinen Rund- oder Kammschuppen bedeckt. Die Seitenlinie ist vollständig, eine Schwimmblase kann vorhanden sein oder fehlen.
Giftigkeit

Die Flossenstacheln der ersten Rückenflosse und ein Stachel auf dem Kiemendeckel sind giftig. Durch ihre Giftigkeit und die Gewohnheit, sich in Strandnähe in Sand oder Schlamm einzugraben, stellen einige Arten eine Gefahr für Badegäste dar. Sie zählen zu den gefährlichsten europäischen Gifttieren. Die Giftmischung, die durch die Tiere abgegeben wird, enthält unter anderem Serotonin und Proteine, die eine Histaminausschüttung hervorrufen.[2]

Eine Vergiftung verläuft in der Regel nicht tödlich, sie verursacht oft starke, meist sehr schmerzhafte Schwellungen, die sehr lange anhalten können. Einige Menschen reagieren jedoch allergisch auf das Gift, was zu Schwindel, Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit oder gar einem Herzstillstand führen kann. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.[3]
Lebensweise

Petermännchen kommen in Küstennähe bis in Tiefen von 150 Metern vor. Sie verbringen den Tag bis zu den Augen eingegraben im Sand oder Schlamm, in der Nacht streifen sie umher. Sie ernähren sich von kleinen Bodenfischen und Krebstieren. Eier und Larven sind pelagisch.
Innere Systematik

Die Petermännchen 330px-Trachinus_radiatus_showy_Kato_Koufonissi

Es gibt zwei Gattungen und neun Arten:

Echiichthys
Viperqueise (Echiichthys vipera) (Syn: Trachinus vipera; auch: Kleines Vipermännchen) – Verbreitung: Östliche Atlantikküste von Schottland bis Westafrika, Mittelmeer
Trachinus
Mittelmeer-Petermännchen (Trachinus araneus) – Verbreitung: Östlicher Atlantik, Mittelmeer
Gewöhnliches Petermännchen (Trachinus draco) auch: Großes Petermännchen, Großer Weberfisch – Verbreitung: Nordöstlicher Atlantik, Nordsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer
Strahlen-Petermännchen (Trachinus radiatus) – Verbreitung: Mittelmeer, afrikanische Atlantikküste von Marokko bis Senegal
Trachinus armatus – Verbreitung: Afrikanische Atlantikküste von Mauretanien bis Angola
Trachinus collignoni – Verbreitung: Afrikanische Atlantikküste von Gabun bis Kongo
Trachinus cornutus – Verbreitung: Südöstlicher Pazifik vor Chile
Trachinus lineolatus – Verbreitung: Afrikanische Atlantikküste von Guinea-Bissau bis Gabun
Trachinus pellegrini – Verbreitung: Afrikanische Atlantikküste von Senegal bis Nigeria

Wirtschaftliche Bedeutung
Petermännchen sind hauptsächlich Beifang in Netzen und beim Angeln. Sie werden auch als Speisefische genutzt. In Frankreich gelten sie wegen ihres trockenen, aber schmackhaften Fleisches als Delikatesse. Dort ist gesetzlich vorgeschrieben, dass den Fischen die Flossenstacheln entfernt werden, bevor sie in den Handel gelangen, da diese oft noch längere Zeit nach dem Fang aktiv sein können.

Quelle
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