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Die Chorea oder Veitstanz

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Die Chorea oder Veitstanz

Beitrag  Andy am Do Jul 19, 2018 4:34 am

Die Chorea (umgangssprachlich auch „Veitstanz“ genannt) ist ein Symptom mehrerer Krankheiten, die die Basalganglien des Hirns betreffen. Typisch sind (überwiegend im Wachzustand) unwillkürliche, plötzliche, rasche, unregelmäßige Bewegungen der Extremitäten, des Gesichtes, des Halses und des Rumpfes, die sowohl in Ruhe als auch während willkürlicher Bewegungen auftreten.

Etymologie des Worts Chorea

Die Bezeichnung stammt vom griechischen "c(h)oreia" (‚Tanz‘) ab. Damit hat Plato einen aus Tanz bestehenden Chorreigen, aber auch Tänze von Wahnsinnigen mit "Chorea insaniens" bezeichnet. Der Ausdruck wurde im 16. Jahrhundert von Paracelsus auch für den "St.-Veits-Tanz" in die medizinische Nomenklatur eingeführt. Sydenham hat im 17. Jahrhundert die Chorea minor als krankhaftes Massenphänomen beschrieben. 1872 bezeichnete George Huntington die Chorea major als erbliche Chorea. Insgesamt waren die Beschreibungen aber sehr uneinheitlich, und es wurden erst durch das Aufkommen der Neuropathologie, später der Genetik die verschiedenen Formen genauer unterschieden.[1]
Begriffsdefinition

Choreatische Bewegungsstörungen gehören zur großen Gruppe der extrapyramidalen Hyperkinesien, zu denen u. a. auch der Tremor, die Dystonien, der Ballismus oder auch die Tics beim Tourette-Syndrom gehören. Alle extrapyramidalen Hyperkinesien beruhen auf einer Fehlfunktion bestimmter Anteile der Basalganglien.

Die Chorea (griechisch für Tanz) ist keine Krankheit, sondern eine rein deskriptive Bezeichnung für ein Symptom, dem viele ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Das Endergebnis ist aber immer eine Funktionsstörung des Striatum, welche dann zu ganz charakteristischen Bewegungsstörungen führt.
Vorkommen

Zu unterscheiden sind:

Chorea major (Huntington): vererbte, degenerative Chorea, der sogenannte erbliche Veitstanz
Chorea minor (Sydenham): postinfektiös-autoimmun ausgelöste Chorea; vor allem Kinder betreffende, immunvermittelte Folgeerkrankung nach Infekt mit Streptokokken, oft mit dem rheumatischen Fieber kombiniert, siehe auch PANDAS
Neuroakanthozytose-Syndrome (McLeod-Syndrom, Chorea-Akanthozytose)
Benigne hereditäre Chorea
Störungen des Stoffwechsels (vor allem Hyperthyreose)
Kollagenosen (z. B. Chorea beim systemischen Lupus erythematodes (SLE))
Morbus Wilson
Chorea senilis (Hemichorea): die rechte oder linke Körperhälfte betreffend als Folgezustand nach Schlaganfall oder beidseits durch Mangeldurchblutung des Hirns
Chorea gravidarum: vor allem bei erstmals Schwangeren, eventuell ein Subtyp der Chorea minor
Durch Medikamente ausgelöste Chorea (z. B. durch L-Dopa-Überdosierung bei der Therapie des Morbus Parkinson; das Tuberkulosemittel Isoniazid; einige Antibabypillen; einige Neuroleptika; Antikonvulsiva)
Selten: bei multipler Sklerose
Chorea electrica beim Dubini-Syndrom (Henoch-Syndrom, Bergeron-Henoch-Krankheit)[2]

Diagnostik

Anamnese
Neurologischer Status
Neuropsychologischer Status
psychiatrische Untersuchung
Bestimmung des Caeruloplasmin-spiegels im Serum
Schilddrüsenwerte
Kollagenosendiagnostik
Akanthozyten im Blutausstrich
Untersuchung des Gendefekts

und ggf. noch

Zerebrale Bildgebung (cCT, cMRT oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET))
Neurophysiologische Untersuchungen (Somatosensibel evozierte Potenziale (SEP), Blinkreflex, Elektronystagmographie)
Untersuchung des Liquor cerebrospinalis

Schwermetallbestimmung im Serum und/oder Urin

Quelle
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