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Harfen-Agnes - Braunschweiger Original - von den Nazi's ermordet

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Harfen-Agnes - Braunschweiger Original - von den Nazi's ermordet

Beitrag  Luziefer-bs1 am So Jul 31, 2011 9:57 pm

Harfen-Agnes, mit bürgerlichem Namen Agnes Adolphine Agathe Schosnoski (* 24. Januar 1866 in Braunschweig; † 2. September 1939 in Königslutter), war eine Bänkelsängerin im Braunschweig des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und gilt als eines von mehreren Stadtoriginalen in Braunschweig.





Leben

Schosnoski wurde außerehelich als Tochter der Henriette Caroline Charlotte Schosnoski und höchstwahrscheinlich des Maurers Carl Adolph Julius Glindemann geboren und am 27. Februar 1866 in der Magnikirche getauft.[1] Nach dem frühen Tod von Vater und Mutter wuchs sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr hauptsächlich in einem Erziehungsheim in Bevern auf. Nachdem alle Versuche, ihr Lesen und Schreiben beizubringen, fehlgeschlagen waren, wurde festgestellt, dass sie sowohl Epileptikerin[1] als auch geistig zurückgeblieben war.[2]

Nach der Entlassung aus dem Heim begann sie in Braunschweig eine Dienstbotenausbildung, die sie wieder abbrach. Später trat sie mehrere Jahre zusammen mit einem Bänkelsänger in einer Innenstadt-Kneipe auf und erlernte so das Handwerk des Bänkelliedsingens. Als ihr Begleiter 1907 starb, erbte sie dessen Gitarre („Harfe“) und bildete anschließend mit einem anderen Sänger ein Duo, das durch Braunschweigs Straßen und Kneipen zog. Als sie von diesem bestohlen wurde, trennten sich ihre Wege und sie trat fortan nur noch allein auf.

Ihre selbst gedichteten, manchmal frivolen Lieder trug „Harfen-Agnes“, wie sie bald genannt wurde, in Braunschweiger Mundart[3] vor, wobei sie sich selbst auf ihrer „Harfe“ begleitete. Zu den damals sehr bekannten Liedern gehörten u. a.: „Hofrats Rieke“, „Ferdinand, wie bist du schön“ oder „Das Lied von den Straßen der Braunschweiger Altstadt“. Ihr bekanntestes Couplet hat den Refrain „Mensch saa helle, un wenn’s auch duster is“ („Mensch, sei schlau, auch wenn’s schlecht aussieht [für dich]“). Dieses Lied sowie etliche andere sang sie auch am 7. November 1918, als sie revolutionäre Arbeiter und Soldaten begleitete, die während der Novemberrevolution in Braunschweig Gefangene aus dem Rennelberg-Gefängnis befreiten.[1]

Ihren sehr bescheidenen Lebensunterhalt konnte Harfen-Agnes meist nur mühsam auf Volksfesten, in Wirtschaften oder bei privaten Festen, bei denen sie als „Attraktion“ auftrat, bestreiten. Sie wurde als verschlossen und – im Gegensatz zu ihrem „Beruf“ als Bänkelsängerin – wenig umgängliche Person beschrieben.[4] Dazu beigetragen hat sicherlich ihre Epilepsie, die von ihren Mitmenschen nicht erkannt wurde, von denen sie aber bei einem Anfall oft der Trunkenheit bezichtigt wurde.[2] Auch ihre immer gleiche äußere Erscheinung: Gitarre, Strohhut, lange Pelerine und rosa Strümpfe sorgten für Spott. Zuletzt wohnte sie in der Braunschweiger Neustadt, in einem Zimmer in der Weberstraße 47 und wurde dort von einer Nachbarin betreut.[4]

Im Alter von über 60 Jahren, als „Harfen-Agnes“, die bereits zu ihren Lebzeiten als letzte Bänkelsängerin Braunschweigs galt, sich nicht mehr um sich selbst kümmern konnte, wurde sie zunächst in einem Pflegehaus der Stadt untergebracht. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie Anfang 1935 in die Heil- und Pflegeanstalt Königslutter zwangseingewiesen und starb dort einen Tag nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Hartnäckig hält sich das Gerücht, „Harfen-Agnes“ sei ein Opfer des NS-Euthanasie-Programms geworden.[5][6] ( Leider kein gerücht,sondern bittere Wahrheit)

Nachleben

Harfen-Agnes zählt zusammen mit Rechen-August, Deutschem Hermann und Tee-Onkel zu den – auch heute noch – bekanntesten Originalen der Stadt Braunschweig. Seit November 2005 führt das Staatstheater Braunschweig das Stück „Mensch Agnes! – eine Moritat“ von Peter Schanz auf, das das Leben Agnes Schnosnoskis bis zu ihrem Tode darstellt.[7] Mehrere ihrer Lieder sind seither auf CD erscheinen. Die Hauptrolle der Harfen-Agnes verkörpert die Schauspielerin Nientje Schwabe, für die musikalische Leitung auf der Bühne ist Christian Eitner, Mitglied der Braunschweiger Band Jazzkantine, verantwortlich.

Quelle-Weblinks-Literaturnachweise



"Mensch, sei hellä..." Harfen-Agnes hat es immer wieder in Kneipen, auf Plätzen, in Strassen und Gassen von Braunschweig gesungen. Sie gehörte zu den stadtbekannten Braunschweiger Originalen. Wer war sie ? Sie wurde am 24.Januar1866 als uneheliche Tochter der Henriette Schosnowski geboren. Am 27.Februar 1866 wurde sie auf die Namen Agnes Adolphine Agathe in der Magnikirche in Braunschweig getauft. Schon früh verlor sie ihre Mutter und mit 14 Jahren verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Straßenmusikantin. Sie zog durch die Kneipen und Straßen Braunschweigs und auf der "Braunschweiger Masch" feierte sie ihre etwas zweifelhaften Erfolge, denn leider wurde sie von ihrem Publikum, Kindern und Erwachsenen, doch oft verhöhnt, verlacht und angepöbelt

Mit ihrer Pelerine, ihrem riesigen Krempelhut und in ihren rosa Strümpfen bot sie natürlich ein urkomisches Bild, das aber bald nicht mehr aus Braunschweigs Straßenbild wegzudenken war.Die so fröhlich erscheinende Harfen-Agnes hatte durch epileptische Anfälle sehr oft zu leiden. Sie wurde von einer gutherzigen Frau gepflegt, alleine wäre sie wohl nicht imstande gewesen, ihr Dasein zu fristen. Agnes hatte nie etwas mit einer Harfe zu tun, sondern begleitete ihre gesungenen Lieder stehts auf einer Gitarre. Ein Gespräch mit ihr war nicht ganz einfach. Sie sprach ihr "Braunschweiger Platt" und "quasselte" so schnell, dass meistens nur die Hälfte zu verstehen war.Vieles aus Agnes Leben blieb im Dunkeln, einiges überliefert.Sie sang von den Straßen der Braunschweiger Alstadt, der Mauernstraße , vom Klint, der Langen Straße und vielen anderen. Im März 1935 wurde im "Braunschweiger Allgemeinen Anzeiger" ein kleiner Artikel mit der Überschrift: "Wehmutsvoll gedenk ich dein.... Agnes mußte Abschied nehmen" veröffentlicht. Sie wurde , alt und krank, in der Heilanstalt in Königslutter untergebracht. Am 2. September starb sie dort im Alter von 73 Jahren.

Quelle
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