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"DDR-Grenzpolizisten haben meine Autositze ausgebaut"

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"DDR-Grenzpolizisten haben meine Autositze ausgebaut"

Beitrag  Luziefer-bs1 am Di Aug 16, 2011 10:37 am

Von Schikanen an der DDR-Grenze berichten Salzgitteraner anlässlich des Mauerbaus vor 50 Jahren. Annemarie Wittmund arbeitete in der Erfassungsstelle.

Der Besuch des Gedenksteins für die Opfer der SED-Diktatur war für Ruth Heiling eine Herzensangelegenheit. Als dort Innenminister Uwe Schünemann Blumengestecke an dem Teilstück der Berliner Mauer vor der ehemaligen Zentralen Erfassungsstelle am Pfingstanger niederlegte, erzählte die Seniorin, dass sie mit ihrem Mann Günter regelmäßig ihre in Burg bei Magdeburg lebende Mutter besucht habe.

"Wenn die Mama uns besuchen wollte, war dies immer mit Ämterbesuchen und reichlich Papierkram verbunden", erinnert sich Ruth Heiling. Wolfgang Wolters schaltet sich ins Gespräch ein und ergänzt: "Die Grenzpolizisten haben mehrfach die Rücksitze meines Autos ausgebaut und mit einer Spindel den Tank untersucht, dass ich ja nichts ein- oder ausführe."

Wolters ist sicher, dass die Grenzbeamten Anweisung hatten, Besucher aus Salzgitter stärker zu "filzen" als andere Reisende, weil sie aus der Stadt der Zentralen Erfassungsstelle stammen. Wolters inszenierte bei dem Ministerbesuch in Salzgitter eine seiner zahlreichen "Ein-Mann-Demonstrationen" und verwies mit einem Transparent auf die "Aktion Rose" . Anmerkung der Redaktion: Die DDR-Regierung verstaatlichte bei dieser Aktion Hotels, Taxi- und Dienstleistungsunternehmen am 10. Februar 1953. Der Schwerpunkt richtete sich auf die Badeorte der Ostseeküste. Anlass soll ein Besuch von Walter Ulbricht auf der Insel Rügen gewesen sein, bei dem er sich über die vielen noch existierenden privaten Hotels und Pensionen geärgert hatte.

Als Justizangestellte hat Annemarie Wittmund von 1970 bis 1991 für die Zentrale Erfassungsstelle für Rechtsvergehen der DDR gearbeitet. An ihre frühere Arbeitsstätte hatte die Zeitzeugin Ruth Heilung begleitet. "Ich möchte keine Details erzählen, aber was wir zum Teil unter Tränen von Familienangehörigen der Opfer des DDR-Regimes erfuhren, war meist sehr ergreifend und ging mir und den Kollegen sehr nahe", sagte Wittmund.

Quelle

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