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Hartz IV: Das Menschenvernichtungspapier (schlei­chenden Genozid)

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Hartz IV: Das Menschenvernichtungspapier (schlei­chenden Genozid) Empty Hartz IV: Das Menschenvernichtungspapier (schlei­chenden Genozid)

Beitrag  Gast Fr Dez 09, 2011 3:57 am

Donnerstag, 08. Dezember 2011-12:52 -|- Eingestellt von: Julie |

Liebe Leser — anleh­nend an diesen kürz­lich ein­ge­stellten Artikel, hier nun ein Gast­bei­trag von Holdger Platta. Der Text ist bereits etwas älter (2008), aber des­wegen ganz sicher nicht weniger inter­es­sant. | Nach­for­schungen und Kom­mentar zur Studie der Chem­nitzer Finanz­wis­sen­schaftler Thießen und Fischer von Holdger Platta.


Als Caesar im Jahre 49 vor Christi Geburt den Rubikon über­schritt – einen kleinen Grenz­fluss (heute: Ulgardo) zwi­schen dem Römi­schen Reich und dem dama­ligen Gal­lien –, soll er gesagt haben: „Der Würfel ist gefallen“ (= „Alea iacta est.“).

Gemeint war sein Ent­schluss, in Rom die Macht an sich zu reißen. Seither steht diese Formel „den Rubikon über­schreiten“ für: „den ent­schei­denden Schritt“ tun. Und aus dama­liger Sicht kehrte der römi­sche Feld­herr damit aus der „Bar­barei“ in die Gefilde der „Zivi­li­sa­tion“ zurück.

Doch mit dem, was die beiden Wis­sen­schaftler an der Tech­ni­schen Uni­ver­sität Chem­nitz, Pro­fessor Fried­rich Thießen (Lehr­stuhl­in­haber für „Investment-​Banking“) und sein Helfer, Diplom­kauf­mann Chris­tian Fischer, unter dem Titel „Die Höhe der sozialen Min­dest­si­che­rung“ als Studie zum Exis­tenz­mi­nimum von Arbeit­losen vor­ge­legt haben, ist der Rubikon in ent­ge­gen­ge­setzter Rich­tung über­schritten worden:

Aus den Berei­chen der Zivi­li­sa­tion in die Abgründe der Bar­barei. Und auch für diese Herren ist damit „der Würfel gefallen“ – nämlich das Todes­ur­teil für Mil­lionen von Menschen.

Sie haben Modell­rech­nungen vor­ge­legt, die aus dem Men­schen­ver­elen­dungs­pro­gramm Hartz IV ein Men­schen­ver­nich­tungs­pro­gramm machen sollen: Einen Mas­ter­plan zum schlei­chenden Genozid an Mil­lionen von Men­schen in der Bun­des­re­pu­blik. Und seit ich diese angeb­lich wis­sen­schaft­liche Unter­su­chung gelesen habe, drängen sich mir zwei Gedanken immer wieder auf (eine dritte Erklä­rung finde ich nicht): Psych­ia­trie oder Knast.

Ent­weder sind diese Wis­sen­schaftler nicht mehr bei Troste, oder man muß anderes erwägen: Anklage nach § 130 Straf­ge­setz­buch (das ist der „Volks­ver­het­zungs­pa­ra­graph“) wegen Bil­li­gung von Völ­ker­mord. Von 132 Euro ins­ge­samt sollen hin­fort die Arbeits­losen in Deutsch­land leben können, 68,09 Euro sollen dabei rei­chen für den gesamten Nahrungsbedarf.

Nun, ich habe diese Zahlen in meiner eigenen Region Süd­nie­der­sachsen über­prüft. Hier die Ergeb­nisse. Das erste Resultat führt mich zu dem Ein­fall Psych­ia­trie: Hier scheinen Wis­sen­schaftler nicht mehr bei klarem Kopf gewesen zu sein. Grund­sätz­lich zu empi­ri­scher Genau­ig­keit ver­pflichtet, ergehen sie sich statt­dessen in Wahn­vor­stel­lungen. Und das zweite Resultat führt mich zu dem straf­recht­li­chen Vor­wurf „Volks­ver­het­zung“. Doch zunächst zum ersten Punkt.

Kom­mu­ni­ka­tion zu 2 Euro pro Monat möglich?

Zual­ler­erst bin ich der Behaup­tung der Autoren nach­ge­gangen, sämt­liche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­dürf­nisse der Arbeits­losen könnten zu 2 Euro pro Monat in der örtli­chen Biblio­thek befrie­digt werden, an den Com­pu­tern dort, durch Mailen und Surfen in einem Zeit­raum von jeweils 20 Minuten pro Tag. Nun, wie sähe das für mich hier aus, wohn­haft auf einem Dorfe, rund 22 Kilo­meter von der nächsten öffent­li­chen Bücherei ent­fernt, der Stadt­bi­blio­thek Göttingen?

Punkt eins: Die bil­ligste Lösung dort ist der Erwerb einer Monats­karte zu 7,50 Euro. Das erlaubt kos­ten­lose und auch zeit­lich unbe­grenzte Nut­zung der dort vor­han­denen 9 PC’s. Doch um dorthin zu gelangen, müsste ich gleich­zeitig auch eine Monats­karte der hie­sigen Bus­ge­sell­schaft lösen: Für sage und schreibe 90,50 Euro. Macht in der Addi­tion nicht 2 Euro, wie die Herren aus Chem­nitz für diesen Aus­ga­be­posten Kom­mu­ni­ka­tion errechnet haben – angeb­lich reprä­sen­tativ für Gesamt­deutsch­land! -, son­dern 98 Euro.

Heißt ers­tens: Die Finanz­wis­sen­schaftler haben sich gera­demal um 4.900 Pro­zent vertan. Und zwei­tens: Vom Gesamt­be­trag, den uns diese Empi­riker noch zubil­ligen möchten, den 132 Euro, blieben ledig­lich noch 34 Euro übrig für alles Sons­tige, dar­unter auch fürs Essen mit dem angeb­li­chen Gesamt-​Etat von 68,09 Euro. Schon hier fragt sich: Hatten Thießen und Fischer bei ihren Behaup­tungen und Berech­nungen noch alle Tassen im Schrank?

Noch abstruser werden die Angaben der Chem­nitzer Finanz­ex­perten aller­dings, wenn man dazu die fol­gende Rech­nung auf­macht: Diese 9 PC’s in der Stadt­bi­blio­thek Göt­tingen sollen — à 20 Minuten pro Tag – den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­darf sämt­li­cher rund 15.000 Arbeits­losen in den Land­kreisen Göt­tingen und Nort­heim sowie der Stadt Göt­tingen sicherstellen.

Die Göt­tinger Bücherei hat aber nur an 4 Tagen in der Woche geöffnet. Das bedeutet: Die Biblio­thek müsste für diese 15.000 Arbeits­losen pro Tag rund 139 Stunden zur Ver­fü­gung stehen. Oder anders­herum: bei den gege­benen 35 Stunden Öffnungs­zeiten pro Woche hätte diese Insti­tu­tion sofor­test ihren Computer-​Bestand auf­zu­sto­cken auf 322 PC’s, und sie müsste für dieses Zusatz­an­gebot ihr Areal um min­des­tens 644 Qua­drat­meter erwei­tern. Was selbst­ver­ständ­lich das exis­tie­rende Gebäude, ein Altbau in der Innen­stadt, ein­ge­klemmt zwi­schen anderen Häu­sern, gar nicht zulässt.

Schluss­fol­ge­rung: Was die Chem­nitzer Wis­sen­schaftler da der Öffent­lich­keit vor­ge­rechnet haben, ist Hirn­ge­spinst. Was sie den Bür­ge­rInnen als angeb­lich rea­li­sier­bare Mög­lich­keit für die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­dürf­nisse von Arbeits­losen vor­ge­rechnet haben, zählt zur Kate­gorie Wahn­vor­stel­lungen, ist das genaue Gegen­teil von Wissenschaft.

Nimmt man hinzu, dass die­selben Autoren den Arbeits­losen auch noch eigene Staub­sauger und Bügel­eisen vor­ent­halten möchten, da diese bei kari­ta­tiven Orga­ni­sa­tionen kos­tenlos aus­zu­leihen seien, ver­schärft sich diese Dia­gnose noch.

Wenn man dem ein­zelnen Arbeits­losen die ein­ma­lige Nut­zung dieser Gerät­schaften für jeweils einen halben Tag pro Woche zuge­steht (ein­schließ­lich Holen und Zurück­bringen von Bügel­eisen und Staub­sauger), müssten hier in der Region diesen Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen bei fünf Öffnungs­tagen pro Woche min­des­tens 1.500 Bügel­eisen und Staub­sauger für die 15.000 Arbeits­losen zur Ver­fü­gung stehen.

Um es schlicht zu sagen: Diese Insti­tu­tionen mit einem der­ar­tigen Apparate-​Arsenal gibt es hier nicht. Und: es ist auch zu bezwei­feln, dass sie irgendwo sonst in Deutsch­land exis­tieren – sämt­liche Groß­städte eingeschlossen.

Auch dieser Vor­schlag der Chem­nitzer Autoren mithin nichts als Hirn­ge­spinst. Soweit also zur Asso­zia­tion Psych­ia­trie. Aber: Was Thießen und Fischer zur Ernäh­rung der Arbeits­losen aus­ge­rechnet haben, das ist nicht nur ver­rückt, das ist schlicht lebens­ge­fähr­lich und ruft unwei­ger­lich die Über­le­gung Straf­an­zeige wegen Befür­wor­tung des Völ­ker­mords auf den Plan. Ich erläutere:

Vor­schläge für den all­mäh­li­chen Hungertod

Wie bereits fest­ge­stellt: angeb­lich genügen 68,09 Euro im Monat, um eine gesunde und aus­rei­chende Ernäh­rung der Arbeits­losen sicher­zu­stellen. So das Rechen­re­sultat der Finanz­ex­perten aus der vor­ma­ligen Karl-​Marx-​Stadt. Erhoben dieser Gesamt­be­trag unter anderem bei ALDI, auch hier bei uns der Bil­lig­an­bieter schlechthin.

Nun, ich habe die Lebens­mit­tel­liste aus dieser Studie gemeinsam mit dem Leiter der nächst­ge­le­genen ALDI-​Filiale über­prüft, in Bovenden am 10. Sep­tember. Lassen wir hier die Fahrt­kosten einmal bei­seite (24 km Fahrt­strecke von meiner Woh­nung aus hin und zurück), weil bereits beim Punkt Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kosten berück­sich­tigt (Bovenden liegt auf halber Weg­strecke nach Göttingen).

Lassen wir auch bei­seite, dass, wie bereits gezeigt, ohnehin nur noch 34 Euro statt der angeb­lich 68,09 Euro für sämt­liche andere Lebens­be­dürf­nisse übrig­bleiben würden, wenn ein Arbeits­loser hier seine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­dürf­nisse in der Göt­tinger Stadt­bi­blio­thek stillt.

Lassen wir schließ­lich bei­seite, dass schon der Lebens­mit­tel­ka­talog die merk­wür­digsten Lücken auf­weist: kein Zucker und kein Salz (!), keine Streu­würze (Gemü­se­brühe) oder sons­tigen Gewürze, kein Essig, kein Senf, keine Butter, keine Mar­me­lade, kein Honig, kein Weiß­käse, kein Pflau­menmus, keine Eier, kein Kaffee oder Tee oder Frucht­säfte oder Scho­ko­ge­tränke (für Kinder z.B.), kein Mineralwasser.

Aus­schließ­lich Lei­tungs­wasser soll den Arbeit­losen noch zustehen, inklu­sive ihrer Kinder (abge­sehen von einem biß­chen Milch). Lassen wir letzt­lich bei­seite, dass auch die Ener­gie­kosten (bei uns hier Strom) für die Essens­zu­be­rei­tung sowie die Kosten fürs Lei­tungs­wasser von den Chem­nit­zern Wis­sen­schaft­lern schlicht ‚über­sehen’ worden sind (beides muss aus dem Regel­satz bezahlt werden!).

Was erbrachte meine Über­prü­fung dieser Schrumpfliste ‚erlaubter’ Lebens­mittel, gemeinsam vor­ge­nommen mit dem Fili­al­leiter von ALDI in Bovenden?

Nun, statt des von Thießen/​Fischer vor­ge­rech­neten Gesamt­be­trags von 68,09 Euro kamen wir auf eine Gesamt­summe von 96,06 Euro. Das heißt: Mit den 68,09 Euro könnten die Arbeits­losen hier ledig­lich 70 Pro­zent des von den Chem­nitzer Wis­sen­schaft­lern kon­ze­dierten Gesamt­be­darfs an Lebens­mit­teln bezahlen, was anders aus­ge­drückt bedeutet: jeden Monat wären 9 Tage totaler Hunger ange­sagt!

Noch schlimmer wird es aller­dings, wenn wir bei dieser Waren­preis­liste ins Ein­zelne gehen: Die wich­tigsten Grund­nah­rungs­mittel – Brot näm­lich sowie Nudeln, Reis und Kar­tof­feln – reichten gerade mal für einen halben Monat, weil in der Bovender ALDI-​Filiale dop­pelt so teuer wie auf der Preis­liste der Finanzwissenschaftler!

Das bedeutet: diese Herren aus Chem­nitz haben ein Pro­gramm zum all­mäh­li­chen Ver­hun­gern der Arbeits­losen in der Bun­des­re­pu­blik vor­ge­legt. Ist ver­wun­der­lich, gar ver­werf­lich, dass sich da ent­setz­lichste Asso­zia­tionen auf­drängen an Zeiten, zu denen es – neben den Todes­pro­grammen „Ver­nich­tung durch Gas“ und „Ver­nich­tung durch Arbeit“ — auch das Todes­pro­gramm „Ver­nich­tung durch Ver­hun­gern“ gab?

Keine Gleich­set­zungen, nichtmal hier, aber die Par­al­lelen drängen sich auf; es sei denn, man wollte um jeden Preis – selbst um den Preis von Men­schen­leben – diese Par­al­lelen verdrängen!

Was diese Studie in sanften Tönen vor­schlägt, ist unge­heu­er­lich. Sie lässt keinen anderen Schluß zu, als dass hier der all­mäh­liche Hun­gertod von Mil­lionen von Men­schen als neue Hartz-​IV-​Variante der Öffent­lich­keit vor­ge­legt worden ist. Der Satz von Münte­fe­ring „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ scheint bei Thießen und Fischer ohne Ein­schrän­kung ange­kommen zu sein. Objektiv han­delt es sich bei ihrer Studie um Vor­schläge zu einem Men­schen­ver­nich­tungs­pro­gramm.

In diesem Zusam­men­hang hat mich aber noch etwas anderes inter­es­siert, und diesem The­men­kom­plex galten auch meine wei­teren Recher­chen zu diesem Lebensmittel-​Etat von rund 2,24 Euro pro Tag. Was gibt man an den Göt­tinger Uni­ver­si­täts­kli­niken pro Patient und pro Tag für deren Nor­mal­kost aus? Und: Wie sieht der ent­spre­chende Tages­satz für die Inhaf­tierten in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in Ros­dorf (süd­lich von Göt­tingen gelegen) aus? Auch dazu die Ergebnisse:

Die Göt­tinger Uni-​Kliniken schätzen ihren Tages­satz Nor­mal­kost für ihre Pati­en­tInnen (natür­lich ohne Arbeits– und Ener­gie­kosten für die Zube­rei­tung des Essens) auf 5 Euro pro Tag. Ein völlig regu­lärer Betrag, wenn man die ent­spre­chende Studie des „Deut­schen Kran­ken­haus­in­sti­tuts“, Düs­sel­dorf, aus dem Vor­jahr hin­zu­zieht und die seither ein­ge­tre­tenen Preis­stei­ge­rungen mit­ein­rechnet (Angabe dort: 4,45 Euro Waren­kosten pro Tag).

Dabei wurde in den Tele­fo­naten mit mir mehr­fach von Seiten der Göt­tinger Uni-​Kliniken betont: Wegen der großen Mengen kauft dieses Kran­ken­haus prak­tisch sämt­liche Lebens­mittel zu Groß­han­dels­preisen ein, heißt – wie ich am 12. Sep­tember bei einem Kölner Wirt­schafts­in­stitut an der dor­tigen Uni­ver­sität ermit­telte – zu einem Nach­lass von rund 21 Pro­zent.

Wir Nor­mal­bür­ge­rInnen hätten also statt dieser 5 Euro ganz genau 6,05 Euro für diese Ernäh­rung pro Tag zu zahlen (= 184,02 Euro pro Monat). Nun ist ein­zu­räumen, dass es eine Klinik mit erkrankten Men­schen zu tun hat, also ganz beson­deren Wert auf qua­li­täts­volle Ernäh­rung legen muß. Ande­rer­seits liegt der Kalo­rien– und Men­gen­be­darf ihrer zumeist bett­läg­rigen, zumin­dest aber bewe­gungs­armen, Pati­en­tInnen weit unter dem Durch­schnitt der gesunden Bevölkerung.

Einen Maß­stab für gesunde Ernäh­rung lie­fert diese Preis­an­gabe des­halb auf jeden Fall. Setzt man diese 184,02 Euro also in Ver­gleich mit den 68,09 Euro, die der Chem­nitzer Studie zufolge den Arbeits­losen noch für Lebens­mittel zur Ver­fü­gung stehen sollten (in Wahr­heit aber, wie bereits gezeigt, irgendein Betrag weit unter 34 Euro!), dann zeigt bereits dieser Unter­schied, wie erheb­lich die Maß­stäbe einer gesunden und aus­rei­chenden Ernäh­rung bei der Chem­nitzer Studie unter­schritten werden, näm­lich um fast Zwei­drittel des tat­säch­li­chen Bedarfs!

Aber es kommt noch schlimmer: Selbst die Inhaf­tierten der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in Ros­dorf bekommen pro Tag Essen im Gegen­wert von 3,27 Euro, das heißt: Selbst gegen­über den Straf­ge­fan­genen in der Bun­des­re­pu­blik sollen dieser Studie zufolge die Arbeits­losen um fast ein Drittel bei ihrer Ernäh­rung schlechter gestellt werden!

Die ALG-​Zweier ran­gieren dem­nach, was ihre Ernäh­rungs­an­sprüche betrifft, noch weit unter den Straf­tä­tern, die in der Bun­des­re­pu­blik ein­sitzen wegen Raub und Betrug, Tot­schlag und Mord. Man fasst es nicht! Wobei — bitte keine Miss­ver­ständ­nisse! - selbst­ver­ständ­lich auch inhaf­tierten Straf­tä­tern in der Bun­des­re­pu­blik eine gesunde und aus­rei­chende Ernäh­rung zusteht!

Deren Bestra­fung soll ja nicht darin bestehen, dass sie sich all­mäh­lich krank essen oder ver­hun­gern müssen – also genau das, was offen­kundig den Arbeits­losen in der Bun­des­re­pu­blik nun­mehr zuge­dacht wird, jeden­falls – viel­leicht völlig gedan­kenlos – von diesen Chem­nitzer Autoren.

Fazit: Machte man mit den Emp­feh­lungen dieser Studie ernst, käme das der all­mäh­li­chen Ver­nich­tung von Mil­lionen von Men­schen in der Bun­des­re­pu­blik gleich, der Ver­nich­tung durch Hun­gertod. Caesar übri­gens, nach seiner Über­que­rung des Rubikon, hatte nicht mehr sehr lange zu leben. Wie bekannt, wurde er an den Iden des Märzes im Jahre 44 vor Christi Geburt im römi­schen Senat umge­bracht. Sol­ches ist den Herren Thießen und Fischer selbst­ver­ständ­lich nicht zu wünschen.

Aber sehr wohl klarste rechts­staat­liche Reak­tion: Ent­weder Unter­su­chung auf deren Geis­tes­zu­stand oder Anklage wegen Emp­feh­lung und Bil­li­gung von Völ­ker­mord. Um noch einmal einen latei­ni­schen Spruch zu zitieren: „Ter­tium non datur“ (= „Ein Drittes gibt es nicht“)

© Holdger Platta 2008

Quelle: via eMail an Mein Poli­tik­blog. Dan­ke­schön, Holdger!

http://www.meinpolitikblog.de/das-menschenvernichtungspapier


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