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Kindertagesstätten: Abschluss nicht anerkannt - für Erzieherin führt der Weg in Hartz IV

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Kindertagesstätten: Abschluss nicht anerkannt - für Erzieherin führt der Weg in Hartz IV Empty Kindertagesstätten: Abschluss nicht anerkannt - für Erzieherin führt der Weg in Hartz IV

Beitrag  checker So Apr 08, 2012 9:37 am

Kindertagesstätten in Essen suchen dringend Personal, doch die Anerkennung ausländischer  Abschlüsse ist schwierig. Auch lange Berufserfahrung hilft da wenig. Eine Betroffene erzählt: Ihre Arbeit als Erzieherin hat sie geliebt. Jetzt muss sie Hartz IV beantragen, in einer Zeit, da Kitas um Bewerberinnen buhlen.

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Fachpersonal für Kindertagesstätten wird derzeit händeringend gesucht, gleichzeitig sorgen bürokratische Hürden dafür, dass manche fähige Kraft nicht eingestellt werden darf.

Die Absagen sind freundlich gehalten, doch für Ana Cristina Noronha Bock haben sie nur eine Botschaft: „Man hat mir meinen Beruf gestohlen.“ Jahrzehntelang hat die heute 49-Jährige in Kindertageseinrichtungen gearbeitet, doch nun muss sie erleben, dass ihre Erfahrung so wenig zählt wie ihr Abschluss. „Leider ist aufgrund der neuen Gesetzeslage nach Kibiz eine Beschäftigung nicht möglich. Wir dürfen nur noch Kräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Bereich Kindererziehung einstellen“, heißt es etwa in einem Brief, der mit seinem Verweis auf das NRW-Kinderbildungsgesetz von 2008 beispielhaft ist.
„Die Gesetzeslage lässt Ihre Einstellung nicht zu“

Frau Noronha Bock ist keine Erzieherin: Sie hat in ihrem Heimatland Brasilien Sozialarbeit studiert und dort in Kindergärten und Familienzentren gearbeitet. Als sie mit 29 nach Deutschland kam, hielt sie sich für gut qualifiziert, ließ ihre Zeugnisse für die deutschen Behörden übersetzen. Schon damals wurde ihr nicht erlaubt, hier den Titel „Diplom-Sozialarbeiterin“ zu führen. Sie fand eine Nische, arbeitete als „pädagogische Ergänzungskraft“ in Kitas, nahm hin, dass ihre Verträge befristet waren und sie weniger verdiente als eine Erzieherin.

Vor zehn Jahren riet ihr das Arbeitsamt, die Erzieherinnenausbildung nachzuholen. „Aber als ich mich bei der Schule vorstellte, meinte die Kursleiterin, ich sei mit 38 zu alt.“ Cristina Noronha Bock akzeptierte das, schließlich hatte sie noch immer eine interessante Stelle gefunden. Zuletzt arbeitete sie als Fachkraft für den Arbeiter-Samariter-Bund: Sie sei für die Organisation eines Familienzentrums zuständig gewesen, habe „stets flexibel und engagiert, selbstständig und eigenverantwortlich“ gearbeitet, heißt es in ihrem Zeugnis. Man bedaure ihr Ausscheiden mit Ablauf der zweijährigen Befristung.
„Ich habe diese Arbeit geliebt. Nun muss ich Hartz IV beantragen“

„Ich habe die Arbeit geliebt. Und ich glaube, in einem Stadtteil mit vielen ausländischen Familien konnten sich Kinder und Eltern mit mir identifizieren.“ Sie machte Mut, war ein Beispiel gelungener Integration. War. Als sie sich im April 2011 arbeitslos meldete, machte man ihr wenig Hoffnung auf eine neue Stelle. „Nun muss ich Hartz IV beantragen.“ In einer Zeit, da Kitas um Erzieherinnen buhlen, da das Jugendamt die Personalgewinnung forciert und viele Stellen unbesetzt bleiben. Auch Cristina Noronha Bock erlebt, dass ihre Bewerbungen erst auf Rieseninteresse stoßen. Aber wie formulierte ein Arbeitgeber einmal: „Ich brauche ausschließlich Erzieherinnen mit Schein.“

Den Kitas bleibe nichts anderes übrig, sagt Matthias Bänfer, Abteilungsleiter für pädagogische Einrichtungen im Jugendamt: „Die Unterlagen der Bewerberinnen werden vom Landschaftsverband in Köln geprüft. Fehlt die richtige Qualifikation, sagt die Aufsichtsbehörde Nein.“ Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse gestalte sich oft schwierig, lange Erfahrung zähle kaum: „Allein der Schein gilt – auch wenn er schon mal trügt.“

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