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Die Politische Ideengeschichte

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Die Politische Ideengeschichte Empty Die Politische Ideengeschichte

Beitrag  Andy Do Feb 23, 2017 9:38 pm

Die politische Philosophie stellte eine der ersten Richtungen der Philosophie an sich dar. Es wird vor allem über die richtige Verfassung, also die geeignetste staatliche Ordnung, und die richtige Regierung des Staates nachgedacht.
Antike

Als akademische Disziplin hat die politische Philosophie ihre Ursprünge in der antiken griechischen Gesellschaft, in der die verschiedenen Stadtstaaten mit unterschiedlichsten Regierungsformen experimentierten. Dazu gehörten Monarchie, Tyrannei, Aristokratie, Oligarchie, Demokratie (allerdings nicht ganz deckungsgleich mit der modernen Auffassung von ihr) und Ochlokratie. Wichtige schriftliche Werke in dieser Zeit stammen von Platon (Politeia) und Aristoteles (Politika), wobei beide Werke unterschiedlich angelegt sind und zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Während Platon der Ansicht ist, eine gerechte Regierung liegt dann vor, wenn jeder Teil des Staates (Adel, Krieger, Bürgertum) „das seine tue“, woraus sich eine oligarchische Regierungsform ableitet und was ihn als Gegner der Demokratie ausweist, bezeichnet Aristoteles eine Kombination aus aristokratischer und demokratischer Herrschaft als optimal (Politie). Zur Begründung seiner Ansichten legt Aristoteles auch die erste empirische Untersuchung von Verfassungen vor.[1] Im Hellenismus setzte sich das monarchische Herrschaftsprinzip durch.

Auch in Rom wurden staatsphilosophische Überlegungen angestellt (die unter anderem von den Stoikern beeinflusst waren): Cicero verfasste mit seiner de re publica das staatstheoretische Werk der Römer (in republikanischer Zeit) schlechthin. Darauf aufbauend, ließ er de legibus folgen. Die Römische Kaiserzeit baute jedoch auf einem anderen Fundament auf, nämlich auf dem von Augustus begründeten Prinzipat.

Nennenswerte Beiträge zum politischen Denken der Antike kamen nicht nur von Philosophen, sondern auch von Staatsmännern und Polis-Reformern wie Solon und Kleisthenes, von Geschichtsschreibern wie Herodot, Thukydides und Polybios sowie von Tragödiendichtern wie Sophokles und Euripides. Zur antiken Verfassungsdiskussion siehe auch: Kreislauf der Verfassungen, Mischverfassung
Mittelalter

Zentrales Thema des politischen Denkens des Mittelalters ist das Verhältnis von Kirche und Staat. In der Spätantike bzw. dem Frühmittelalter war die politische Philosophie von der Vorstellung eines gottesfürchtigen Staates geprägt. Das in der Spätantike entstandene Werk De civitate Dei des Augustinus mit seiner Gegenüberstellung einer civitas Dei und einer civitas terrena war im Mittelalter sehr einflussreich.

Im Hoch- und Spätmittelalter wurden im Konflikt zwischen Papsttum (Sacerdotium) und Kaisertum (Imperium) ganz unterschiedliche Theorien entwickelt. Der diesbezügliche Konflikt begann im 11. Jahrhundert mit dem Investiturstreit und fand seinen (wenigstens scheinbaren) Abschluss mit dem Untergang der Staufer Mitte des 13. Jahrhunderts. Thomas von Aquin nahm dabei eine vermittelnde Position ein, räumt der geistlichen Herrschaft jedoch ebenfalls eine Vorrangstellung gegenüber der weltlichen Gewalt ein. Am eindrucksvollsten formulierte der Stauferkaiser Friedrich II. die universale Kaiseridee, nach seinem Tod gelang es jedoch seinen Nachfolgern nicht mehr, auf dem Erreichten aufzubauen, das (westliche) Kaisertum verlor zunehmend an Einfluss; davon unbeeinflusst behaupteten die byzantinischen Kaiser weiterhin ihren Führungsanspruch gegenüber der orthodoxen Kirche.

Im Spätmittelalter kam es zu einer Vielzahl polittheoretischer Debatten. So entstanden im Konflikt zwischen Papst Bonifaz VIII. und dem französischen König Philipp dem Schönen mehrere Werke, die entweder den absoluten Machtanspruch des Papstes zu untermauern versuchten (Aegidius Romanus, Jakob von Viterbo u. a.) oder für eine Trennung der geistlichen und weltlichen Gewalt eintraten (Johannes von Paris). Dante wiederum argumentierte in seinem Werk Monarchia für das Weltkaiseramt, welches die römisch-deutschen Kaiser bekleiden würden. Als es in der Zeit Ludwigs des Bayern wieder zur Auseinandersetzung zwischen Papsttum und Kaisertum kam, bezog Marsilius von Padua in seinem einflussreichen Werk Defensor Pacis eindeutig Partei für die Unabhängigkeit des Kaisertums vom Papsttum.[2] Am Ende des Mittelalters gewann auch die Konzilsidee viele Anhänger.
Neuzeit

In der Renaissance erfolgt die Verweltlichung der politischen Philosophie. Der Mensch rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt der Betrachtungen, in denen auch die Bildung von souveränen Staaten gedanklich vorbereitet wird. Eine zentrale Rolle in der politischen Philosophie dieser Zeit spielt der Italiener Niccolò Machiavelli, der im 16. Jahrhundert in äußerst nüchterner Weise die Gesetzmäßigkeiten von Macht und Politik analysiert. Machiavelli gilt als einer der Vorbereiter der Einigung Italiens. Jean Bodin nimmt eine ähnliche, wenn auch weniger prominente Rolle in Frankreich ein. Der Engländer Thomas Morus beschrieb in seinem Werk Utopia ein fiktives Staatsmodell ohne Privateigentum und hielt seinen Zeitgenossen einen kritischen Spiegel vor. Dieses Buch gab den Anstoß zum Genre der Sozialutopie.

Im 17. Jahrhundert sind die Völkerrechtslehrer und Frühaufklärer Hugo Grotius und Samuel Pufendorf zu nennen. Der bedeutendste politische Denker dieses Jahrhunderts aber ist vermutlich Thomas Hobbes. Hobbes ist der Ansicht, dass sich der Staat nur durch die Sicherheit, die er für seine Bürger schafft, legitimiert. Für Hobbes legitimiert sich die staatliche Gewalt damit nicht dadurch, dass sie als Angelegenheit des gesamten Bürgertums verstanden wird (wie dies etwa Cicero annimmt) noch durch Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen (das wäre die Position des Augustinus) und auch nicht durch das Gottesgnadentum der Monarchen. Nur die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung ist Legitimationsgrundlage des Staates, dies ist als Legitimationsgrundlage aber auch vollkommen ausreichend, und dabei ist die Macht des Staates prinzipiell unbegrenzt. In Abgrenzung zu Hobbes formuliert der britische Universalgelehrte John Locke gegen Ende des 17. Jahrhunderts im frühen Zeitalter der Aufklärung, dass jeder Bürger das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum habe, und die Bewahrung dieser Güter der Zweck des Staates sei. Darum müsse der Staat diese Güter auch respektieren, und die Bürger hätten gegen unbillige Eingriffe des Staates in diese Güter das Recht zum Widerstand. Mit Locke beginnt der Einzug der Lehre von der Volkssouveränität in der heute bekannten Form; der Begriff selbst stammt aber bereits von Marsilius von Padua.

Etwa gleichzeitig formulierte Montesquieu in Frankreich das Postulat der Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative. Jean-Jacques Rousseau baute die Lehren von Locke und Montesquieu noch aus. Seiner Ansicht nach geht alle Staatsgewalt vom Volke aus, und die Regierenden haben sich nach dem Volonté générale des Volkes zu richten. Für Rousseau ist die direkte Demokratie die einzig angemessene Regierungsform, diese und andere radikale Ansichten des französischen Philosophen sind bis heute heftig umstritten.
Moderne und Gegenwart

Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen des späten 18. sowie des 19. und 20. Jahrhunderts, unter anderem die Forderung breiter sozialer Schichten nach politischer Repräsentation und dann auch wirtschaftlicher Teilhabe, die sich etwa in der französischen Revolution von 1789 manifestiert, und die Ausbreitung des Kapitalismus stellen das politische Denken vor völlig neue Herausforderungen. Immanuel Kant sieht die Lösung in Anlehnung an Rousseau in der republikanischen Staatsform und stellt bei dieser Gelegenheit die These vom demokratischen Frieden auf, die besagt, dass Demokratien nicht geneigt sind, Kriege gegeneinander zu führen. Die Begriffe Republik und Demokratie wurden damals weitgehend synonym verwendet. Dagegen glorifizierte Hegel den monarchischen preußischen Vernunftstaat.

In der Folge bemühen sich die Denker des Liberalismus, des Konservatismus und bald darauf auch des Sozialismus, hier Antworten zu finden. Auf Seiten der Konservativen betont Edmund Burke den Wert der bestehenden, vorrevolutionären sozialen Ordnung und will allenfalls behutsame, schrittweise Reformen akzeptieren. Alexis de Tocqueville sieht die Entwicklung zur Demokratie als unumkehrbar, ein Prozess, den er als ambivalent bezeichnet. Ganz anders sehen dies naturgemäß die Liberalen. Sie treten vehement für die republikanische Staatsform ein. Bedeutende Dokumente des Liberalismus dieser Zeit sind die Federalist Papers von Alexander Hamilton, James Madison und John Jay sowie das Werk On Liberty von John Stuart Mill. Aber auch Jeremy Bentham ist zu nennen. Robert Owen, Pierre Joseph Proudhon, Wilhelm Weitling (Frühsozialisten), Karl Marx (Wissenschaftlicher Sozialismus) sowie, dann schon im 20. Jahrhundert, Rosa Luxemburg, Lenin und Trotzki waren die wichtigsten Vertreter der sozialistischen Denkrichtung. Eine Minderheit von Denkern wandte sich dem Anarchismus (Max Stirner, Michail Bakunin, Peter Kropotkin) oder dem Nationalismus (Herder) zu.

Beinahe unüberschaubar wird das politische Denken des 20. Jahrhunderts. Um die Jahrhundertwende führen Gaetano Mosca, Vilfredo Pareto, Max Weber und Robert Michels soziologische Ansätze und Forschungsmethoden in die politische Theorie ein. In der Folge setzen Joseph Schumpeter und Eric Voegelin auf konservativer Seite Maßstäbe. Unter anderem Ernst Fraenkel, Ralf Dahrendorf, Isaiah Berlin und Karl Popper führen das liberale Denken zu einem Höhepunkt, wobei sich die liberale Denkschule bezüglich staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft uneins ist und die Positionen von Staatsinterventionismus (John Maynard Keynes) bis zum Wirtschaftsliberalismus, ja Anarchokapitalismus reichen. Die marxistische beziehungsweise kritisch-dialektische Denkschule wird von Antonio Gramsci, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, und Jürgen Habermas weiterentwickelt. Viele dieser Autoren haben, wie auch ihre Vorgänger, die zeitgenössischen politischen Theoretiker und Philosophen wie Niklas Luhmann, Robert Nozick, John Rawls, Michael Walzer und Iris Marion Young beeinflusst.

In besonderer Weise hat die Frage nach dem Staat das politische Denken der Gegenwart bestimmt.

Der Staat als Denkinhalt

In der anschließenden geistesgeschichtlichen Phase wird der Staat – häufig als Selbstzweck – gedacht. Es erfolgt die Diskussion zwischen den verschiedenen Konzepten eines Staates. Besondere Höhepunkte dieser Diskussion bilden die Überlegungen von Thomas Hobbes mit dem Staat als Leviathan und die politikphilosophischen Werke von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der den Staat als Sittlichkeit darstellt.

Der Staat als Instrument

In neuerer Zeit wird der Staat meist als Instrument angesehen, gelegentlich auch für völlig überflüssig erachtet. Karl Marx lehrte, dass der Staat verfalle, wenn erst die klassenlose Gesellschaft erreicht sei. Vorher sei die Machtübernahme des Proletariats nötig. Anders ist dies im Anarchismus, wo der Staat abgeschafft werden soll. Der Staat wird in vielen Ideologien als Mittel zum Zweck angesehen. Hitler gewann viele Anhänger mit der Forderung, dass der Staat dem Volk zu dienen habe. Anders sah dies Benito Mussolini, der aber den Staat ebenfalls als Instrument, nämlich zur Wiedererrichtung einer antiken Ordnung verstand. Auch der konservative deutsche Jurist und politische Philosoph Carl Schmitt sah den Staat vor allem als Ordnungsfaktor, der Recht schafft.

Pluralismus

Die politische Theoretikerin Hannah Arendt vertritt ein Konzept von „Pluralität“ im politischen Raum. Zwischen den Menschen besteht eine potentielle Freiheit und Gleichheit in der Politik. Jeder sollte in der Lage sein, die Perspektive des anderen einzunehmen. An politischen Vereinbarungen, Verträgen und Verfassungen sollten auf möglichst konkreten Ebenen gewillte und geeignete Personen beteiligt sein. Daher lehnt sie rein repräsentative politische Demokratien ab und bevorzugt Rätesysteme bzw. Formen direkter Demokratie.

In den neueren pluralistischen Konzepten, wie sie vor allem von dem britischen Theoretiker Harold Laski (Labour Party) entwickelt wurden, gilt der Staat als eine von vielen wirkenden Kräften, aber nicht mehr als der Vertreter der Gesamtheit. Diese Betrachtungen haben sich zwischenzeitlich auch auf andere politische Philosophien übertragen. Der Liberalismus, der dem Staat schon immer skeptisch gegenüberstand, konzipierte ein staatsarmes System, das polemisch als Nachtwächterstaat bezeichnet wurde. Diese Gedanken liefen in der neuesten Zeit zusammen mit den Pluralismus-Ideen Laskis und sind heute praktisch zu einer Einheit verschmolzen.
Moderne Politische Theorie

Die Moderne Politische Theorie umfasst die positive politische bzw. empirisch-analytische politische Theorie sowie die Wissenschaftstheorie der Politikwissenschaft:

Positive Politische Theorie

Das wissenschaftstheoretische Fundament der Modernen bzw. empirisch-analytischen Politischen Theorie bildet der empirisch-analytische Ansatz der Politikwissenschaft.

Während unter politischer Philosophie Theorien bezeichnet werden, die meistens auf Basis eines normativ-ontologischen oder kritisch-dialektischen Ansatzes auch normative Fragen zu beantworten trachten bzw. auch zur Besserung der Welt beitragen wollen, wollen empirisch-analytische politische Theorien, gemäß ihrem wissenschaftstheoretischen Ansatz rein deskriptiv und wertneutral sein. Ziel ist ein möglichst genaues Verständnis der realen, existierenden Verhältnisse zu erreichen. Die entwickelten Theorien müssen sich sodann durch ihre Erklärungs- und Vorhersagekraft für die Realität beweisen. Dadurch können sie aber nur widerlegt (falsifiziert) und niemals endgültig als wahr bezeichnet werden (Verifizierbarkeit). Eine so genannte gültige Theorie ist also eine noch nicht (grundlegend) falsifizierte Theorie.

Alternativ, obgleich etwas ungenau, wird die Bezeichnung empirisch-analytische politische Theorie auch dann verwandt, wenn man sich auf Basis des (empirisch-)analytischen Ansatzes mit Ideen der klassischen politischen Ideengeschichte oder der politischen Philosophie beschäftigt. Dabei wird versucht, mithilfe der so genannten rationalen Rekonstruktion alle wertenden Elemente herauszunehmen und eventuell vorhandene logische Sprünge zu schließen.

Wichtige Theoriestränge innerhalb der empirisch-analytischen politischen Theorien sind der Behavioralismus, die Neue politische Ökonomie, die Systemtheorie und Rational Choice bzw. Social Choice Ansätze. Zur Methodik der empirisch-analytischen politischen Theorie siehe auch: Kritischer Rationalismus.
Behavioralismus
→ Hauptartikel: Behavioralismus

Der Behavioralismus in der Politikwissenschaft entstand in den 1940er Jahren in den USA. Die Wegbereiter dieses konsequent individualistischen Ansatzes waren Harold Lasswell und Charles Edward Merriam (Chicago-Schule). Man kann unterscheiden zwischen einem empirischen (Verhaltenstheorie, Handlungstheorie) und einem theoretisch orientierten Behavioralismus.
Neue Politische Ökonomie
→ Hauptartikel: Neue politische Ökonomie

In der so genannten Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ) werden die Methoden der Ökonomie zur Erforschung rationalen politischen Verhaltens eingesetzt. Wichtige Konzepte sind die Theorie der rationalen Entscheidung und die Spieltheorie. Anthropologische Basis ist das Modell des rationalen, nutzenmaximierenden homo oeconomicus (methodologischer Individualismus).

Auf dieser Grundlage hat der Ökonom Joseph Schumpeter die Ansätze zur Ökonomischen Demokratietheorie entworfen, in welcher Demokratie eine reine Methode darstellt zur Herstellung politischer Entscheidungen, „bei der einzelne die Entscheidungsbefugnis vermittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erwerben.“ Ausformuliert und auf die Erklärung rationalen Wahlverhaltens angewendet wurde sie jedoch erst von Anthony Downs in seinem 1957 erschienenen Werk „An Economic Theory of Democracy“.

Eine andere Branche der NPÖ befasst sich mit den in pluralistischen Gesellschaften immer entstehenden politischen Organisationen, Mancur Olson und James Wilson haben eine Theorie kollektiven Handelns entworfen die mittels des Kollektivgut-Konzeptes zu erklären vermag weshalb Menschen sich in politischen Organisationen überhaupt organisieren und welche sozialen Gruppen dabei am ehesten ihre Interessen durchsetzen können (kleine Organisationen mit homogenen Interessen: z. B. Piloten, Bauern; dagegen schlecht: Arbeitslose). W. Niskanen beschäftigt sich mit Bürokratien als einer besonderen Form der politischen Organisation und erklärt über das individuelle Profilierungsinteresse der Mitarbeiter die These von der budgetmaximierenden Bürokratie (Ökonomische Theorie der Bürokratie).

Die Sozialwahltheorie oder Theorie der kollektiven Entscheidungen beschäftigt sich mit der Aggregation von individuellen Präferenzen zu einer kollektiven Präferenz/Entscheidung, welche durch die Art der Abstimmungen und Wahlen beeinflusst werden. Die in diesem Aggregationsprozess auftretenden Problemen und Paradoxien werden unter dem Blickwinkel der Wahrscheinlichkeit bestimmter Entscheidungsergebnisse betrachtet, um zu ihrer Vermeidung und Lösung beizutragen.
Systemtheorie
→ Hauptartikel: Politische Systemtheorie

Die soziologische Systemtheorie arbeitet auf Basis des methodologischen Kollektivismus. Ab 1945 begann der amerikanische Soziologe Talcott Parsons die Theorie des Strukturfunktionalismus zu entwickeln. Er analysiert dabei Handlungssysteme mittels des so genannten AGIL-Schemas, dessen vier Funktionen jedes Handlungssystem zur Selbststabilisierung mittels funktionaler Differenzierung entwickeln muss. David Easton konkretisierte diese Konzeption dann für die Politikwissenschaft durch sein Systemmodell. Die Gesellschaft (soziales System) liefert dabei dem politischen System einen Input in Form von Unterstützungen, Forderungen und Bedürfnissen. Das politische System kann mittels entsprechendem Output die Akzeptanz desselbigen in der Gesellschaft sichern.

Eine andere systemtheoretische Variante stellt das Modell der Autopoiese dar, zurückgehend auf die chilenischen Biologen Humberto Maturana und Francisco Varela. Auf dieser Grundlage entwickelte der Bielefelder Soziologe Niklas Luhmann seine funktional-strukturelle Systemtheorie. In der politikwissenschaftlichen Debatte kommt Luhmanns Theorie, die er in Abwandlung und Ablehnung zu Parsons Konzept entwarf, kaum vor. Kritiker führen dies darauf zurück, dass seine Modellkonstruktionen zu unklar und damit schwer operationalisierbar seien, was seine Theorie für die empirische Anwendung schlecht geeignet erscheinen lasse. Luhmanns Anhänger weisen dies zurück und vermuten vielmehr, dass Luhmanns ihrer Ansicht nach bahnbrechenden Theorie aus sachfremden Erwägungen nicht der ihr eigentlich zustehende Stellenwert eingeräumt werde.
Wissenschaftstheorie der Politikwissenschaft

Die allgemeine Wissenschaftstheorie ist eine Metawissenschaft, d. h. sie möchte über die Wissenschaft selbst Erkenntnisse gewinnen. Die Wissenschaftstheorie der Politikwissenschaft versucht, diese gewonnenen Erkenntnisse für die Untersuchung politischer Phänomene fruchtbar zu machen.

Grundlegend für alle Wissenschaften ist dabei das Rationalitätspostulat, welches drei Anforderungen stellt:

Sprachliche und logische Präzision erfordert, die mehrdeutige Alltagssprache durch ausdrücklich definierte Begrifflichkeiten (Wissenschaftssprache) zu ersetzen und logisch korrekt, d. h. widerspruchsfrei und mittels Deduktion, zu argumentieren.
Das Intersubjektivitätsprinzip erfordert, dass im Prinzip alle Menschen beim Einsatz gleicher Methoden zu den gleichen Ergebnissen kommen (Überprüfbarkeit). Daher müssen die verwendeten Begriffe definiert und die Methode des wissenschaftlichen Vorgehens exakt angegeben werden. Das bedeutet nach positivistischem Verständnis aber noch nicht, dass das Ergebnis wahr ist, denn z. B. kann die Methode dem Gegenstand unangemessen sein.
Die Begründbarkeit erfordert, dass für die Positionen nachvollziehbare Argumente angegeben werden müssen. Ein Verweis auf die eigene (subjektive) Meinung oder göttliche Erleuchtung und Glauben sind keine wissenschaftlichen Gründe.

Die verschiedenen wissenschaftlichen Vorgehensweisen, die von Politikwissenschaftlern eingesetzt werden, lassen sich dabei grob in drei Ansätze unterscheiden.

Weiteres dazu im Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Theorie#Politische_Ideengeschichte
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