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Der Barcelona-Pavillon

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Der Barcelona-Pavillon Empty Der Barcelona-Pavillon

Beitrag  Andy Mo Nov 20, 2017 10:02 am

Als Barcelona-Pavillon (auf Katalanisch Pavelló alemany „Deutscher Pavillon“ bzw. Pavelló Mies van der Rohe) wird der Ausstellungspavillon des Deutschen Reichs auf der Weltausstellung 1929 in Barcelona (Exposició Internacional de Barcelona) bezeichnet, den der deutsche Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) entwarf. Der Deutsche Pavillon diente der Selbstdarstellung der Weimarer Republik und sollte durch seine Neuartigkeit und Präzision die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und des Handwerks symbolisieren. Nicht zuletzt durch seinen Wiederaufbau wird der Pavillon als eine der Architekturikonen des 20. Jahrhunderts bestätigt.

Der Barcelona-Pavillon 330px-Barcelona_mies_v_d_rohe_pavillon_weltausstellung1999_01
Barcelona, Deutscher Weltausstellungspavillon 1929 (Rekonstruktion)

Aufbau

Der Barcelona-Pavillon 330px-DBP_1987_1321_Deutscher_Pavillon_Barcelona_Mies_van_der_Rohe
Der Pavillon auf einer deutschen Briefmarke von 1987

Mit dem Gebäude, das stilbildend für die moderne Architektur werden sollte, verwirklichte Mies van der Rohe zwei seiner grundlegenden Entwurfsprinzipien:

Im „freien Grundriss“ wurden die von ihrer Tragfunktion befreiten Wände zu leichten Raumteilern oder Flächen im Raum.
Der „fließende Raum“ verband durch die fast transparent wirkenden Wände mit ihren großen Glasfronten und den filigranen Stahlstützen den Wohnbereich mit dem Außenbereich.

Ähnliche Stilelemente und Grundideen sind in der zeitgleich entstandenen Villa Tugendhat zu finden. Konsequent weiterverfolgt wurden sie rund 20 Jahre später im Farnsworth House.

Das Stahlbetondach ruhte auf filigranen Stahlstützen, zwischen denen Wandelemente und Glasscheiben von der Decke bis zum Boden reichten. Fußboden, Dach und Wandfläche umschlossen den Raum nicht, sondern gaben nur Grenzhinweise. Das Ergebnis war eine klare Struktur, die jedoch verschiedene räumliche Zusammenhänge ermöglichte.

Im Außenbereich war ein Wasserbecken angelegt, in dessen Mitte sich die weibliche Bronzefigur „Der Morgen“ des Künstlers Georg Kolbe aus dem Wasser erhob. Der Boden des Wasserbeckens war mit schwarzen Glasplatten ausgekleidet.

Für die Wände und die Böden wurden Travertin und Serpentinit verwendet, sowie Onyxmarmor für eine innere Wand, des Weiteren der grüne Tinos verde antico aus Tinos. Alle Platten wurden mit einer Naturstein-Fassadenverankerung befestigt.

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Mies van der Rohe entwarf auch die Möbel zu diesem Pavillon, von denen der Barcelona-Sessel weltberühmt wurde (Rahmen aus gezogenem Flachstahl, verchromt, Knopfpolsterung, lose Kissen, Lederbezug).
Die Skulptur Morgen von Georg Kolbe

Die Plastik Morgen des deutschen Bildhauers und Zeichners Georg Kolbe (1877–1947) entstand ursprünglich 1925 für die Ceciliengärten in Berlin. Hier steht sie gegenüber einer zweiten Figur mit dem Namen Abend. Die dritte Figur der Gruppe Nacht steht im Lichthof des Haus des Rundfunks in Berlin-Charlottenburg. Der Morgen im Barcelona-Pavillon war im Original ein getöntes Gipsmodell, das auf dem Rücktransport von Barcelona nach Berlin zerstört wurde. Heute steht ein Bronzenachguss der Kolbe-Plastik im Bassin des wiederaufgebauten Pavillons.

Wiederaufbau

Der Barcelona-Pavillon 330px-Barcelona_Pavilion
Die Wirkung der gewählten Materialien für die Rekonstruktion wird in dieser Aufnahme aus dem Jahr 2005 deutlich.

Nach dem Ende der Weltausstellung wurde der Pavillon 1929 abgerissen, und die verwendbaren Baustoffe wurden verkauft. Einige Teile davon befinden sich heute im Altbau des Sächsischen Landtages in Dresden. Zwischen 1983 und 1986 rekonstruierte die Stadt Barcelona unter der Leitung der Architekten Cristian Cirici, Fernando Ramos und Ignasi de Solà-Morales den Pavillon nach den Originalplänen an der ursprünglichen Stelle.

Film

Der deutsche Barcelona-Pavillon. Dokumentation, Frankreich, 2009, 26 Min., Regie: Richard Copans, Produktion: arte France, Reihe: Baukunst, deutsche Erstausstrahlung: 6. Oktober 2009, Inhaltsangabe von arte mit Video-Ausschnitt, 1:58 Min.

Quelle
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