Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Karl Ludwig von Knebel
Gestern um 10:37 pm von Andy

» Der Teutsche Merkur
Gestern um 10:27 pm von Andy

» Der Bildungsroman
Gestern um 10:21 pm von Andy

» Die Liste bekannter Scholastiker
Gestern um 10:14 pm von Andy

» Die Scholastik
Gestern um 10:08 pm von Andy

» Johann Gottfried Schadow
Gestern um 10:03 pm von Andy

» Die Berliner Bildhauerschule
Gestern um 9:49 pm von Andy

» Das UNESCO-Welterbe
Gestern um 9:45 pm von Andy

» Christian Friedrich Brendel
Gestern um 9:40 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
März 2017
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Kalender Kalender


Arnold Braß

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Arnold Braß

Beitrag  Andy am Sa Okt 18, 2014 9:15 pm

Arnold Braß (auch Brasz oder Brass; * 22. Mai 1854 in Arolsen; † 7. November 1915 in Godesberg) war ein deutscher Naturwissenschaftler, Lehr- und Fachbuchautor und als Mitglied des Keplerbundes in der Embryonenkontroverse ein scharfer Kritiker Ernst Haeckels.


Umschlagseite der Broschüre Das Affen-Problem von Arnold Brasz (1908)

Lebensweg

Nach dem Studium der Ingenieurwissenschaften, Chemie und Physik an der Vorgängerinstitution der Technischen Hochschule in Hannover von 1874 bis 1876 und der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Leipzig von 1876 bis 1879 wurde er dort mit einer Arbeit Beiträge zur Kenntniss des weiblichen Urogenitalsystems der Marsupialen zum Dr. phil. promoviert. Vom 1879 bis 1885 war er dann Assistent an der Universität Halle, danach in gleicher Funktion an der Universität Marburg.

Nach vergeblichen Versuchen, sich zu habilitieren, ließ er sich 1889 als Privatgelehrter in Göttingen, dann in Wernigerode, später in Weimar, Siegburg und Godesberg nieder. Als Autor zahlreicher reich illustrierter Lehr- und Fachbücher, von Zeitschriftenartikeln und Lehr-Wandtafeln für den Schul- und Universitätsunterricht mit hohen Auflagen fand er sein wirtschaftliches Auskommen und Anerkennung. Seine eigentlichen wissenschaftlichen Arbeiten – etwa zur Licht- und Farbenlehre – fanden hingegen nur geringen Widerhall.
Auseinandersetzung mit Haeckel

Große Aufmerksamkeit erregte Arnold Braß in der wissenschaftlichen Welt Anfang des 20. Jahrhunderts, als er 1908 mit der Broschüre Das Affen-Problem: Professor E. Haeckels Darstellungs- und Kampfesweise sachlich dargelegt nebst Bemerkungen über Atmungsorgane und Körperform der Wirbeltier-Embryonen mit dem reißerischen Umschlagtitel Professor Ernst Haeckels neuste gefälschte Embryonen-Bilder in die Öffentlichkeit trat; bereits zwei Jahre zuvor hatte er schon Haeckel in einer Schrift angegriffen, ohne dass eine erkennbare Reaktion erfolgte. Es gelang Braß der Nachweis, dass Haeckel bei den Illustrationen seiner Evolutionstheorie durch bildliche Darstellungen der Embryonalentwicklung nicht wissenschaftlich einwandfrei vorgegangen war und einzelne Bilder zeichnerisch im Sinne seiner Theorie verändert hatte. In der damals engagiert geführten Diskussion zwischen „Evolutionisten“ Darwinscher und Haeckelscher Prägung einerseits und den Vertretern des Kreationismus und einer Integration naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in das Konzept der christlichen Religionslehre, die die gottgegebene Sonderstellung des Menschen in der Schöpfung betonten, anderseits, sah Braß in seiner Entdeckung einen schlagenden Beweis gegen einen führenden Evolutionisten und damit gegen den Evolutionismus selber. Er erhielt in seiner Argumentation kräftige Unterstützung durch den Keplerbund, dem er bis 1912 angehörte.

Obwohl Haeckel die „geschönten“ Darstellungen eingestehen musste – er begründete sie mit didaktischen Notwendigkeiten –, stellten sich eine ganze Reihe namhafter Naturwissenschaftler auf seine Seite; Braß' Anhängerschaft insbesondere aus den Naturwissenschaften blieb hingegen bescheiden. Der in zahlreichen Publikationen zum Teil polemisch geführte Disput wurde letztlich zu Gunsten Ernst Haeckels entschieden.
Sonstiges

Braß ist am 3. Februar 1887 in Marburg in die Freimaurerloge Marc Aurel zum flammenden Stern, die zur Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln” gehörte, aufgenommen worden; er blieb ihr Mitglied bis zu seinem Tode.
Schriften (in Auswahl)

Beiträge zur Kenntniss des weiblichen Urogenitalsystems der Marsupialen, Leipzig 1880 (Dissertation)
Abriss der Zoologie für Studirende, Ärzte und Lehrer, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1882
Die Organisation der thierischen Zelle. Halle 1883.
Die thiericshen Parasiten des Menschen [sic!], Theodor Fischer, Cassel 1884
Grundriss der Anatomie, Physiologie und Entwicklungsgeschichte des Menschen. Leipzig 1884.
Chromatin, Zellsubstanz und Kern. Marburg 1885.
Kurzes Lehrbuch der normalen Histologie des Menschen und typischer Thierformen, Theodor Fischer, Cassel und Berlin 1885
Die Zelle, das Element der organischen Welt. Leipzig 1889.
Tafeln zur Entwicklungsgeschichte und topographischen Anatomie des Menschen. Leipzig 1890.
Atlas zur allgemeinen Zoologie und vergleichenden Anatomie. Leipzig 1893.
Atlas zur Gewebelehre des Menschen für Studirende und Ärzte. Leipzig 1897.
Das Kind gesund und krank. Osterwieck 1900.
Untersuchungen über das Licht und die Farben. Osterwieck 1906.
An der Grenze des Lebens. Leipzig 1908.
Urgeschichte des Menschen. Leipzig 1914.
Zur Abstammung des Menschen. Leipzig 1914.

Zur Kontroverse mit Haeckel:

Ernst Haeckel als Biologe und die Wahrheit. Stuttgart 1906.
Das Affen-Problem: Professor E. Haeckels Darstellungs- und Kampfesweise sachlich dargelegt nebst Bemerkungen über Atmungsorgane und Körperform der Wirbeltier-Embryonen. Leipzig 1908.


Quelle - literatur & Einzelnachweise
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 21741
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten