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Louise Michel

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Louise Michel

Beitrag  Andy am Do Nov 06, 2014 1:00 am

Louise Michel (* 29. Mai 1830 auf Schloss Vroncourt, Département Haute-Marne; † 9. Januar 1905 in Marseille) war eine französische Autorin und Anarchistin.



Frühes Leben

Louise Michel wurde als Tochter der Dienstmagd Marianne Michel und des Hausherrn von Schloss Vroncourt, Etienne Charles Demahis, oder seines Sohnes geboren. Sie wurde von den Eltern ihres Vaters erzogen und genoss eine liberale Erziehung. Nach eigener Aussage gelangte sie zu ihrem dezidierten Klassenstandpunkt aufgrund der in ihrer Kindheit und Jugend unmittelbar erlebten Not der Bauern und der Qual von Tieren: „Als den wesentlichen Antrieb ihres politischen Aufbegehrens beschreibt sie stets das Gefühl der Verbundenheit, der Solidarität – auch und gerade mit den Schwächsten und Wehrlosesten: 'Im Kern meiner Empörung gegen die Starken finde ich, so weit ich zurückdenken kann, meinen Abscheu gegen die Tierquälerei wieder', heißt es in ihren Memoiren“.[1] Nach dem Tod ihres Großvaters 1850 bestand sie das Examen für Lehrerinnen. Ihre Ablehnung von Napoléon III. verhinderte ihre Einstellung im staatlichen Schuldienst. Als sie 1853 eine Stelle in Paris fand, schaffte sie als erstes das Morgengebet ab. Sie wurde starke Gegnerin des Bonapartismus und übernahm nach dem Tod der Leiterin 1866 die Schule.

Paris


Die Verhaftung der Louise Michel, Ölgemälde von Jules Girardet, 1871.

Michel war während der Pariser Kommune als Krankenpflegerin aktiv und versorgte die, die auf den Barrikaden verwundet worden waren.

Während der Belagerung von Paris forderte sie Widerstand gegen die Preußen. Nach der Festigung der Commune trat sie der Nationalgarde bei und bot an, Adolphe Thiers zu erschießen. Michel schlug vor, Paris als Rache für die Kapitulation der Stadt vor den Deutschen zu zerstören.

Sie stand auch zu den Kommunarden, als diese auf dem Friedhof Montmartre hingerichtet wurden, und war eng mit Théophile Ferré verbunden, der im November 1871 erschossen wurde. Michel widmete Ferré das Abschiedsgedicht l’œillet rouge (Die Rote Nelke).

Victor Hugo widmete sein Gedicht Viro Major Louise Michel. Diese Auszeichnung war wohl eine der Quellen der Begeisterung, die ihren Erfolg ausmachten, und gab ihren Feinden viel Handhabe. Als sie im Dezember 1871 vor das Gericht 6. Konzil gebracht wurde, trotzte sie ihren Richtern und verteidigte die Commune. Sie verbrachte 20 Monate im Gefängnis und wurde nach Neukaledonien verbannt. In dieser Zeit wurden ihr von der Versailler Bevölkerung die Namen la Louve rouge, la Bonne Louise (Die rote Wölfin, die gute Louise) gegeben.

Nach der Amnestie kehrte sie 1880 nach Paris zurück und wurde am 23. Juni 1883 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie zur Plünderung von Bäckerläden aufgefordert hatte. Im Mai 1885 wurde sie erneut begnadigt, wies dies aber zurück. 1886 gab sie ihre Memoiren heraus.


Das Attentat auf einer zeitgenössischen Darstellung

Am 22. Januar 1888 wurde Michel von einem „konterrevolutionären“ Attentäter nach einem Vortrag im Théâtre de la Gaîté mit zwei Pistolenschüssen am Kopf verletzt, sie verzichtete auf eine Anzeige.[2]

Als die französischen Anarchisten für den 1. Mai 1890 eine Kundgebung planten, hielt sie kurz zuvor aufstachelnde Vorträge in Lyon und wurde daraufhin als geistesgestört in einer Nervenheilanstalt in Vienne festgehalten. Danach lebte sie in London, kehrte aber 1895 wieder nach Paris zurück.

Sie schrieb auch einige Dramen und zusammen mit Jacques Guétré den Roman La misère (1881).

Am 4. September 1904 wurde sie Mitglied der Freimaurerloge La Philosophie Sociale und veranstaltete dort am nächsten Tag eine Konferenz zum Feminismus.[3][4]

Louise Michel starb am 9. Januar 1905 in Marseille. Es kamen 120.000 Menschen zur Beerdigung.
Ehrungen

Die französischen Regisseure Gustave de Kervern und Benoît Delépine widmeten ihr im Jahre 2008 die Filmkomödie Louise hires a Contract Killer (Originaltitel: Louise-Michel).

Louise Michel wurde am 8. März 2013 von der linken Tierbefreiungsbewegung als eine frühe Vertreterin des Gedankens, dass Befreiung nicht beim Menschen aufhört, geehrt.[5]

Schriften

Memoiren. Verlag Frauenpolitik, 1977 und 1979. Hrsg: J. Monika Walther, Übersetzung: Claudine Acinde.
Briefwechsel mit Henry Bauër. Auszugsweise gedruckt in: Marcel Cerf: Le Mousquetaire de la Plume. Paris 1975, Académie de l’Histoire.


Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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