Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Der kochende Fluß
Gestern um 9:31 pm von Andy

» Der Grottenolm (Proteus anguinus)
Gestern um 9:11 pm von Andy

» Der Keulenschwing Piper
Gestern um 8:59 pm von Andy

» Das Mosaik
Gestern um 8:42 pm von Andy

» Spur der Steine, der verbotene DDR klassiker
Gestern um 8:36 pm von Andy

» Der Bitterfelder Weg
Gestern um 8:14 pm von Andy

» Deutsches U-Boot in der Nordsee lokalisiert
Mi Sep 20, 2017 5:57 am von Andy

» Die Scholle
Sa Sep 16, 2017 7:53 pm von checker

» Die Geisterorchidee
Sa Sep 16, 2017 7:35 pm von checker

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
September 2017
MoDiMiDoFrSaSo
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930 

Kalender Kalender


Der Brautdienst oder Dienstheirat

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Der Brautdienst oder Dienstheirat

Beitrag  checker am Di Nov 11, 2014 10:51 am

Brautdienst, Dienstheirat oder Halbheirat bezeichnet eine Form der Eheschließung, bei welcher der (künftige) Ehemann eine festgelegte Zeit bei der Familie seiner Ehefrau lebt und für sie arbeiten muss. Zumeist soll er hierdurch den Nachweis erbringen, dass er eine eigene Familie ernähren kann. Oft dauert der Brautdienst bis zur Geburt des ersten Kindes. Er kann aber auch in der Form einer dauerhaften Verpflichtung ausgehandelt werden sowie Brüder des Ehemannes miteinbeziehen.[1] Ein zeitweiliger Brautdienst kann auch vereinbart werden, wenn der Ehemann nur einen Teil des geforderten Brautpreises aufbringen kann. Brautdienste fanden und finden sich bei einigen indigenen Völkern und Ethnien, die ihren ehelichen Wohnsitz bei der Familie des Ehemannes einrichten (Patrilokalität). Hier ist das Wohnen bei der Familie der Braut oder Ehefrau eine Zwischenphase (zeitweilige Matrilokalität), bevor das Ehepaar dauerhaft zum Mann zieht.
Beispiele

Der Brautdienst findet sich vor allem bei Jäger- und Sammler-Gruppen sowie bei Gartenbau treibenden Gesellschaften, beispielsweise im Amazonas-Gebiet.[1] In Nordamerika wurden ein- bis zweijährige Brautdienste bei den Hoopa-, Micmac- und Yurok-Indianer beschrieben.[2] Hier war der Bräutigam vor seiner ersten Ehe gewöhnlich in den Zwanzigern und es wurde von ihm erwartet, dass er den Brautdienst im Wigwam seines zukünftigen Schwiegervaters ableistete. Ein oder mehrere Jahre lang musste er nun unter der Leitung des älteren Mannes arbeiten und jagen, um seine Fähigkeit als Ernährer zu erproben. Während dieser Zeit waren sexuelle Beziehungen zu seiner Braut streng verboten. War die Probezeit des künftigen Ehemannes beendet, verbrachte er einige Tage bei der Jagd, um genügend Wildbret für die Hochzeitsfeier zu erlegen. Am festgelegten Tag hielten der Schamane, die Eltern und ältere Verwandte lange Reden an das junge Paar und alle nahmen am Fest teil, das mit Tänzen endete.[3]

Im biblischen 1. Buch Mose (Genesis) berichtet die Erzelternerzählung vom zweimaligen Brautdienst des Erzvaters Jakob. In Haran dient er dem Bruder seiner Mutter jeweils sieben Jahre für dessen beiden Töchter Lea und Rahel. Als Jakob insgesamt 20 Jahre für seinen Onkel gearbeitet hat, macht er sich heimlich mit seiner Familie und Besitztümern auf den Rückweg nach Kanaan. Nachdem er also lange Zeit am Ort des Vaters seiner Ehefrau wohnte (uxori-lokaler Wohnsitz), nimmt er schließlich beide Ehefrauen zurück zu seiner Abstammungsgruppe (patri-lokaler Wohnsitz).

Siehe auch

Brautpreis (an die Familie der Ehefrau) – Morgengabe (seitens des Ehemannes) – Mitgift (seitens der Ehefrau)
Widerlage (Witwenabsicherung) – Wittum (Witwengut)
Heiratsregeln – Hochzeitsbräuche – Besuchsehe (der Ehemann bleibt nur über Nacht)

Quelle - Literatur & Einzelnachweise
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 32455
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten