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Naumburger Dom St. Peter und Paul

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Naumburger Dom St. Peter und Paul  Empty Naumburger Dom St. Peter und Paul

Beitrag  Andy Sa Jan 03, 2015 12:47 am

Der heute evangelische Naumburger Dom St. Peter und Paul in Naumburg (Saale) ist die ehemalige Kathedrale des Bistums Naumburg und stammt größtenteils aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Er gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätromanik in Sachsen-Anhalt und ist eine Station an der Straße der Romanik.

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Naumburger Dom St. Peter und Paul

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Naumburger Dom – Westtürme und Kreuzganghof

Er hat zentrale Bedeutung für das Antragsprojekt der Bundesrepublik Deutschland an die UNESCO zum Weltkulturerbe an Saale und Unstrut und soll 2015 (zusammen mit dem Speicherstadt in Hamburg) als Vorschlag aus Deutschland für einen Eintrag in die UNESCO-Liste „ins Rennen“ geschickt werden.[1]

Der berühmte Westchor des Domes entstand nach der Mitte des 13. Jahrhunderts und ist mit dem West-Lettner und den Stifterfiguren aus der Werkstatt des Naumburger Meisters eines der wichtigsten Bauwerke der Frühgotik.

Nach der Reformation wurde 1542 mit Nikolaus von Amsdorf zum ersten Mal im Reich ein evangelischer Bischof eingesetzt.[2] Nach dem Tod des letzten Bischofs Julius von Pflug 1564 wurde das Bistum aufgelöst und fiel an Kursachsen, die Kirche verlor ihre Funktion als Bischofssitz. Sie blieb jedoch die Kirche der evangelischen Domgemeinde. Heute wird der Dom von einer Stiftung verwaltet – den Vereinigten Domstiftern von Merseburg, Naumburg und des Kollegiatsstiftes Zeitz.

Burg Naumburg

In der Zeit um 1000 errichtete Ekkehard I. († 1002), Markgraf von Meißen und wohl mächtigster Mann an der Ostgrenze des Deutschen Reiches, auf einer rund 25 m hohen Erhebung am rechten Ufer der Saale nahe der Unstrutmündung seinen neuen Stammsitz, der entsprechend neweburg oder Nuwenburg und später Naumburg genannt wurde. Die günstige Lage an der Kreuzung mehrerer Handelsstraßen war wohl ausschlaggebend für die Wahl dieses Platzes.

Seine Söhne Hermann und Ekkehard II. gründeten kurz darauf im westlichen Teil des Vorburggeländes eine kleine, der Hl. Maria geweihte Stiftskirche, die zum Jahr 1021 in der Merseburger Bischofschronik als praepositura noviter fundata erwähnt wird. 1028 verlegte König Konrad II. auf Drängen der beiden Brüder den Bischofssitz Zeitz nach Naumburg. Die Verlegung wurde von Papst Johannes XIX. im Dezember 1028 genehmigt. Als Grund wird die Unsicherheit des Ortes Zeitz genannt. In Zeitz blieb ein Kollegiatstift bestehen.
Baugeschichte der Kirche St. Peter und Paul
Frühromanischer Kirchenbau

Bald nach der Genehmigung der Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg, wohl im Frühjahr 1029, wurde unmittelbar östlich der Stiftskirche mit dem Bau der ersten frühromanischen Naumburger Kathedrale begonnen. Sie wurde in der Amtszeit des Merseburger Bischofs Hunold, der zwischen 1036 und 1050 regierte, vor dem Jahr 1044 geweiht. Das Patrozinium Peter und Paul wurde von der Zeitzer Kirche übernommen.

Bei Ausgrabungen wurden die Fundamente des ersten Domes unter dem heutigen Dom gefunden. Die erste Naumburger Kathedrale war eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika, die kleiner als der heutige Dom war. Ihr Chor reichte nicht ganz bis an das Ostende des spätromanischen Chorquadrats. Die Seitenwände endeten westlich in wenig vortretenden quadratischen Türmen, deren Fundamente etwa 7 m östlich des frühgotischen Westlettners liegen. Zwischen den Türmen befand sich ein kleiner, apsidial geschlossener Chor mit einer darunter liegenden Krypta. Die Türme waren durch eine gerade Westwand verbunden, so dass die Chorapsis von außen nicht sichtbar war. Das Hauptportal befand sich sehr wahrscheinlich schon damals in der südlichen Stirnwand des Querhauses. Um 1160/70 erhielt der frühromanische Dom eine Hallenkrypta. Diese Krypta wurde in den ab etwa 1210 entstehenden Domneubau übernommen.

An der Stelle des heutigen Westchores erhob sich ursprünglich die Stiftskirche der ekkehardingischen Burg, die Kirche des Kollegiatstiftes St. Marien. Reste ihrer Mauern blieben in den Westtürmen erhalten.

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Grundriss, links der Westchor, rechts der Ostchor, unten ein Teil des Kreuzgangs

Spätromanischer Neubau

Unter Bischof Engelhard (1207–1242) wurde um 1210 ein spätromanischer Neubau begonnen. Der Neubau wurde im Langhaus begonnen, wahrscheinlich, weil die Ostteile des Domes im Zusammenhang mit dem Einbau der Krypta kurz zuvor aufwendig umgebaut worden waren. Der Neubau des Langhauses wurde jedoch bald aufgegeben. Stattdessen begann man mit der Errichtung der neuen Ostteile des Domes und führte den Neubau dann schrittweise nach Westen weiter. Der neue, bis heute bestehende Dom ist eine gewölbte Bündelpfeiler-Basilika mit Ostchor, Ostquerschiff und ausgeschiedener Vierung sowie einer dreiteiligen Krypta. Die Schlussweihe des Domes erfolgte einer Quelle des 18. Jahrhunderts zufolge am 29. Juni 1242.

Bau des frühgotischen Westchores mit Arbeiten des Naumburger Meisters

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Westchor und -türme

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Stifterfiguren Hermann von Meißen und Reglindis

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Stifterfiguren Ekkehard II. und Uta

Vermutlich auf Veranlassung des Wettiner Markgrafen Heinrich von Meißen begann um 1250 die Errichtung des frühgotischen Westchores, wobei einzelne Autoren einen Baubeginn bereits ab etwa 1245 für denkbar halten. Die These von Ernst Schubert, dass der Westchor eine frühromanische Burgstiftskirche unmittelbar westlich des Domes ersetzte, ist kürzlich von Holger Kunde mit neu erschlossenen Belegen unwahrscheinlich gemacht worden.[3]

Das Chorquadrat mit einem sechsteiligen Gewölbe ist im Westen durch ein 5/8-Polygon geschlossen. Der Bau war wahrscheinlich um 1260 beendet. Die Westchor-Werkstatt errichtete noch das erste frei stehende Geschoss des Nordwestturmes des Domes und zog dann weiter nach Meißen.

Vom Langhaus des Domes wird der Westchor durch den aufwendig gestalteten Lettner abgegrenzt. Er gehört mit seinen Passionsreliefs und der Kreuzigungsgruppe im Portal zu den Hauptwerken des Naumburger Meisters, der an den Neubauten der Kathedralen zu Noyon, Reims und Amiens mitgearbeitet hatte und danach vielleicht in Metz, sicher aber in Straßburg und in Mainz tätig gewesen war. Der Lettner trennte zur Zeit seiner Errichtung der Abgrenzung der Kirchenherren von den übrigen Nutzern. Von großer kunst- und frömmigkeitsgeschichtlicher Bedeutung ist die Kreuzigungsgruppe am Portal. Die zur Zeit seiner Errichtung amtierenden Landesherren und Stifter sind in den Arkadenfries eingebunden. Es sind Ekkehard und die in der Kunstgeschichte weltberühmte Uta von Naumburg. Die Stifterfiguren vermitteln durch ihre Haltung und Gestik zwischen den Säulen und dem Innenraum. Der Naumburger Meister war nicht nur der Architekt des „Westchores“, sondern wahrscheinlich auch der leitende Bildhauer: Er dürfte die Stifterfiguren aus Grillenburger Sandstein entworfen und an einigen selbst mitgearbeitet haben. Dargestellt sind unter anderen, aber an hervorgehobener Position, die rund 200 Jahre vor der Errichtung des Westchores verstorbenen Erststifter der Naumburger Domkirche: die Brüder Ekkehard II. und Hermann, Markgrafen von Meißen, und ihre Ehefrauen Uta und Reglindis. Sie waren im Vorgängerbau des heutigen Domes und in der unmittelbar benachbarten frühromanischen Stiftskirche bestattet worden.

Der Naumburger Bischof Dietrich II. von Meißen führt 1249 in einem Briefe 11 Namen der Gründer der Domkirche, aus drei Generationen, auf: Hermannus marchio, Regelyndis marchionissa, Eckehardus marchio, Uta marchionissa, Syzzo comes, Conradus comes, Wilhelmus comes, Gepa comitissa, Berchta comitissa, Theodoricus comes, Gerburch comitissa. In den Naumburger Mortuologien werden noch drei weitere Stifter genannt: Timo von Kistritz/Köstritz, Graf Dietmar und Gräfin Adelheid. Nach bisher vorherrschender Meinung sind den 12 Stifterfiguren Hermann und Ekkehard II. der Familie der Ekkehardiner, und alle übrigen der Familie der Wettiner zugeordnet worden. Auf der Nordseite: Dietrich Graf von Brehna, Gepa (oder Adelheid, Äbtissin von Gernrode), Markgraf Ekkehard II. (Schildumschrift: ECHARTVS MARCHIO) und Uta; auf der Südseite: Gerburg (oder Berchta), Konrad Graf von Landsberg (Kopf und rechter Arm im 19. Jh. ergänzt), Markgraf Hermann und Reglindis; im Chorhaupt: Graf Dietmar (Schildumschrift: DITMARVS COMES OCCISVS für „Graf Dietmar, der erschlagen wurde“), Sizzo Graf von Kevernburg (Die Schildumschrift SYZZO COMES DO kann man mit „Syzzo, Graf von Thüringen“ oder mit „Graf Syzzo, der Stifter“ übersetzen), Wilhelm Graf von Camburg (Schildumschrift: WILHELMVS COMES VNVS FVNDATORVM) und Timo Graf von Kistritz (Schildumschrift: TIMO DE KISTERICZ QVI DEDIT ECCLESIE SEPTEM VILLA).

Diese einzigartige Darstellung von Laien an einem Platz, der eigentlich Heiligenbildern oder -figuren vorbehalten war, könnte mit der im Hochmittelalter üblichen Stifterverehrung erklärt werden. Die Standbilder im Naumburger Westchor ersetzten nach dieser Theorie Stiftergrabmäler, die im Zuge des spätromanischen Domneubaus aufgegeben werden mussten. So wäre für die Fortführung der Memorialdienste für die Stifter des Domes und der ekkehardingischen Stiftskirche gesorgt. Heinz Wiesner schreibt die Entstehung der Stifterfiguren Markgraf Heinrich zu, die er als künstlerische Demonstration seiner Schutzherrschaft über das Domstift schaffen ließ. Dies würde auch das Vorhandensein der Laienstatuen im Chorinneren einer Bischofskirche erklären.

Wolfgang Hartmann ordnet mehrere der dargestellten Personen dem mittelrheinisch-fränkischen Adelsgeschlecht der Reginbodonen und dessen näherer Verwandtschaft zu: Dietrich von Brehna (nach Hartmann: Ludwig der Springer), Gepa/Adelheid (nach Hartmann: Adelheid von Camburg, Gattin Graf Dietmars von Selbold-Gelnhausen); Gerburg (nach Hartmann: Adelheid, Gattin Ludwig des Springers); Dietmar (nach Hartmann identisch mit dem reginbodonischen Graf Dietmar von Selbold-Gelnhausen), Wilhelm von Camburg (ist nach Hartmann der Schwager Graf Dietmars von Selbold-Gelnhausen) und Timo von Kistritz (nach Hartmann: Sohn des Grafen Dietmar von Selbold-Gelnhausen). Aus der Ausrichtung mehrerer Bildnisse auf die Figur des Grafen Dietmar schließt Wolfgang Hartmann, dass im Westchor nicht nur an verdiente Stifterpersönlichkeiten erinnert wird, sondern vorrangig an ein mit dem Schicksal des Grafen Dietmar verknüpftes historisches Ereignis. Bisher wird angenommen, dass es sich bei Dietmar um den 1048 gefallenen sächsischen Grafen aus dem Hause Billung handelt. Ein möglicher Anderer wäre der 1034 ermordete sächsische Pfalzgraf Dietrich aus dem Hause Wettin, der mit der Tochter von Ekkerhard I. verheiratet war. Hartmann meint hingegen, dass es sich bei dieser Zentralfigur des Stifterzyklus um den Grafen Dietmar von Selbold-Gelnhausen handelt. Dieser Graf sei in der reichspolitisch bedeutenden Schlacht am Welfesholz (11. Februar 1115) gefallen. Vor diesem politischen Hintergrund und der Lebensgeschichte des Grafen Dietmar ließe sich die Gestaltung der Stifterfiguren erklären. Für den Initiator und letztlich Hauptverantwortlichen für die Konzeption des Stifterzyklus hält Hartmann den Naumburger Domherrn und Magister Petrus, der als Mitglied der Familie derer von Camburg-Hain (Hainspitz) ein Nachkomme des Grafen Dietmar gewesen sei.

Zwei weitere Bildwerke aus der Werkstatt des Naumburger Meisters befinden sich im Hochchor: das Grabmal Bischof Dietrichs II. (früher meist als Grabmal Bischof Hildewards bezeichnet) und das lebensgroße Standbild eines Diakons mit Lesepult.
Hochgotische Erweiterung des Ostchores

Um 1330 wurde die spätromanische Apsis durch ein hochgotisches, querrechteckiges Chorjoch mit 6/10-Schluss ersetzt. Auf den Strebepfeilern am Chorscheitel und südlich daneben wurden die heute mehrfach restaurierten bzw. erneuerten überlebensgroßen Figuren der Patrone des Domes aufgestellt. Von hohem künstlerischem Wert sind die Glasmalereien in den Fenstern, die zum Teil noch aus der Bauzeit des Chores stammen. Sie zeigen die klugen und törichten Jungfrauen, die Tugenden und Propheten, während die Passion, Marienszenen, Apostel und Propheten auf ebenfalls sehr qualitätsvollen Scheiben aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts dargestellt sind.

Der Ost-Lettner ist das älteste erhaltene Beispiel eines Hallenlettners. Er wurde im Zuge des spätromanischen Domneubaus um 1230 errichtet. Im mittleren Joch der Lettnerhalle steht ein Altar aus dem 19. Jahrhundert, seitlich führen steile Treppen durch zwei kleine Pforten zum Chor hinauf.

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Ostchor mit den beiden Osttürmen von Südosten

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Naumburger Dom: Wasserspeier am Ostchor

Spätgotische Umbauten

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Der nördliche Ostturm mit Barockhaube

Die oberen Geschosse des Nordwestturmes wurden im 14. und 15. Jahrhundert errichtet. Vermutlich nach einem Brand 1532 wurden die oberen Teile der Osttürme erneuert und mit spätgotischen Maßwerkformen verziert.
Spätere Umbauten und Restaurierungen

Ein schwerer, mutwillig gelegter Brand beschädigte 1532 den Dom schwer. Das Feuer zerstörte die Dächer, große Teile der Ausstattung und weite Flächen des Mauerwerks. Die Brandschäden wurden teilweise erst im 19. Jahrhundert endgültig beseitigt. 1711 und 1713 erhielten die Osttürme Barockhauben mit Laternen. Ursprünglich besaßen sie wohl achtseitige Zeltdächer wie die bei der benachbarten Freyburger Stadtkirche. Die reiche Barockausstattung aus den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde durch eine puristische Restaurierung von 1874–1878 wieder beseitigt. Nach 1884 konnte der Südwestturm im Stil der Neogotik vollendet werden. Auch die Turmhelme stammen erst aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Glasmaler Otto Linnemann schuf 1903 fünf und 1926 ein weiteres Fenster im Seitenschiff mit Wappendarstellungen. Unterlagen hierzu befinden sich im Linnemann-Archiv. 1936–1940 wurde der Kreuzhof ohne begleitende archäologische Untersuchungen abgesenkt und ein Torgebäude zwischen Dreikönigskapelle und Marienkirche errichtet. Zwischen 1960 und 1968 wurde der Dom vollständig instand gesetzt. Dabei wurden umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen. Nach 1989 wurden alle Dächer der Kirche und der Dreikönigskapelle neu gedeckt.
Kreuzgang mit den Klausurgebäuden
Reste der älteren Klausur auf der Nordseite

Die älteren Klausurgebäude und der Kreuzgang lagen nördlich der Kirche. Teile des Osttraktes der Klausur des frühromanischen Doms konnten 1961–1965 ausgegraben werden. Die erhaltenen Gewölbeschildbögen und Rippenansätze an der Nordwand der Kirche und die Reste einer Kapelle, die in der ehemaligen Domherrenkurie Domplatz 3 verbaut ist, stammen von einem spätromanischen Neubau der Klausur, der zu unbekannter Zeit, vermutlich im 18. Jahrhundert, abgebrochen worden ist.
Spätromanischer Kreuzgang auf der Südseite

An der Südseite des Domes befindet sich eine weitere, großenteils spätromanische Klausur. Da sie im Jahr 1244 nachweislich noch nicht vorhanden war, muss sie in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre errichtet worden sein. Um 1270 wurde ein Kreuzrippengewölbe eingezogen. Während der Ost- und Nordtrakt weitgehend in der spätromanischen Form erhalten blieb, sind im West- und Südtrakt nur noch Reste davon erhalten. Diese Flügel stammen weitgehend aus der Hoch- und Spätgotik und wurden außerdem im 19. Jahrhundert beträchtlich verändert. Das ursprüngliche Vorhandensein von zwei Klausuren ist bemerkenswert und hängt mit den beiden an der Kirche bestehenden Stiften zusammen. Die nördliche Klausur diente wohl zunächst für die Kapitularen des Domes, dann für die der Marienstiftskirche, nachdem die südliche für die Geistlichen des Domes erbaut worden war.
Spätromanische Vorhalle

Am südlichen Querschiffarm ist eine zweijochige, spätromanische Vorhalle angebaut. Diese war ursprünglich nicht vorgesehen. Die Brechung der Gewölberippen und der Ostwand sind zumindest teilweise durch das nachträgliche Einfügen in einen vorgegebenen Bauzusammenhang bedingt.
Die Dreikönigskapelle

Die spätgotische Dreikönigskapelle an der Ostseite der Klausur wurde 1416 vollendet. Der Erbauer der Kapelle war der Bischof Gerhard II. von Goch (1409–1422). Bei dem Brand 1532 erlitt sie schweren Schaden und wurde danach zumindest im Untergeschoss für verschiedene profane Zwecke genutzt (Lagerraum, Untersuchungsgefängnis, Spritzenhaus usw.). Den Ausgrabungen zufolge befand sich an dieser Stelle zuvor eine frühromanische Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, von der einige Mauerreste der Nordwestecke erhalten sind. Sie war nur wenig kleiner und zweigeschossig. Der untere Raum hatte im Osten eine stark eingezogene, kleine Apsis und diente als Privatkapelle des Naumburger Bischofs. Der spätgotische Neubau ist ebenfalls zweigeschossig und jeweils zweijochig. Die untere, später mehrfach veränderte Kapelle, hatte das Patrozinium des Hl. Nikolaus, die obere mit Sterngewölbe war wie vermutlich bereits im Vorgängerbau den Heiligen Drei Königen geweiht. Außen an der Ostwand steht eine Figurengruppe, die die Anbetung der Heiligen Drei Könige zeigt. In der Dreikönigskapelle wird der Christus-Zyklus aus der Kunstsammlung des Domherrn Immanuel Christian Leberecht von Ampach gezeigt, der von verschiedenen Künstlern aus dem Kreis der Nazarener nach seinen Vorgaben erstellt wurde.

Wer sich weiter dafür interressiert,dem sei der Link empfohlen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Naumburger_Dom
Andy
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