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Verlagsgruppe Weltbild Heute nur Weltbild

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Verlagsgruppe Weltbild Heute nur Weltbild

Beitrag  Andy am So Nov 15, 2015 12:06 am

Weltbild (ehemals Verlagsgruppe Weltbild[3]) ist ein deutsches Verlags-, Versand- und Buchhandels­unternehmen mit Sitz in Augsburg. Der Mehrheitsgesellschafter der Weltbild-Gruppe ist das Beratungs- und Investmenthaus Droege International Group AG mit Sitz in Düsseldorf. [4]



Die Marke Weltbild ging aus dem 1948 von Josef Hall gegründeten katholischen Zeitschriftenverlag Winfried-Werk GmbH hervor. Die sinkende Resonanz für katholische Erbauungsschriften führte 1987 zu einer völligen Umorientierung und zur Weltbild Verlag GmbH. 2001 entstand daraus die Verlagsgruppe Weltbild. Sie gehörte zu 100 % der römisch-katholischen Kirche in Deutschland und zählt heute im Buchhandel und Online-Buchhandel zu den Marktführern in Deutschland.

Weltbild ist ein großer Multikanal-Buchhändler und bedient Kunden über Online-Shops, Direktmarketing, eigene Filialen und Soziale Netzwerke.[5]

Weltbild ist mit der Thalia-Gruppe und den Mayerschen Buchhandlungsketten einer der treibenden Akteure der Filialisierung im Buchhandel durch eine starke Expansion mit Übernahmen von inhabergeführten Buchhandlungen und Neugründungen von Buchhäusern.

Am 10. Januar 2014 stellte die Verlagsgruppe Weltbild beim Amtsgericht Augsburg einen Insolvenzantrag. Als Insolvenzverwalter wurde Arndt Geiwitz (zuvor Insolvenzverwalter bei der Drogeriekette Schlecker) bestellt. Von der Insolvenz nicht betroffen sind der Filialhandel, das Geschäft in Österreich und der Schweiz sowie die Tochtergesellschaft buecher.de.[6] Zum 1. Juli 2014 übernahm das Finanzunternehmen Droege International Group 60 % der Geschäftsanteile, 40 % hält der Insolvenzverwalter im Auftrag der Gläubiger.[7] Im Zuge dessen wurde der Geschäftsbetrieb der alten Verlagsgruppe Weltbild GmbH auf die am 7. August 2014 gegründete Weltbild Retail GmbH & Co. KG., später Weltbild GmbH & Co. KG . übertragen.[3]

Verlag



Weltbild betreibt ein eigenes Verlagshaus in Augsburg und war von 1999 bis Sommer 2013 zu 50 % an der Verlagsgruppe Droemer Knaur beteiligt.[8]

Der Weltbild-Verlag wurde 1948 als Winfried-Werk GmbH gegründet und verlegte das katholische Magazin Mann in der Zeit, das 1968 in Weltbild umbenannt wurde. Der Aufstieg zu einem der größten Buchhändler Europas mit hunderten Filialen und Versandhandel wird Carel Halff zugerechnet, der dem Unternehmen seit 1975 angehört und ab 2001 Vorsitzender der Geschäftsführung war.[9]

Seit 2001 hatte Weltbild ein Joint Venture mit dem OZ-Verlag im Bereich Zeitschriften (Living & More GmbH, Offenburg). Mit dem belgischen Medienhaus Belgomedia bestanden ebenfalls 50/50-Joint-Ventures (Bayard Presse, Frankreich, und Roularta Media, Belgien). Weltbild verlegte Zeitschriften in den Bereichen Eltern und Familien, 40-plus/50-plus, sowie Haus und Garten. Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat Weltbild den gesamten Zeitschriftenbereich an die französische Bayard-Gruppe verkauft.

Medienvertrieb und Buchhandel



Weltbild ist auf dem Buchmarkt mit eigenen Filialen, einem Onlineshop, Direktmarketing und Social Media tätig. Der Onlineshop gehört zu den größten in Deutschland.[10] Neben Büchern und E-Books vertreibt die Weltbild auch CDs, DVDs, Schönes für zuhause, Elektronik, Geschenkartikel und Haushaltsartikel. Spielzeug wird vor allem über die Marke Kidoh (Katalogversand und Internet) vertrieben.

Die heute rund 87 deutschen Filialen befinden sich unter dem dach der Weltbild Filialvertrieb GmbH & Co. KG mit Sitz in Augsburg, zu Weltbild Österreich und Schweiz gehören weitere rund 60 Filialen.[11] In der Vergangenheit waren in der Weltbild Plus Medienbvertriebs GmbH & Co. KG in der Spitze ca. 330 Filialen gebündelt.

Das Weltbild Filialnetz umfasste unterschiedliche Ladenbau- und Sortimentskonzepte:

Weltbild „plus“ eröffnete 1994 erste plus-Filialen in Fürth, Landsberg und Weilheim. Der Sortimentsschwerpunkt liegt auf Bestsellern und niedrigpreisigen Sonderausgaben, Schönem für zuhause, auf Geschenkartikeln, Elektronik und Haushaltsartikeln. Die Filialgrößen sind in der Regel normiert auf je rund 160–180 Quadratmetern und firmierten in Österreich zum Teil unter dem Namen A&M plus.[11]
Jokers ist im Bereich Modernes Antiquariat etabliert. Jokers vertreibt Bücher via Katalog, über 17 Jokers-Filialen und über einen Internetshop.[12]
Weltbild! ist eine Vollsortimentsbuchhandlung. Die „Ausrufezeichen“-Buchhandlungen sind mit ca. 300–450 Quadratmetern größer als Weltbild plus und bieten, ähnlich dem Filialisten Thalia, ein Buchvollsortiment. In der Spitze gab es 12 Weltbild!-Filialen in Deutschland, u. a. in Baden-Baden, Berlin-Steglitz und Gießen sowie drei Filialen in der Schweiz (u. a. in Kriens). In Österreich firmieren die drei Weltbild!-Buchhandlungen unter dem Namen A&M!.[13][14]
Weltbild „best“ war in diversen SB-Verbrauchermärkten vertreten.[15]
2005 erwarb Weltbild die inzwischen aufgelöste Wohlthat'sche Buchhandlung, die besonders in Berlin vertreten war, mit ca. 36 Filialen in Deutschland mit dem Schwerpunkt preiswerte Sonderausgaben und Restposten.[16]

Ab Januar 2008 vereinheitlichte die Unternehmensführung das Erscheinungsbild aller 330 Filialen mit den Marken Weltbild plus, Buchhandlung Weltbild!, A&M plus und A&M! unter einem roten Logo mit dem Namen „Weltbild“. Die Umfirmierung sollte 2009 beendet sein, wurde aber aufgrund massiver Sparpläne der Unternehmensgruppe unvollständig umgesetzt. [17][18]

Von 2006 bis 2014 [19] lag das stationäre Buchhandelsgeschäft von Weltbild in den Händen der Finanzholding DBH Deutsche Buch Handels GmbH & Co. KG. Die DBH gehörte zu 50 % zur Verlagsgruppe Weltbild und zu 50 % der Familie Hugendubel und war seit der Gründung deutscher Marktführer im Buchhandel mit insgesamt rund 465 Filialen (Stand 9/2007). Das Unternehmen betrieb über das Tochterunternehmen DBH Warenhaus seit dem 1. Juli 2008 die Buchabteilungen der Karstadt-Warenhäuser im „Shop-im-Shop“-Modell. In größeren Häusern firmierten die Flächen unter dem Namen Hugendubel (KaDeWe Berlin und im Karstadthaus am Berliner Hermannplatz). In kleineren Häusern firmierten die Buchhandelsflächen unter dem Namen Weltbild.[20] Die Anzahl der Buchhandelsflächen wurde reduziert von einst 52 auf 26 Filialen. [21]

Das Weltbild-Filialgeschäft wurde 2014 aus dem Vertriebsverbund herausgelöst und auf Weltbild übertragen, die Flächen bei Karstadt gingen auf Hugendubel über.

Im Onlinebuchhandel ist Weltbild zu 100 % an buecher.de beteiligt, zu 49 % an cBooks Germany GmbH (Booklooker). Eine 50-Prozent-Beteiligung an der niederländischen Bol.com wurde im April 2009 veräußert, die Joint-Ventures in Russland (Moy Mir) und Polen (Klub dla Ciebie) wurden aufgegeben. [22]
Unternehmensdaten

Die Verlagsgruppe Weltbild hatte nach eigenen Angaben (Stand Juni 2012) rund 6800 Beschäftigte, davon rund 2300 am Stammsitz Augsburg. Als unkonsolidierter Gesamtumsatz wurden im Geschäftsjahr 2011/2012 rund 1,59 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Internetanteil von Weltbild lag bei 40 %, die restlichen 60 % des Warenabsatzes liefen über Filialen und den Versandhandel.

2009 wurde 322 Mitarbeitern im Verkauf in den Weltbild Plus Filialen betriebsbedingt gekündigt, da sich „Umsätze in das Internet verlagert hätten“.[23] In der Folge kam es zu Streiks in der Zentrale in Augsburg.[24]
Geschichte

Gesellschafter des Unternehmens waren bis 2014 zwölf katholische deutsche Diözesen, nämlich die (Erz-)Diözesen Augsburg, Aachen, Bamberg, Eichstätt, Fulda, Freiburg, München/Freising, Münster, Passau, Regensburg, Trier und Würzburg, der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und das kath. Militärbischofsamt Berlin. Größere Beteiligungen hielten der VDD (24,2 %), die Erzdiözese München und Freising (13,2 %) und die Diözese Augsburg (11,7 %).
Kontroversen

Eine 70-seitige Dokumentation der katholischen Initiative Katholisches! Weltbild kritisierte 2008 das angebliche Angebot an „Sexbüchern, gewaltverherrlichenden, esoterischen, magischen und satanischen Schriften“. Die deutschen Bischöfe als verantwortliche Eigentümer wurden angeschrieben; die Resonanz war jedoch gering.

Im Januar 2011 kam das Unternehmen Hugendubel in die Schlagzeilen, weil dem Konzern im firmeneigenen Gewerkschaftsblog Zensur vorgeworfen wurde. Durch die Kooperation mit dem Weltbild-Verlag wurde im Online-Shop von Hugendubel kurzzeitig ein „Filter“ verwendet, der zahlreiche schwul-lesbische, kirchenkritische, esoterische und kommunistische Artikel herausfilterte. Nach einhellig kritischem Medienecho wurde der Filter entfernt und entsprechende Titel wurden wieder gelistet.[25] Im Oktober 2011 berichtete das Magazin buchreport, dass die katholische Verlagsgruppe auch Erotik publiziere, auf der anderen Seite aber im Hugendubel-Onlineshop, den Weltbild zu Jahresanfang übernommen hatte, plötzlich kirchenkritische Literatur fehle. Die Fachzeitschrift resümierte, dass der Versender gegenüber erotischer Literatur „deutlich aufgeschlossener“ sei.[26] Daraufhin reagierten die deutschen Bischöfe mit der Mitteilung, dass man den „Vertrieb möglicherweise pornografischer Inhalte“ unterlassen wolle und dass eventuell ein Filtersystem versagt habe.[27] Alexander Kissler forderte im Focus den „komplette[n] Ausstieg“ der Kirche aus Weltbild und Droemer Knaur sowie den „Verkauf sämtlicher Anteile […], und sei es mit Verlusten“. Diesen Preis müsse „eine Kirche sich leisten können, für die eine Entweltlichung um der Welt willen nicht nur eine fromme Phrase ist.“[28] Der Verlag gab an, dass der Umsatz mit erotischer Literatur nur knapp 0,2 ‰ ausmachte und er auf „mündige Bürger“ setzte; Zensur fände nicht statt. Auf Drängen des Aufsichtsrates wurde vor Jahren ein Speziallektorat eingerichtet. Laut Klaus Donaubauer, dem bischöflichen Finanzdirektor der Diözese Augsburg und damaligen Weltbild-Aufsichtsratsvorsitzenden, habe es die Aufgabe, „inhaltlich nicht tolerable Publikationen“ aus dem Vertrieb zu nehmen. Da sich Weltbild im Versandhandel mit Wettbewerbern behaupten müsse, habe die Verlagsgruppe ihr Angebot im Internet um das lieferbare Großhandelsangebot von KNV und Libri ergänzt. Darin „finden sich auch Bücher erotischen Inhalts“.[29] Klaus Donaubauer trat im November 2011 vom Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Verlagsgruppe zurück.[30] 2013 wurde ein Verlag, dessen Schwerpunkt auf schwuler Literatur lag, aus dem Sortiment genommen.[31]
Wirtschaftliche Lage und Eigentümerbeschlüsse der ehemaligen kirchlichen Gesellschafter

Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss Ende November 2011, sich „ohne jeden Verzug“ vom Verlag zu trennen. Nach einer Pressemitteilung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz vom 22. November 2011 könne „die internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich bzw. im Bereich der Unternehmensbeteiligungen“ nicht hinreichend unterbunden werden.[32] Darunter hätte die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter gelitten.

Am 26. Juni 2012 beschloss die Gesellschafterversammlung, alle Anteile an der Verlagsgruppe Weltbild in eine zu gründende kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts einzubringen. Diese sollte alleiniger Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild werden. Auf Verkaufserlöse und künftige Gewinnausschüttungen sollte verzichtet werden. Die Stiftung verfolge gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele.[33] Dies geschah jedoch zunächst nicht.[34]

Im September 2013 stand die Verlagsgruppe vor der Insolvenz. Einige Bistümer erwogen den Verkauf von Weltbild. Die sich seit 2011 stetig verschlechternde Ertragslage erschwerte einen etwaigen Verkauf.[35][36][37]

Im Oktober 2013 wurde bekannt, dass die Verlagsgruppe Weltbild beabsichtigte, den Kundendienst auszulagern, verbunden mit dem Verlust von 140 Arbeitsplätzen bei der Verlagsgruppe.[38] Die Gewerkschaft Verdi bewertete die Auslagerungsbestrebungen als „organisierte Kahlschlagorgie“.
Insolvenz

Da sich am 10. Januar 2014 Vertreter der Gesellschafter der Verlagsgruppe nicht auf eine weitere Finanzierung einigen konnten,[39] meldete das Unternehmen Insolvenz an.[40] Am 15. Februar 2014 entzog das Amtsgericht Augsburg der Geschäftsführung um Carel Halff die Verwaltungs- und Vermögensbefugnis über das Unternehmen Weltbild und vertraute sie Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz an.[41]
neuer Eigentümer

Der Insolvenzverwalter verhandelte mit mehreren Investoren. Am 2. August 2014 stieg das Finanzunternehmen Droege International Group (rückwirkend zum 1. Juli 2014) als neuer Mehrheitseigentümer ein. Infolge einer Kapitalerhöhung hält Droege seither 60 % der Anteile, die bisherigen Eigentümer behalten 40 %.[42] Nach der Stabilisierung des Unternehmens sollen die verbliebenen Anteile an Droege verkauft werden.[43] Droege stieß 67 defizitäre Filialen an die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH ab.[44] Diese schloss einige Filialen, meldete dann am 22. Juli 2015 ebenfalls Insolvenz an.[45][46]
Sonstiges

Seit März 2012 vermarktet Weltbild die Daten von ca. fünf Millionen Kundenadressen aus der ganzen Verlagsgruppe über die AZ Direkt GmbH, ein Tochterunternehmen der Bertelsmann AG.[47][48] Wegen des Listenprivilegs ist das ohne Zustimmung der Kunden möglich.

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