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Karl Haushofer

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Karl Haushofer

Beitrag  Andy am Di Dez 01, 2015 10:17 pm

Karl Ernst Haushofer (* 27. August 1869 in München; † 10. März 1946 auf dem Hartschimmel-Hof bei Pähl am Ammersee) war ein deutscher Offizier, Geograph und ein bekannter Vertreter der Geopolitik.


Haushofer (links) und Rudolf Heß, um 1920

Leben

Karl Haushofer war der Sohn des Münchener Professors für Nationalökonomie Max Haushofer Jr. (1840–1907) und seiner Frau Adele Fraas. 1896 heiratete er Martha Mayer-Doss (1877–1946), Tochter eines jüdischen Tabakfabrikanten aus Mannheim. Aus der Ehe gingen die Söhne Albrecht (1903–1945) und Heinz (1906–1988) hervor.

Nach Absolvierung des Humanistischen Gymnasiums trat Haushofer 1887 zunächst als Einjährig-Freiwilliger in das 1. Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold“ der Bayerischen Armee ein. Er wurde im Jahr darauf Dreijährig-Freiwilliger und Offiziers-Aspirant. Nach dem Besuch der Kriegsschule folgte 1889 seine Beförderung zum Sekondeleutnant. Von 1895 bis 1898 absolvierte Haushofer die Kriegsakademie, die ihm die Qualifikation für den Generalstab, die Höhere Adjutantur und das Lehrfach aussprach.[1] Im Anschluss daran wurde er Adjutant der 1. Feldartillerie-Brigade und 1899 für zwei Jahre zum Generalstab kommandiert. 1901 kehrte Haushofer als Hauptmann zu seinem Stammregiment zurück und war hier für drei Jahre als Batteriechef tätig. 1904 folgte seine Versetzung zur Zentralstelle des Generalstabs sowie die Kommandierung an die Kriegsakademie. Haushofer unterrichtete dort den 37. Lehrgang in Kriegsgeschichte und Geschichte der Kriegskunst. Nach Beendigung der Lehrtätigkeit wurde er 1907 zum Generalstab der 3. Division und 1908 wieder zur Zentralstelle des Generalstabs versetzt. Im gleichen Jahr unternahm Haushofer dienstliche Reisen nach Indien und China. Als Major wurde er dann 1909/10 zum Studium der Japanischen Armee nach Japan kommandiert. Nach seiner Rückkehr lehrte Haushofer wieder an der Kriegsakademie und wurde 1911 Abteilungskommandeur im 11. Feldartillerie-Regiment.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Haushofer Stabsoffizier im 7. Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold“, mit dem er sich an den Kämpfen in Lothringen und Frankreich beteiligte. Im weiteren Kriegsverlauf wurde er Ende Mai 1915 Kommandeur des Reserve-Feldartillerie-Regiments 9 und kam mit dem Regiment in Polen, im Elsass sowie in Rumänien zum Einsatz. Als Oberst gab Haushofer das Regiment im April 1917 ab und fungierte bis zum Kriegsende als Artilleriekommandeur der 30. Reserve-Division in Lothringen. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne und Rückführung in die Heimat wurde Haushofer mit dem Charakter als Generalmajor 1919 zur Disposition gestellt.

1919 habilitierte er sich an der Universität München in Geographie und wurde dort 1921 Honorarprofessor. Haushofer gehörte zu den Begründern der Geopolitik, die sich auf Friedrich Ratzel berief. Die Geopolitiker übernahmen den Begriff „Lebensraum“ aus der Biologie und übertrugen ihn auf ihre machtpolitischen Vorstellungen über die Beziehungen zwischen den Großmächten und gegenüber kleineren Staaten.

1919 lernte Haushofer Rudolf Heß kennen, der bei ihm studierte und zeitweilig als Assistent für ihn arbeitete und mit dem er freundschaftlich verbunden blieb. Als Heß wegen seiner Beteiligung am Hitler-Putsch 1923 zusammen mit Adolf Hitler in Landsberg am Lech inhaftiert war und dort von Haushofer mehrmals besucht wurde, kam es auch zu Kontakten mit Hitler. Eine nähere Beziehung zwischen Haushofer und Hitler lässt sich jedoch nicht nachweisen, auch wenn Hitler in Mein Kampf, das er in Landsberg unter Heß' Mitwirkung als Sekretär verfasste, geopolitische Thesen aufgriff.

Am 2. August 1925 strahlte die Deutsche Stunde in Bayern zwischen 20:15 und 20:45 Uhr erstmals Haushofers Rundfunkreihe „Der weltpolitische Monatsbericht“ aus. Er machte sich darin dafür stark, die Geowissenschaften näher an die Politik zu rücken. Bei seinen geopolitischen Ausführungen spielte die den Nationalsozialisten nahestehende Idee einer raumbezogenen Determiniertheit die zentrale Rolle. Die Sendung wurde, weil sie „gelegentlich recht einseitig und unlebendig“ war, nach sechs Jahren, im September 1931, aus dem Programm genommen. Unmittelbar nach ihrer Machtergreifung kamen die Nationalsozialisten auf Haushofer zurück und sendeten ab Juni 1933 seinen weltpolitischen Monatsbericht auf einem privilegierten, nämlich deutschlandweiten Sendeplatz, als Reichssendung.[2]

1933 wurde Karl Haushofer Ordentlicher Professor. In den Jahren 1934 bis 1937 war er Präsident der Deutschen Akademie. In der 1935 gegründeten Deutsch-Englischen Gesellschaft wurde er Vorstandsmitglied. Von 1938–41 war er, als Nachfolger des zum Rücktritt gezwungenen Hans Steinacher, Leiter des nun gleichgeschalteten Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Seither wurde er den offiziellen Stellen im Deutschen Reich gegenüber stets als Parteigenosse geführt, ohne jedoch selbst Mitglied der NSDAP zu sein.[3]

Als Kenner Japans war Haushofer beratend am Zustandekommen des Antikominternpakts von 1936 beteiligt. In dem 1925 von ihm herausgegebenen Handbuch Geopolitik des pazifischen Ozeans hatte er Japan dieselbe Vorreiterrolle für Asien zugedacht, die nach seinen Vorstellungen Deutschland in Europa spielen sollte.

Im Februar 1939 beendete er seine Tätigkeit als Hochschullehrer. Dem Nationalsozialismus, mit dem er vor allem durch die Freundschaft mit Rudolf Heß verbunden war, stand er in dieser Zeit zunehmend kritisch gegenüber. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stürzte ihn in eine schwere Depression.[4] Seine letzten Lebensjahre verbrachte er zurückgezogen auf seinem Gut Hartschimmelhof.

Nach Rudolf Heß' Flug nach Großbritannien am 10. Mai 1941 verlor Haushofer jeglichen Einfluss und geriet ins Visier der Gestapo. Sein Sohn Albrecht wurde als Mitwisser des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944 verhaftet und in der Nacht zum 23. April 1945 von der SS ermordet. Auch der jüngere Sohn Heinz wurde zeitweilig inhaftiert. Karl Haushofer selbst verbrachte einen Monat als Häftling in Dachau. Im Rahmen der Nürnberger Prozesse nach Kriegsende kam es zu einer Gegenüberstellung Haushofers mit Heß, wobei dieser aussagte, Haushofer nicht zu kennen.

In der Nacht vom 10. auf den 11. März 1946 töteten Haushofer und seine Frau sich an einer abgelegenen Stelle ihres Hartschimmelhofes mit Arsen.[5]

Rezeption

In der Nachkriegsrezeption des Haushofer-Werks herrscht Uneinigkeit.[6] Für den Jesuiten Bruno Hipler war Haushofer der „ideologische Lehrmeister Hitlers und der geistige Vater der NS-Ideologie“.[7] Frank Ebeling kommt zur entgegengesetzten Bewerung: Nationalsozialisten hätten Missbrauch mit Haushofers Geopolitik getrieben.[8] In seiner Haushofer-Biographie[9] vertritt der Politikwissenschaftler Hans-Adolf Jacobsen die Position, Haushofer habe den Mächtigen im Dritten Reich allzu lange die Treue gehalten. Sein Einfluss auf Hitlers Denken werde jedoch überschätzt. Es habe der Geopolitik nicht bedurft um Hitler auf Agressionskurs zu bringen. Dem schließt sich Nils Hoffmann an: „Weit mehr als Raumvorstellungen prägten Rassevorstellungen das Gedankenbild des Diktators. Die Bedeutung Haushofers für die Entwicklung der nationalsozialistischen Ideologie sollte folglich nicht überschätzt werden.“[10] Wegen ihrer Andienung an die nationalsozialistischen Machthaber habe sich die geopolitische Schule um Karl Haushofer gleichwohl selbst diskreditiert.
Werke

Das Japanische Reich in seiner geographischen Entwicklung. L.W. Seidel & Sohn, Wien 1921.
Geopolitik des Pazifischen Ozeans. (1925)
Bausteine zur Geopolitik. Kurt Vowinckel, Berlin 1928.
Japans Reichserneuerung von der Meiji-Ära bis heute. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1930.
Der nationalsozialistische Gedanke in der Welt. G.D.W. Callway, 1933.
Weltpolitik von heute. Zeitgeschichte-Verlag Wilhelm Andermann, Berlin 1934.
Napoleon I. Coleman, Lübeck 1935.
Kitchener. Coleman, Lübeck 1935.
Foch. Coleman, Lübeck 1935.
Weltmeere und Weltmächte. Zeitgeschichte Verlag, Berlin 1937.
Welt in Gärung. Zeitberichte deutsche Geopolitiker. Hrsg.: Gustav Fochler-Hauke. Deutscher Verl. für Politik und Wirtschaft Berlin; Breitkopf & Härtel, Leipzig 1937.
Deutsche Kulturpolitik im indopazifischen Raum. Hoffmann u. Campe, Hamburg 1939.
Grenzen in ihrer geographischen und politischen Bedeutung. Vowinckel, Heidelberg, Berlin; Magdeburg: 1939.
Wehr-Geopolitik : Geogr. Grundlagen e. Wehrkunde. Junker u. Dünnhaupt, Berlin 1941.
Japan baut sein Reich. Zeitgeschichte-Verlag Wilhelm Andermann, Berlin 1941.
Das Werden des deutschen Volkes. Von d. Vielfalt der Stämme zur Einheit der Nation. Propyläen-Verl., Berlin 1941.
Der Kontinentalblock. Mitteleuropa, Eurasien, Japan. Eher Verlag, Berlin 1941.
Das Reich. Großdeutsches Werden im Abendland. Habel, Berlin 1943.
Geopolitische Grundlagen. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin, Wien, 1939.


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