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Die Maulbeeren oder Maulbeerbäume

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Die Maulbeeren oder Maulbeerbäume

Beitrag  Andy am Fr Apr 29, 2016 9:46 pm

Nun hierbei handelt es sich nicht um Knut, oder irgendwelche Eisbären die am Still wachsen.Vielmehr um eine essbare frucht, die hier heimisch gemacht wurde.
Ganze Plantagen wurden damals angepflanzt, leider bei uns etwas in vergessenheit geraten.

Die Maulbeeren oder Maulbeerbäume (Morus) sind wie die Feigen (Ficus) eine Pflanzengattung in der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae).


Illustration von Morus nigra, Maulbeeren
Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)
Gattung: Maulbeeren
Wissenschaftlicher Name
Morus

L.

Verbreitung

Mit zwölf natürlich vorkommenden Arten war die Gattung ursprünglich über die gemäßigten und subtropischen Regionen der Nordhalbkugel mit Ausnahme von Europa verbreitet. Maulbeeren wurden aber schon zu Zeiten der Römer in allen wärmeren Regionen Europas verbreitet, die sich klimatisch auch zum Weinbau eignen.

Die drei in Europa meist bekannten Arten sind Weiße Maulbeere und Schwarze Maulbeere (beide aus Asien) sowie die Rote Maulbeere (aus Nordamerika).

Weiße Maulbeeren wachsen in Deutschland häufig nur strauchförmig. Geeignete Standorte sollten vor allem warm und windgeschützt sein. Günstig sind lockere, frische, tiefgründige, nährstoffhaltige sowie kalkreiche Böden. [1]


Maulbeeren, unreife Früchte und Blätter


Alter Maulbeerbaum

Beschreibung

Maulbeeren sind sommergrüne Bäume oder Sträucher, die Wuchshöhen von 6 bis 15 Meter erreichen. Sie führen einen weißen Milchsaft und haben eine graubraune Rinde. Die Blattform kann auch am selben Baum beträchtlich variieren. Nebenblätter sind immer vorhanden, können aber frühzeitig abfallen.

Morus-Arten sind einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. Die Blüten sind vierzählig. Männliche Blüten enthalten vier Staubblätter. [2]
Nutzung
Parkbaum

In Parks und Gärten im deutschsprachigen Raum werden meist Zierformen der Weißen Maulbeere gepflanzt, da sie winterhärter ist, als die Schwarze Maulbeere, deren stark färbende Früchte zudem in der Nähe von Verkehrsflächen unerwünscht sind. Die Rote Maulbeere ist dort noch praktisch unbekannt, obwohl sie als die frosthärteste Art gilt.
Blätter

Die grünen Blätter der Weißen Maulbeere dienen der Zucht des Seidenspinners und waren der hauptsächliche Zweck, zu dem die Maulbeerbäume nach Europa eingeführt worden sind, ganze Landschaften – hauptsächlich in Südeuropa – wurden mit Maulbeerbäumen, der Seidenraupenzucht und durch die Seidenproduktion geprägt. Auch in Preußen wurden aus diesem Grunde Weiße Maulbeeren an Alleen, auf Marktplätzen und Schulhöfen gepflanzt. Billige Seidenimporte aus Südostasien Anfang des 20. Jahrhunderts machten die europäische Seidenzucht und damit auch die europäischen Maulbeerbäume überflüssig und verdrängten sie von den Alleen, wo sie oft zu finden waren.

Die Blätter werden auch in Form eines Teeaufgusses zur Behandlung von Blasen- und Harnwegsentzündung angewandt.


Tausendjähriger Maulbeerbaum im Park der Benediktinerabtei Brauweiler (2011)

Das Holz der Weißen Maulbeere wird als hart, dauerhaft und gut polierfähig hochgeschätzt. Es dient im Mittelmeergebiet zur Herstellung von Schnaps- und Weinfässern sowie in asiatischen Ländern (besonders in der Türkei und im persischen Sprachraum) zur Herstellung von hochwertigen Musikinstrumenten (Zupfinstrumente) wie Saz, Baglama oder Cura.
Bastfasern

Im südostasiatischen Raum (Thailand, Laos, Burma) wird die Rinde zu handgeschöpften Papieren weiterverarbeitet. Dieses Maulbeerpapier dient dort als Material für Büttenpapiere, Fotoalben, Schachteln und Papierblüten. Die als Kōzo (楮) bekannten Bastfasern des zur selben Pflanzenfamilie gehörenden Papiermaulbeerbaums finden in China und Japan bei der Herstellung von Japanpapier (Kozogami) Verwendung.
Früchte

Die Früchte der drei genannten Arten sind essbar. Das Aussehen erinnert in der Form an längliche Brombeeren, die Farbe reicht von cremefarben (Weiße Maulbeere) über rot bis zu schwarz. Allerdings lässt sich die Art nicht über die Fruchtfarbe bestimmen, da es auch Weiße Maulbeeren mit dunklen Früchten gibt, ebenso wie Schwarze Maulbeeren mit weißen und hellen Früchten. Maulbeerfrüchte sind sehr süß und saftig, wobei die Weiße Maulbeere teils als fade gilt, während die Rote und Schwarze Maulbeere intensiver im Geschmack und aromatischer sind. Die Früchte am Baum reifen nach und nach im Laufe mehrerer Wochen und können daher nicht gleichzeitig abgeerntet werden. In manchen Ländern legt man Tücher oder Folien unter die Bäume, die reifen Maulbeeren fallen dann beim Schütteln herab, während die noch unreifen Früchte weiter an den Zweigen bleiben. Als Marktobst haben frische Maulbeeren praktisch keine Bedeutung, da sie zu weich und saftig für den Transport sind und zu schnell verderben.

Die getrocknete Maulbeere erlangt in Deutschland langsam erhöhte Beliebtheit. Ihr Geschmack ähnelt etwa dem von Rosinen, hinterlässt jedoch keinen Nachgeschmack. Die Maulbeeren verlieren beim Trocknen ihre Farbe und sehen sandfarben bis transparent aus, werden sehr fest und haben eine raue Außenhülle.

Auch Maulbeersaft kann inzwischen ohne Probleme in gutsortierten Geschäften erworben werden. Der Saft hat eine cremige Konsistenz, eine rehbraune Farbe und schmeckt ähnlich wie Brombeersaft ohne Säure mit einem leichten Rosenaroma.

Die Früchte werden in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt. Sie sollen z.B. den Blutzuckerspiegel und den Cholesterinspiegel senken sowie schleimlösend wirken.
Systematik

Die Gattung umfasst etwa 10 bis 15 Arten. Hier eine Artenauflistung:[3] [2]

Weiße Maulbeere (Morus alba L., Syn.: Morus alba f. tatarica Ser., Morus alba var. constantinopolitana Loudon, Morus alba var. multicaulis (Perr.) Loudon, Morus indica L. sowie Morus multicaulis Perr.)
Morus australis Poir. (Syn.: Morus acidosa Griff.)
Morus bombycis Koidz.: (Syn.: Morus kagayamae Koidz.)
Morus cathayana Hemsley
Morus celtidifolia Kunth
Morus liboensis S.S.Chang
Morus macroura Miq. (Syn.: Morus laevigata Wall. ex Brandis)
Morus mesozygia Stapf
Morus mongolica (Bureau) C.K.Schneid. (Syn.: Morus alba var. mongolica Bureau.)
Schwarze Maulbeere (Morus nigra L.)
Morus notabilis C.K.Schneider
Rote Maulbeere (Morus rubra L.)
Morus serrata Roxb.
Morus trilobata (S.S.Chang) Z.Y.Cao

Folgende beschriebenen Arten werden aktuell anderen Gattungen zugeordnet:

Morus calva H.Léveillé: Ist jetzt Coriaria sinica Maximowicz
Morus mairei H.Léveillé: Ist jetzt Acalypha mairei (H.Léveillé) Schneider
Morus excelsa Welw.: Ist jetzt Milicia excelsa (Welw.) C.C.Berg
Morus papyrifera L.: Ist jetzt Broussonetia papyrifera (L.) Vent.; siehe Papiermaulbeerbaum
Morus tinctoria: Ist jetzt Maclura tinctoria (L.) D.Don ex Steud.; siehe Färbermaulbeerbaum

Sonstiges

In der Medizin wird oft auf die Form der Maulbeere Bezug genommen. So wird das Aussehen von Gallensteinen mit den Maulbeeren verglichen. Auch die befruchtete Eizelle wird im 32-Zelle-Stadium, also nach der Befruchtung durch das Spermium und vor der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut, als Morula oder Maulbeerkeim bezeichnet.

Schwarze Maulbeeren werden auch zu Sirup für Erfrischungsgetränke verarbeitet.

Maulbeerbäume werden in Ovids Metamorphosen einmal erwähnt: In Pyramus und Thisbe wird erzählt, dass die Farbe der Maulbeeren ursprünglich weiß war und das Blut, das Pyramus vergoss, in die Wurzeln des Baumes einzog und die Maulbeeren purpurn färbte. In der Bibel wird der Maulbeerbaum achtmal genannt, wobei meist die Maulbeer-Feige gemeint ist.[4]

Seit 1024 steht in der Benediktinerabtei Brauweiler der tausendjährige Maulbeerbaum, zu dessen Füßen der Legende nach die Tochter Kaiser Ottos II., Mathilde, die Klostergründung beschloss.[5]


Wappen von Erkner

Auch in der Heraldik hat der Maulbeerbaum mit den Früchten es als Wappenfigur ins Wappenschild geschafft. Beispiel ist das Wappen von Erkner mit der Beschreibung: „Im blauen Schild ein goldener Schrägrechtsbalken überdeckt von einem schwarzen bewurzelten Maulbeerbaum mit grünen Blättern und zwei silbernen Maulbeeren.“[6]

Quelle
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