Ähnliche Themen
    Suchen
     
     

    Ergebnisse in:
     


    Rechercher Fortgeschrittene Suche

    Neueste Themen
    » Hexe Kebekus auf dem Scheiterhaufen
    Gestern um 6:53 am von Andy

    » ** Green Day **
    Gestern um 6:44 am von Andy

    » Depeche Mode
    Gestern um 6:40 am von Andy

    » Weltbilder - die ganze Sendung
    Di Apr 17, 2018 11:01 pm von checker

    » ** And One **
    Di Apr 17, 2018 9:21 pm von checker

    » Panzermensch
    Di Apr 17, 2018 9:01 pm von checker

    » Stammtisch vom 09.04.2018 Markus Krebs
    Mo Apr 16, 2018 9:50 am von Andy

    » Chris Lake - Operator (Ring Ring)
    Mo Apr 16, 2018 4:59 am von Andy

    » Die Liste deutscher Jägerbataillone vor 1918
    Mo Apr 16, 2018 2:53 am von Andy

    Navigation
     Portal
     Index
     Mitglieder
     Profil
     FAQ
     Suchen
    Partner
    free forum
    April 2018
    MoDiMiDoFrSaSo
          1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    30      

    Kalender Kalender


    Das Attentat von Anagni

    Nach unten

    Das Attentat von Anagni

    Beitrag  checker am So Nov 20, 2016 4:54 am

    Das sogenannte Attentat von Anagni am 7. September 1303 war der Endpunkt einer langen Auseinandersetzung zwischen Papst Bonifatius VIII. und dem französischen König Philipp IV.


    Sala dello schiaffo. Der Raum, in dem Sciarra Colonna Papst Bonifatius geschlagen haben soll.


    Papst Bonifatius VIII. wird gefangen genommen. (Darstellung aus der Nuova Cronica des Giovanni Villani, 14. Jahrhundert)

    Hintergrund

    Der Konflikt zwischen Papst und König hatte sich schon Jahre vorher abgezeichnet. Hintergrund war die Politik Philipps, der 1296 den Klerus besteuern wollte, um damit den Krieg gegen England zu finanzieren, was erheblichen Widerstand der Kurie zur Folge hatte. Als Reaktion darauf verbot Philipp 1296 die Ausfuhr von Wertsachen aus Frankreich, was den Papsthof von den Abgaben der französischen Pfründen abschnitt. 1301 unterstützte der Papst Bernard Saisset, den Bischof von Pamiers, den Philipp wegen Kritik an seiner Herrschaft festgenommen hatte. Offenbar überschätzte der Papst allerdings auch seine Macht: In der Bulle Unam Sanctam formulierte er 1302 den päpstlichen Machtanspruch in bisher nie dagewesener Form, worauf man am Pariser Hof mit mehreren Gegenschriften antwortete (siehe etwa Johannes Quidort von Paris).
    Verlauf

    Ende August hatte sich das Gerücht verbreitet, dass Bonifatius beabsichtige, am 8. September am Portal der Kathedrale von Anagni, wo sich die Päpste jener Zeit während der Sommermonate aufhielten, durch eine entsprechende Bulle, Philipp wegen seines anmaßenden Verhaltens mit dem Bann zu belegen, seine Untertanen von ihrem Treueid zu entbinden und die von ihm geschlossenen Bündnisse für nichtig zu erklären.

    Philipps Kanzler Guillaume de Nogaret gelang es, ein Bündnis mit dem einflussreichen Sciarra Colonna zu schließen, einem römischen Adligen, dessen Familie mit den Caetani, der Familie des Papstes, wegen Streitigkeiten um Landbesitz in Latium verfeindet war. In den Morgenstunden des 7. September 1303 drang eine Gruppe Bewaffneter unter Führung von Nogaret und Colonna in den Palast des Papstes in Anagni ein. Bonifatius solle den Quellen zufolge zu diesem Zeitpunkt fast allein gewesen sein und sich nur mit dem Stabkreuz in seiner Hand zur Wehr gesetzt haben. Sie bedrohten Bonifatius und forderten ihn auf, von seinem Amt zurückzutreten. Als er dies mit den Worten „Hier mein Hals, hier mein Haupt“[1] ablehnte, schlugen sie ihn, verhöhnten ihn, indem sie ihm ein Eselsfell als Mantel überwarfen und hielten ihn in seinem eigenen Palast gefangen. Am 9. September befreiten die Bürger Anagnis den Papst und vertrieben die Angreifer. Gleichwohl wurde der bereits 68-jährige Papst durch die Ereignisse so mitgenommen, dass er vier Wochen später, inzwischen nach Rom zurückgekehrt, verstarb.

    Das Papsttum, das durch diesen Akt eine tiefe Demütigung erfuhr, geriet in der Folgezeit in eine immer stärker werdende Abhängigkeit zum französischen König, so dass 1309 sogar für mehrere Jahrzehnte der Papstsitz in die Stadt Avignon verlegt wurde, welche damals zwar offiziell Teil des Heiligen Römischen Reiches war, aber im Einflussbereich des Königreichs Frankreich lag (siehe Avignonesisches Papsttum).

    Aufgrund eines Übersetzungsfehlers ging das Ereignis auch als Ohrfeige von Anagni in die Geschichte ein. Manus inicere bedeutet lediglich „jemanden ergreifen“. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Nogaret den Papst buchstäblich aus seinem Amt geohrfeigt hätte.

    Quelle
    avatar
    checker
    Moderator
    Moderator

    Anzahl der Beiträge : 32877
    Anmeldedatum : 03.04.11
    Ort : Braunschweig

    Benutzerprofil anzeigen

    Nach oben Nach unten

    Nach oben

    - Ähnliche Themen

     
    Befugnisse in diesem Forum
    Sie können in diesem Forum nicht antworten