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Die Horrorliteratur

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Die Horrorliteratur

Beitrag  Andy am So Jan 29, 2017 9:03 pm

Der Begriff Horrorliteratur bezeichnet eine Literaturgattung, deren Gegenstand die Schilderung von angsteinflößenden und oft übernatürlichen Ereignissen ist. Dabei rücken überwiegend die grausigen Motive der Handlung (Monster, Untote, Dämonen, Entstellungen, Qualen etc.) in den Vordergrund bzw. Mittelpunkt.


Illustration (1883) von Gustave Doré zu Edgar Allan Poes Der Rabe (1845)

Genredefinitionen

Laut dem Dictionary of Literary Terms and Literary Theory[1] stammt das Wort Horror vom lateinischen Verb horrere für die Haare hochstehen lassen, zittern, (sich) schütteln ab, wonach die Horrorgeschichte eine Geschichte ist, die den Leser schockt oder ängstigt und eventuell sogar Gefühle der Abscheu oder des Hasses bei ihm auslöst. Hauptthemen der Horrorliteratur sind laut dem Dictionary Mord, Selbstmord, Folter, Angst, Verrücktheit, Gespenster, Vampire, Doppelgänger, Succubi, Incubi, Poltergeister, dämonische Pakte, teuflische Besessenheit, Exorzismus, Hexerei, Voodoo, Lykanthropie und das Makabere.

Ein weiterer Begriff für Horrorliteratur, der im Lexikon der Horrorliteratur[2] benutzt wird, ist Weird Fiction, was übersetzt etwa seltsame, merkwürdige, gruselige oder unheimliche Prosadichtung bedeutet, den Bogen weiter spannt und somit mehr Textsorten umfasst als der Begriff Horror. Die Horrorgeschichte ist vor allem für die Entwicklung der modernen Kurzgeschichte von Bedeutung; einflussreich war auf diesem Gebiet insbesondere Edgar Allan Poe. Weitere Bedeutung erhält sie durch ihre Verbindung zum Schauerroman (engl. Gothic Novel), zur Schwarzen Romantik, zur Geister-/Gespenstergeschichte und zum Thriller.

In der Horrorliteratur werden die Grenzen dessen erkundet, was Menschen zu tun oder zu erleben fähig sind. Die Abgründe der menschlichen Seele werden erforscht, der Grad von Angst, Hysterie und Wahnsinn, den Menschen aushalten könnten, die dunkle Seite der Seele wird beleuchtet. Sie beschäftigt sich mit der Hölle, wobei diese nur das mehr oder weniger universelle Symbol einer extremen Bedingung ist, wie z. B. tiefe Trauer, ein überwältigendes Gefühl eines unwiederbringlichen Verlustes, akute Angst, irrationelle Vorahnungen oder körperliche Schmerzen. Laut dem Dictionary entwickelte sich dieses Konzept der inneren Hölle im 16. Jahrhundert, wo es als Teil des Bewusstseins angesehen wurde – als subjektive, innere, psychologische, persönliche und individuelle Quelle von Schrecken und Terror, als Chaos eines gestörten und gequälten Geistes.

Die Entwicklung des Horrorgenres ist ein Prozess, in dem Menschen versuchen, mit Ängsten vor dem Tod, dem ungewissen Leben nach dem Tod, der Bestrafung, der Dunkelheit, dem Bösen, der Gewalt und der Zerstörung zurechtzukommen. So widmeten sich bereits die Schriftsteller des späten Mittelalters insbesondere den beiden Themen des Ubi sunt und des Danse Macabre, wodurch sie spätere Entwicklungen vorwegnahmen. Als Auseinandersetzung mit dem Tod will auch Andreas Nohl in seinem Begleittext zu Das eiserne Leichentuch die Horrorgeschichte verstehen. Eine ähnliche Sichtweise legen Stephen King in Danse Macabre und H. P. Lovecraft in Die Literatur des Grauens dar: Beide sehen in der Horrorliteratur ein Genre, das den Leser mit seinen Ängsten, mit der jedem Menschen innewohnenden Angst vor der Dunkelheit, dem Tod, dem Unbekannten und dem Verlust von Kontrolle konfrontiert. Diese Argumentation übernimmt Anleihen aus der antiken Dramentheorie. Dort sollen die Zuschauer durch heftige Gefühlserregungen (Furcht und Schrecken, später bei Lessing: Furcht und Mitleid) eine psychische Reinigung (Katharsis) erfahren. Dem entspricht auch die Argumentation des Literaturwissenschaftlers Hans Mayer in Das unglückliche Bewußtsein: In einem kurzen Exkurs über William Beckfords Vathek bestreitet Mayer, dass es sich bei Vathek um einen Horrorroman handele, da der Autor nicht auf die Erregung von Angst ziele, sondern kühl und unbeteiligt beschreibe.

Zuordnungsprobleme und Genrekombinationen


Moderne Form des Zombies, der seinen Zustand meist einem wissenschaftlichen Grund, wie einem Virus, „verdankt“ – und nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Zombie der Voodoo-Mythologie zu tun hat.

Literaturkritiker Douglas E. Winter stellte die These auf, bei der Horrorliteratur handel[e] [es] sich nicht um eine Gattung von Literatur […]. Für ihn ist die Horrorliteratur überhaupt kein Genre, wie Science Fiction oder der Western, es handele sich dabei vielmehr um ein Gefühl; zumindest letztere Aussage wird auch vom Dictionary of Literary Terms and Literary Theory gestützt. Dabei ist es nach Winter keinem bestimmten Autoren vorbehalten, dieses Gefühl bei seinem Leser zu erzeugen, den man allgemeinsprachlich als Horrorautoren bezeichnet, wie z. B. in heutiger Zeit bei Stephen King oder Thomas Harris geschehen. Vielmehr hätten sich immer wieder Autoren aller Kulturen und Epochen mit den Themen der Angst und Gewalt beschäftigt; als Beispiele nennt er namentlich James Joyce, Ernest Hemingway, Nathaniel Hawthorne und Carlos Fuentes, deren Werke teilweise ebenfalls der Horrorliteratur zuzurechnen seien. Gegen Winters These spricht die Tatsache, dass man Werke nur dann dem Horrorgenre zuzuordnen braucht, wenn die Horror-Motive, -Figuren, -Stimmungen etc. als solche im Vordergrund stehen – und nicht etwa die zu ihnen hinführenden oder von ihnen ausgehenden Verstrickungen. Zudem ist es selbstverständlich, dass Themen wie Angst und Gewalt keinem bestimmten Autorenschlag vorbehalten sind. Winters unhaltbarer These zufolge müssten auch alle anderen erdenklichen Genres wie Science Fiction oder Western für nichtig erklärt werden, denn Autoren können Zeitreisende im Wilden Westen landen lassen – oder umgekehrt: Westernhelden in die Zukunft schicken – und vieles mehr. Halten sich in einem Werk die Hauptmerkmale mehrerer Genres die Balance, handelt es sich um eine Genre-Kombination wie beispielsweise Horror-Western, SciFi-Horror, Horror-Krimi, Abenteuer-Horror oder SciFi-Horror-Komödie.
Abgrenzung von Horror und Science Fiction
Das Ziehen einer eindeutigen Grenze zwischen Horror und Science Fiction fällt in einigen Fällen relativ schwer, da es viele Texte gibt, die zu beiden Genres gezählt werden und für die Entwicklung beider Genres entscheidend waren. Meist sind die Science-Fiction-Elemente erst der Auslöser für die jeweiligen Schrecken der Horrorgeschichten. So wird z. B. Mary Shelleys Frankenstein häufig als Begründer der Science-Fiction-Geschichte gesehen, gehört allerdings unbestritten auch zum Horrorgenre. Gleiches gilt für Stevensons Dr Jekyll and Mr Hyde. Bei H. G. Wells erreichte die Vermischung beider Genres einen Höhepunkt, weshalb diese Romane oft als Science-Fiction-Horror, SciFi-Horror bzw. SF-Horror bezeichnet werden; auf die Romane von Richard Matheson (I Am Legend, The Shrinking Man) und H. P. Lovecraft (The Colour Out of Space) trifft dies ebenfalls zu. Insbesondere bei modernen Zombiegeschichten (z. B. in Stephen Kings Cell, in George A. Romeros Zombie-Filmen und in den Resident-Evil-Videospielen) liegt meist ein wissenschaftlicher Grund wie kosmische Strahlung oder ein Virus vor; die Geschichten werden jedoch ausschließlich zum Horrorgenre gezählt, da die Horroraspekte überwiegen.

Weiteres dazu im Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Horrorliteratur
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Andy
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