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Die Misogynie

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Die Misogynie

Beitrag  checker am Mi März 29, 2017 10:10 pm

Misogynie ist ein abstrakter Oberbegriff für sich wandelnde soziokulturelle Einstellungsmuster der geringeren Relevanz bzw. Wertigkeit von Frauen oder der höheren Relevanz bzw. Wertigkeit von Männern. Sie wird sowohl von Männern als auch von Frauen selbst über die psychosoziale Entwicklung verinnerlicht (Sozialisation, Habitualisierung) und stellt die Erzeugungsgrundlage für den hierarchisierenden Geschlechtshabitus von Männlichkeit und Weiblichkeit dar. Sie ist damit die Basis hegemonalier Männlichkeit bzw. partriarchaler Beziehungsgefüge. Wo sie den sozialen Idealen bzw. persönlichen Idealen widerspricht, wird sie meist verdeckt – etwa durch Tabuisierung, Höflichkeit oder sozial erwünschte Gleichheitsrhetorik. Dann bleibt sie individuell unbewusst und gesellschaftlich diffus.


Vignette aus: Johann Heinrich Feustking: Gynaeceum Haeretico Fanaticum, oder Historie und Beschreibung der falschen Prophetinnen, Qväckerinnen, Schwärmerinnen, und andern sectirischen und begeisterten Weibes-Personen, durch welche die Kirche Gottes verunruhiget worden: sambt einem Vorbericht und Anhang, entgegen gesetzet denen Adeptis Godofredi Arnoldi, Frankfurt und Leipzig, Christian Gerdes, 1704. (Inschriften: Taceat mulier in ecclesia / Ketzer Historie)

Misogynie schlägt sich auf allen Ebenen sozialer Beziehungen nieder, von der gesamtgesellschaftlichen Ebene bis zur persönlichen Beziehungsebene. Sie kann sich auf vielfältige Weise und in unterschiedlicher Intensität ausdrücken: strukturelle, wirtschaftliche oder rechtliche Ausgrenzung bzw. Benachteiligung von Frauen, geringe Anerkennung der Arbeit von Frauen (Care-Arbeit, Gender Pay Gap etc.), Nicht-Berücksichtigung oder Nicht-Achtung von Frauen, Antifeminismus, Verächtlichmachung von Frauen (Sexismus), Verachtung von Frauen bzw. Selbstverachtung bei Frauen, Entmenschlichung oder Objektifizierung von Frauen bis hin zu Gewalt oder sexualisierter Gewalt gegenüber Frauen und Femizid.[1][2][3][4][5][6][7][8][9][10]

Lange galten nur konkrete, extreme Formen der Abwertung von Frauen als Misogynie, wodurch Verbreitung und Ausmaß individuell und gesellschaftlich verschleiert wurden.[11]

Misogynie ist eine auf Frauen gerichtete Form der Misanthropie[12]. Mit der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert wurde gesellschaftliche Misogynie zunehmend thematisiert und bekämpft, so dass im 20. Jahrhundert nun die Furcht und der Begriff der Misandrie aufkamen.[13]

Wortherkunft

Das Wort Misogynie geht auf das altgriechischische Personalpronomen μισόγυνος misógynos „Weiberfeind“ zurück. Es ist gebildet aus μισεῖν misein „hassen“ sowie γυνή gyné „Frau“.[14] In der griechischen Antike bezeichnete es die in der Philosophie vorherrschende Vorstellung von der ontologischen Minderwertigkeit der Frau. Ausgedrückt wurde dies entweder direkt über negative Beschreibungen der Frau oder indirekt über die positive Beschreibung der Unterordnung der Frau unter den Mann.[15]

Im Deutschen wird der Begriff bis heute oftmals wortwörtlich als Frauenhass bzw. „Frauenfeindlichkeit“ verstanden, d. h. auf extreme, konkrete Formen reduziert. Auch im deutschen Sprachgebrauch in Medizin und Psychologie wird er bislang im Wortsinn begrenzt auf „extreme Abneigung von Männern gegenüber Frauen“ und „krankhaften Hass von Männern gegenüber Frauen“.[16][17][18]

Aus dem Englischen, der Soziologie und Sozialpsychologie setzt sich „neuerdings“ ein erweitertes Verständnis durch, das die grundlegende Habitualisierung und gesellschaftliche Verankerung von Misogynie einbezieht.[19]

So wird Misogynie heute immer weniger als Konkretum verstanden , d. h. etwa als Frauenhass einzelner kranker Männer. Sie kann nun vielmehr als ein Abstraktum verstanden werden, das zugleich Oberbegriff ist. Er subsummiert eine Vielzahl von psychosozialen Phänomenen der Herstellung sozialer Ungleichheit über die Kategorie Geschlecht bzw. Gender – sowohl in der eigenen Gesellschaft als auch in anderen Gesellschaften.
Definitionen

Wurde Misogynie früher primär individualisierend als Frauenhass im engeren Sinne bezeichnet, so hat sich das Verständnis heute auch in Deutschland auf eine gesamtgesellschaftliche Sichtweise von „Frauenverachtung und -feindlichkeit“ erweitert:

„Misogynie, .... Kennzeichnung von Einstellungen, die die strukturelle Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft und im privaten Bereich widerspiegeln. Misogyne Einstellungen und Verhaltensweisen äußern sich sowohl offen restriktiv (Karrierehemmnisse, ungleiche Bezahlung, etc.) wie auch durch die in verdeckter Weise erfolgende Beschränkung der Frau auf ihre traditionelle Geschlechtsrolle (Verzerrung des Selbstbildes der Frau aufgrund spezifischer Sozialisation, Betonung ihrer schwächeren Position durch überlieferte Höflichkeitsformen etc.). Da Misogynie als Emanzipationsfeindlichkeit im engeren Zusammenhang mit dem umfassenderen Autoritarismus gesehen wird, erscheint ihre Überwindung nur im gesamtgesellschaftlichen Kontext möglich.“[19] LEXIKON DER SOZIOLOGIE 2011

International hat sich diese gesamtgesellschaftliche Sichtweise schon länger durchgesetzt:

„Misogynie … ist ein zentraler Teil sexistischer Vorurteile sowie Ideologien und ist daher eine wichtige Grundlage für die Unterdrückung von Frauen in männlich dominierten Gesellschaften. Misogynie manifestiert sich auf vielfältige Weise, von Witzen über Pornografie bis hin zur Beförderung eines Empfindens von Selbstverachtung von Frauen und ihren eigenen Körper.“[20] THE BLACKWELL DICTIONARY OF SOZIOLOGY 2000

Misogynie ist insofern nicht auf Männer beschränkt, sondern auch bei Frauen weit verbreitet (Mittäterschaft) und sowohl von Jungen als auch von Mädchen über die Sozialisation verinnerlicht:

„Obwohl Misogynie bei Männern am häufigsten ist, existiert sie auch bei Frauen, wird von Frauen gegen andere Frauen oder sogar gegen sich selbst angewendet. Die Misogynie fungiert als Ideologie- oder Glaubenssystem, das seit Jahrtausenden patriarchalische oder männlich dominierte Gesellschaften begleitet und weiterhin Frauen in untergeordnete Positionen mit eingeschränktem Zugang zu Macht und Entscheidungsfindung platziert. (…) Aristoteles behauptete, dass Frauen als natürliche Deformationen bzw. unvollkommene Männer existieren (…) Seither haben Frauen in westlichen Kulturen ihre Rolle als gesellschaftliche Sündenböcke verinnerlicht, die im 21. Jahrhundert durch vielfältige Objektifizierung von Frauen zu Tage trittt, mit ihrer kulturell sanktionierten Selbstabscheu und ihren Fixierungen auf plastische Chirurgie, Anorexie und Bulimie.“[7]

Misogynie historisch betrachtet

Bereits Cicero berichtete vor unserer Zeitrechnung, dass die griechische Philosophie Misogynie als die Äußerung einer Angst sah (Gynophobie).[21]

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt der US-amerikanische Kulturanthropologe David D. Gilmore fest, dass Misogynie in fast allen Kulturen und Epochen vorkomme, der Frauenhass in vergleichbarer Weise in der Jäger-Sammler-Gesellschaft ebenso existent gewesen sei wie im Mittelalter oder im Europa des 21. Jahrhunderts.[22]
Misogynie in der Philosophie von Platon bis Schopenhauer

Durch die Erotisierung bzw. Sexualisierung des Logos in der griechischen Philosophie kam es zu einer folgenschweren Abwertung des Weiblichen. Das, was nicht Logik ist, und die Materie wurden als weiblich gedacht (mater-materia). In Platons Timaios ist die Rede von der Mutter als dem Gefäß aller Sinnendinge; Maimonides berichtet, dass nach Platon die Idee männlich, die Materie weiblich sei.
Misogynie in der mitteleuropäischen Philosophie des Mittelalters

Der monastische Asketismus des Mittelalters und der mittelalterliche Realismus trugen dazu bei, dass sich innerhalb der monastischen Kultur eine Geschlechtsspezifik manifestierte, die den mittelalterlichen Intellektuellen prägte. Der scholastische Ideenrealismus ist mit dem Namen Abaelards verbunden, der 200 Laster und Missetaten von Frauen auflistete. Das im Auftrag des Papstes Johannes XXII. verfasste Buch Abaelards wurde 1474 in Ulm gedruckt und geriet zum Vorbild des Hexenhammers.[23]

Die Dokumente, die Jean Delumeaus Studie über die Geschichte kollektiver Ängste in Europa zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert zugänglich macht, zeigen den Zusammenhang zwischen der Sinnenfeindlichkeit der monastischen Philosophie und der unverhohlenen Frauenfeindlichkeit der kirchlichen Vollzieher der Hexenprozesse.[23]
Siehe auch: Ob die Weiber Menschen seyn, oder nicht?
Auswirkungen auf Alltag, Kirche und Wissenschaft

Texte wie „De contemptu mundi“, das Werk des Mönchs Bernhard von Cluny, welches apokalyptische Passagen[24] gegen die Frauen enthält, waren über die Beichtbücher und das Urteil der Theologen bis ins 16. und 17. Jahrhundert maßgebend für die Seelsorge, und die Vorstellung von der Frau als Handlangerin des Satans, wie Jean Delumeau es ausdrückt, wurde in Millionen von Familien hineingetragen und fand so Eingang in Moral und Alltagskultur.

Die Bekämpfung sexueller Bedürfnisse, das Sprechen und Schreiben über die Abtötung des Fleisches, Zölibat und Keuschheit gehörten zu den bestimmenden Elementen der christlichen Kultur des Mittelalters. Für die Einführung des monastischen Zölibates waren ökonomische Gründe maßgeblich. Auch das Volk wünschte sich Heilige, die ihren Pflichten als Seelsorger nachkommen konnten, ohne von familiären Pflichten abgelenkt zu sein.[25]

Dennoch gab es auch im Mittelalter Zusammenschlüsse von gemischtgeschlechtlichen christlichen Gruppierungen. Diese existierten oft als Bettelorden; neuerer Terminologie zufolge kann man diese als Subkultur bezeichnen. Vielfach sind Biografien adeliger Personen bekannt, weiblich wie männlich, die sich solchen – oft verfolgten – Gruppen anschlossen.

Die dominierende, weil verschriftlichte Wissenschaftskultur, resultierend aus den Institutionen des Wissens, wie sie im Europa des Mittelalters durch Klöster und Universitäten entstanden waren, blieb bis ins 20. Jahrhundert eine reine Männerinstitution; noch im 21. Jahrhundert stellen Frauen in diesen Institutionen eine Minderheit dar.[26]

Männliche Erbfolge und Keuschheit der Frauen im Mittelalter

Eine Vaterschaft war aus männlicher Sicht nicht überprüfbar, bestenfalls die Frau selbst konnte wissen, welcher Mann bei der Zeugung eines Kindes involviert gewesen war. Die soziale Institution der Jungfräulichkeit und das Dogma der unbefleckten Empfängnis zielten darauf ab, Schwangerschaften in Bezug auf die männlichen Mitverursacher bestimmen zu können, ohne diese Bestimmung den schwangeren Frauen selbst zu überlassen. Die Sicherstellung der biologischen Vaterschaft muss als wesentlicher Bestandteil männerzentrierter Gesellschaften und männlicher Erbfolge gesehen werden.
Europäische Männlichkeitsentwürfe ausgehend vom Mittelalter

Das Männerbild, in der Kunstgeschichte als „der neue Adam“ bekannt, das unter katholischer Aufsicht ab dem 15. Jahrhundert zu verbreiten gesucht wurde, sollte Männern unter anderem Tugenden wie Treue in der Ehe, Männerfreundschaft, Häuslichkeit nach der Heirat vermitteln. Darstellungen dieses Typus und zur Thematik finden sich z. B. bei Albrecht Dürer, der in diesen Arbeiten stets pädagogische Ideale abzubilden versuchte.

Mit der breiten Militarisierung der männlichen Bevölkerung und der Schaffung neuerer reiner Männerräume durch Kasernen- und Schulwesen, wie es beinahe in ganz Europa ab dem 18. Jahrhundert organisiert wurde und institutionell noch im 21. Jahrhundert fortwirkt, veränderte sich das Ideal des Mannes im Vergleich zu den mittelalterlichen Tugenden. Die Militarisierung brachte für alle Männer verpflichtend neue Ideale, regelmäßiges Training zur Gewaltanwendung, das Ignorieren von Emotionen, Empathie oder Schmerz mit sich. Die Mädchenerziehung, sofern sie stattfand, war nach wie vor auf Tugenden wie Sittsamkeit, Keuschheit, Mitgefühl und Pflege ausgerichtet. Neu war ab dem 17./18. Jahrhundert, dass aufgrund staatlicher Institutionen beinahe alle Gesellschaftsschichten diesen Bildungsprogrammen unterzogen werden konnten.[27]

Der Aufklärer Jean-Jacques Rousseau, der in Emile oder über die Erziehung ausführlich über Pädagogik schrieb, war auffällig frauenfeindlich. Die Erziehung des Mädchens Sophie ist der des Protagonisten zwar im Stil ähnlich, vom Inhalt her aber ganz anders: Sie lernt Singen, Klavierspielen, Nähen und Kochen. Ihre Aufgabe ist es, ihrem zukünftigen Mann zu gefallen und ihm das Leben angenehm zu machen. Die natürliche kindliche Neugier von Mädchen oder jungen Frauen ist abzutöten, da sie klug genug sind, um Geheimnisse, die man ihnen verbirgt, zu ahnen, und weil sie schlau genug sind, sie zu entdecken.[28] Rousseau nennt das liebenswerte Unwissenheit. François Fénelon forderte: Ein Mädchen soll nur reden, wenn es wirklich nötig ist, mit einem fragenden und ehrerbietigen Ausdruck. Über Dinge, die gemeinhin über das Verständnis von Mädchen hinausgehen, soll sie selbst dann nicht sprechen, wenn sie darüber Bescheid weiß […] Man lehre die Mädchen, daß ihr Geschlecht gegenüber der Wissenschaft ein Schamgefühl empfinden soll, das ebenso empfindsam ist wie jenes, aus dem der Abscheu vor dem Laster sich nährt.[29] Etwas zu wissen, ist für Mädchen also quasi eine Untat. Johann Gottfried Herder war besonders offen: Eine Henne, die kräht, und ein Weib, das gelehrt ist, sind üble Vorboten: Man schneide beiden den Hals ab.[30] Der Philosoph Arthur Schopenhauer betrachtete die Frau als sexus sequior, „das in jedem Betracht zurückstehende, zweite Geschlecht, dessen Schwäche man demnach schonen soll, aber welchem Ehrfurcht zu bezeugen über die Maßen lächerlich ist und uns (Männer) in ihren eigenen Augen herabsetzt“.[31]
Strukturelle Misogynie in der Wissenskultur

Nach Seyla Benhabib wurde auch in der Wissenskultur, die als von der monastischen Tradition prinzipiell losgelöst erscheint, eine einseitige, von männlichen Philosophen, Wissenschaftlern und Theoretikern forcierte Betrachtung aufrechterhalten. Der Begriff Misogynie oder neuer sozialer Sexismus kann nunmehr als fehlendes Einbeziehen der weiblichen Leistungen und Lebensformen in Theorien und Systemen verstanden werden. Das Abdrängen von Mädchen in sittliche Rollenbilder, die sie aufgrund ihres Geschlechtes theoretisch zu erfüllen hätten, wird ebenso oft als sexistisches Handeln verstanden.

Kritisiert werden vor allem jene Grundlagen der politischen Philosophie und der Ökonomie, die von Männern konzipiert wurden, innerhalb derer Reproduktionsarbeit und Frauenrechte nicht in Staats- und Vertragstheorien miteinbezogen wurden. Der Begriff des „separative self“, der wesentlicher Bestandteil kontraktualistischer Staatstheorien wie jener von Hobbes, Locke, Rousseau, Kant oder Rawls ist, beschreibt eine Lebensform, deren Grundvoraussetzungen für Frauen bis zur Einführung des Frauenwahlrechtes und Reformen des Erbrechtes und dem Recht auf Privateigentum nicht zutrafen.

Die Erhaltung der Regenerationssphäre, die Reproduktionsarbeit und die emotionale und sexuelle Befriedigung des Mannes wurden im wissenschaftlichen Diskurs wie in politischen und rechtlichen Grundlagen als ureigene weibliche Domäne angesehen,[32] während besagte separative Autonomie Frauen bis ins 20. Jahrhundert weitgehend vorenthalten war.

Feministische Theorien, die auf der Beobachtung von sozialen und geistigen Gewohnheiten basieren, weisen geschlechterspezifische Dualismen zurück und kritisieren deren kulturelle Manifestationen in Form von sozialer Abschottung und sozialen Rangordnungen.[33]
Siehe auch: Gender Pay Gap
Die feministische Sicht

In feministischen Theorien wird vorgebracht, die Misogynie sei sowohl als Ursprung als auch als Konsequenz von fortbestehenden patriarchalen Strukturen in vielen Gesellschaften zu erkennen.[34] Speziell im Feminismus wird zum Teil die Auffassung vertreten, die Diskriminierung von Frauen beruhe auf einer männlichen Misogynie. Zwar wird in der Literatur über den Feminismus ebenso zwischen Misogynie, Frauenfeindlichkeit und Antifeminismus unterschieden,[35] gelegentlich werden diese Begriffe aber auch synonym verwendet.[36]

Rolf Pohl wendet dagegen ein, dass viele Männer Frauen als eine Bedrohung wahrnähmen, besonders solche Frauen, die eine alternative soziale Rolle von Weiblichkeit lebten. Bei einigen Männern äußere sich das in Gewalt und offener Diskriminierung gegen Frauen. Meist seien die Handlungsmuster jedoch subtilerer, unbewusster Natur.[37]

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