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Wilhelm Blasius

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Wilhelm Blasius

Beitrag  Andy am Fr Okt 06, 2017 11:13 pm

Wilhelm August Heinrich Blasius (* 5. Juli 1845 in Braunschweig; † 31. Mai 1912 ebenda) war ein deutscher Geheimer Hofrat und Ornithologe.

Leben

Wilhelm Blasius kam als zweiter Sohn des Zoologen Johann Heinrich Blasius in Braunschweig zur Welt. Er absolvierte Medizinstudien in Braunschweig, Göttingen und Zürich, die er 1868 abschloss. 1871 übernahm er von seinem Vater die Direktorenposten des Naturhistorischen Museums und des Botanischen Gartens Braunschweig. 1872 wurde er Professor für Zoologie und Botanik an der Technischen Hochschule Braunschweig. Während seiner Arbeit widmete sich Blasius dem Tier- und Heimatschutz sowie der vorgeschichtlichen Erforschung Niedersachsens und Sachsen-Anhalts (Megalithanlagen im Haldenslebener Forst). 1874 wurde er Sekretär der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft. Daneben war Blasius bestrebt, dem Naturhistorischen Museum Braunschweig durch Ankauf und Verkauf von Tierbälgen und Vogeleiern internationales Ansehen zu verleihen. Dazu gehörten die Vogelsammlungen von Adolph Nehrkorn, Friedrich Grabowsky, Carl Constantin Platen und Hugo Storm. Die wertvollsten Eingänge für das Museum stammten vor allem von den Philippinen, aus Sulawesi, von den Molukken und aus Bolivien.

1907 reiste Wilhelm Blasius als Delegierter zum 7. Internationalen Zoologischen Kongress nach Boston.


Grabstein von Wilhelm Blasius


Grabstein von Ehefrau Margarethe Blasius, geb. Uhde

Blasius war seit dem 28. September 1886 mit Margarethe Uhde, einer Tochter des Braunschweiger Chirurgen Karl Uhde verheiratet. Am 31. Mai 1912 starb er nach langer Krankheit. Sein Grab befindet sich neben dem seiner Ehefrau auf dem Friedhof der Reformierten Gemeinde in der Juliusstraße in Braunschweig.

Zu Blasius bekanntesten Werken zählt eine Monografie über den Riesenalk, die 1903 veröffentlicht wurde. Darüber hinaus beschrieb Blasius einige Taxa.
Mitgliedschaften und Ehrungen

Wilhelm Blasius war seit 1888 Mitglied der Leopoldina und korrespondierendes Mitglied der American Ornithologists’ Union. 1892 wurde Blasius mit der Ehrendoktorwürde der Universität Padua bedacht. Seit dem Sommersemester 1898 war er Ehrenmitglied des Corps Hercynia Braunschweig.[1]
Taxa

Folgende Vogelarten wurden von Wilhelm Blasius beschrieben:

Archboldsperber (Accipiter nanus, Blasius,W, 1897)
Braunbrust-Dickkopf (Pachycephala homeyeri, Blasius, WH, 1890)
Höckerstorch (Ciconia stormi, Blasius,W, 1896)
Nacktwangen-Spinnenjäger (Arachnothera clarae, Blasius, WH, 1890)
Nehrkornbrillenvogel (Zosterops nehrkorni, Blasius, 1888)
Nehrkornmistelfresser (Dicaeum nehrkorni, Blasius,W, 1886)
Palawangrundschnäpper (Ficedula platenae, Blasius,W, 1888)
Palawan-Spatelschwanzpapagei (Prioniturus platenae, Blasius,W, 1888)
Philippinenwolltimalie (Ptilocichla mindanensis, Blasius, WH, 1890)
Schnarchralle (Aramidopsis plateni, Blasius,W, 1886)
Zwergbuschtimalie (Stachyris plateni, Blasius, WH, 1890)

Hinzu kamen noch folgende Unterarten:

Bindenlaufhühnchen (Turnix suscitator haynaldi, Blasius,W, 1888)
Blauschwanzspint (Merops philippinus celebensis, Blasius,W, 1885)
Bronzefruchttaube (Ducula aenea palawanensis, Blasius, WH, 1888)
Diardtrogon (Harpactes diardii sumatranus, Blasius,W, 1896)
Pagodenkauz (Strix seloputo wiepkeni, Blasius,W, 1888)
Waldfischer (Ceyx lepidus margarethae, Blasius,W, 1890)
Weißbauchspecht(Dryocopus javensis suluensis, Blasius,W, 1890)

Zusammen mit seinem Freund Adolph Nehrkorn beschrieb er eine Unterart des Schimmerkuckuck (Phaenicophaeus curvirostris borneensis, Blasius,W & Nehrkorn, 1881)
Werke (Auswahl)

1883: Vögel von Borneo. (zusammen mit Friedrich Grabowsky) – Digitalisat
1884: Zur Geschichte der Ueberreste von Alca impennis Linn. – Digitalisat
1891: Die faunistische Litteratur Braunschweigs und der Nachbargebiete mit Einschluss des ganzen Harzes.
1900: Die anthropologische Litteratur Braunschweigs und der Nachbargebiete mit Einschluss des ganzen Harzes.
1903: Der Riesenalk, Alca impennis L. In: „Naumann, Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas … Sonderabdruck aus Bd. XII. der Jubiläums-Ausgabe“.

Quelle
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