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    Der Aufruf der Kulturschaffenden

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    Der Aufruf der Kulturschaffenden

    Beitrag  Andy am Mo Okt 16, 2017 9:02 am

    Der Aufruf der Kulturschaffenden, ein von Joseph Goebbels formuliertes Manifest[1], erschien am 18. August 1934 im Völkischen Beobachter, dem Parteiorgan der NSDAP, am Vorabend der Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs. Mit diesem Plebiszit sechs Wochen nach dem sogenannten Röhm-Putsch und zwei Wochen nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wollte sich die Regierung Hitler die von ihr bereits am 1. August 1934 beschlossene Vereinigung der Ämter des Staatsoberhauptes (Reichspräsident) und des Regierungschefs (Reichskanzler) in der Person Adolf Hitlers vom Volk bestätigen lassen.


    Joseph Goebbels: Aufruf der Kulturschaffenden. Ausschnitt aus Völkischer Beobachter vom 18. August 1934

    Die Zeitungsmitteilung lautet:

    Aufruf der Kulturschaffenden
    Berlin, 17. August.
    Die unterzeichneten Persönlichkeiten richten folgenden Aufruf an die Öffentlichkeit:
    Volksgenossen, Freunde!
    Wir haben einen der Größten deutscher Geschichte zu Grabe geleitet. An seinem Sarg sprach der junge Führer des Reiches für uns alle, und legte Bekenntnis ab für sich und den Zukunftswillen der Nation.
    Wort und Leben setzte er zum Pfand für die Wiederaufrichtung unseres Volkes, das in Einheit und Ehre leben und Bürge des Friedens sein will, der die Völker verbindet. Wir glauben an diesen Führer, der unseren heißen Wunsch nach Eintracht erfüllt hat.
    Wir vertrauen seinem Werk, das Hingabe fordert jenseits aller krittelnden Vernünftelei, wir setzen unsere Hoffnung auf den Mann, der über Mensch und Dinge hinaus in Gottes Vorsehung gläubig ist.
    Weil der Dichter und Künstler nur in gleicher Treue zum Volk zu schaffen vermag, und weil er von der gleichen und tiefsten Überzeugung kündet, dass das heiligste Recht der Völker in der eigenen Schicksalsbestimmung besteht, gehören wir zu des Führers Gefolgschaft.
    Wir fordern nichts anderes für uns, als was wir anderen Völkern ohne Vorbehalte zugestehen, wir müssen es für dieses Volk, das deutsche Volk, fordern, weil seine Einheit, Freiheit und Ehre unser aller Not und Wille ist.
    Der Führer hat uns wiederum aufgefordert, in Vertrauen und Treue zu ihm zu stehen. Niemand von uns wird fehlen, wenn es gilt, das zu bekunden.

    Unterzeichner waren Werner Beumelburg, Ernst Barlach, Rudolf G. Binding, Hans Friedrich Blunck, Verleger Alfred Bruckmann, Richard Euringer, Professor Emil Fahrenkamp, Erich Feyerabend, Gustav Frenssen, Wilhelm Furtwängler, Professor Dr.Eberhard Hanfstaengl, Gustav Havemann, Erich Heckel, Professor Eugen Hönig, Heinz Ihlert, Hanns Johst, Georg Kolbe, Erwin Kolbenheyer, Werner Krauß, Franz Lenk, Heinrich Lersch, Professor Karl Lörcher, Architekt Walter March, Agnes Miegel, Börries Freiherr von Münchhausen, Emil Nolde, Paul Pfund, Hans Pfitzner, Professor Dr. Wilhelm Pinder, Mies van der Rohe, Professor Dr. h .c. Paul Schultze-Naumburg, Hermann Stehr, Richard Strauss, Joseph Thorak, Generalintendant Heinz Tietjen, Oberbürgermeister Dr. Weidemann, Arnold [Adolf ?] Weinmüller.[2]

    Die Volksabstimmung erbrachte Hitler am 19. August 1934 eine deutliche Mehrheit von 89,9 %.

    Von Goebbels und Hitler wurden 1944 folgende Unterzeichner des Aufrufs auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste gesetzt:Hanns Johst[3], Georg Kolbe[4], Erwin Guido Kolbenheyer[5], Agnes Miegel[6], Hans Pfitzner[7], Josef Thorak[8], Hans Friedrich Blunck, Gustav Frenssen, Wilhelm Furtwängler, Werner Krauß, Börries Freiherr von Münchhausen, Paul Schultze-Naumburg und Richard Strauss.
    Siehe auch

    Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat: Eine ähnliche Aktion an den Universitäten im Winter 1933/34
    Gelöbnis treuester Gefolgschaft von 88 Autoren im Oktober 1933


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