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Der Deutsche Freidenker-Verband e. V. (DFV)

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Der Deutsche Freidenker-Verband e. V. (DFV)

Beitrag  checker am Mi Nov 22, 2017 3:51 am

Der Deutsche Freidenker-Verband e. V. (DFV) ist eine Weltanschauungsgemeinschaft eines Teiles deutscher Freidenker und Mitglied der Weltunion der Freidenker mit Sitz in Paris. Seine Mitglieder fördern und verbreiten nach dessen Satzung „eine nichtreligiöse, rational begründete Weltsicht, die sich auf ein Denken frei von Vorurteilen, Dogmen und Tabus stützt und sich an wissenschaftlich begründeter Erkenntnis orientiert.“ Sie fühlen sich „tätiger Humanität verpflichtet.“ (Satzung des DFV[2]). Der DFV versteht sich somit als religionsunabhängig und als Vertreter nichtreligiöser Menschen und vertritt ethische Grundsätze wie Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Gewaltverzicht. Die Vorgängervereine kamen aus der Tradition der Feuerbestattungsvereine und standen der Arbeiterbewegung nahe.

Deutscher Freidenker-Verband
(DFV)
Zweck Vertretung nichtreligiöser Menschen
Sitz Dortmund
Gründung 1951
Ort Bundesrepublik Deutschland
Präsident Klaus Hartmann
Mitglieder ca. 3.000[1]
Organisationstyp Föderaler Bundesverband
Website www.freidenker.org


Geschichte

In dem 1881 in Frankfurt am Main gegründeten Deutschen Freidenkerbund versammeln sich diejenigen innerhalb der im 19. Jahrhundert entstandenen freireligiösen und freigeistigen Bewegung, die sich explizit als Atheisten verstehen. Gründungsmitglieder waren unter anderem Ludwig Büchner und Wilhelm Liebknecht. In Hamburg entstand im Frühjahr 1882 die sozialdemokratische Freidenker-Gesellschaft, zu einer Zeit, als das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie, bekannt unter der Bezeichnung Sozialistengesetz, noch in Kraft war. Schließlich wurde 1906 von Ernst Haeckel als neue freidenkerisch orientierte Organisation der Deutsche Monistenbund gegründet, der einen betont philosophisch-naturwissenschaftlichen Bildungscharakter hat. Nach dem Freidenker-Weltkongress in Rom 1904 bildeten einige Sozialdemokraten in Berlin den Verein der Freidenker für Feuerbestattung. Im September 1908 wurde in Eisenach der Zentralverband Deutscher Freidenker gegründet, der sich ab 1911 Zentralverband proletarischer Freidenker, und ab 1922 Gemeinschaft Proletarischer Freidenker nannte. Die 1905 und 1908 entstandenen Freidenker-Verbände verstanden sich beide als sozialistische, der Arbeiterbewegung verbundene Organisationen und setzten sich so von den bürgerlichen Atheisten ab.

1907 fanden sich mehrere „freiheitliche Verbände“ im Weimarer Kartell zusammen. Hieran beteiligten sich der Deutsche Freidenker-Verband, der Monistenbund, die Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur (1892 gegründet), der Bund für weltliche Schule und Moralunterricht, der Deutsche Bund für Mutterschutz und Sexualreform der Frauenrechtlerin Helene Stöcker sowie einige weitere kleinere Verbände. Der Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands lehnte aus religiösen Gründen den Beitritt ab, stand dem Weimarer Kartell jedoch nahe. Zwecke des Weimarer Kartells waren die „freie Entwicklung des geistigen Lebens und Abwehr aller Unterdrückung“, die Trennung von Schule und Kirche und die vollständige Verweltlichung des Staates (siehe Trennung von Staat und Kirche und Laizismus).
Unterdrückung und Widerstand

Von den Nationalsozialisten wurden in Deutschland ab 1933 unterschiedslos alle Freidenkerorganisationen verboten. Viele Freidenker waren im Widerstand aktiv, der damalige Vorsitzende des Freidenker-Verbandes Max Sievers wurde am 17. Januar 1944 hingerichtet.
Neubeginn

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bildeten sich zahlreiche Gruppierungen neu. Der erste Verband auf Länderebene war in Hamburg der Deutsche Freidenker-Verband (DFV). Das Gründungsdatum wurde absichtlich auf den 24. Dezember 1945 gelegt.

1951 wurde der DFV auf Bundesebene in Braunschweig neu gegründet, nachdem der emigrierte ehemalige Generalsekretär Hermann Graul aus dem Exil zurückgekehrt war. Seit 1952 ist der DFV Mitglied der Weltunion der Freidenker mit Sitz in Paris.

Die DDR-Freidenker wurden erst am 7. Juni 1989 von 400 Delegierten am Sitz der Akademie der Künste gegründet, die entsprechende Gründung war vom Ministerium für Staatssicherheit angeregt und im SED-Politbüro vorbereitet worden. Unter anderem war Erich Honecker bis an sein Lebensende Mitglied.[1]

1991 fusionierte der Deutsche Freidenker-Verband (DDR) mit dem DFV in Braunschweig. Seitdem setzt sich der Deutsche Freidenker-Verband zunehmend mit politischen Fragen auseinander und tritt für Gerechtigkeit, Frieden sowie für soziales, humanes und ökologisches Handeln ein.

Der Deutscher Freidenker-Verband (Landesverband Berlin) ist Mitglied im Antifaschistischen Komitee gegen Krieg und Sozialraub.[3][4][5][6][7]
Weltliche Riten

Der Deutsche Freidenker-Verband bietet Anleitung und Unterstützung bei der Gestaltung alternativer weltlicher Zeremonien und Riten zu Geburt, Erwachsenwerden, Heirat und Bestattung wie z. B. bei der Namensweihe (auch: Begrüßungsfeier oder Namensfeier), der Schulentlassungsfeier (später Jugendweihe oder Jugendfeier), Lebensbundfeier und feierlichen Feuerbestattungen.
Struktur
Bundesvorstand

Klaus Hartmann, (Offenbach), Vorsitzender seit 1988 [8]
Sebastian Bahlo, (Frankfurt am Main), stellvertretender Vorsitzender
Annett Torres, (Jena), Kassiererin
Klaus Linder, (Berlin), Schriftführer
Monique Broquard, (Sulzbach), Redaktion und Kulturarbeit
Ralf Lux, (Potsdam), Interessenvertretung konfessionsfreier Menschen

Referenten des Bundesverbandes

Horst Schild, (Dresden), Referent Weltanschauungsfragen
Eberhard Schinck, (Ottobrun), Referent Beirat
Jens Oldenburg, (Potsdam), Referent Webprojekte
Bernd Raths, (Frankfurt am Main), Referent Kasse Gegenseitige Hilfe
Karin Mittelstädt, (Ottobrun), Referent Vertrieb FREIDENKER

Landesverbände

Baden-Württemberg: Ian Bailey, (Heidelberg)
Bayern: Birgit Ludwig, (Nürnberg)
Berlin: Klaus-Peter Kurch, (Oranienburg)
Brandenburg: Brandenburgischer Freidenker-Verband e.V. Ralf Lux, (Potsdam)
Hessen: Wilhelm Schulze-Barantin, (Frankfurt am Main)
DFV Landesverband Nord e.V. (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein) Angelika Scheer
Niedersachsen: Thomas Loch, (Quedlinburg)
Nordrhein-Westfalen: Brigitte Streicher, (Dortmund)
Rheinland-Pfalz / Saarland: Karin Gottlieb (Idar-Oberstein)
Sachsen: Wolfram Fischer, (Chemnitz)
Sachsen-Anhalt: Witold Fischer, (Rehmsdorf)
Thüringen: Helga Borchert, (Riethnordhausen)

Weitere bekannte Mitglieder des DFV

Dieter W. Feuerstein (* 1955)
Erich Hahn (* 1930)
Helga Hörz (* 1935)
Gert Winkelmeier (* 1956)

Verstorbene Mitglieder des Freidenkerverbands

Wolfgang Abendroth (1906–1985)
Erich Bromme (1906–1986)
Kurt Gärtner (1879–1944)
Theo Gundermann (1904–1974)
Adolph Hoffmann (1858–1930)
Erich Honecker (1912–1994)



Alma Kettig (1915–1997)
Dietrich Kittner (1935–2013)
Helmut Klein (1930–2004)
Günter Kohrt (1912–1982)
Fritz Lamm (1911–1977)
Susanne Leonhard (1895–1984)
Wilhelm Liebknecht (1826–1900)



Hans Lutter (1928–2009) von 1994 bis 2000 stellvertretender Bundesvorsitzender
Rudolf Rausch (1906–1984)
Ingeborg Renner (1930–2010)
Alfred Tittel (1891–1965)

Assoziierte Freidenker

Unter der Überschrift „Webseiten von Freidenkern“ seit langem auf der Startseite des Deutschen Freidenker-Verbandes angegebene und verlinkte Personen sind:[9]

Johanna Arndt
Hartmut Barth-Engelbart
Eva Bulling-Schröter
Elias Davidsson
Kai Degenhardt
Diether Dehm



Kurt Gossweiler
Joachim Guilliard
Klaus-Peter Kurch
Thomas Loch
Gina Pietsch



Horst Strüning
Jens Wernicke
Karl Wild
Andreas Wehr
Jane Zahn

Publikationen

Der Deutsche Freidenker-Verband gibt viermal im Jahr das Magazin "Freidenker" heraus, 2016 im 75. Jahrgang, sowie einige Spezial Ausgaben. Das Magazin umfasst zwischen 50 und 65 Seiten im DIN A5 Format.[10] Die Inhaltsverzeichnisse und einzelne Artikel sind ab der Ausgabe 1/2007 im Internet verfügbar.[11] Das Magazin widmet sich auch politischen Themen. So wurden im Oktober 2012 ein Beitrag von Sarah Wagenknecht und Aufsätze zur Eurokrise veröffentlicht.[12] Im September 2015 erschienen Beiträge zu TTIP, CETA und ökologischen Themen, u. a. ein Aufsatz von Eva Bulling-Schröter mit dem Titel „Weniger Walfisch-Sterben durch mehr Fangschiffe?“.[13]

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