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Franz von Stuck

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Franz von Stuck Empty Franz von Stuck

Beitrag  checker Di März 10, 2015 6:07 am

Franz Stuck, seit 1906 Ritter von Stuck (* 23. Februar 1863 in Tettenweis, Landkreis Passau, Niederbayern; † 30. August 1928 in München) war ein deutscher Zeichner, Maler und Bildhauer.

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Franz von Stuck: Selbstbildnis im Atelier, 1905

Leben

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Geburtshaus von Franz von Stuck in Tettenweis

Als Sohn eines Dorfmüllers besuchte Franz Stuck die Kunstgewerbeschule und die Akademie in München. Er war zuerst als Zeichner erfolgreich. Schon während seiner Schulzeit lieferte er Illustrationen für Zeitschriften.

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Franz von Stuck-Statue in Tettenweis, geschaffen von Dominik Dengl

Während des Studiums entstanden humoristische Zeichnungen und Entwürfe für das Kunstgewerbe. Über München hinaus wurde der gerade zweiundzwanzigjährige Künstler 1882 mit seinen Allegorien- und Emblementwürfen für den Verlag Gerlach & Schenk in Wien bekannt, einem Mappenwerk, an dem auch andere junge Künstler wie Max Klinger und Gustav Klimt mitarbeiteten. In einer weiteren Sammlung des gleichen Verlags, Karten und Vignetten, setzte Stuck 1886 seine geistreichen Entwürfe klassischer Bildaufgaben erfolgreich fort.[1]

Populär wurde Stucks Name durch eine Reihe von Karikaturen für die Zeitschrift Fliegende Blätter, für die bereits sein Lehrer an der Kunstgewerbeschule Ferdinand Barth gearbeitet hatte, von dessen Stil der junge Stuck sich auch anregen ließ. Erst um 1887 begann er mit der Ölmalerei zu experimentieren.

1892 gründete Stuck mit Wilhelm Trübner in Opposition zu den etablierten Künstlern die „Münchner Sezession“. Dennoch wird er zusammen mit Franz von Lenbach und Friedrich August von Kaulbach zu den Münchner Malerfürsten gezählt. Dies ist eine äußerliche Bezeichnung, denn in künstlerischer Hinsicht war Stuck in den 1890er Jahren Gegenpol zu Lenbach in der Auseinandersetzung, die in der Gründung der Münchner Secession gipfelte.

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Kämpfende Amazone (1897), Bronze, früher in Carinhall, heute in Eberswalde

Ab 1895 war Stuck Professor an der Akademie und unterrichtete unter anderem Wassily Kandinsky, Paul Klee, Josef Hengge, Georges Kars, Paul Stollreither und Heinrich Strieffler. Er entwarf im Auftrag des Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck Sammelbilder für Stollwerck-Sammelalben, u. a. die Serie „Die Musen“ für das Stollwerck-Sammelalbum No. 4 von 1899.[2]

1897 wurde von Whistler die International Society of Sculptors, Painters and Gravers in London gegründet, Stuck war eines der Mitglieder.

1906 wurde er mit dem Verdienstorden der Bayerischen Krone ausgezeichnet und erhielt den persönlichen Adelsstand.

1906 war Stuck auch Gründungsmitglied des Deutschen Monistenbundes.[3]

Von Arnold Böcklin angeregt, bevorzugte Stuck schwebend-unwirkliche Darstellungen aus dem Reich der Fabel und allegorische, symbolhafte Gestaltungen wie Die Sünde (1893) und Der Krieg (1894; beide Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München). Viele seiner oft großformatigen Werke zeichnet eine lasziv-erotische Atmosphäre aus. Stucks Darstellungen von häufig nackten weiblichen oder männlichen Körpern, z. B. Der Kampf ums Weib (1905; Eremitage, St. Petersburg) trafen angesichts der biederen Moralvorstellungen seiner Zeit auf eine ungewöhnlich starke Rezeption.

Beispielhaft für Stucks Vorstellungen eines Gesamtkunstwerks ist seine 1898 vollendete und durch das Bauunternehmen Heilmann & Littmann errichtete Villa an der Prinzregentenstraße in Bogenhausen mit selbstgeschaffenen Möbeln und Plastiken. Für diese Leistung wurde er 1928 kurz vor seinem Tod mit dem Ehrendoktortitel der Technischen Universität München ausgezeichnet. Heute ist die Villa Stuck ein Museum; die Wiedereröffnung erfolgte im März 2005 nach dreizehnjähriger Planungs-, Bau- und Restaurierungstätigkeit.

Stuck wurde lange Zeit als Repräsentant des Münchner Jugendstils gesehen. Das hat auch bewirkt, seine Villa später mit Sitz des „Jugendstil-Vereins Franz von Stuck“ als ein Jugendstil-Museum zu führen. Der Kunsthistoriker und zwischenzeitliche Leiter des Museums, Alexander Rauch, hat erstmals durch die 1992 in Passau, München, Wien, Aschaffenburg usw. gezeigte Ausstellung Franz von Stuck die eigentliche große Bedeutung Stucks als Künstler des Symbolismus erkannt und herausgestellt. Dies hatte eine gänzliche höhere Neubewertung seines Wirkens zur Folge. Vor allem die späteren Werke der 1920er Jahre – zuerst weit weniger beachtet – wurden dadurch als bedeutende Schöpfungen des deutschen, speziell Münchner Symbolismus erkannt. Der Katalogtext[4] analysiert auch die gesamte Einrichtung und deren Bildfolge als ein raffiniertes Inszenarium symbolistischer Ideen, in die biographisch-persönliche Elemente mit esoterisch-antiken Ideen verwoben sind.

Von Stuck wurde auf dem Waldfriedhof in München/Alter Teil im Grab Nr. 95-W-16 beigesetzt. Er war der Stiefvater von Otto Lindpaintner. Sein einziges leibliches Kind, Franziska Anna Marie-Louise, genannt Mary (1896–1961), stammte aus einer Liebesbeziehung mit Anna Maria Brandmaier (1875–1944). Mary wurde 1904 mit Billigung des Prinzregenten von ihrem Vater Franz von Stuck und dessen Ehefrau Anna Maria, verw. Lindpaintner (Eheschließung am 15. März 1897) adoptiert. Die Tochter Mary verehelichte sich 1917 mit dem 31-jährigen Konsul und Bauunternehmer Albert Heilmann.

Für Ölgemälde von Stuck werden heute bis über 500.000 Dollar bezahlt.[5]

Werke (Auswahl)

Franz von Stuck 640px-Franz_von_Stuck_-_Die_S%C3%BCnde_1893
Die Sünde, 1893

Franz von Stuck Sisyphus_by_von_Stuck
Sisyphus, 1920

Franz von Stuck 800px-Internationale_Kunstausstellung_Muenchen_1897
Stucks Plakat für die VII. Internationale Kunstausstellung München, 1897


Neckerei
Der Krieg
Die Sphinx
Die Sünde
Reitende Amazone (Bronzeskulptur)
Salome
Kampf ums Weib, 1903
Plakat der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911
Frühling
Dissonanz
Der Wächter des Paradieses
Amor Imperator

Werke in öffentlichen Sammlungen
Belgien

Musée d'Ixelles – Museum van Elsene, Brüssel

Deutschland

Hessisches Landesmuseum, Darmstadt
Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt
Oberhessisches Museum, Gießen
Niedersächsisches Landesmuseum, Hannover
Wallraf Richartz Museum, Köln
Landesmuseum Mainz, Mainz
Neue Pinakothek, München
Staatliche Graphische Sammlung München
Villa Stuck, München
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
Gemälde- und Skulpturensammlung der Stadt Nürnberg, Nürnberg
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Staatliches Museum Schwerin, Schwerin
Museum Baden, Solingen

Italien

Museum Revoltella, Triest
Galleria d’Arte Moderna, Palermo

Niederlande

Van Gogh Museum, Amsterdam

Russland

Eremitage, St. Petersburg

Schweiz

Kunstmuseum St. Gallen, St. Gallen
Museum Langmatt, Baden AG

Ungarn

Szépművészeti Múzeum, Budapest

USA

Fogg Art Museum, Cambridge, Massachusetts

Schüler

Josef Albers
Karl Arnold
Alf Bayrle
Robert Jakob Bock
Max Brüning
Fritz Burger-Mühlfeld
Julius Ussy Engelhard
Walter Junge
Eugen von Kahler
Wassily Kandinsky
Paul Klee
Otto Kopp
Carl Kunst



Otto von Kursell
Hermann Lismann
Fritz Mühlbrecht
Richard Mund
Richard Pietzsch
Leo Rauth
Alexander von Salzmann
Walter Schnackenberg
Josef Seché
Karl Staudinger
Hugo Steiner-Prag
Walter Trier
Albert Weisgerber

Ehrungen

1889: Goldmedaille im Glaspalast für das Gemälde „Der Wächter des Paradieses“
1897: Goldmedaille auf der Dresdner Kunstausstellung
1900: Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung
1905: Erhebung in den Adelsstand durch Prinzregent Luitpold als Franz Ritter von Stuck (9. Dezember 1905, Eintragung in die Adelsmatrikel am 2. Januar 1906)
1924: Geheimrat
1926: Mitglied der königlichen Akademie der Bildenden Künste in Stockholm (1926)
1928: Dr. Ing. e. h. der Technischen Hochschule München


Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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