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Heinz Reincke

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Heinz Reincke Empty Heinz Reincke

Beitrag  checker Sa Dez 17, 2016 4:26 am

Karl-„Heinz“ Reincke (* 28. Mai 1925 in Kiel, Schleswig-Holstein; † 13. Juli 2011 in Purkersdorf bei Wien[1][2]), war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Seit 1970 besaß er auch die österreichische Staatsbürgerschaft.

Leben

Als Sohn eines Schneiders besuchte Heinz Reincke die Volksschule. Bereits im Alter von zehn Jahren entwickelte sich bei ihm der Wunsch, Schauspieler zu werden; nach eigenen Angaben war das einschneidende Erlebnis eine Elternbesprechung. Auf Wunsch seines Vaters machte er eine Ausbildung in der Verwaltung der Industrie- und Handelskammer Kiel, die er auch abschloss, bevor er sich mit 17 Jahren der Bühne verschrieb.[3] In seinen Anfängen versuchte er sich als Souffleur, Inspizient, Operettenbuffo und jugendlicher Komiker.
Theater

Erste Rollen spielte Heinz Reincke im Jahr 1943 am Stadttheater in Landsberg an der Warthe. Als weitere Stationen kamen ab 1944 das Stadttheater in Zoppot und das Sommertheater in Minsk hinzu. In französischer Kriegsgefangenschaft war er im Lager bis 1947 Teil einer Theatergruppe.[4] 1948 und 1949 gastierte er an Theatern in Schleswig und Bonn. Ab 1950 folgte ein Engagement am Württembergischen Staatstheater Stuttgart unter der Intendanz von Walter Erich Schäfer.[5]

1955 wurde er Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg unter Generalintendant Gustaf Gründgens.[1] Bis 1965 spielte er dort eine Reihe großer Charakterrollen, den Bluntschli in Bernard Shaws Helden, den Beckmann in Draußen vor der Tür, den Figaro in Der tolle Tag, den Hauptdarsteller in Jahnns Thomas Chatterton und andere. Von 1968 bis 1985 gehörte er dem Ensemble des Burgtheaters in Wien an. Zu seinen herausragenden Rollen zählte der Leon in Weh dem, der lügt! und der Einstein in Die Physiker. Mit dem Wilhelm Voigt in Der Hauptmann von Köpenick nahm er Abschied von der Bühne.
Film und Fernsehen

Reincke spielte in etwa 100 Kino- und Fernsehfilmen mit. Einen seiner frühesten Auftritte hatte er in Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1957). Unter der Regie von Frank Wisbar spielte er 1958 an der Seite von Horst Buchholz, Gert Fröbe und Inge Meysel in Nasser Asphalt. 1960 war er in einer Nebenrolle im Faust-Film von Gustaf Gründgens zu sehen.

Er war in allen Genres zu Hause, vom Jugendfilm wie Das fliegende Klassenzimmer (1973) (neben Joachim Fuchsberger) über den Kriminalfilm wie Der Mörderclub von Brooklyn (1967) (Jerry-Cotton-Film), vom Kriegs-Drama wie Der längste Tag (1962) bis hin zur Komödie wie Hochwürden drückt ein Auge zu (1971).

Reincke spielte die Hauptrolle in der ersten Fernsehserie, die in Deutschland in Farbe ausgestrahlt wurde: Adrian der Tulpendieb (1966). Die sechs Folgen wurden bereits während des Versuchsbetriebes für das Farbfernsehen ausgestrahlt. Zu seinen bekanntesten Fernsehrollen gehört die des Pastors und Bürgermeisters Eckholm in der Serie Der Landarzt, in der er von 1987 bis 2010 zu sehen war.[4] Nach seinem letzten Auftritt in der 19. Staffel wurde die Rolle in den verbleibenden drei Staffeln der Serie nicht mehr erwähnt und eine Erklärung für ihre Abwesenheit blieb aus. 1985 trat er als Weltreisender in der Fernsehserie Schwarzwaldklinik auf. In der Serie Zwei Münchner in Hamburg spielte er zwischen 1989 und 1993 den Alfred „Vadder“ Haack. Weitere Auftritte folgten in Zwischen Tag und Nacht (1995) oder in Es muß nicht immer Kaviar sein (1977). Für den NDR drehte er ab den 1990er Jahren zahlreiche Episoden der Reihe Heimatgeschichten. In Gastrollen war Reincke darüber hinaus auch in zahlreichen weiteren Serien zu sehen.
Sprechrollen und Synchronisation

Mit seiner markanten Stimme war Reincke auch ein gefragter Sprecher im Hörfunk.[4] So fungierte er seit 1955 als Erzähler im Schulfunk bei den Kurzhörspielen Neues aus Waldhagen.[3] Als Synchronsprecher war er die deutsche Stimme des Drachen Fuchur in Die unendliche Geschichte (1984) und lieh außerdem gelegentlich James Coburn, Marlon Brando und Alec Guinness sein markantes Timbre. Kindern ist Reinckes Stimme auch von Hörspiel- oder Sprechplatten wie Emil und die Detektive (Erich Kästner) oder Max und Moritz (Wilhelm Busch) bekannt, auch an Wort-Produktionen für Erwachsene wirkte er häufig mit.
Privatleben

Heinz Reincke war von 1958 bis 1978 mit der Schauspielerin Erni Mangold verheiratet.[6] Bis zu seinem Tod lebte er mit seiner dritten Ehefrau Elfi Petsch in Wien.[7] Er starb am 13. Juli 2011 im Alter von 86 Jahren in Purkersdorf bei Wien, nachdem er seit Jahren an Lungenkrebs erkrankt war. Reincke erhielt ein ehrenhalber gewidmetes Grab (Gruppe 40, Nummer 180) auf dem Wiener Zentralfriedhof.[8][9]
Ehrungen

1974 wurde Reincke durch den österreichischen Bundespräsidenten der Titel eines Kammerschauspielers verliehen.[10] 1983 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Kiel.
Filmografie (Auswahl)

1956: Ein Herz kehrt heim
1957: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
1957: Tolle Nacht
1957: Der 10. Mai
1958: Nasser Asphalt
1958: Kanonenserenade (Pezzo, capopezzo e capitano)
1958: Eine Geschichte aus Soho – Der Dank der Unterwelt
1959: Die Caine war ihr Schicksal
1960: Faust
1962: Der längste Tag (The Longest Day)
1963: Heimweh nach St. Pauli
1964: Wartezimmer zum Jenseits
1964: Freddy, Tiere, Sensationen
1966: Adrian der Tulpendieb
1967: Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn
1967: Der Mörderclub von Brooklyn
1968: Der Arzt von St. Pauli
1968: Himmelfahrtskommando El Alamein (Commandos)
1968: Die Brücke von Remagen (The Bridge at Remagen)
1969: Heintje – Ein Herz geht auf Reisen
1969: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
1970: Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen
1970: Der Pfarrer von St. Pauli
1970: Heintje – Mein bester Freund
1970: Passion eines Politikers
1970, 1974: Der Kommissar (Fernsehserie, Folgen 2x05,6x10)
1970: Mein Vater, der Affe und ich
1971: Die Lümmel von der ersten Bank – Morgen fällt die Schule aus
1971: Käpt’n Rauhbein aus St. Pauli
1971: Rudi, benimm dich!
1971: Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die Davidswache
1971: Hochwürden drückt ein Auge zu
1971: Sie nannten ihn Krambambuli
1971: Kinderarzt Dr. Fröhlich
1972: Tatort – Die Samtfalle
1972: Meine Tochter – deine Tochter
1972: Immer Ärger mit Hochwürden
1972: Ein Käfer gibt Vollgas
1973: Crazy – total verrückt
1973: Die Reise nach Wien
1973: Die blutigen Geier von Alaska
1973: Das fliegende Klassenzimmer
1973: Der Lord von Barmbeck
1973: Wenn jeder Tag ein Sonntag wär
1973–1974: Hallo – Hotel Sacher … Portier! (Fernsehserie, 3 Folgen)
1975: Der Geheimnisträger
1975: Auch Mimosen wollen blühen
1976: Jeder stirbt für sich allein
1977, 1979: Ein verrücktes Paar (Fernsehserie, Folgen 1x01, 1x08)
1977: Es muß nicht immer Kaviar sein (Fernsehserie, 11 Folgen)
1978: Hurra, die Schwedinnen sind da
1978: Das Love-Hotel in Tirol
1980, 1985: Der Alte (Fernsehserie, Folgen 4x09, 9x10)
1982: Die Fischer von Moorhöved
1984: Derrick (Fernsehserie, Folge 11x06)
1984: Die unendliche Geschichte (Stimme des Glücksdrachen Fuchur)
1985: Nägel mit Köpfen
1985: Schwarzwaldklinik (Fernsehserie, Folge 1x03)
1986: Vier Männer und ein Kamel
1987: Wer ist dran?
1987–2010: Der Landarzt (Fernsehserie, 227 Folgen)
1989–1993: Zwei Münchner in Hamburg (Fernsehserie, 37 Folgen)
1991, 2001: Großstadtrevier (Fernsehserie, Folgen 3x13, 11x02)
1992: Liebe auf Bewährung
1992: Unsere Hagenbecks (Fernsehserie, Folge 2x06)
1992: König & Consorten
1993–1998: Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben (Fernsehserie, 3 Folgen)
1993: Schlußabrechnung
1994: Ein Fall für zwei (Fernsehserie, Folge 14x08)
1995–2004: Heimatgeschichten (Fernsehserie, 19 Folgen)
1996: Die Männer vom K3 (Fernsehserie, Folge 3x12)
1998: Eine Frau mit Pfiff
2000: Zwei Asse und ein König
2006–2007: Oben ohne (Fernsehserie, 12 Folgen)

Hörbuch

Heinz Reincke: Die lasterhaften Balladen des Francois Villon. ISBN 3-902-02735-5.
Weihnachten mit Heinz Reincke: „Djerba Records“, München.
Single-CD: „Wat mutt, dat mutt“, „Schön, daß es dich gibt!“, Gutzeit-Musikverlag, Hattorf am Harz.

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