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Die Leica Camera AG

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Beitrag  checker Do Jan 26, 2017 9:35 am

Die Leica Camera AG (Leica: Abkürzung für Leitz(sche) Camera) ist ein deutsches Unternehmen der optischen Industrie mit Sitz in Wetzlar. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung von Fotoapparaten und Ferngläsern spezialisiert. Das Unternehmen entstand 1986 aus der Ernst Leitz Wetzlar GmbH, dem Nachfolgeunternehmen des von Carl Kellner 1849 in Wetzlar gegründeten Optischen Instituts.

Die Leica Camera AG 125px-Leica_Camera_logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1986
Sitz Wetzlar[1], Deutschland

Leitung


Oliver Kaltner, Vorstandsvorsitzender[2]
Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender[2]

Mitarbeiter 1600 (2015/16)[3]
Umsatz 365 Mio. Euro (2015/16)[3]
Website www.leica-camera.com
www.leica-camera.de


Geschichte

Die Leica Camera AG 220px-Ur_Leica
Ur-Leica, 1914

Video: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/transcoded/5/5f/2015-08-13_-_Leica_I%2C_1927_-_lange_Fassung_mit_Musik.webm/2015-08-13_-_Leica_I%2C_1927_-_lange_Fassung_mit_Musik.webm.480p.ogv

Die Leica Camera AG 125px-Leica_Camera_logo.svg

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1986
Sitz Wetzlar[1], Deutschland

Leitung


Oliver Kaltner, Vorstandsvorsitzender[2]
Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender[2]

Mitarbeiter 1600 (2015/16)[3]
Umsatz 365 Mio. Euro (2015/16)[3]
Website www.leica-camera.com
www.leica-camera.de


1849 wurde das Optische Institut durch Carl Kellner in Wetzlar gegründet. Unter Ernst Leitz erfolgte ein Ausbau, aus dem 1869 die Ernst Leitz Werke hervorgingen. Die Unternehmen beschäftigten sich zunächst ausschließlich mit der Herstellung von Mikroskopen. Ab der Wende zum 20. Jahrhundert wurden auch andere optische Geräte wie Ferngläser, Episkope und Epidiaskope sowie professionelle Filmkameras hergestellt.

In diesem Kontext stand für Oskar Barnack, dem damaligen Leiter der Filmkameraentwicklung bei Leitz, die Überlegung zu einer Miniaturkamera, die kleine Streifen des damals üblichen 35-mm-Kinofilms probehalber belichten konnte. Für die damals notwendigen Belichtungstests musste somit das Hauptmagazin der großen Kamera nicht mehr geöffnet werden. Aus dieser Überlegung heraus konstruierte Barnack für seine privaten Wanderausflüge 1914 zwei Prototypen einer 24 mm × 36 mm-Schnappschusskamera, deren einzig überliefertes Exemplar heute Ur-Leica genannt wird.

1920 übernahm Ernst Leitz II die Unternehmensführung und beschloss 1924, trotz einer wirtschaftlich schweren Zeit, die Fertigung der barnackschen Kleinbildkamera in Großserie. Die Leica (später Leica I genannt) war ein großer, nicht vorhergesehener Erfolg. Passend zum Erfolg der Kleinbildfotografie wurde 1926 der erste Diaprojektor (Uleja) für das Kleinbildformat entwickelt.

Die Ernst Leitz GmbH blieb im Zweiten Weltkrieg von Schäden verschont und konnte die Produktion nach Kriegsende sofort wieder aufnehmen. Nach der Gebietsreform in Hessen benannte man sich in Ernst Leitz Wetzlar GmbH um, da man befürchtete, den bekannten Namen Wetzlar durch die Städtezusammenlegung von Gießen und Wetzlar zur Stadt Lahn zu verlieren.

1986 spaltete sich das Unternehmen in die drei eigenständigen Unternehmen Leica Camera AG, Leica Microsystems GmbH und Leica Geosystems AG auf. Die Leica Camera AG zog von Wetzlar nach Solms um.

1987 wurde die Ernst Leitz Wetzlar GmbH von der 1921 gegründeten Wild Heerbrugg AG übernommen. Es entstand die Wild Leitz Holding AG. Bereits drei Jahre später (1990) fusionierte die Wild Leitz Holding AG mit der The Cambridge Instrument Company plc zum neuen Konzern Leica Holding B. V. Hinzu kommen Kapazitäten in den Bereichen Mikroskope, Vermessungs- und Photogrammetriesysteme sowie optisch-wissenschaftliche Instrumente.

1990 wurde das Zett-Geräte-Werk (ehemals zur Firmengruppe Zeiss-Ikon gehörig) als Leica Projektion GmbH Zett Geräte in den Konzern eingegliedert. Dieser Bereich wurde jedoch schon 2004 wieder an die Beteiligungsgesellschaft Allegra Capital verkauft.

Die Leica Camera AG wurde aus der Leica Holding B. V. ausgegliedert und 1996 an die Börse gebracht. Im gleichen Jahr übernahm die Leica Camera AG die Minox GmbH, Wetzlar. Im Dezember 2000 erwarb der französische Luxusgüterkonzern Hermès einen Anteil von zunächst 31,5 % über ein öffentliches Übernahmeangebot.[4] In der Folge wurde der Anteil von Hermès auf über 36 % aufgestockt und die Mehrheit an einer 2004 ausgegebenen Wandelanleihe erworben. Minox wurde 2001 durch ein Management-Buy-out wieder verselbständigt.[5] Die Fertigung des Leica-Kamerasystems erfolgte in Deutschland und Portugal. Die analogen Kompaktkameras wurden in Asien gefertigt. Zeitweise erfolgte eine Zusammenarbeit mit Minolta und Fuji, heute mit Panasonic (ehemals Matsushita).

Im Frühjahr 2005 machte die Leica Camera AG internationale Schlagzeilen wegen ihrer unsicheren finanziellen Lage. Hermès verkaufte im September 2006 seinen Anteil[6] an der Leica Camera AG an die Salzburger Holding ACM Projektentwicklung des durch eine Erbschaft reich gewordenen Investors Andreas Kaufmann.[7] ACM stockte den Anteil bis Ende 2007 auf rund 96,5 Prozent auf.


Die Leica Camera AG 220px-Neubau_Leica_Camera_Fassade
Hauptsitz in Wetzlar, die Leica-Welt

Im Oktober 2011 erwarb der Finanzinvestor Blackstone einen Anteil von 44 % an der Leica Camera AG von ACM. Seit Oktober 2012 ist die Leica Camera AG nicht mehr börsennotiert.

2014 erfolgte der Umzug nach Wetzlar: Leica Camera bezog mit rund 600 Mitarbeitern die neue Unternehmenszentrale im Leitz-Park Wetzlar. Die von den Architekten Gruber + Kleine-Kraneburg entworfene Leica-Welt liegt am östlichen Stadtrand.[8]

Ende Februar 2016 wurde der Beginn einer langfristigen strategischen Allianz zwischen der Huawei Consumer Business Group und der Leica Camera AG bekanntgegeben. Im Rahmen der Technologiepartnerschaft sollen hochwertige Smartphone-Kameras entwickelt werden.[9] Anfang April 2016 wurden die beiden ersten Produkte dieser Zusammenarbeit vorgestellt, die zur Verbesserung der Bildqualität zwei gekoppelte Kameras enthalten.[10]
Kameras

Mit den Leica-Kameras etablierte sich das Kleinbildformat 24 mm × 36 mm. Im Vergleich zu den sonst erhältlichen Mittelformatkameras mit Rollfilm oder den sperrigen Großformatkameras konnten diese sehr viel leichter transportiert und schneller eingesetzt werden. Dieser Vorzug wurde zuerst von einer künstlerischen und journalistischen Avantgarde erkannt. Es entwickelte sich eine neue Art dynamischer Reportage-Fotografie. Leica-Kameras wurden weltweit vielfach nachgebaut oder kopiert. Eine der ersten ernsthaften Konkurrenzfirmen war Zeiss-Ikon mit der Contax.

Die erste Leica Ia verfügte über ein fest eingebautes Objektiv. Sehr bald waren aber die Objektive über ein Wechselgewinde austauschbar (Schraubleica); die Leica wurde so zur Systemkamera. Diese Sucherkamera mit Wechselgewinde wurde bis in die Nachkriegszeit stetig weiterentwickelt.

Seit 1954 existiert die Baureihe „M“ (Leica M). Der alte M39-Schraubgewindeanschluss wurde durch ein Bajonett ersetzt. Außerdem verfügt die „M“ über einen Messsucher, mit dem gleichzeitig scharf gestellt und das Bild komponiert wird. Das neueste Modell der Baureihe „M“ verfügt heute über TTL-(Blitz-)Belichtungsmessung und Zeitautomatik.

1965 erschien die erste Spiegelreflex-Systemkamera aus dem Hause Leitz-Wetzlar. Die Leicaflex war anfangs rein mechanisch. Seit Beginn der 1970er Jahre wurde die Leicaflex durch die Baureihe „R“ abgelöst. Die Leica R ist größer und schwerer als die klassische (Mess-)Sucherleica, bietet dafür aber mehr Automatikfunktionen und Komfort sowie eine größere Objektivpalette. Mit dem zur Photokina 2004 vorgestellten digitalen Rückteil („Digitalmodul R“) war die Leica R die erste Kleinbild-Hybridkamera, die wahlweise analog und digital betrieben werden konnte.

Außerdem fertigt bzw. fertigte die Leica Camera AG bzw. ihre Vorgänger auch einfachere Sucherkameras, Filmkameras, Digitalkameras, Ferngläser, Spektive und Diaprojektoren.

Leica-Objektive gelten als von hoher optischer und mechanischer Qualität. Durch eine hohe Systemkompatibilität lassen sich Kameras, Objektive und Zubehör aus mehreren Jahrzehnten kombinieren. Es existiert eine große weltweite Sammlerszene für Leica-Kameras, für die exklusive Sondereditionen gefertigt werden.

Schraubleicas (1914 bis 1960)

Die Leica Camera AG 220px-LEI0060_186_Leica_I_Sn.5193_1927_Originalzustand_Front-2_FS-15
Leica I, 1927, Objektiv Leitz Elmar 1:3,5 F=5cm

Zentrale Idee hinter der Leica war von Anfang an, eine kompakte Kamera mit einem für damalige Verhältnisse kleinen 35-mm-Filmformat zu konstruieren, deren Negative auch für stärkere Vergrößerungen geeignet waren. Im Vergleich zu den großformatigen Box- und Balgenkameras, die Anfang des letzten Jahrhunderts üblich waren, wirkte die erste Leica mit 35-mm-Film in der Tat recht modern.

Leica M (seit 1954)

Die Leica Camera AG 220px-Leica_M3_chrome_Singlestroke_with_Leica-Meter_M_und_Elmar_f%3D5cm_2%2C8_M39
Leica M3 chrom mit Leica-Meter M, Booster und Objektiv Elmar f=5cm 1:2,8 M39 mit M-Adapter

Die Leica M ist eine Fotokamera-Modelllinie der Firma Leitz, heute der Leica Camera AG, für das Kleinbild-Format. Im Unterschied zum auch von Leitz hergestellten Spiegelreflex-System Leica R ist das M-System ein Messsucherkamerasystem.

Leica führte das M-System 1954 als Nachfolge für die Leica III ein, die „Ahnenreihe“ der Leica M reicht damit bis zu der von Oskar Barnack erdachten Ur-Leica zurück. Ihre Bedeutung und ihren Nimbus erhält die Leica M dadurch, dass sie wie schon ihre Vorgänger („Schraub-Leicas“) von vielen bedeutenden, professionellen Fotografen besonders in der Reportagefotografie eingesetzt wurde und wird und somit viele berühmte Fotos zur Zeitgeschichte mit einer Kamera dieses Typs oder einem Vorgängermodell aufgenommen wurden.
Technik

Während Objektive an den Leicas bis 1954 mit einem M-39-Schraubgewinde befestigt wurden, erhielten die M-Leicas einen Bajonettanschluss, das M-Bajonett. Das Suchersystem wurde gegenüber den Schraub-Leicas verbessert, und sie erhielt einen verbesserten Tuchschlitzverschluss.

Herausragendes Merkmal der Leica-M-Kameras ist ihr Messsucher. Er zeigt das Motiv in einer festen Vergrößerung, die je nach Modell unterschiedlich ausfällt. Aktuelle Leicas sind erhältlich mit Suchervergrößerungen von 0,58-fach, 0,72-fach und 0,85-fach. Zum Scharfstellen auf das Motiv bringt man das Bild in einem hellen Messfleck in Deckung mit dem Motiv. Ein eingespiegelter Leuchtrahmen zeigt das Bildfeld des angesetzten Objektivs.

Ihren guten Ruf verdankt die M-Leica bis heute vor allem der guten Auswahl an hervorragenden Objektiven zwischen 16 und 135 mm Brennweite. Seit dem Auslaufen des Patentschutzes für das M-Bajonett sind seit Anfang der 2000er Jahre auch M-Objektive von Fremdherstellern (Carl Zeiss, Voigtländer-Cosina, Konica) auf dem Markt erhältlich.
Modelle
Mit der Leica IIIf hatte die klassische Schraubleica ihren Zenit überschritten. Während die optische Leistung der Objektive noch über jeden Zweifel erhaben war, waren die Kameragehäuse nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik. Bereits in den dreißiger Jahren hatte Zeiss Ikon in der Contax II einen überlegenen Messsucher, der Sucher und Entfernungsmesser in einem Okular zusammenfasste. Zwar hatte es bei Leitz durchaus Überlegungen zu einer Leica IV mit Messsucher gegeben, doch kamen diese durch den Kriegsausbruch ins Stocken. Auch das Schraubgewinde für den Objektivwechsel wurde nun vielfach als unnötig umständlich empfunden, zumal Zeiss Ikon auch hier bereits mit einer Bajonettlösung aufwarten konnte.

Die Leica Camera AG 220px-Leica_M2_Summicron_35
Leica M2, im Technikmuseum Berlin

Die M3 war 1954 die erste M-Leica. Sie hatte eine Suchervergrößerung von 0,91-fach und konnte Leuchtrahmen für Objektive mit 50, 90 und 135 mm Brennweite einspiegeln. Objektive mit kürzerer Brennweite erforderten entweder einen Sucheraufsatz (die so genannte „Brille“) oder einen separaten Aufstecksucher, der in den Zubehörschuh gesteckt wird. 1958 erschien mit der M 2 eine „abgespeckte“ Version der M3 mit geringerer Suchervergrößerung (0,72-fach) und Leuchtrahmen für 35, 50 und 90 mm. 1967 erschien die weiter verbesserte Leica M4. Der M5 war kein großer Erfolg beschieden, obwohl sie die weltweit erste Messsucherkamera mit Belichtungsmessung durch das Objektiv war (TTL-Messung). Eine CdS-Zelle war auf einem Schwenkarm vor dem Verschlussvorhang angebracht, der mit Drücken des Auslösers in den Kameraboden versenkt wurde. Zwar war auch sie ein technischer Fortschritt gegenüber ihren Vorgängerinnen, aber insbesondere die leicht vergrößerten Ausmaße machten sie in Fotografen- und Sammlerkreisen nicht sehr beliebt. Erst die M4-2 von 1977 überzeugte die Leica-Freunde wieder. Die 1984 erschienene Leica M6 wies nach der M5 als zweite M-Leica eine Belichtungsmessung durch das Objektiv auf. Über Leuchtdioden wurde dem Fotografen drohende Über- oder Unterbelichtung angezeigt. Mit der M7 erschien 2002 erstmals eine M-Leica mit Zeitautomatik. Nur wenig später erschien mit der MP Leicas Zugeständnis an die Tradition, indem weniger Wert auf Modernität durch elektronische Bauteile gelegt wurde, aber dafür mehr Wert auf kompromisslose Fertigungsqualität und Mechanik. Die MP ist äußerlich und im Innern so viel wie eine M2 mit Belichtungsmessung.

Die Leica Camera AG 220px-Leica_M7_MotorDrive_M_Summilux_1_4_35mm_ASPH_01
Leica M7, MotorDrive M, Summilux 1,4/35 mm ASPH

Neben den genannten Modellen gab es häufig Sondermodelle. Beispielsweise waren die M1 eine Version ohne Messsucher, MD und MDa ganz ohne Sucher, gedacht für die Verwendung des Spiegelreflex-Aufsatzes Visoflex, von der M6 erschienen Versionen mit Titan-Gehäuse u. Ä.

Aktuelle Modelle sind die 35-mm-Film-Kameras Leica M7, Leica MP und Leica M-A, sowie die digitalen Modelle M-P, M Monochrom, M (Typ 262), M-D, M (Typ 240) und M10 (Stand 2017). Historische M-Modelle gehören zu den Klassikern unter den Fotoapparaten und erzielen Sammlerpreise.

In stark miniaturisierter Form werden Leica-M-Modelle von der Firma Minox als Kleinstbild- und Digitalkameraversion maßstabsgetreu nachgebaut.
Spiegelreflex-Kameras (seit 1964)

Leicaflex (1964–1976)

Die Leica Camera AG 220px-Leicaflex_SL2_2
Eine Leicaflex SL2 mit 3 passenden Objektiven

Die Leica Camera AG 220px-Leicaflex_SL_SL2_Mot_Family_01
Die Leicaflex SL MOT-Familie mit Motor und 2,8/60 mm Macro-Elmarit R

Die Leicaflex war ursprünglich für die Außenmessung mit einem Selen-Belichtungsmesser konstruiert, das ist an der Blechverblendung vor dem Prisma zu erkennen. Doch dieses Modell kam nie auf den Markt. Leitz entschloss sich kurzerhand, die Außenmessung mit einem CdS-Belichtungsmesser vorzunehmen. Die Vorserie, die etwa 200 ausgesuchten Fotografen zum Testen zur Verfügung gestellt wurde, hatte noch hellverchromte Objektive. Diese „helle“ Verchromung beeinflusste durch Reflexe die Außenmessung, so dass in der Serie die Objektive „schwarz-verchromt“ geliefert wurden. Das neue R-Bajonett (R steht für Reflex) wurde im Vergleich zum M-Bajonett im Durchmesser erheblich vergrößert. Dies gab mehr Freiheiten für die Objektivkonstruktion. Der Verschluss ermöglichte eine kürzeste Verschlusszeit von 1/2000 s und war nominell graviert mit einer Blitzsynchronzeit für Elektronenblitz-Geräte von 1/100 s – effektiv war es allerdings 1/90 s. 1964, bei Markteinführung des ersten Modells entsprach diese Spiegelreflex-Kamera nicht mehr dem Stand der Technik, da sie keine TTL-Messung hatte. Ihr besonderes Merkmal war die sehr helle Sucherscheibe mit einer feinen Fresnel-Linse, die allerdings für lange Brennweiten und Makro-Aufnahmen wenig geeignet war. Da Leitz keine Retrofocus-Objektive mit großem Bildwinkel im Programm hatte, wurde eine spezielle Konstruktion eines symmetrisch aufgebauten Super-Angulon mit 21 mm der Firma Schneider eingesetzt. Deshalb war eine Spiegelvorauslösung und für diese Brennweite ein Zusatzsucher erforderlich. Diese erste Leicaflex war in verchromter und auch in schwarz lackierter Ausführung erhältlich; letztere ist weitaus seltener. Insgesamt wurden 37.500 Stück gebaut.

1968 wurde die Leicaflex durch die Leicaflex SL mit einer TTL-Belichtungsmessung abgelöst. Sie bot zudem eine Selektivmessung, die im Wesentlichen einer Spotmessung mit etwas größerem Messfeld entspricht. Das war über Jahre ein Alleinstellungsmerkmal der Leicaflex. Das Gehäuse zeigte nun eine klare Form, ohne dass die ursprünglichen Prägungen für den Selen-Belichtungsmesser zur Außenmessung erkennbar waren. Die passenden Objektive benötigen eine sogenannte 2-Cam-Steuerung, um für die Belichtungsmessung durch das Objektiv geeignet zu sein. Ansonsten war sie mit der Leicaflex weitgehend identisch. Die Leicaflex SL wurde serienmäßig hell oder schwarz verchromt ausgeliefert; nur einzelne Exemplare wurden schwarz lackiert. Die Gesamtproduktion beläuft sich auf etwa 72.000 Einheiten, von denen knapp 1100 für den Betrieb mit dem optional erhältlichen SL-Motor ausgelegt waren.

Mit der Leicaflex SL 2 wurde 1974 das letzte Modell der Leicaflex-Reihe vorgestellt. Ihre Hauptmerkmale waren ein empfindlicherer Belichtungsmesser sowie ein geänderter Sucheraufbau mit Beleuchtung, Schnittbildentfernungsmesser und modifiziertem Spiegel für extreme Weitwinkelobjektive. Später wurde noch eine Version für den Einsatz mit dem Motorantrieb vorgestellt. Dennoch war die SL 2 schon zum Zeitpunkt der Markteinführung nicht mehr auf dem Stand der Technik gegen eine Konkurrenz, die bereits eifrig an Multiautomaten arbeitete. Zudem war die Produktion der SL 2 so teuer, dass die Gehäuse mit Verlust in den Markt gedrückt und der Gewinn mit den Objektiven erzielt werden musste. So endete die Produktion nach nur zwei Jahren und ungefähr 25.500 Exemplaren, davon in der Serienfertigung in bekannten Nummernkreisen 1020 in der „Mot“-Ausführung. Darüber hinaus gibt es einige „Nachserienmodelle“ in geringer Auflage, die nicht diesen Nummernkreisen zuzurechnen sind.

Weiteres zu der Geschichte im Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Leica_Camera
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