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Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

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Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Beitrag  Andy am Mo Okt 17, 2011 9:48 pm

Hier etwas zu dem Ritterorden, sprich der Christussäule von Herrn Borek und die schönen Fahnen die dort ab und zu hängen.

Der Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem (lat.: Ordo Equestris Sancti Sepulcri Hierosolymitani, Ordenskürzel: OESSH) ist aufgrund seiner besonderen Geschichte zugleich

* eine juristische Person des kanonischen Rechts (seit 1950)
* sowie - aufgrund einer Bestätigung durch Papst Johannes Paul II. vom 1. Februar 1996 eine juristische Person des Vatikanstaates und somit eine päpstlich anerkannte Gemeinschaft katholischer Laien und Priester.

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem genießt die gleiche unmittelbare Anerkennung wie die übrigen päpstlichen Ritterorden (Christusorden, Orden vom Goldenen Sporn, Piusorden, Gregoriusorden und Silvesterorden), unterscheidet sich von diesen jedoch dadurch, dass er mit dem Malteserorden einer von zwei Orden ist, die in einem besonderen Souveränitätsverhältnis zum Heiligen Stuhl stehen. Beide Orden haben ihren Ursprung nicht einer päpstlichen Stiftung zu verdanken.




Aufbau und Mitgliederstruktur

Der Orden wird in drei Klassen verliehen:

* Klasse der Kollarritter und Kollardamen
* Klasse der Ritter (Großkreuz-Ritter, Großoffiziere oder Komture mit Stern, Komture, Ritter)
* Klasse der Damen (Großkreuz-Damen, Komtur-Damen mit dem Stern, Komtur-Damen, Damen)

An der Spitze des Ritterordens, der seinen Sitz in Rom hat, steht ein Großmeister. Das Amt des Großmeisters hat zunächst der Lateinische Patriarch von Jerusalem (ab 1847/48, anfangs selbstständig, ab 1868 unter päpstlicher Oberhoheit), dann der Papst persönlich wahrgenommen (ab 1907, zuletzt Pius XI., der das damit auch erloschene Amt am 6. Januar 1928 niederlegte). Bevor Pius XII. das wieder ins Leben gerufene Amt eines Großmeisters 1949 einem Kurienkardinal als „Kardinal-Großmeister“ übertrug, fungierte der Lateinische Patriarch von Jerusalem als „Rektor und ständiger Administrator“. Am 29. August 2011 hat Papst Benedikt XVI. S.Ex. Edwin Frederick O’Brien, Apostolischer Administrator von Baltimore, zum Pro-Großmeister bestellt.

Die Zahl der Grabesritter beträgt weltweit etwa 22.000 (Stand 2009). Der Orden ist in 51 Statthaltereien in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Deutschland, England/Wales, Spanien, Frankreich, Gibraltar, Irland, Italien, Luxemburg, Ungarn, Malta, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Philippinen, Polen, Portugal, Monaco, Puerto Rico, Russland, Sardinien, Schweiz, Schottland, Slowenien, Finnland, Schweden, Taiwan und USA vertreten.

Die Deutsche Statthalterei umfasst etwas über 1300 Mitglieder, davon etwa 1000 weltliche Ritter, 200 Damen sowie 130 Geistliche (Stand 2008). Die Deutsche Statthalterei ist in sechs Ordensprovinzen aufgeteilt (Ostdeutsche, Rhein-Main, Norddeutsche, Rheinisch-Westfälische, Bayerische, Südwest-Deutsche Ordensprovinz). Großprior der Deutschen Statthalterei ist seit 7. Oktober 2006 der damalige Bischof von Trier und jetzige Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx. Seit dem 5. Mai 2007 ist Heinrich Dickmann Statthalter des Ritterordens; er war vorher der Präsident der Norddeutschen Ordensprovinz. Diese Ordensprovinzen sind in insgesamt 36 örtliche Komtureien gegliedert (genaue Aufzählung siehe unten). Den Provinzen steht jeweils ein Präsident, den Komtureien jeweils ein „Leitender Komtur“ vor.

Aufgaben

Der Orden hat seine Hauptaufgabe in der Unterstützung der Christen im Heiligen Land sowohl in Hinsicht auf Förderung des katholischen Glaubens im Heiligen Land als auch in finanzieller Hinsicht. So unterhält der Orden in Israel/Palästina durch materielle Hilfe eine Vielzahl von Kirchen, Schulen und sozialen Einrichtungen. Weiterhin sollen die Treue zu Kirche und Papst, Spiritualität, eine christliche Lebensführung und vor allem Nächstenliebe gefördert werden.

Aufnahme

Grundsätzlich steht der Orden allen Frauen (Damen) und Männern (Rittern) offen, die sich als katholische Christen besonders ausgezeichnet haben. Generell gilt: »Die Ritter und Damen werden unter Persönlichkeiten katholischen Glaubens sowie einwandfreier sittlicher Lebensführung ausgewählt, die sich in besonderer Weise um die katholischen Einrichtungen im Heiligen Land und um den Orden verdient gemacht haben und sich verpflichten, dies auch in der Zukunft zu tun.« (Zitat aus: Satzung – in der am 19. Juli 1977 von Papst Paul VI. genehmigten Fassung, Artikel 5, Absatz 2).

Um die Mitgliedschaft kann man sich demnach nicht bewerben, vielmehr werden Aufnahmekandidaten ausgewählt, auf Vorschlag von Mitgliedern. Die eigentliche Aufnahme in den Orden erfolgt während der Investitur, wobei Männer (nur Laien) den Ritterschlag erhalten. Die Ernennung jedes einzelnen Ritters und jeder einzelnen Dame erfolgt jedoch seit 1931 mittelbar durch den Papst.

Privilegien

Kennzeichnend für diesen Päpstlichen Orden als Geistlichen Ritterorden ist, dass die Heilige Apostolische Poenitentiarie zuletzt mit Schreiben vom 23. September 1967 gewährt hat, dass die Mitglieder des Orden einen vollkommenen Ablass gewinnen können, wenn sie die üblichen Bedingungen erfüllen. Dies kann erfolgen am Tag ihrer Aufnahme oder an den Feststagen Allerseelen (2. November), Kreuzerhöhung (14. September), Hl. Pius X. (21. August) und Hl. Helena (18. August).

Provinzen und Komtureien in Deutschland

Norddeutsche Ordensprovinz mit den Komtureien in Braunschweig, Bremen, Hamburg, Hildesheim, Osnabrück-Vechta

weitere sind bei Wikipedia einsehbar

Statthalter der Deutschen Statthalterei

seit 2007: Heinrich Dickmann (*1941), Versicherungsmanager

Heinrich Dickmann

Von 1994 bis 2002 war Heinrich Dickmann Vorstandsvorsitzender der VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung. Er ist seitdem Mitglied des Aufsichtsrates in verschiedenen Gesellschaften der VHV-Gruppe tätig: in der VHV Allgemeine Versicherung AG, VHV Lebensversicherung AG, Hannoversche Direktversicherung AG und in der VHV insurance services (is) GmbH sowie seit 2009 in der Hannoversche Lebensversicherung AG.[1] 2002 bis 2005 war er Mitglied im Wirtschaftsbeirat der CDU.

2003 wurde Heinrich Dickmann mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Er engagiert(e) sich in zahlreichen Ehrenämtern für das Gemeinwohl, insbesondere für soziale Projekte sowie als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer in Hannover und im Bildungszentrum der hannoverschen Versicherungswirtschaft. Er ist Gründungsmitglied des Beirats der niedersächsischen Landesverkehrswacht. Seit 1997 ist er Honorarkonsul der Republik Österreich. Er ist langjährig aktives Mitglied im Bund Katholischer Unternehmer (BKU) sowie im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Als Nachfolger von Paul Theodor Oldenkott ist er seit 2007 Statthalter der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Quelle

Das Leitmotiv des Ritterordens lautet Deus lo vult (de: Gott will es).

Mit den Worten Deus lo vult (spätlateinisch für „Gott will es!“) antwortete die Menschenmenge, als Papst Urban II. am 27. November 1095 auf der Synode von Clermont in einer Predigt zur Befreiung Jerusalems aufrief. Damit begründete er den ersten Kreuzzug, der zur Befreiung der Heiligen Stätten beitragen und den einzelnen Teilnehmern helfen sollte, ihre Sünden abzubüßen.

Der Ausdruck gibt Zeugnis für ein religiöses Sendungsbewusstsein, das zur Erreichung seiner Ziele auch Gewalt einzusetzen bereit war. Diese wurde entsprechend dem Modell des gerechten Krieges als auf Verteidigung bzw. Rückeroberung widerrechtlich angeeigneter Gebiete ausgerichtete militärische Gewalt für sittlich vertretbar, ja sogar für gottgewollt gehalten. Der Kreuzzug als Krieg der Papstkirche wurde – so die Intention des Ausdrucks – in der Stellvertreterschaft Gottes geführt.

Im Rückblick zeige der Ausdruck „Deus lo vult“ – so seine Kritiker –, dass gerade die Berufung auf den Willen Gottes oft für inhumane Ziele missbraucht wurde. In der Kritik, z. B. durch Radulfus Niger, wurde der Aufruf zum „Deus non vult“. DEUS LO VULT in großen lateinischen Buchstaben ist auch das Leitmotiv des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Wallfahrt mit Waffen

Vergleich zwischen islamischem Dschihad und christlichen Kreuzzügen
Nicht nur der Islam kennt die Idee des heiligen Kriegs. In den mittelalterlichen Kreuzzügen griffen auch Christen zur Waffe, um Gottes Willen durchzusetzen. Was bewegte sie zu den blutigen Wallfahrten? Lassen sich Dschihad und Kreuzzüge in denselben Topf werfen?

Am 13. Mai 1981 richtete der Türke Mehmet Ali Agca auf dem Petersplatz seine Schusswaffe gegen Papst Johannes Paul II. und verletzte ihn schwer. Er begründete sein Attentat damit, dass der Papst der “oberste Kriegsherr der Kreuzritter” sei. Die Begründung, so weltfremd sie auch gewesen sein mag, zeigt die Hartnäckigkeit von Feindbildern. Auch wenn die Zeit der Kreuzzüge seit acht Jahrhunderten vorbei ist, konserviert ein bestimmtes Denken eingeschliffene Feindbilder, um sie bei Bedarf hervorzuholen.

Freilich hatten die Päpste schon etwas mit den Kreuzzügen zu tun. Zum ersten eigentlichen Kreuzzug rief Papst Urban II. im Jahre 1095 in Clermont-Ferrand auf. Damit entsprach er einer Bitte des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos. Der Kaiser hatte eindringlich darum gebeten, die Christen im Orient von der drückenden Herrschaft der Muslime zu erlösen. Als weiteres Ziel wurde die Befreiung des Heiligen Grabes in Jerusalem angeführt.

“Gott will es!”

Als Urban II. (1088–1099) am vorletzten Tag des Konzils von Clermont zum Befreiungsfeldzug Jerusalems aufrief, empfing ihn tosender Beifall. Die Menschen fertigten Stoffkreuze an, um sie an ihre Schultern zu heften. Den Aufruf des Papstes deuteten sie als unmittelbaren Gottesauftrag. “Deus lo vult. – Gott will es.” Der päpstliche Aufruf richtete sich in erster Linie an junge, kräftige Ritter, die als Ritter Christi bezeichnet wurden. Angesprochen war aber auch die bäuerliche Bevölkerung.

Das begeisterte Echo ist auf dem Hintergrund des damaligen Bevölkerungszuwachses und der Verknappung des teilbaren Grundbesitzes zu sehen. Die Hoffnung auf Landnahme im Orient beflügelte viele Ritter. Die Motivation der Kreuzritter nährte sich deshalb aus vielen Wurzeln. Die geistlich-spirituelle, das heisst der Zugriff auf das irdische Jerusalem gewissermassen als Vorgriff auf das himmlische Jerusalem, war sicher die tiefste geistliche Motivation. Daneben gab es noch andere Beweggründe: der Wallfahrtsgedanke, die Idee des heiligen und gerechten Krieges, die Gewährung von Ablässen und der Glaube an die leitende, legitime Autorität des Papstes.

Kreuzzug als Wallfahrt

Wallfahrten ins Heilige Land sind bereits aus den frühen Jahrhunderten der Kirche überliefert. Es waren riskante Unternehmungen für die Pilger. Die wenigsten Wallfahrer erreichten ihr Ziel. Nachdem Palästina unter muslimische Herrschaft gekommen war, wurden Pilger oft behelligt. Dass den Christen der Zugang zu den heiligen Stätten verwehrt blieb, galt sowohl im spätrömischen Reich wie in Byzanz als Schmach und Demütigung.

Die Risiken der Jerusalemwallfahrt trugen dazu bei, dass sich die Gläubigen auf strapazenreiche und immer noch hochriskante Pilgerfahrten in Europa konzentrierten. Drei Wallfahrtsorte gewannen grosse Popularität: Rom, die Stadt der frühchristlichen Märtyrer, Santiago de Compostela mit dem Grab des Apostels Jakobus und der Monte Gargano in Apulien, wo der Erzengel Michael verehrt wurde. Jerusalem aber überragte alle anderen Wallfahrtsorte. Denn es erinnerte nicht nur an das bisherige Heilsgeschehen – Leben, Leiden, Sterben, Grablegung und Auferstehung Christi –, sondern wies vor allem auf die noch ausstehende Erfüllung im himmlischen Jerusalem hin. Dieser Gedanke enthielt hochexplosiven Sprengstoff. Die Begeisterung führte zu Pogromen gegen die Juden, die den Messias noch immer erwarteten und sich dem christlichen Enthusiasmus versagten.

Blutbad in Jerusalem

Es waren diese Ausbrüche unkontrollierter Gewalt, die den idealen Gedanken der Kreuzzüge entstellen sollten. Rund 90 000 Kreuzritter, darunter etwa 8 Prozent Adlige und Ritter, brachen 1096 in zwei Zügen auf. Während der erste weitgehend aufgerieben wurde, versammelte sich der zweite Zug vor Nikaia in Kleinasien und stiess von hier aus nach Jerusalem vor. Am 15. Juli 1099 erreichte er Jerusalem und richtete ein Blutbad an. Arabische und westliche Chroniken halten diese Exzesse fest.

Zusammen mit Siedlern aus dem Westen gründeten die Kreuzritter nun vier Kreuzfahrerstaaten – das Königreich Jerusalem, die Grafschaft Edessa, die Grafschaft Tripolis und das Fürstentum Antiochien. Keiner davon überdauerte das 13. Jahrhundert. 1187 fiel Jerusalem zurück an die Truppen des Sultans Saladin und konnte nie mehr wiedererobert werden. Am 3. Kreuzzug (1189–1192) beteiligten sich Friedrich I. Barbarossa, Richard Löwenherz und Philipp II. von Frankreich. Die Plünderung Konstantinopels 1204 im 4. Kreuzzug, trug nachhaltig zur Entfremdung von Lateinern und Byzantinern bei; sie hinterliess bei den Griechen ein bis heute nachwirkendes Trauma. König Ludwig IX. von Frankreich, genannt der Heilige, starb 1270 beim Kreuzzug vor Tunis. Trotz fortgesetzter Misserfolge entwickelte der Kreuzzugsgedanke bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts eine starke Anziehungskraft.

Gerechte Kriege

Wie wurden die Kreuzzüge begründet? Hinter den Unternehmungen, die trotz blutiger Exzesse als Fortführung des Pilgergedankens gedacht waren, stand die Idee des gerechten Krieges. Diese Idee ging auf den heiligen Augustinus im 5. Jahrhundert zurück und ist theoretisch durch keine bessere ersetzt worden. Die Vorstellung des gerechten Krieges besagt, dass Gewalt an sich nicht schlecht sei, sondern moralisch indifferent; ihren moralischen Charakter empfange sie aus der Absicht des Gewaltanwenders. So war Gewalt nicht nur Ausdruck der Liebe gegenüber denjenigen, zu deren Schutz sie antrat, sondern auch gegenüber denjenigen, gegen die sie sich richtete.

Unabdingbare Voraussetzung für kriegerische Gewaltanwendung war ihre Bindung an Gerechtigkeit und Rechtmässigkeit. Gerechter Anlass konnte Aggression, Bedrohung, Tyrannei oder unrechtmässige Besetzung eines Gebietes sein. Der Einzelne konnte nicht eigenmächtig Vergeltungsmassnahmen ergreifen. Er musste dazu von einer rechtmässigen Obrigkeit ermächtigt sein. Über alle Zweifel erhaben war eine Ermächtigung, wenn sie den Charakter einer göttlichen Bevollmächtigung trug. Das war bei den Kreuzzügen der Fall. Deren kennzeichnendes Merkmal lag in der Vorstellung, dass sie die Sache Christi vertraten, die der Papst als Vertreter Christi legitimiert hatte.

Wollte es Gott?

Wollte Gott das wirklich? Wir Heutigen stellen uns die Frage, warum denn so viele Kreuzzüge scheiterten, wenn es dabei doch um Gottes eigene Sache ging. Nur sehr wenige zeitgenössische Kreuzzugkritiker sahen Misserfolge jedoch als Beweis dafür, dass die Kreuzzüge nicht mit Gottes Plänen und Absichten in Einklang stünden. Nicht an den Kreuzzügen übten sie Kritik, sondern an den Kreuzfahrern. Seit 1187 wurde in päpstlichen Schreiben betont, der Erfolg der Feinde Gottes sei der Sündhaftigkeit aller Christen und dem schlechten Zustand der Kirche zuzuschreiben. Kirchenreform und Kreuzzug wurden in der Folge eng miteinander verknüpft, der Erfolg eines Kreuzzugs von der Läuterung und Einigung der Kirche abhängig gemacht.

Dem Hochmittelalter blieb auch die Vorstellung fremd, ein ungläubiger Gegner könne in einem gerechten Krieg eine gerechte Ursache geltend machen. Die Kriegsschuldfrage war rasch in grundsätzlichem Sinne gelöst: Unrecht hatte stets der aggressive Unglaube der Muslime.

Kreuzzug und Dschihad

Kreuzzüge als gerechte und heilige Kriege hatten somit eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Dschihad, dem heiligen Krieg des Islams. Die Verwandtschaft war aber nur vordergründig und stand in keinem inneren Zusammenhang. Für den Muslim bestand eine persönliche, permanente Verpflichtung zum Dschihad, d. h., er war aufgefordert, sich auf dem Wege zu Gott anzustrengen, gegebenenfalls militärisch zu kämpfen und die Waffe einzusetzen. Für den christlichen Kreuzritter dagegen war der christliche heilige Krieg ein Auftragskrieg der Papstkirche in der Stellvertreterschaft Gottes. Sein Anstifter war letztlich Gott selber; gerechtfertigter als gerechter Krieg konnte kein Krieg sein.

Im 11. Jahrhundert wuchs das Papsttum über Kirchenreform, Reformpapsttum und Investiturstreit vollends in diese Stellvertreterrolle hinein. Der im Namen Gottes geführte Krieg galt deshalb als Krieg gegen den Krieg, der den Griff zum Schwert nicht nur legitimierte, sondern auch heiligte, weil er der Friedenssicherung diente.

Die Praxis widersprach dieser Theorie. Indem die Kreuzzüge zur Massenbewegung wurden, entzogen sie sich immer mehr der Kontrolle und Steuerung. Sie wurden zur Gefahr für den Frieden und störten die Ordnung im Innern. Spektakulär artete der vierte Kreuzzug aus, der 1204 in der Plünderung der Kaiserstadt am Bosporus gipfelte. Trotz all dem war die Frage nach der Berechtigung der Kreuzzüge nie ganz verstummt, auch wenn Quellennachweise fast völlig fehlen.

Kritik von Mönchen und Minnesängern

Grundsätzliche Kritik an den Kreuzzügen liessen erst die andauernden Misserfolge und das Problem der Finanzierung der kriegerischen Unternehmungen aufkommen. Zunächst wurden strategische Fehler der Anführer kritisiert. Tiefer gehende Einwände kamen nur sehr zögerlich auf. Für viele genügte der Hinweis auf die allgemeine menschliche Sündhaftigkeit, von der auch Kirche und Kreuzfahrer nicht ausgenommen waren. Grundsätzlich in Frage gestellt wurde die Notwendigkeit der Kreuzzüge dann im 13. Jahrhundert vom kalabresischen Zisterzienserabt Joachim von Fiore und dessen Idee vom Anbruch der Ära des Heiligen Geistes. Wenn aber wirklich das Zeitalter des Heiligen Geistes angebrochen sei, in dem wahrhaft geistliche Männer Juden und Heiden mit dem Wort bekehren und sie friedlich in Christi Herde sammeln würden, dann durften nur noch friedliche Mittel gegen Heiden und Ungläubige Anwendung finden.

Auch die Minnesänger verbanden Kritik an den Kreuzzügen mit Kritik an der Kirche. “In welchem Buch der Bibel, Rom, findest du, dass man Christen töten soll?”, fragte der Troubadour Guillem Figueira. Dominikaner und Franziskaner übernahmen zunächst eine wichtige Rolle in der Kreuzzugspropaganda. Erst allmählich regte sich in den Bettelorden grundsätzlicher Widerstand. Der englische Franziskaner Roger Bacon vertrat die Auffassung, dass die Kreuzzüge die Mission mehr behinderten als unterstützten: "Krieg gegen Sarazenen-Heiden-Tartaren ist kein wirksames Mittel. ... Wer unter den Muslimen überlebt, ist wegen dieser Gewaltanwendung gegenüber dem christlichen Glauben mehr und mehr verbittert ... Daher ist die Bekehrung der Sarazenen in vielen Teilen der Welt unmöglich geworden."

Pazifistische Auffassungen gewannen an Boden, sie vermochten sich jedoch auch in den Bettelorden nicht allgemein durchzusetzen. Es hiess, wer gegen die Kreuzzüge sei, halte das Volk Israel gegen Gottes Plan vom Marsch in das gelobte Land ab.

Mit dem Fall von Akkon 1291 ging das Zeitalter der Kreuzzüge zu Ende. Es war nicht so sehr die Kreuzzugskritik, die diese Entwicklung herbeigeführt hatte, sondern die Bildung neuer Loyalitäten und eines neuen Instrumentes der Friedenssicherung. Weder nach innen noch nach aussen vermochte der Kreuzzug dauerhaften Frieden zu schaffen oder zu sichern. Er war im Gegenteil friedensgefährdend oder gar friedenszerstörend geworden. Realistischer war es, wie das der Nationalstaat des 14. Jahrhunderts anstrebte, das Anliegen der Friedenssicherung im eigenen Lande mit dem Aufbau eines Gerichtswesens durchzusetzen.

Kriege im Namen Gottes zu führen, kommt uns nach Aufklärung und Weltkriegen unverständlich vor. Aber auch nach diesen Erfahrungen sind Christen – und nicht nur sie – immer wieder der Gefahr einer Legitimation des Krieges durch Berufung auf Gottes Willen verfallen. Wie Kurt Marti es einmal formulierte: “Gott” wurde “zum ausgebeutetsten aller Begriffe, zur geräumten Metapher, zum Proleten der Sprache.”

Victor Conzemius

Quelle

Quelle

Hier geht es noch zur Webseite mit entsprechenden Meldungen

http://www.ritterorden.de/



denken 7 king 2

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Kreuzritter

Beitrag  Andy am Mi März 28, 2012 11:04 pm

Hier noch ein Filmbeitrag,eigentlich sehr beliebt bei diesen Leuten.
Kreuzritter - Für Heimat und Vaterland



Hochgeladen von Netzkino am 09.03.2012

RO | 1990 | 96 Min.

Rumänien steckt in der Krise, der König ist tot. Die beiden Söhne sind seit den Kreuzzügen nach Jerusalem erbitterte Gegner, jeder beansprucht die Krone für sich. Ihre Auseinandersetzungen werden immer brutaler, sie schrecken auch nicht mehr vor Totschlag zurück. Unerbittlich verfolgt jeder das einzige Ziel, die Krone und die Macht über das Land zu bekommen. Die Situation spitzt sich immer weiter zu, der Streit eskaliert. Bis auch die eigenen Familien ermordet werden sollen.

Wir errinnern uns an Breivik:


Anders Behring Breivik - Grausamer Kreuzritter =Terrorist=Freimaurer?

Das Video dazu wurde natürlich schon gelöscht,warum wohl?

Aber hier noch etwas moderneres dazu:



Hier noch etwas zu diesem Thema aus neuester Vergangenheit



Evil or Very Mad

Schießen 1 jesus

Hier noch was zum Thema



Eines der bekanntesten Mythen dürfte jeder schon mal Gehört haben,die Geschichte des Kreuzritters Richard Löwenherz.In der es darum geht Jerusalem zu erobern,natürlich werden uslime als Bestien dargestellt,was sonst.








Interressant wird es wenn man den Fall in Frankreich ansieht.
Der Attentäter so berichtete man,sei Kreuzritter und Gotteskrieger,man achte dabei auf Kleidung unds aussehen.



Die Geheimdienste wissen davon und lassen diese Leute ziehen.Hierzu wurde diese frage gestellt:
Warum war der Attentäter von Toulouse in Israel?

Eine weitere frage dürfte sein,warum ausgerechnet Frankreich?
Frankreich, Belgien, dass heißt die Povonz gelten schon jeh her als Angriffsziel.Gebt einfach mal bei Youtube Tod in Flandern ein und ihr bekommt jede menge von diesem hier:



Stellt sich nun die Frage warum alles gelöscht wird, was irgendwie eine Verbindung zu den Kreuzrittern darstellt,wärend eindeutige Hetz und Hassfilme, frisch fröhlich frei weiterlaufen.
Denkt mal drüber nach.

Evil or Very Mad

Hier noch mal ein Bild von der Christussäule oben.



Wie ihr seht steht das Kreuz über den Halbmond und dem Davidstern und das nicht ohne Grund.
flagge 5
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