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Geschichte des Fernsehens

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Geschichte des Fernsehens

Beitrag  Andy am Do Dez 08, 2016 12:24 am

Vorbemerkung: Obgleich im Artikel Geschichte des Fernsehens eine chronologische Erzählweise überwiegt, ist er in erster Linie thematisch gegliedert. Eine chronologische Auflistung der Ereignisse findet sich unter Chronologie des Fernsehens. Außerdem stellt der folgende Artikel die technischen Innovationen nicht für jedes Land gesondert dar. Der Artikel beschäftigt sich überwiegend mit den Entwicklungen im deutschsprachigen Raum.

Entwicklung
Die Bildzerlegung

Auf die Möglichkeit, Bilder punkt- und zeilenweise abzutasten und die Helligkeitswerte elektrisch zu übertragen, sowie den Nutzen einer derartigen Technik wies schon 1843 Alexander Bain hin. Die erste brauchbare Realisierung erfand 1883 Paul Nipkow. Sein elektrisches Teleskop, welches mit Hilfe einer rotierenden Scheibe (Nipkow-Scheibe), die mit spiralförmig angeordneten Löchern versehen war, Bilder in Hell-Dunkel-Signale zerlegte beziehungsweise wieder zusammensetzte meldete er am 6. Januar 1884 zum Patent an. Nach den Ideen von Paul Nipkow gelangen Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Fernsehbildübertragungen. Paul Nipkow wird deshalb als der Erfinder der ersten praktischen Realisationsmöglichkeit des Fernsehens bezeichnet.[1]


Fernsehbild auf einem Fernseher mit Nipkowscheibe (vertikale Zeilenanordnung)

Nipkow selbst hat seine Idee jedoch nie praktisch verwirklicht, es gab zur damaligen Zeit noch keine geeignete Verstärkungsmöglichkeit, auch war die damals einzige bekannte lichtempfindliche Zelle, die Selenzelle, zu träge für Fernsehübertragungen.
Elektronische Bildzerlegung und -wiedergabe

1897 entwickelten Ferdinand Braun und Jonathan Zenneck die Kathodenstrahlröhre, auch „Braunsche Röhre“ genannt. Mittels eines Elektronenstrahls und seiner Steuerung durch elektrostatische Ablenkplatten oder elektromagnetische Spulen ließen sich aufeinander folgende Bildpunkte auf einer mit Leuchtstoff beschichteten Glasscheibe projizieren. Die Kathodenstrahlröhre fand ihre ersten Anwendungen in Messapparaturen (z. B. Oszilloskope). Bis Anfang der 2000er Jahre ständig weiterentwickelt, bildete sie lange Zeit die Grundlage zur Darstellung von Fernsehbildern. 1906 benutzte Max Dieckmann eine Braunsche Röhre zur Wiedergabe von 20-zeiligen schemenhaften Schattenbildern im Format 3 x 3 cm. 1907 gelang dem Russen Boris Rosing die erste Übertragung und der Empfang eines schemenhaften Fernsehbildes, wofür er in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, ein Patent erhielt. Auch Campbell Swinton verwendete 1911 eine Kathodenstrahlröhre zur Bildwiedergabe.

Wladimir Kosmitsch Sworykins Experimente führten zur Entwicklung des Ikonoskop, einer ersten brauchbaren Bildaufnahmeröhre. Damit stand erstmals für das senderseitige Verfahren der Bildzerlegung eine elektronische Lösung zur Verfügung. Sworykin, der ein Schüler von Boris Rosing war, beantragte 1923 für sein Ikonoskop ein Patent.[2]

In der Literatur wird mehrfach berichtet, dass Dénes von Mihály 1919 einfache Bilder über mehrere Kilometer hinweg übertrug. Ob er dazu bei der Bildzerlegung ein Verfahren der Optomechanik oder ein elektronisches anwandte, ist allerdings bisher nicht belegbar. Bekannt ist nur, dass er Bairds Verfahren der Bildzerlegung nicht zielführend, sondern lediglich als Provisorium betrachtete[3]. 1925 gelang Dieckmann erneut eine Bildwiedergabe mit einer Braunschen Röhre in München. August Karolus entwickelte den nach ihm benannten Telefunken-Karolus-Bildtelegraphen. Seine Bildvorführungen die er mit Hilfe der von ihm verbesserten Kerr-Zelle erzielte, beruhten auf der Ausnutzung des elektrooptischen Kerr-Effekts. Karolus erreichte 1925 damit eine Bildübertragung von Berlin nach Leipzig.

Alle diese Versuche hatten mit den in den 1920er-Jahren von John Logie Baird in Großbritannien sowie Herbert E. Ives und Charles Francis Jenkins in den USA unternommenen Vorführungen gemeinsam, dass mechanische Bildzerleger eingesetzt wurden. Baird hatte hierzu Nipkows Erfindung zu einer effektiveren Scheibe weiterentwickelt. Am 26. Januar 1926 fand in London durch J. L. Bairds die weltweit erste Fernsehvorführung statt. 1927 übertrug Baird ein Fernsehsignal zwischen Glasgow und London und am 8. Februar 1928 überbrückte seine Fernsehtechnik mit mechanischer Bildzerlegung, bereits den Atlantik[4]. Seine Versuchsendungen setzte 1931 die BBC fort.

1926 experimentierte Kenjiro Takayanagi mit Hilfe Baird´s Art der Bildzerlegung, benutzte aber zur Wiedergabe der Bilder eine Elektronenstrahlröhre, ähnlich der in Kálmán Tihanyi´s (weiter unten erwähnten) Radioskop. Er bildete das zuvor aufgenommene Katakana-Schriftzeichen イ , auf einer Braunschen Röhre ab[5]. Die erste vollelektronische Übertragung von Bildern mit Elektronenstrahlröhren auf Sender- und Empfangsseite gelang Philo Farnsworth am 7. September 1927.

Der ungarische Erfinder Kálmán Tihanyi verbesserte die Empfindlichkeit der Kathodenstrahlröhre und erfand 1928 das Radioskop, ein vollständiges elektronisches Fernseh-System bestehend aus einer Kamera, einer Bildaufnahmeröhre (aufnahmeseitig ähnlich Sworykins Ikonoskop) und einem Fernsehgerät.[6]


Der Erfinder und Science Fiction Autor Hugo Gernsback schaut eine Fernsehübertragung von seinem Rundfunksender WRNY, (Illustration nach einem Originalfoto) auf dem Cover der Novemberausgabe 1928 von Radio News

Am 11. Mai 1928 präsentierte der Ungar Dénes von Mihály in Berlin einem kleinen Kreis mit seinem Telehor die erste Fernsehübertragung in Deutschland. Im selben Jahr stellte auch August Karolus auf der 5. Großen Deutschen Funk-Ausstellung Berlin seine Fernsehanlage vor; das Empfangsbild des Telefunken-Prototyps hatte eine Größe von 8×10 cm und eine Auflösung von etwa 10.000 Bildpunkten. Dénes von Mihálys Telehor lieferte mit einer Bildgröße von 4×4 cm und nur 900 Bildpunkten eine wesentlich schlechtere Bildqualität, erzielte aber eine größere öffentliche Resonanz: Im Gegensatz zum unverkäuflichen Telefunken-Prototyp versuchte von Mihály, sein Gerät zu verkaufen. Angesichts von nur stundenweisen Versuchssendungen über einige Sender der Reichspost (DRP), der eher schlechten Bildqualität, den hohen Gerätepreisen und vor allem der 1929 beginnenden Weltwirtschaftskrise ein eher aussichtsloses Unterfangen. Dennoch gilt der 31. August 1928 als Startdatum des Fernsehens in Deutschland.

Anfang der 1930er-Jahre gab es praktisch nur mechanisches Fernsehen. Die Kathodenstrahlröhre galt zunächst als zu kompliziert und zu teuer. Man versprach sich jedoch durch ein vollelektronisches Fernsehsystem eine wesentlich höhere Bildauflösung. In Deutschland präsentierte Manfred von Ardenne erstmals öffentlich ein vollelektronisches Fernsehen mit Kathodenstrahlröhre auf der Deutschen Funkausstellung 1931 („Weltpremiere des elektronischen Fernsehens“).[7]

Dennoch konkurrierten noch über 1937 hinaus mechanische Fernsehsysteme mit dem elektronischen Fernsehen. Insbesondere die Fernseher mit Spiegelschraube von der Firma TeKaDe konnten durch große Helligkeit und Bildschärfe überzeugen. Erst nach Erhöhung der Zeilenzahl auf 441 Zeilen wurde der mechanische Fernseher unwirtschaftlich in der Herstellung. Einzig die britische Firma Scophony baute noch bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges mechanische Fernseher für 405 Zeilen, bzw. 441 Zeilen nach einer damaligen Norm in den USA.

1929 begann der Rundfunksender Witzleben (Berliner Funkturm) mit ersten deutschen regelmäßigen Testsendungen. Die ersten Fernsehbilder wurden von ihm am 8. März zu Testzwecken in das Fernsehlaboratorium der Post übertragen.[8] Kurz darauf setzte die DRP die erste deutsche Fernseh-Norm fest: Zerlegung des Bildes in 30 Zeilen (= 1200 Bildpunkte) bei 12,5 Bildwechseln pro Sekunde. Die Norm wurde der technischen Entwicklung angepasst:
Jahr Anzahl Zeilen Bildwechsel
in Hz
1929 30 12,5
1931 48 25
1932 90 25
1934 180 25
1936 375 25
1937 441 25*

* Einführung des Zeilensprungverfahrens, 25 Bildwechsel beziehungsweise 50 Halbbilder von je 220½ Zeilen

Kurz vor Aufnahme der ersten Versuchsendungen in Deutschland begann in Großbritannien auch John Logie Baird in den Nachtstunden mit einem regelmäßigen Versuchsprogramm auf Sendern der BBC. Die dortige Fernsehnorm betrug bis 1935 30 Zeilen, vertikal in einem Seitenverhältnis 3 zu 7, 12,5 Bilder pro Sekunde. 1936 begann auch in Großbritannien das Zeitalter des hochauflösenden Fernsehens, es wurde zunächst im Versuchsbetrieb im wöchentlichen Wechsel in dem System Bairds mit 240 Zeilen und nach dem System der Marconi Company mit 405 Zeilen gesendet. Bereits im Februar 1937 wurde das System mit 405 Zeilen, 25 Bilder pro Sekunde, Bildseitenverhältnis zunächst 5 zu 4 festgelegt (1950 wurde auf ein Seitenverhältnis von 4 zu 3 gewechselt). Das später als Fernsehnorm A festgelegte System blieb bis 1965 der alleinige Standard in Großbritannien, ab 1965 wurde es zunächst durch die europäische CCIR-Norm mit 625 Zeilen ergänzt, ab 1985 komplett abgelöst.


Spiegelfernseher von 1937 in Betrieb mit Standbild des Fernsehsenders Paul Nipkow

Auch in anderen europäischen Staaten gab es Fernsehversuchssendungen. In den Niederlanden gab es auf Privatinitiative ab 1934 einen regelmäßigen Fernsehversuchsdienst in der englischen Norm mit 30 Zeilen, welcher bis September 1939 (Beginn des Zweiten Weltkrieges) in Betrieb blieb. 1949 wurde das Fernsehen nach der CCIR-Norm mit 625 Zeilen eingeführt.

In Frankreich wurde ebenfalls Fernsehversuchsendungen durchgeführt. Um 1937 hatte man auch ein serienreifes hochauflösendes Fernsehsystem entwickelt, welches zunächst mit 437 Zeilen sendete. Nach der Besetzung von Paris durch die Wehrmacht wurde der Sender auf dem Eiffelturm beschlagnahmt und auf die deutsche Norm mit 441 Zeilen umgestellt. (Das Programm war mit französischen Empfängern ohne Probleme empfangbar). Ausgestrahlt wurde ein Programm hauptsächlich für verwundete Soldaten in Lazaretten in Paris und Umgebung. Frankreich war das einzige Land Europas, in dem auch während des Krieges ununterbrochen Fernsehen empfangen werden konnte, in Deutschland mussten nach einem Bombenangriff 1944 die Sendungen eingestellt werden. In Großbritannien wurde das Fernsehprogramm nach Kriegsausbruch 1939 eingestellt und erst 1946 wieder aufgenommen.

In der Sowjetunion begannen öffentliche Versuchsendungen in den Städten Leningrad und Moskau ebenfalls bereits in den 1930er Jahren, überwiegend mit in den USA eingekaufter Technik. Die Entwicklung wurde während des Krieges nur verlangsamt, bereits nach Kriegsende wurden wieder Ausstrahlungen vorgenommen. Bekannt ist der Fernseher "Leningrad", welcher nach Vorbild des in Deutschland entwickelten "Volksfernsehers" E1 in der SBZ, bzw. später DDR für den sowjetischen Markt gefertigt wurde.

In den USA gab es bereits in den 1920er Jahren zahlreiche Entwicklungen und Firmen, welche sich mit der Entwicklung des Fernsehens beschäftigten. Um 1929 gab es von jeder Firma eigene Normen, in denen Versuchssendungen durchgeführt wurden. Die Bildauflösungen lagen zwischen 24 Zeilen (Jenkins) über 30 und 45 Zeilen bis hin zu 60 Zeilen. Nicht zuletzt aufgrund der ständigen Veränderungen und Verbesserungen konnte ein Standard über lange Zeit nicht etabliert werden, die öffentlichen Versuchssendungen waren um 1934 nahezu beendet. Erst mit der Weiterentwicklung der Technik ab 1938 begannen wieder Versuchssendungen in Auflösungen zwischen 441 Zeilen und über 700 Zeilen. Erst 1942 einigte sich das National Television System Committee (NTSC) auf die noch heute übliche Norm mit 525 Zeilen und 30 Vollbildern pro Sekunde (NTSC bezieht sich hier natürlich nicht auf das (damals nicht vorhandene) Farbsystem, sondern es ist der Name der Normungskommission, welche später auch die Farbnorm beschlossen hat, welche heute den Namen dieser Kommission trägt).

Nach dem Krieg wurde in Deutschland und den meisten Nachbarländern mit Ausnahme von Frankreich (zunächst 819 Zeilen, erst ab 1980 komplette Umstellung auf 625 Zeilen) und Großbritannien (405 Zeilen, 625 Zeilen erst ab 1965) bei der Wiederaufnahme des Sendebetriebs dann auf die bis heute verwendete 625-Zeilen-Norm mit 25 Bildwechseln pro Sekunde (Gerber-Norm) umgestellt. Die technischen Eckdaten für die Auflösung und das Seitenverhältnis sowie die Bildwechselfrequenz des Fernsehbildes blieben dann über mehr als ein halbes Jahrhundert unverändert.

Ende 1929 veröffentlichten Elektronik-Bastler erste Bauanleitungen für Fernsehempfänger, die teilweise sogar Bild und Ton empfangen konnten; einen praktischen Nutzen hatten diese Basteleien nur bedingt, da der Versuchssender Witzleben erst ab 1934 Fernsehprogramme mit Ton ausstrahlte. Die BBC strahlte schon seit 1931 Sendungen mit Ton aus. Die seit 1930 erscheinende britische Zeitschrift "Practical Television" geht in ihrer Ausgabe von März 1934 von rund 3000 Besitzern selbstgebauter Fernseher, sowie rund 1000 Besitzer käuflich erworbener Fernseher alleine in Großbritannien aus.

Weiteres zu der Geschichte im Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Fernsehens

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