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    Victor Horta

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    Victor Horta

    Beitrag  checker am Fr Dez 01, 2017 11:12 pm

    Victor Horta (* 6. Januar 1861 in Gent; † 8. September 1947 in Etterbeek) war ein belgischer Jugendstil-Architekt. Er wurde zu Ende des 19. Jahrhunderts durch die Neuartigkeit seiner Wohnhäuser international bekannt. Für seine Verdienste um die Architektur wurde ihm 1932 von König Albert I. von Belgien der Adelstitel „Baron“ verliehen. Horta war zweimal verheiratet und Vater von zwei Töchtern.



    Leben

    Horta wurde am 6. Januar 1861 im belgischen Gent geboren. Sein Vater, Pierre Horta war ein musikbegeisterter Schuster und hatte insgesamt 12 Kinder aus zwei Ehen. Bei Victors Geburt war Pierre Horta 66 Jahre alt.

    In seiner Jugend wehrte sich Victor Horta gegen die autoritäre Erziehung durch seine Mutter, die ihn zu einem Jura- oder Medizinstudium drängt. Horta begeistert sich früh für Kunst, insbesondere für das Geigenspiel. Als Horta im Alter von zwölf Jahren seinem Onkel auf einer Baustelle half, kam er erstmals mit dem Architektenberuf in Kontakt.

    Horta schrieb sich zunächst 1873 als Student an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten in Gent für die Abteilung Architektur ein[1], nahm jedoch parallel dazu von 1874 bis 1877 weiter am Unterricht im Koninklijk Atheneum aan de Ottogracht in Gent teil.

    Er verließ dann im Jahr 1878 die Stadt und zog auf den Montmartre in Paris, um Innenarchitekt zu werden, und arbeitete dort im Atelier des Innenarchitekten Jules Debuysson. In Paris wurde er auch von den Impressionisten und Pointillisten und von der Möglichkeit, mit Stahl und Glas zu arbeiten, inspiriert. Er schrieb später in seinen Memoiren: „Mein Aufenthalt in Paris, meine Spaziergänge, meine Denkmalbesichtigungen und Museumsbesuche weckten mein künstlerisches Feingefühl. Keine Schulbildung hätte mich je so anregen und nachhaltig beeindrucken können wie das 'Lesen' von Denkmälern.“

    Als Hortas Vater im Jahr 1880 starb, kehrte er zurück nach Belgien und zog nach Brüssel, um dort an der Akademie der Schönen Künste zu studieren. In Brüssel schloss er Freundschaft mit Paul Hankar, der sich später auch dem Jugendstil zuwandte.

    Von 1916 bis 1919 hielt sich Victor Horta in London und in den Vereinigten Staaten auf. 1939 begann Horta mit der Niederschrift seiner Memoiren. 1945 entschloss er sich, den größten Teil seines Archives zu vernichten. Horta ist auf dem Friedhof der Brüsseler Gemeinde Ixelles begraben.
    Werk

    Horta war ein guter Student und wurde von seinem Professor, dem königlichen Architekten Alphonse Balat, zu seinem Assistenten ernannt. Zusammen entwarfen sie die königlichen Botanischen Gärten in Laeken/Laken. Dies war das erste Mal, dass Horta Glas und Stahl für seine Arbeit verwandte.

    1884 erhielt er den Godecharle-Preis für Architektur mit einem Entwurf für ein Parlamentsgebäude in Brüssel.

    1885, Horta arbeitete schon selbständig, entwarf er drei Häuser für die Twaalfkamerenstraat in Gent, die im selben Jahr noch erbaut wurden. Er beschloss dann, keine Eigenheime für reiche Bürger zu errichten, und widmete sich öffentlichen Ausschreibungen. 1887 gewann er mit einem Entwurf für ein Naturkundemuseum den alle drei Jahre verliehenen Preis, den die Akademie für Schöne Künste in Brüssel für ihre ehemaligen Studenten ausschrieb. Er konzentrierte sich auf die Formgebung seiner Entwürfe im Glauben, dass seine Formen im höchsten Maße praktisch und nicht Ausdruck einer künstlerischen Affektiertheit waren. Während dieser Zeit knüpfte Horta viele Kontakte und trat den Freimaurern bei.


    Treppenhaus im Hôtel Tassel

    1893 fing er wieder an, Eigenheime und Geschäfte zu entwerfen. 1892 entstand das Hôtel Tassel, dessen Innenraum von der freiliegenden Gusseisenkonstruktion und Glaselementen, zudem einer reichen, aus organischen Formen und weichen Linien bestehenden Ornamentik geprägt ist. Fast über Nacht wurde der 32-jährige Architekt durch dieses Wohnhaus bekannt. 1893 baute Victor Horta die Maison Autrique, es folgten 1895/1896 die Maison Winssinger und 1895 bis 1900 das Hôtel Eetvelde, die Victor Horta alle als Gesamtkunstwerk im Stil der Art nouveau konzipierte. Von 1896 bis 1899 entwarf Victor Horta die Maison du Peuple, die Zentrale der belgischen sozialistischen Partei, deren Fassade er – als erstes Gebäude in Brüssel – komplett aus Eisen und Glas konstruierte. 1900/1901 entstand das Kaufhaus À l’innovation, das Victor Horta ebenfalls im Art-nouveau-Stil baute.


    Grand Bazar, Kaufhausgebäude in Frankfurt am Main am späteren Standort des Woolworth-Kaufhauses an der Zeil. Erbaut durch Victor Horta 1903–1905. Abgerissen 1937–1938.

    Sein 1906 errichtetes Kaufhausgebäude Waucquez beherbergt seit 1988 das nationale belgische Comicmuseum, das Belgische Comiczentrum (BCZ). Das Bauwerk scheint ein Stück pompöser Architektur zu sein, ganz ausgerichtet auf die Wirkung, die ein Tempel des Kommerz auf die Kunden ausüben sollte. Doch auch hier zeigt sich Hortas Meisterschaft, durch Glasdachkonstruktionen Lichtwirkungen zu erzielen.

    Ab 1912 lehrte Victor Horta an der Akademie der Schönen Künste in Brüssel, 1913 bis 1915 war er deren Direktor.

    Nach seinem Aufenthalt in London und den Vereinigten Staaten 1916–1919 entfernte Horta sich von der Art nouveau, er entwarf seine Bauten nun in einer geraderen, eher klassizistischen Formensprache. Zu diesem Spätwerk Hortas gehören das 1928 eingeweihte Kunstmuseum in Tournai und der erst nach seinem Tod fertiggestellte Brüsseler Hauptbahnhof:
    Rezeption und Ehrungen
    Nach Hortas Ableben bemühte sich insbesondere sein ehemaliger Assistent Jean Delhaye um den Erhalt seines hinterlassenen Werkes. 1969 sicherte er durch die Einrichtung eines Horta-Museums den unveränderten Fortbestand des Wohn- und Atelierhauses Victor Hortas in der Rue Américaine, in der Brüsseler Gemeinde St. Gilles.


    Hôtel Solvay, Brüssel

    Die erhaltenen Gebäude Hortas stehen heute unter Denkmalschutz. Im Jahr 2000 wurden vier von Victor Horta entworfene Gebäude unter der Bezeichnung Jugendstilbauten von Victor Horta in Brüssel in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen:

    Hôtel Tassel, erbaut 1893, Brüssel, rue Paul-Émile Janson 6
    Hôtel Solvay, erbaut 1895–1903, Brüssel, Avenue Louise 224
    Hôtel van Eetvelde (erbaut 1895–1901), Brüssel, Avenue Palmerston 2-6
    Das Wohn- und Atelierhaus Victor Hortas, das gegenwärtig das „Horta-Museum“ beherbergt, erbaut 1898–1901, St. Gilles, Großraum Brüssel Rue Américaine 25.

    Zwei Architektur-Preise werden zur Ehren Victors vergeben. Seit 1967 vergibt die Königliche Akademie Belgiens im Abstand von fünf Jahren den 1948 ins Leben gerufenen „Baron Horta-Preis“. Seit 1996 vergibt die Brüsseler Architektenkammer den „Preis Bruxelles-Horta“.

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    Architekt Victor Horta - Vor 70 Jahren gestorben

    Beitrag  checker am Fr Dez 01, 2017 11:31 pm

    Vor fast genau 70 Jahren verstarb der belgische Jugendstil-Architekt Victor Horta (Foto), doch sein Erbe bleibt in zahlreichen Gebäuden weiter erhalten und lockt z.B. in der Hauptstadt Brüssel Touristen in Viertel, die sonst im Verborgenen bleiben würden. Horta wurde Ende des 19. Jahrhunderts rasch auch außerhalb Belgiens bekannt und berühmt. Doch Brüssel ist und bleibt die heimliche Horta-Hauptstadt.



    1893 entwirft der damals 32 Jahre alte und aus dem flämischen Gent stammende Architekt Victor Horta das „Maison Tassel“ in der Paul-Emile Jansonstraat im Louiza-Viertel in Brüssel. Dieses Haus wird im Allgemeinen als das erste wirkliche Jugendstilhaus bezeichnet. Schon seinerzeit unterschied sich dieses Gebäude auf den ersten Blick kaum von den Nachbarhäusern, doch beim genaueren Hinsehen entdeckt man schwungvoll geformte Steine, eiserne Elemente und farbige Glasfenster. Im Inneren jedoch offenbart sich die eigentliche Faszination in Hortas Handschrift. Der Architekt gestaltete fast alle Details und sorgte dafür, dass der Lichteinfall diese Gestaltungen weiter unterstreichen konnte.


    Hotel Tassel

    Mit einigen seiner Häuser und Schöpfungen entwarf Horta wahre Jugendstil-Ikonen und gerade in Brüssel sind einige davon zu finden, die prägend für den Jugendstil, auch als art nouveau bezeichnet, sind. Neben dem Zentralbahnhof und dem heute Bozar genannten Palast der Schönen Künste, die kaum ein Brüssel-Besucher übersehen kann, begeistern bis heute auch eine ganze Reihe anderer seiner Bauten seine Fans, die teilweise aus aller Welt in die belgische und europäische Hauptstadt kommen. Sein eigenes Wohnhaus in der Amerikaanse Straat im Stadtteil Sint-Gillies ist ein wahres Mekka, doch einige ganz spezifische Schöpfungen fallen besonders ins Auge.


    Im Bozar


    02 Dezember 2017 11:21

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    Architekt Victor Horta - Vor 70 Jahren gestorben
    Wikimedia Commons
    Mi 29/11/2017 - 15:36
    Update: Mi 29/11/2017 - 17:29
    Andy Kockartz
    Vor fast genau 70 Jahren verstarb der belgische Jugendstil-Architekt Victor Horta (Foto), doch sein Erbe bleibt in zahlreichen Gebäuden weiter erhalten und lockt z.B. in der Hauptstadt Brüssel Touristen in Viertel, die sonst im Verborgenen bleiben würden. Horta wurde Ende des 19. Jahrhunderts rasch auch außerhalb Belgiens bekannt und berühmt. Doch Brüssel ist und bleibt die heimliche Horta-Hauptstadt.

    1893 entwirft der damals 32 Jahre alte und aus dem flämischen Gent stammende Architekt Victor Horta das „Maison Tassel“ in der Paul-Emile Jansonstraat im Louiza-Viertel in Brüssel. Dieses Haus wird im Allgemeinen als das erste wirkliche Jugendstilhaus bezeichnet. Schon seinerzeit unterschied sich dieses Gebäude auf den ersten Blick kaum von den Nachbarhäusern, doch beim genaueren Hinsehen entdeckt man schwungvoll geformte Steine, eiserne Elemente und farbige Glasfenster. Im Inneren jedoch offenbart sich die eigentliche Faszination in Hortas Handschrift. Der Architekt gestaltete fast alle Details und sorgte dafür, dass der Lichteinfall diese Gestaltungen weiter unterstreichen konnte.

    (Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
    Hotel Tassel
    A.Kockartz

    Mit einigen seiner Häuser und Schöpfungen entwarf Horta wahre Jugendstil-Ikonen und gerade in Brüssel sind einige davon zu finden, die prägend für den Jugendstil, auch als art nouveau bezeichnet, sind. Neben dem Zentralbahnhof und dem heute Bozar genannten Palast der Schönen Künste, die kaum ein Brüssel-Besucher übersehen kann, begeistern bis heute auch eine ganze Reihe anderer seiner Bauten seine Fans, die teilweise aus aller Welt in die belgische und europäische Hauptstadt kommen. Sein eigenes Wohnhaus in der Amerikaanse Straat im Stadtteil Sint-Gillies ist ein wahres Mekka, doch einige ganz spezifische Schöpfungen fallen besonders ins Auge.

    (Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
    Im Bozar
    A.Kockartz

    Das sind das belgische Comic-Museum, ein früheres Herrenhaus in der Zandstraat, das bereits erwähnte „Hotel Tassel“, das „Hotel Solvay“ und das „Hotel Van Eetvelde“. Diese Horta-Gebäude sind in die UNESCO-Liste für das Weltkulturerbe aufgenommen worden. Hortas Schaffen dauerte nicht lange, denn der junge Architekt erreichte, wie Fachleute heute meinen, viel zu früh eine Art von Perfektion, die sich irgendwann wohl nicht mehr steigern ließ. Schon sein belgischer Pavillon auf der legendären „art deco-Ausstellung“ in Paris 1925 erregte kaum noch Aufsehen.

    Keines seiner Gebäude gleicht dem anderen. Jedes Mal, wenn er einen Auftrag erhielt, passte er sich den Wünschen seiner Kunden an oder gab seine Vorschläge zum Besten, die er zumeist umsetzen konnte. Andere seiner Auftraggeber ließen ihm sogar völlig freie Hand. Das „Hotel Solvay“ in der Louizalaan ist ein Beispiel dafür. Bauherr Armand Solvay aus der Familie der weltbekannten Chemie- und Pharma-Industriellen, gab Horta nicht einmal finanzielle Grenzen vor… Hier sind innen und außen zahlreiche feine und verspielte Details zu entdecken, die Pracht und Luxus ausstrahlen.




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    1893 entwirft der damals 32 Jahre alte und aus dem flämischen Gent stammende Architekt Victor Horta das „Maison Tassel“ in der Paul-Emile Jansonstraat im Louiza-Viertel in Brüssel. Dieses Haus wird im Allgemeinen als das erste wirkliche Jugendstilhaus bezeichnet. Schon seinerzeit unterschied sich dieses Gebäude auf den ersten Blick kaum von den Nachbarhäusern, doch beim genaueren Hinsehen entdeckt man schwungvoll geformte Steine, eiserne Elemente und farbige Glasfenster. Im Inneren jedoch offenbart sich die eigentliche Faszination in Hortas Handschrift. Der Architekt gestaltete fast alle Details und sorgte dafür, dass der Lichteinfall diese Gestaltungen weiter unterstreichen konnte.

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    Das sind das belgische Comic-Museum, ein früheres Herrenhaus in der Zandstraat, das bereits erwähnte „Hotel Tassel“, das „Hotel Solvay“ und das „Hotel Van Eetvelde“. Diese Horta-Gebäude sind in die UNESCO-Liste für das Weltkulturerbe aufgenommen worden. Hortas Schaffen dauerte nicht lange, denn der junge Architekt erreichte, wie Fachleute heute meinen, viel zu früh eine Art von Perfektion, die sich irgendwann wohl nicht mehr steigern ließ. Schon sein belgischer Pavillon auf der legendären „art deco-Ausstellung“ in Paris 1925 erregte kaum noch Aufsehen.

    Keines seiner Gebäude gleicht dem anderen. Jedes Mal, wenn er einen Auftrag erhielt, passte er sich den Wünschen seiner Kunden an oder gab seine Vorschläge zum Besten, die er zumeist umsetzen konnte. Andere seiner Auftraggeber ließen ihm sogar völlig freie Hand. Das „Hotel Solvay“ in der Louizalaan ist ein Beispiel dafür. Bauherr Armand Solvay aus der Familie der weltbekannten Chemie- und Pharma-Industriellen, gab Horta nicht einmal finanzielle Grenzen vor… Hier sind innen und außen zahlreiche feine und verspielte Details zu entdecken, die Pracht und Luxus ausstrahlen.


    Hotel Solvay

    Im „Hotel Van Eetvelde“ in der Palmerstonlaan unweit des heutigen Europaviertels zeigte Horta eine andere Herangehensweise. Auftraggeber Baron Van Eetvelde (damals, in der Bauzeit zwischen 1895 und 1897 für die Kolonie Kongo zuständiger Staatssekretär von König Leopold II.) suchte nach großen Räumen und ermöglichte dem Architekten Experimente mit Eisen. Dieses Baumaterial nutzte Victor Horta zum einen für die Statik der hohen und lichtdurchfluteten Räume und zum anderen auch für die verspielte Struktur der Fassade.


    Hotel Van Eetvelde

    Eher dunkel mutet jedoch das „Maison Autrique“ im Haachtsesteenweg im Ortsteil Schaarbeek an. Dieses wie das „Hotel Tassel“ 1893 entstandene Gebäude ist insofern wichtig, weil es für Victor Hortas Entwicklung steht. Hier zeigte sich zum ersten Mal dessen deutliche Handschrift - außen, auf der Fassade und im Inneren. 2005 wurde dieses Haus einer umfangreichen Restaurierung unterworfen, die die bedeutenden Comic-Zeichner- und Autoren Schuiten und Peeters begleiteten (François Schuiten ist übrigens auch Kurator des ebenfalls in Schaarbeek befindlichen Eisenbahnmuseums „Trainworld“).

    Das „Maison Autrique“ ist vom Keller bis unters Dach begeh- und besuchbar und gilt als eine der besten Hommagen an Victor Horta. Dieses Gebäude ist als Museum mit besucherfreundlichen Öffnungszeiten gesegnet und die Restaurierung erhielt im Jahr der Renovierung auch den Europäischen Denkmalschutzpreis von „Europa Nostra“


    Im Maison Autrique



    Victor Horta kam am 6. Januar 1861 in Gent zur Welt und starb am 8. September 1947 im Brüsseler Stadtteil Etterbeek. Noch während er in seiner Heimatstadt das Abitur machte, schrieb er sich in Brüssel für ein Studium der Innenarchitektur ein. Aufenthalte in Paris und London brachten ihn in Kontakt mit der Welt der Künstler, was sich in seinem Schaffen als Architekt und Jugendstilpionier deutlich zeigt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er quasi über Nacht bekannt und erreichte leider schon sehr früh eine Perfektion, die ihresgleichen suchte.

    Doch sein Stern verblasste rasch. Andere Jugendstil- und art deco-Architekten übernahmen die Schlagzeilen und wurden weit über die Grenzen Belgiens und dauerhafter bekannt. Horta jedoch geriet in der Zwischenkriegszeit schon fast in Vergessenheit. Für seine Verdienste um die Architektur wurde ihm allerdings 1932 von König Albert I. der Adelstitel „Baron“ verliehen.



    Infobox

    Hortamuseum
    Amerikaansestraat, 25
    1060 Brussel (Sint-Gillis)
    info@hortamuseum.be
    Tel: 02/543.04.90
    http://www.hortamuseum.be

    Neben dem Hortamuseum lädt in diesen Tagen auch das Jubelparkmuseum zu einer interessanten Ausstellung ein. Unter dem Titel „Horta und Wolfers“ zeigt das Museum die von Victor Horta entworfene Inneneinrichtung des Silber- und Juwelierladens Wolfers Frères, die 1909 geplant und von der britischen Firma F. Sage & Co. errichtet wurde. 1973 ging das Gebäude der Familie Wolfs an die KBC Bank und die vollständig erhaltene Geschäftseinrichtung wurde dem Jubelparkmuseum übereignet, wo sie ab und zu zu sehen ist, wie auch jetzt wieder und zwar noch bis zum Jahresende 2018.

    Jubelparkmuseum
    Jubelpark 10, 1000 Brussel
    info@kmkg.be
    02 741 73 31
    http://www.kmkg-mrah.be

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