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Kaspersky malt Horror-Vision auf DLD:Viren-Experte: „Wir sind für den Cyber-Krieg nicht gerüstet“

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Beitrag  checker Mo Jan 21, 2013 10:42 am

Alle Telefonnetze brechen zusammen, die Heizungen funktionieren nicht
mehr, der Strom fällt aus, das Geld von unseren Bankkonten verschwindet
einfach: Was nach einer apokalyptischen Vision klingt, ist eine reale
Bedrohung. „Wir sind sehr, sehr verletzlich“, sagt der
IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky.

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David Nolte
Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky spricht über die neue Bedrohung aus dem Netz





Alle Telefonnetze brechen zusammen, die Heizungen
funktionieren nicht mehr, der Strom fällt aus, das Geld von unseren
Bankkonten verschwindet einfach: Was nach einer apokalyptischen Vision
klingt, ist eine reale Bedrohung. „Wir sind sehr, sehr verletzlich“,
sagt der IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky.
„Ich bin der paranoideste
Sicherheitsexperte der Welt“, sagt Eugene Kaspersky. Auf der
DLD-Konferenz in München. Kein Wunder, dass das Szenario, das er
entwirft, so bedrohlich klingt. „Unsere technologisierte Welt ist heute
eine komplett andere. Cyber-Gefahren entwickeln sich so schnell wie die
Technologien. Und wir alle verstehen nicht, welche Gefahren lauern. Wir
sind wie Alice im Wunderland – wir pochen an diese Tür und trinken aus
dieser Flasche, ohne zu wissen, was um uns herum passiert.“

Cyber-Attacken
sind jetzt schon allgegenwärtig: Staaten spionieren sich gegenseitig
aus, der hochkomplexe Schädling Stuxnet störte das iranische
Atomprogramm massiv. Dahinter steckte offenbar die US-Regierung, nach
Angaben von Kaspersky hat sie das nie dementiert. Andere Schädlinge wie
Flame sind nicht minder gefährlich. Der ganze Staat Estland wurde durch
einen Virus vom Internet abgeschnitten. Betroffen sind auch zahlreiche
Unternehmen.

Der gefährlichste Mann der Welt

Kaspersky
ist einer der führenden Experten in Sachen Hacking, Viren und
Internetangriffe. Sein Unternehmen Kaspersky Lab bietet seit 1997
Sicherheitssoftware an – und entlarvte unter anderem Stuxnet. Manche
nennen Kapersky wegen seines enormen Wissens über Cyber-Waffen auch „den
gefährlichsten Mann der Welt“. Er nimmt’s mit Humor: „Wenn ich morgens
beim Rasieren in den Spiegel schaue, finde ich mich nicht gefährlich.“



Ernst wird er aber, wenn es um die realen
Bedrohungen durch Cyber-Attacken verschiedener Art geht. „Wir sind sehr,
sehr verletzlich. Unsere Computersysteme managen die Welt, sie sind
überall.“ Er nennt ein Beispiel: US-Gefängnisse werden über Computer und
das Internet gesteuert – beispielsweise das Öffnen und Schließen der
Türen. „Theoretisch kann ein Gefangener mit einem Smartphone und
Internetanschluss alle Türen öffnen – vielleicht sogar im ganzen Land.“

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis „etwas
wirklich Ernsthaftes“ passiert, so der 47-Jährige. Doch andererseits
könne die Menschheit ohne Technologie nicht mehr leben. „Wir sind
abhängig von IT-Systemen, wir sind nicht bereit, uns einzuschränken.“
„Theoretisch könnte es passieren, dass wir uns einschränken. Das ist in
der Geschichte schon passiert, weil der Fortschritt zu gefährlich war.“
Als Beispiel nennt er Zeppeline und die Concorde.

Auch Mikko
Hypponen ist nicht gerade ein Optimist. „Die Happy-Hacker gibt es längst
nicht mehr“, sagt der Antivirenexperte aus Finnland. Er ist bei der
finnischen Sicherheitsfirma F-Secure Corporation zuständig für Forschung
und Entwicklung und seit 1991 für den Antivirenspezialisten tätig.
Früher waren Hacker Kinder und Jugendliche, die nur zum Spaß
ausprobierten, wie weit sie gehen konnten. Diese glücklichen Tage sind
leider vorbei. Heute hätten die Cyber-Angreifer ganz andere Motive – sie
wollen Geld, sie wollen spionieren, sie wollen eine Botschaft
verbreiten oder sie wollen im Auftrag von Staaten Kriege führen.
Kaspersky warnt vor weltweiter Spionage-Aktion „Roter Oktober“
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James Bond versus Straßenräuber

„Wir
stehen erst am Anfang der Cyber-Aufrüstung. Normale Viren kriegt man in
den Griff. Aber es ist sehr schwierig, sich gegen Schädlinge zu
schützen, die sich gegen ganze Staaten richten“, sagt Hypponen. Viren,
Würmer und Trojaner im Internet seien vergleichbar mit Straßenräubern.
Bedrohlich, aber man kann sie aufhalten. Schädlinge wir Stuxnet oder
Flame vergleicht der Finne mit James Bond – dahinter stehen
Organisationen mit viel Geld, der neuesten Technologie und viel
Know-how. „Wenn James Bond dich kriegen will, dann kriegt er dich auch.“

Er
glaubt, dass der nächste Krieg zwischen hochtechnologisierten Ländern
auf anderen Ebenen ausgetragen wird. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir
nur Cyber-Wars sehen werden. Aber es wird viel mehr virtuelle
Bedrohungen im Vorfeld geben – Spionage, die Schwächung der Verteidigung
durch Hackerangriffe und so weiter.“ Doch vielleicht sind Cyber-Kriege
weniger schlimm als klassische Kriege? Eugene Kaspersky sagt dazu: „Auf
der einen Seite stimmt das. Cyber-Attacken sind humaner als Cruise
Missiles. Das macht sie aber nicht zu den ,guten Angriffen‘, denn auf
der anderen Seite sind sie viel gefährlicher. Sie sind billiger, man
kann die Waffen duplizieren, es ist nicht möglich, sich zu schützen.“

Jeder kann Cyber-Waffen nutzen

Hypponen
ergänzt: „Nur Armeen haben Fighterjets, Nuklearwaffen oder
Flugzeugträger. Aber jeder Mensch kann Cyber-Waffen einsetzen. Das macht
sie so gefährlich.“



Doch trotz aller „paranoiden Gedanken“, wie
Kaspersky selbstironisch beschreibt, trotz aller Warnungen ist er am
Ende doch noch optimistisch – ein bisschen. Er sagt: „Ich glaube schon,
dass wir überleben.“

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