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Industriegeschichte: Luther-Werke

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Industriegeschichte: Luther-Werke Empty Industriegeschichte: Luther-Werke

Beitrag  Admin Sa März 16, 2013 9:48 pm

Ein Teil Braunschweiger Industriegeschichte sind die Luther Werke, später dann Bühler MIAG und dann MIAG. Nach Hugo Luther wurde dann auch die Hugo Luther Luther Straße benannt.

Die Luther-Werke waren ein Unternehmen des Mühlen- und Maschinenbaus in Braunschweig.

Industriegeschichte: Luther-Werke 400px-Braunschweig_Brunswick_Ringgleis_1899

Hier erst einmal was zu Hugo Luther:

Hugo Luther (* 18. November 1849 in Wolfenbüttel; † 30. Juni 1901 in Goslar) war ein deutscher Ingenieur und Industrieller.

Er war der Sohn des Mühlenbaupioniers Gottlieb Luther, der 1852 die Mühlenbauanstalt Luther & Peters in Wolfenbüttel gründete. Hugo Luther besuchte das Wolfenbütteler Gymnasium, sammelte praktische Erfahrungen im väterlichen Betrieb und studierte anschließend von 1869 bis 1873 Maschinenbau am Zürcher Polytechnikum und an der Technischen Hochschule München. Er arbeitete als Ingenieur in Wien und befasste sich bei seinem darauffolgenden Aufenthalt in Temesvar mit der Konstruktion und dem Bau von Flussbaggern.

Er kehrte 1875 in das nach Braunschweig umgezogene väterliche Geschäft zurück, dessen Alleininhaber er 1879 nach dem Tod des Vaters wurde. Das unter dem Namen „G. Luther Maschinenfabrik und Mühlenbauanstalt“ firmierende Unternehmen bezog Ende 1877 mit 80 Mitarbeitern neue Hallen an der Frankfurter Straße. Es entstand eines der führenden Unternehmen in den Bereichen Mühlen-, Turbinen- und Speicherbau sowie der Herstellung von Hafenausrüstungen. Im Jahre 1888 erfolgte die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft. Im Jahre 1894 verließen die drei Kommanditisten Amme, Giesecke und Konegen das Geschäft und gründeten in Braunschweig ein Konkurrenzunternehmen. Im Gegenzug expandierte Luther 1897 durch Übernahme des Dresdener Mitbewerbers, der Mühlenbauanstalt, Maschinenfabrik und Eisengießerei (ehemals Gebrüder Seck). Es entstand ein Unternehmen von Weltgeltung, das 1898 in eine AG umgewandelt wurde. Hugo Luther zog sich ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma zurück und starb 1901.

Im Jahre 1925 gingen die Luther-Werke in der „Mühlenbau- und Industrieaktiengesellschaft“ (MIAG) auf.

Nach ihm ist seit 1935 die Hugo-Luther-Straße in Braunschweig benannt.

Quelle-Literatur & Einzelnachweise

Aber bleiben wir bei den Luther Werken

Die Luther-Werke wurden am 1. Juli 1875 von Gottlieb Luther als G. Luther, Maschinenfabrik und Mühlenbau gegründet. Luther betrieb seit 1852 in Wolfenbüttel mit einem Partner die erste Mühlenbauanstalt Deutschlands und war auch an der Eitzumer Ölmühle beteiligt, wo er neueste Mühlenbautechniken erprobte[1]. 1878 erwarb Luther die Mühle in Rüningen[2]. Nach Luthers Tod 1879 führte sein Sohn Hugo die Geschäfte weiter. Auf dem Gelände an der Frankfurter Straße nahm er die Produktion von Getreidegroßmühlen auf. 1888 erfolgte die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft (KG).

Aufgrund finanzieller Probleme und Streitigkeiten schieden die Kommanditisten Ernst Amme, Carl Giesecke und Julius Konegen aus dem Unternehmen aus und bauten 1895 unter dem Namen Braunschweigische Mühlenbauanstalt Amme, Giesecke & Konegen (AGK) einen eigenen Betrieb auf.

Die Luther-Werke wurden daraufhin 1898 in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt.

Am 1. August 1921 gründete Hugo Greffenius in Frankfurt/Main aus fünf großen Mühlenbaufirmen, u. a. der AGK und den Lutherwerken die MIAG Mühlenbau und Industrie Aktiengesellschaft, deren Einzelfirmen 1925 fusionierten. Der Firmensitz der MIAG wurde Anfang 1930 nach Braunschweig verlegt.

Wegen der rasant steigenden Rüstungsaufträge (1938 73 Prozent des gesamten Auftragsvolumens) wuchs die Beschäftigtenzahl in Braunschweig von etwa 3.500 Mitarbeitern in 1933 auf mehr als 8.000 in 1936/37.

Die Flugzeugproduktion der MIAG – hauptsächlich Lizenzbauten der Typen Messerschmitt Bf 110, Me 210 und Me 410 – erfolgte dann bis Kriegsende in den wieder ausgegliederten Lutherwerken. Zu diesem Zweck wurde am Flugplatz Waggum ein Fertigungsareal erworben.

Für die Nachkriegsgeschichte 1953-1979, siehe MIP Mainz Industries Panzerwerke. Das ehemalige Firmengelände der Luther-Werke an der Frankfurter Straße in Braunschweig wird heute (2010) größtenteils von der Braunschweiger Niederlassung der ALBA AG als Betriebshof für die Stadtreinigung genutzt.

Quelle-Literatur & Einzelnachweise

Wie schon zu lesen wurden hier auch Lizenzbauten der Berühmten Messerschmitt Bf 110, Me 210 und Me 410 gebaut.

Messerschmitt Bf 110

Die Messerschmitt Bf 110 war ein zweimotoriges Kampfflugzeug des deutschen Flugzeugherstellers Bayerische Flugzeugwerke AG (ab 1938: Messerschmitt AG). Es war ein zweimotoriger Ganzmetall-Tiefdecker mit zwei (später drei) Mann Besatzung der 1934 neugeschaffenen Gattung des Zerstörers. Der Erstflug der Bf 110 V1 erfolgte am 12. Mai 1936, bis 1945 wurden 5.760 Maschinen produziert.[1]

Industriegeschichte: Luther-Werke 300px-Bf_110_Postkarte_Ausschnitt

Die vom Reichsluftfahrtministerium (RLM) für den neuen Zerstörer vergebene Typnummer lautete 110. Das für die Flugzeugbeschaffung zuständige Technische Amt des RLM kombinierte die Typnummer entsprechend seinem offiziellen Bezeichnungssystem mit dem Kürzel des Herstellers Bayerische Flugzeugwerke AG zu Bf 110. Der Konstrukteur Willy Messerschmitt als Anteilseigner der Herstellerfirma gab dem Typ jedoch die seinem Namen entsprechende Typbezeichnung Me 110.

Erst nachdem das RLM die Zusammenarbeit mit den Bayerischen Flugzeugwerken vorübergehend einstellte, übernahm auch der Hersteller die vom Technischen Amt geforderte Typbezeichnung.

Trotzdem wurde der Typ in der vom RLM herausgegebenen offiziellen Propaganda-Illustrierten Der Adler sowie in den vom RLM genehmigten (zum Beispiel für den NSFK bestimmten) Flugzeugerkennungsbüchern weiterhin Me 110 genannt. Auch in anderen Zeitschriften und im täglichen Sprachgebrauch der Luftwaffe war diese Bezeichnung üblich.

Da die Herstellerfirma zunächst die Bayerische Flugzeugwerke AG war, die 1938 dann in der Messerschmitt AG aufging, lautete die Bezeichnung des Technischen Amtes zunächst BFW Bf 110, dann − unter Beibehaltung des ursprünglichen Herstellerkürzels − Messerschmitt Bf 110.

Aufgrund ihrer im Vergleich zu den Feindflugzeugen starken Motorisierung und dem sich daraus ergebenden Geschwindigkeitsvorteil konnte sich die Bf 110 im Luftkrieg über Polen, Norwegen und Frankreich noch erfolgreich gegen die wendigeren einmotorigen Jäger der gegnerischen Luftwaffen behaupten. Spektakulär war ihr Erfolg am 18. Dezember 1939 über der Deutschen Bucht gegen einen Verband von 22 britischen Vickers Wellington-Bombern, bei dem die Jagdflieger des JG 77 fast die Hälfte der Bomber abschossen.

Aufgrund der deutschen Luftüberlegenheit kam die Bf 110 nicht nur als Jäger, sondern bereits frühzeitig als Aufklärer oder Schlachtflugzeug zum Einsatz.[2]

Die anfängliche Einsatztaktik basierte darauf, in eine günstige höhere Position zu gelangen und, die starke Vorwärtsbewaffnung ausnutzend, von hinten kommend einen einmaligen Anflug auf das Feindflugzeug durchzuführen und hierbei den Abschuss zu erzielen. Misslang dies, so entzog sich die Bf 110 dem drohenden und für ein zweimotoriges Flugzeug nachteiligen Kurvenkampf durch Ausnutzung ihrer stärkeren Motorleistung. Um verstärkt in günstige Abschusspositionen zu kommen, praktizierten einige Bf-110-Verbände eine Einsatztaktik, bei der eine Bf 110 mit gedrosselten Motoren in relativ niedriger Höhe flog, während der Rest der Staffel deutlich höher flog. Drehte nun ein feindlicher Jäger auf das vermeintlich lahme Einzelflugzeug ein, stürzte sich der Rest der Staffel von oben auf den Gegner.

Auch im Vergleich zur Bf 109 war die Bf 110 zu Kriegsbeginn ein leistungsstarkes Muster, denn die eingesetzte Bf 110 C wurde bereits von den leistungsstarken DB-601-Motoren mit Direkteinspritzung angetrieben, während die Bf 109 teilweise noch einem Jumo-210-Vergasermotor ausgestattet waren.

Als Begleitjäger in der Luftschlacht um England bewährte sich die Bf 110 nicht. Obwohl ihre Reichweite für ihren geplanten Haupteinsatzweck ausreichend war, waren ihre Flugleistungen inzwischen hinter denen der einmotorigen gegnerischen Jagdflugzeuge zurückgeblieben. Besonders im Vergleich zur schnellen Spitfire waren die Flugleistungen der Bf 110 nicht ausreichend, abhängig von der Flughöhe war ihr auch die etwas langsamere Hurricane überlegen. Da sie als zweimotoriger schwerer Langstreckenjäger ausgelegt war, war die Wendigkeit der Bf 110 zwangsläufig schlechter als die von einmotorigen Flugzeugen. So konnte sie aus der defensiven Position, in die sie durch ihre unterlegene Leistung, aber auch durch die deutsche Taktik, Nahbegleitschutz für die Bomberformationen zu fliegen, gedrängt worden war, nicht erfolgreich kämpfen. Auch die aus einem einzelnen MG 15 bestehende − nach hinten wirkende − Abwehrbewaffnung konnte diese Nachteile nicht wettmachen.

Quelle & Weiterführende Links

Messerschmitt Me 210

Die Messerschmitt Me 210 war ein von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingesetztes zweisitziges, zweimotoriges Kampfflugzeug der Klasse Zerstörer.

Industriegeschichte: Luther-Werke 300px-Bundesarchiv_Bild_101I-363-2270-18%2C_Frankreich%2C_Flugzeug_Me_210

Sie war als Nachfolger der Messerschmitt Bf 110 geplant. Wie diese besaß auch die Me 210 anfangs ein doppeltes Seitenleitwerk, das aber später von einem einzelnen ersetzt wurde.[2] Aufgrund von Konstruktionsfehlern, die die Maschine ins gefährliche Flachtrudeln bringen konnte, musste die schon angelaufene Produktion nach 261 gebauten Maschinen gestoppt und die Fertigung der Bf 110 wiederaufgenommen werden.[3] 148 Exemplare der bereits gebauten Flugzeuge wurden auf langen Rumpf umgebaut und mit DB 605 ausgerüstet, wodurch die Probleme behoben werden konnten. 64 Flugzeuge mit langem Rumpf (incl. 12 V-Mustern) wurden aus Baugruppen erstellt, so dass aus deutscher Produktion insgesamt 325 Me 210 bis März 1943 gebaut wurden. In Ungarn wurde die Fertigung Anfang 1943 aufgenommen und insgesamt 377 Flugzeuge bis Kriegsende produziert. Somit liegt die Gesamtproduktion der Me 210 bei 702 Flugzeugen und damit deutlich über allen bisher in der Literatur genannten Zahlen. Das Flugzeug wurde 1943 mit stärkeren Motoren vom Typ DB 603 ausgestattet und unter der Bezeichnung Me 410 in Dienst gestellt[4].

Quelle-Einzelnachweise & Weiterführende Links

Messerschmitt Me 410

Die Messerschmitt Me 410 „Hornisse“ war ein von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingesetztes zweisitziges, zweimotoriges Kampfflugzeug der Klasse Zerstörer.

Industriegeschichte: Luther-Werke 250px-Me_410_A-3_at_Collyweston_1944

Quelle & einzelnachweise

Wir haben hier schon tolle Sachen gebaut, was natürlich dazu folgte waren die Luftangriffe auf Braunschweig.Die Braunschweiger bezeichnen das ja als Terrorangriffe, da Ihnen anscheinend bis heute jegliche Einsicht fehlt über das was Braunschweig in der NS Zeit für eine tragende Rolle zu kam.
Zumindest aber bleiben die Straßennamen erhalten und wer sich weiterbilden möchte schaut einfach mal nach.

Eigentlich schade das es keine Gottlieb Luther Straße gibt, denn eigentlich ist er ja der Pionier der Luther Straße.

Schauen wir uns mal Gottlieb an.

An der Frankfurter Straße (südlich der Einmüdung des Cyriaksrings) befindet sich ein umgenutztes Industrieareal, auf dem heute unter anderem die Stadtreinigung „Alba“, die Teutloff Schule, das Jugendzentrum „Drachenflug“ und das Wohn-und Kulturprojekt „Nexus“ untergebracht sind. Entstanden ist die Fabrikanlage als Mühlenbauanstalt Gottlieb Luther. Diese war zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein Unternehmen von Weltruf

Der gelernte Müller Gottlieb Luther (1813-1879) hatte sich frühzeitig auf die Reparatur von Mühlen spezialisiert. Er hatte erkannt, dass die Zukunft des Mühlenbaus nicht mehr in der handwerklichen Arbeit am Ort der Errichtung einer Mühle lag, sondern in der industriellen Fertigung von Mühlenbaumaschinen. Der Fortschritt beim Eisenbahn und Schiffsverkehr ließ es künftig zu, die Anlagen an viele Stellen zu liefern. Auch der Wandel von den traditionellen Mühlensteinen zu Hartguswalzen, die Entwicklung von Sicht- und Sortiermaschinen und die Nutzung der Dampfkraft als Antriebsenergie erforderten einen industriellen Maschinenbau.

Für die Fertigung dieser Maschinen hatte Luther 1846 eine Mühlenbauanstalt in Wolfenbüttel gegründet. 1875 entschloss er sich zum Umzug nach Braunschweig und zum Neubau der Fabrik. Bald darauf übernahm sein Sohn, der 29-Jährige Ingenieur Hugo Luther, die Leitung der Firma. An der Frankfurter Straße entstanden nun ein Wohn- und Bürohaus, eine Montagehalle, eine Dreherei und Tischlerei, Kesselhaus, Schmiede und Eisengießerei. In den folgenden Jahren kamen weitere Fabrikationsstätten, eine Dampfmaschinenwerkstatt, Zeichensäule, Lagerhäuser mit Gleisanschluss an der Landeseisenbahn hinzu.

Die Firma spezialisierte sich zunehmend auf die Ausstattung von Großmühlen und fertigte alle dazu nötigen Maschinen. Auch Maschinen für Brauereien, Stärke- und Zementfabriken sowie für Gipsmühlen stellte sie her. Außerdem stattete sie in verschiedenen Ländern Silo- und Hafenanlagen aus. In der Rüninger Mühle errichtete sie eine Erprobungs- und Vorzeigebetrieb. Hatte man beim Umzug nach Braunschweig mit 80 Beschäftigten angefangenen, waren für die Firma 1897 etwa 900 Mitarbeiter tätig, davon 550 in Braunschweig. Die Zahl von 70 angestellten Ingenieuren verdeutlichte, in welchem Umfang Planungen für Einzellösungen und Neuerfindungen nötig waren.

1890 übernahm Hugo Luther im Auftrag der ungarischen Regierung ein Großprojekt: Auf der heutigen Grenze zwischen Rumänien und Serbien war am „Eisernen Tor“ ein 85 km langer Abschnitt der Donau schiffbar zu machen. Durch zahlreiche Stromschnellen und wegen der damit erforderlichen Unterwassersprengungen galten diese Arbeiten als „technische Großtag“, bei der 9.000 Arbeiter tätig wurden. Das Projekt hatte Hugo Luther aber negative finanzielle Auswirkungen. Eine Berliner Großbank musste in die Braunschweiger Mühenbauanstalt als Finanzinvestor einsteigen. Es gab Differenzen mit drei leitenden Mitarbeitern Luthers, die daraufhin ausschieden und eine eigene Firma gründeten. Diese Firma „Amme, Giesecke und Konegen“ (AGK) überflügelte schon bald das Lutschersche Unternehmen.
Luther kam unter starken Konkurrenzdruck, der erst durch die Bildung einer Interessengemeinschaft im Ersten Weltkrieg gemildert wurde. 1925 fusionierte Luther dann mit AGK und weiteren Konkurrenten zur MIAG. Der Mühlenbau wurde in das „Ammerwerk“ an der damaligen Rossstraße konzentriert, im „Lutherwerk“ arbeiteten zeitweise nur noch 100 Arbeiter.

Ab 1934 vollzog sich an der Frankfurter Straße im Zeichen der Aufrüstung ein Neubeginn. Unter der Leitung von Stephan Luther und Walter Jordan wurde die Firma zum reinen Rüstungsbetrieb, der vorrangig für die Luftwaffe arbeitete. 1941 wurde die Firma als „Luther und Jordan“ aus der MIAG ausgegliedert. Produziert wurden u. .a das Jagdflugzeug Messerschmidt Me 110 und das Schulungsflugzeug Focke-Wulf 58. Die Firma war außer im Stammhaus in der früheren Zuckerraffinerie Frankfurter Straße (heute ARTmax) und in in der Brauerei Streitberg tätig. In Bienrode gab es Hallen für die Flugzeugmontage, in Waggum Spritz- und Einflughallen. Für den Flugzeugbauer waren Ende 1944 ca. 3.500 Beschäftigten tätig, darunter etwa zu einem Viertel ausländische Zwangsarbeiter.

Als Rüstungsbetrieb war die Firma nach Kriegsende von Demontagen betroffen und wurde über Jahre von der britischen Besatzungsmacht für ihre Zwecke beschlagnahmt. Sie spezialisierte sich bald dann auf den Sonderfahrzeugbau, wobei Rüstungsgüter schon bald wieder eine Rolle spielten. Auch im Bereich des Flugzeugbaus schloss man durch den Betrieb einer Hubschrauberreparaturwerft in Waggum wieder an die früheren Tätigkeitsfelder an. Nach starke Krisen in den 70er Jahren gingen die Luther-Werke 1979 in den Konkurs.




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Industriegeschichte: Luther-Werke Empty Lutherwerke / MIAG

Beitrag  checker So März 17, 2013 11:31 am

Hab hier auch noch was aus der Geschichte der Luther Werke gefunden.

Gottlieb Luther gründete zusammen mit seinem Sohn Hugo am 1. Juli 1875 unter dem Namen „G. Luther, Maschinenfabrik und Mühlenbau“ einen Betrieb in Braunschweig. Zuvor hatte er bereits seit 1852 mit seinem damaligen Partner Peters in Wolfenbüttel eine Mühlenbauanstalt betrieben. Die Reichsgründung und die sich damit ergebenen Möglichkeiten neuer Absatzmärkte bewegten Luther zu einer Verlegung und Erweiterung seiner Tätigkeiten in die herzogliche Hauptstadt. 1877 wurde ein Fabrikgelände in der Frankfurter Strasse erworben, auf dem 1879 die Produktion von Maschinen für Getreidegroßmühlen begonnen wurde. Nach dem Tod Gottlieb Luthers übernahm dessen Sohn Hugo die alleinige Leitung des Werkes. Unter seiner Leitung wurde das Werk bis 1891 kontinuierlich erweitert und ausgebaut. Die Produktionspalette der Lutherwerker reichte zu dieser Zeit von der Herstellung von verschiedensten Mühlen ( Getreide, Öl ) über Getreidespeicher und Silos, Förderanlagen für Kohle und Mineralien bis zu pneumatischen Elevatoren (Hebevorrichtung zum Beladen von Schiffen). Seit 1888 führte Hugo Luther das Unternehmen als Kommanditgesellschaft. Sein Engagement bei der Schiffbarmachung der Donau brachte die Firma in finanzielle Schwierigkeiten, auf Drängen der Banken wurde Albert Lemmer als weiterer persönlich haftender Gesellschafter aufgenommen.

Industriegeschichte: Luther-Werke Foto_6
Lutherwerke 1894

Braunschweigische Mühlenbauanstalt Amme, Giesecke & Konegen (AGK)

Die finanziellen Schwierigkeiten und der Streit über die Ausrichtung des Unternehmens führten dazu, dass die Kommanditisten der Lutherwerke Ernst Amme, Carl Giesecke und Julius Konegen aus dem Unternehmen ausschieden und 1895 eine eigene Mühlenbauanstalt in der Celler Strasse eröffneten; sie traten damit in direkte Konkurrenz zu den Lutherwerken.

Industriegeschichte: Luther-Werke Foto_7
Amme, Giesicke, Konegen, 1894

Der Durchbruch des Unternehmens kam 1896, als Ernst Amme einen Großauftrag für die Wiederherstellung der Germaniawalzenmühle Löwenberg in Schlesien gewinnen konnte. Die Neuentwicklung eines Plansichters (Sortiermaschine für Mehl ) durch Julius Konegen verstärkte die Stellung des jungen Unternehmens auf dem Sektor des Mühlenbaus. Bis 1907 wurden bereits 1500 dieser Geräte ausgeliefert. Als weitere Tätigkeitsfelder kamen die Einrichtung von Zementfabriken und der Bau von Wasserkraftwerken und Turbinen hinzu.

1902 umfasste das Betriebsgelände eine Fläche von 46.699 qm ( davon 12.000 qm bebaut ) und die Belegschaft 741 Mitarbeiter. 1914 betrug die Beschäftigtenzahl bereits 2900 Mitarbeiter, die Fläche des Unternehmens stieg auf 97.538 qm (davon 34.120 qm bebaut). Während des Ersten Weltkrieges wurden bei der AGK vor allem Rüstungsgüter produziert: Eisenbahnwaggongs, Granaten und später auch Flugzeuge. 1921 wurde die Aktienmehrheit des Unternehmens ( ab 1906 eine AG ) von Hugo Greffenius erworben.

MIAG

Hugo Greffenius, ein Unternehmer aus Frankfurt am Main, hatte Anfang der 1920er Jahre die Mehrheit an fünf großen deutschen Mühlenbauanstalten erworben, unter anderem auch an den Lutherwerken und der AGK. Am 1.8.1921 wurde die „Mühlenbau und Industrie Aktiengesellschaft“ in Frankfurt am Main gegründet. Die Gesellschaft diente als Dachverband der von Greffenius kontrollierten Mühlenbauanstalten. Am 14.12. 1925 wurden die bis dahin noch unabhängig voneinander arbeitenden Mühlenbaufirmen unter dem Dach der MIAG fusioniert.

Das Produktionsprogramm der MIAG umfasste nun Mühlenanlagen, Bäckereimaschinen, Speicher und Luftförderanlagen, Nahfördermittel, Ölfabriken, Brauereieinrichtungen, Zementfabrikationsanlagen, Holzschleiferei- und Pappenfabrikeinrichtungen sowie Wasserkraftanlagen. 1926 kam auch noch der Bau von Kränen und Nutzfahrzeugen hinzu.

1930 erschütterte ein Finanzskandal die MIAG. Greffenius hatte Gelder der Gesellschaft veruntreut, um weitere von ihm geführte Unternehmungen zu unterstützen und private Spekulationsgeschäfte zu tätigen. In der Folge dieses Skandals musste er als Vorstand zurücktreten und seine Aktien verkaufen. Der Sitz der MIAG wurde nach Braunschweig verlegt. In den 1930er Jahren wuchs das Unternehmen wieder stark, die Beschäftigtenzahl in Braunschweig stieg von 1933 ca. 3.500 auf 1936/37 mehr als 8.000. Am Flugplatz Waggum wurde ein Gelände für die Flugzeugfertigung erworben. Hauptgrund für das rasante Wachstum der MIAG waren Rüstungsaufträge. 1938 stellten sie mit 81.559.845 Mio. Reichsmark 73 % des gesamten Auftragsvolumens dieses Jahres. Während des Krieges wurden die Lutherwerke ausgegliedert, sie produzierten fortan Flugzeuge, während das eigentliche Stammgeschäft des Mühlenbaus bei der MIAG verblieb. Im Amme- Werk ( der früheren AKG ) bestand die Belegschaft während des Krieges zur Hälfte aus Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. Knapp 3.000 von ihnen mussten in einem Barackenlager auf dem Werksgelände hausen, wer nicht die erwartete Leistung brachte, wurde in ein „Arbeitserziehungs- Lager“ verlegt. Nach Ende des Krieges begann die MIAG mit Genehmigung der Alliierten wieder ihre ursprüngliche Produktion aufzunehmen. Das während des Krieges zusammengebrochene Exportgeschäft wurde wiederbelebt. 1972 wurde die MIAG an die Bühler AG verkauft.

Industriegeschichte: Luther-Werke Foto_8

( MIAG Bühler, Chronik einer Maschinenfabrik von außergewöhnlicher Vielseitigkeit, Braunschweig, 1996 ); (Hans Tischert, 110 Jahre Lutherwerke, Berlin 1956 )



Für aktuelle Informationen über das Unternehmen siehe auch:



www.buhlergroup.com/vu/bbs/de/braunschweig.asp

www.miag.de

Industriegeschichte: Luther-Werke BS_RELIEF_PENTAPOLIS

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Industriegeschichte: Luther-Werke Empty Lutherwerke

Beitrag  checker So März 17, 2013 12:26 pm

Hugo Luther war kein besonders guter Schüler und verließ früh das Gymnasium und fing an beim Maschinenbaubetrieb seines Vaters zu arbeiten.
Dort entdeckte man sein Talent als Konstrukteur. Er studierte Maschinenbau in Zürich, wo es damals ohne Abitur möglich war. Vielleicht traf er dort den anderen deutschen Nichtabiturienten Wilhelm Röntgen, der Physik studierte. Als er 1901 starb hinterließ er ein Maschinenbauimperium.

Industriegeschichte: Luther-Werke P1030363

Die Luther Werke produzierten zuletzt Rüstungsgüter. Anfang der 80er Jahre wurde die Produktion eingestellt. Auf der Fabrikruine findet man eine der unnützen privaten Berufsschulen, die REFA und diverse kleine Gewerbe-betriebe.

Industriegeschichte: Luther-Werke P1030364

Auf dem Fabrikgelände ist auch ein Jugendzentrum. Was würde der alte Hugo sagen, wenn er sähe, wie seine Fabrik heute aussieht und das Sie Luzi als Antisemiten bezeichnen?




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