Oliver Hardy
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Oliver Hardy
Oliver Norvell Hardy (Spitzname Babe[1]; * 18. Januar 1892 in Harlem, Georgia; † 7. August 1957 in Hollywood, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Komiker, Filmschauspieler und Stummfilmregisseur; welcher vor allem als Teil des legendären Komikerduos Laurel und Hardy („Dick und Doof“) weltberühmt wurde. Neben seinem Partner Stan Laurel spielte Hardy hierbei die Figur des korpulenten, etwas wichtigtuerischen Ollie, der unter Laurels Figur leiden muss. In einem Zeitraum von dreißig Jahren (1921–1951) drehte das Team zusammen 106 Filme. Vor dem eigentlichen Beginn der künstlerischen Partnerschaft im Jahre 1927 hatte Hardy in etwa 270 Stummfilmen mitgewirkt, von denen nur gut 100 erhalten geblieben sind.
Laurel und Hardy (rechts) 1943
Leben
Jugend
Oliver Hardy war erst zehn Monate alt, als sein Vater starb. Er verbrachte seine Jugend in Milledgeville, Georgia, wo seine Mutter ein Hotel betrieb. Er war ein musikalisch begabter, sangeslustiger Junge und nahm neben der Schule eine Zeit lang unregelmäßig Gesangsunterricht am Konservatorium in Atlanta.
Berufliche Anfänge
1910 begann er als Geschäftsführer und Filmvorführer des Palace Theater, des ersten Kinos in Milledgeville, zu arbeiten. Dort sah er die frühen Stummfilmkomödien und beschloss, sich in diesem Genre zu versuchen. 1912 verließ er Milledgeville und zog nach Jacksonville (Florida), wo gerade die junge Kinoindustrie aufblühte. Dort fand er jedoch vorerst keine Anstellung in der Filmbranche und musste sich seinen Lebensunterhalt mit Auftritten als Sänger verdienen. Dasselbe tat er, als er 1913 nach Atlanta zog, wo er seine erste Frau, die Pianistin Madelyn Saloshin, kennenlernte und noch im selben Jahr ehelichte.
Schauspielkarriere
Im Jahr 1914 kehrte er mit seiner Frau nach Jacksonville zurück und fand bei der Lubin Company Arbeit als Filmschauspieler. Sein erster Film war Outwitting Dad. Nach gelungenen Auftritten in Kurzfilmen wie dem erhalten gebliebenen, unabhängig produzierten Something in Her Eye (1915) folgte 1916 für die Vim Comedy Company eine Serie von Einaktern um die Charaktere Plump & Runt, in denen er mit Billy Ruge die Hauptrolle spielte. Bei einigen seiner Filme für diese Produktionsfirma konnte er sich auch als Regisseur versuchen.
Nach seinem Weggang von Vim spezialisierte sich Hardy auf die Rolle des „Straight man“, Gegenspielers oder Bösewichts, meist mit der damals üblichen starken Gesichtsbehaarung. In dieser Funktion trat er regelmäßig in den Kurzfilmen des Charlie Chaplin-Imitators Billy West (1917/18, Hardy in der Eric Campbell-Rolle) und denen des Komikers Jimmy Aubrey (1919-21) auf, der später in That's My Wife mitwirkte. Zumindest in Großbritannien war Hardy zu dieser Zeit bereits so populär, dass ihm der Verlag Amalgamated Press (später Fleetway) 1920/21 den Comicstrip „The Artful Antics of Babe Hardy“ widmete (eine Ehrung, die sowohl Aubrey als auch „Solostar“ Laurel verwehrt blieb).
Erstmals 1919 und dann regelmäßig ab 1921 war Hardy unverzichtbarer Bestandteil von Larry Semons damals außerordentlich populären Filmen, die ihn endgültig dem breiten Publikum bekannt machten. Einen Gauner verkörperte er auch 1921 in dem Stan Laurel-Kurzfilm The Lucky Dog, der die beiden künftigen Komikerstars erstmals und rein zufällig gemeinsam zeigte. In Buster Keatons Langfilm-Debüt The Three Ages (Die drei Zeitalter/Ben Akiba hat gelogen!) von 1923 war Hardy trotz eines weitverbreiteten Gerüchts nicht zugegen: der in diesem Film häufig mit ihm verwechselte Kewpie Morgan spielte später im Laurel & Hardy-Film Babes in Toyland (Rache ist süß/Abenteuer im Spielzeugland) mit. Dennoch war Hardy im Gegensatz zu Laurel auch in langen Stummfilmen zu sehen, u. a. 1925 als Blechmann in Larry Semons Adaption von The Wizard of Oz (Der Zauberer von Oz) und 1927 im Western No Man's Law.
Duo mit Laurel
Ab 1925 waren sowohl Hardy als auch Laurel für Hal Roach tätig und standen für den Filmproduzenten mal solo, mal zufällig gemeinsam vor der Kamera. Nachdem Roach von seinem Autor/Regisseur Leo McCarey darauf aufmerksam gemacht worden war, wie gut die beiden harmonierten, nutzte er das Potenzial, indem er Laurel & Hardy ab 1927 systematisch als Team aufbaute. Hardy spielte innerhalb der Partnerschaft meist den Möchtegern-Mann von Welt, der an seinen Ansprüchen scheitert; im Verhältnis zum von Laurel verkörperten Charakter war er die vermeintlich überlegene, pompös-respektheischende Vaterfigur, die aber letztlich ähnlich infantile Züge an den Tag legte. Zu Hardys Markenzeichen wurden u. a. sein leidendes, in Großaufnahme an den Zuschauer gewandtes Gesicht, wenn sein Partner wieder einmal einen Fauxpas begangen hatte, das verlegene Wedeln mit seiner Krawatte sowie der Spruch „Well, here's another nice mess you've gotten me into“ („Da hast du mir ja mal wieder eine schöne Suppe eingebrockt“).
Während Laurel am Drehbuch oder Schnitt eines Filmes arbeitete, konzentrierte sich „Babe“, wie Hardy mit Spitznamen genannt wurde, rein auf den schauspielerischen Part. Er frönte lieber seinem Hobby, dem Golfspielen, was ihm ein niedriges Handicap einbrachte und den Ruf, einer der besten Spieler seiner Zeit gewesen zu sein. Hardy war zudem Freimaurer und Mitglied der Solomon Lodge No. 20 in Jacksonville. Einer der bekanntesten Filme, die auf die Freimaurerei anspielen, ist der Film Die Wüstensöhne (Sons of the Desert) von 1933. Dort begeben sich Stan Laurel und Oliver Hardy auf einen Konvent der Shriners in Chicago, tragen deren Fes und treffen sich in einer Oase (Freimaurerloge).
Während seiner Partnerschaft mit Laurel trat Hardy nur selten ohne diesen auf. 1935 hätte er nach Wunsch des Produzenten David O. Selznick beinahe die Rolle des Micawber in der MGM-Produktion von Charles Dickens' Roman David Copperfield bekommen, wäre der Regisseur, George Cukor, nicht dagegen gewesen. Als es 1939 zwischen Laurel und Roach kriselte, gab letzterer Hardy kurzerhand die Hauptrolle in der Komödie Zenobia (Zenobia, der Jahrmarktselefant), in dem auch Ex-Komikerstar Harry Langdon mitwirkte. Es wird oft behauptet, dass Roach die beiden Komiker als neues Duo aufbauen wollte, dagegen spricht allerdings, dass beide im Film nicht als Team agierten, sondern zumeist jeweils ihre eigenen Szenen hatten.
Karriereende
Nach dem vorläufigen Ende der gemeinsamen Filmkarriere Laurel & Hardys im Jahr 1945 trat Hardy 1949 noch in dem Western The Fighting Kentuckian (In letzter Sekunde) als komischer Sidekick von John Wayne auf und hatte 1950 einen Kurzauftritt als Rennbahnbesucher neben Bing Crosby im Frank Capra-Film Riding High (Lach und wein mit mir). 1951 stand er für Atoll K (Dick und Doof erben eine Insel) schließlich doch noch ein letztes Mal mit Laurel vor der Kamera.
Mitte der 1950er-Jahre nahm Oliver Hardy stark ab, um seine Gesundheit zu schonen. Allerdings erlitt er 1956 einen Schlaganfall und war daraufhin fast völlig gelähmt. Nach zwei weiteren Schlaganfällen starb er am 7. August 1957 im Alter von 65 Jahren. Er wurde im Valhalla Memorial Park, Nord-Hollywood in der Freimaurer-Sektion beigesetzt.[2]
Der Asteroid (2866) Hardy trägt seinen Namen.
Solo-Filmografie
Vor allem in den frühen Schaffensjahren bis 1927 war Oliver Hardy an sehr vielen Kurzfilmen beteiligt, das erklärt die hohe Anzahl an Filmtiteln.
Die wichtigsten deutschen Synchronsprecher für Hardy waren Arno Paulsen in den 50er und 60er sowie Michael Habeck in den 70er Jahren.
1914 - 1915 - 1916 - 1917 - 1918 - 1919 - 1920 - 1921 - 1922 - 1923 - 1924 - 1925 - 1926 - 1927 - Spätere Filme - Nicht bestätigte Auftritte
Filme ohne Stan Laurel (bis 1928)
1914
Outwitting Dad
Casey's Birthday
Building a Fire
He Won a Ranch
The Particular Cowboys
For Two Pins
A Tango Tragedy
A Brewerytown Romance
The Female Cop
Good Cider
Long May It Wave
Who's Boss?
His Sudden Recovery
The Kidnapped Bride
Worms Will Turn
The Rise of the Johnsons
He Wanted Work
They Bought a Boat
Back to the Farm
Making Auntie Welcome
Never Too Old
The Green Alarm
A Fool There Was
Pins Are Lucky
Jealous James
When the Ham Turned
The Smuggler's Daughter
She Married for Love
The Soubrette and the Simp
Kidnapping the Kid
The Honor of the Force
She Was the Other
The Daddy of Them All
Mother's Baby Boy
The Servant Girl's Legacy
He Wanted His Pants
Dobs at the Shore
The Fresh Air Cure
Weary Willie's Rags
1915
The Tramps
The New Adventures of J. Rufus Wallingford
Ethel's Romeos
Charley's Aunt
What He Forgot
They Looked Alike
Spaghetti a la Mode
Gus and the Anarchists
Cupid's Target
Shoddy the Tailor
The Prize Baby
An Expensive Visit
Cleaning Time
Mixed Flats
Safety Worst
The Twin Sister
Who Stole the Doggies?
Baby
A Lucky Strike
Matilda's Legacy
Capturing Bad Bill
Her Choice
Cannibal King
It May Be You
What a Cinch
Poor Baby
Not Much Force
The Dead Letter
Clothes Make the Man
The Haunted Hat
Avenging Bill
The Simp and the Sophomores
Babe's School Days
Fatty's Fatal Fun
Something in Her Eye
The Crazy Clock Maker
The Midnight Prowlers
Pressing Business
Love, Pepper and Sweets
A Janitor's Joyful Job
Strangled Harmony
Speed Kings
Mixed and Fixed
Ups and Downs
1916
Bouncing Baby
This Way Out (Plump & Runt)
Chickens
Frenzied Finance
A Special Delivery (P&R)
Busted Hearts
A Sticky Affair (P&R)
Bungles' Rainy Day
One Too Many (P&R)
Bungles Enforces the Law
The Serenade (P&R)
Bungles' Elopement
Nerve and Gasoline (P&R)
Bungles Lands a Job
Their Vacation (P&R)
Mamma's Boys (P&R)
The Battle Royal (P&R, Die Königliche Schlacht)
All for a Girl (P&R)
Hired and Fired
What's Sauce for the Goose
The Brave Ones (P&R)
The Water Cure (P&R)
Thirty Days (P&R)
Baby Doll (P&R)
The Schemers (P&R)
Sea Dogs (P&R)
Hungry Hearts (P&R)
Never Again (P&R)
The Lottery Man (Langfilm)
Better Halves (P&R)
Edison Bugg's Invention
A Day at School (P&R)
A Terrible Tragedy
Spaghetti (P&R)
Aunt Bill (P&R)
The Heroes (P&R)
It Happened in Pikesville
Human Hounds (P&R)
Dreamy Knights (P&R)
Life Savers (P&R)
Their Honeymoon (P&R)
The Try Out
An Aerial Joyride (P&R)
Sidetracked (P&R)
Stranded (P&R)
Love and Duty (P&R, Mit Liebe und Schmerz)
The Reformers (P&R)
Royal Blood (P&R)
The Candy Trail (P&R)
The Precious Parcel (P&R)
A Maid to Order (P&R)
Twin Flats
A Warm Reception
Pipe Dreams
Mother's Child
Prize Winners
Ambitious Ethel
The Guilty Ones
He Winked and Won
He Went and Won
Fat and Fickle
1917
The Prospectors
The Modiste
Little Nell
The Boycotted Baby
The Love Bugs
The Other Girl
A Mix Up In Hearts
Wanted - A Bad Man
Back Stage (Star: Chaplin-Kopist Billy West)
The Hero (West)
Cupid's Rival (West)
The Villain (West)
The Millionaire (West)
The Goat (West)
The Fly Cop (West)
The Chief Cook (West)
The Candy Kid (West)
The Hobo (West)
The Pest (West)
The Band Master (West)
The Slave (West)
1918
The Stranger (West)
Bright and Early (West)
The Rogue (West)
His Day Out (Der Tagesausflug) (West)
The Orderly (West)
The Scholar (West)
The Messenger (West)
The Handy Man (West)
The Straight and Narrow (West)
Playmates (West)
Beauties in Distress (West)
Business Before Honesty
Hello Trouble
Painless Love
The King of the Kitchen
He's in Again (West)
1919
Hop, the Bellhop
The Freckled Fish
Lions and Ladies
Soapsuds and Sapheads (Star: Jimmy Aubrey)
Hearts in Hock
Jazz and Jailbirds (Aubrey)
Mules and Mortgages (Aubrey)
Tootsies and Tamales (Aubrey)
Healthy and Happy (Aubrey)
Flips and Flops (Aubrey)
Yaps and Yokels (Aubrey)
Mates and Models (Aubrey)
Dull Care (Star: Larry Semon)
Squabs and Squabbles (Aubrey)
Bungs and Bunglers (Aubrey)
The Head Waiter (Semon)
Switches and Sweeties (Aubrey)
1920
Dames and Dentists (Aubrey)
Maids and Muslin (Aubrey)
Squeaks and Squawks (Aubrey)
Distilled Love
Fists and Fodder (Aubrey)
Pals and Pugs (Aubrey)
He Laughs Last (Aubrey)
Springtime (Aubrey)
The Decorator (Aubrey)
The Stage Hand (Semon)
Married to Order (gedreht 1918, Star: Charley Chase)
The Trouble Hunter (Aubrey)
His Jonah Day (Aubrey)
The Backyard (Aubrey)
1921
The Nuisance (Aubrey)
The Mysterious Stranger (Aubrey)
The Blizzard (Aubrey)
The Bakery (Semon)
The Rent Collector (Der Mieteintreiber) (Semon)
The Tourist (Aubrey)
The Fall Guy (Semon)
The Bell Hop (Semon)
1922
The Sawmill (Semon)
The Show (Semon)
A Pair of Kings (Semon)
Golf (Larrys Golfspielereien) (Semon)
Fortune's Mask (Langfilm)
Little Wildcat (Langfilm)
The Agent (Semon)
The Counter Jumper (Semon)
1923
No Wedding Bells (Semon)
The Barnyard (Semon)
The Midnight Cabaret (Semon)
The Gown Shop (Semon)
Lightning Love (Semon)
Horseshoes (Semon)
1924
Trouble Brewing (Semon)
The Girl in the Limousine (Semon-Langfilm)
Her Boy Friend (Ein Verehrer) (Semon)
Kid Speed (Semon, Alternativtitel: The Four-Wheeled Terror)
1925
Stick Around (als Duo mit Bobby Ray, Alternativtitel: The Paperhanger's Helper)
Hey, Taxi! (Duo mit Bobby Ray)
Neptune's Stepdaughter
Wizard of Oz (Semon-Langfilm)
Rivals (Star: Billy West)
Wild Papa (erster Film für Hal Roach)
Fiddlin' Around (Billy West)
Isn't Life Terrible? (Roach, Star: Charley Chase)
Hop to It! (Der Hotelpage) (Duo mit Bobby Ray)
The Joke's on You (Billy West)
Yes, Yes, Nanette (Ja, ja, Nanette) (Roach, Star: James Finlayson)
They All Fall (Duo mit Bobby Ray)
Should Sailors Marry? (Roach, Star: Clyde Cook)
The Perfect Clown (Semon-Langfilm)
1926
Stop, Look and Listen (Semon-Langfilm)
A Bankrupt Honeymoon
(Ab hier alle 20er-Jahre-Filme für Hal Roach, außer dem Fox-Western The Gentle Cyclone und dem unerwarteten Abstecher zu Mack Sennett, Crazy to Act.)
Wandering Papas (Clyde Cook)
Madame Mystery
Say It with Babies (Glenn Tryon)
Long Fliv the King (Charley Chase)
The Cow's Kimona (Tryon, Szenen entfernt)
The Gentle Cyclone (Langfilm)
Thundering Fleas (Die kleinen Strolche)
Along Came Auntie (Tryon)
Crazy Like a Fox (Fuchsteufelswild) (Chase)
Bromo and Juliet (Bromeo und Julia) (Chase)
Be Your Age (Chase)
The Nickel-Hopper (Mabel Normand)
1927
Two-Time Mama (Tyler Brooke)
Should Men Walk Home? (Normand)
Why Girls Say No
The Honorable Mr. Buggs
No Man's Law (Langfilm)
Crazy to Act
Fluttering Hearts (Chase)
Baby Brother (Die kleinen Strolche)
Love 'Em and Feed 'Em (Max Davidson)
1928
Galloping Ghosts
Barnum & Ringling, Inc. (Die kleinen Strolche)
Spätere Filme
Zenobia (Roach-Langfilm mit Harry Langdon) (1939)
The Fighting Kentuckian (Republic Pictures, in der Hauptrolle John Wayne) (1949)
Riding High (Paramount, Regie: Frank Capra, nur Cameo) (1950)
Nicht bestätigte Auftritte
The Artist's Model (1916) [3]
Terrible Kate (1917) [4]
His Movie Mustache (1917) [5]
Bad Kate (1917) [6]
This Is Not My Room (1917) [7]
Pipe Dreams and Prizes (1920) [8]
The Perfect Lady (1924) [9]
Roaring Lions at Home (1924) [10]
Laughing Ladies (1925) [11]
Quelle - literatur & einzelnachweise
Laurel und Hardy (rechts) 1943
Leben
Jugend
Oliver Hardy war erst zehn Monate alt, als sein Vater starb. Er verbrachte seine Jugend in Milledgeville, Georgia, wo seine Mutter ein Hotel betrieb. Er war ein musikalisch begabter, sangeslustiger Junge und nahm neben der Schule eine Zeit lang unregelmäßig Gesangsunterricht am Konservatorium in Atlanta.
Berufliche Anfänge
1910 begann er als Geschäftsführer und Filmvorführer des Palace Theater, des ersten Kinos in Milledgeville, zu arbeiten. Dort sah er die frühen Stummfilmkomödien und beschloss, sich in diesem Genre zu versuchen. 1912 verließ er Milledgeville und zog nach Jacksonville (Florida), wo gerade die junge Kinoindustrie aufblühte. Dort fand er jedoch vorerst keine Anstellung in der Filmbranche und musste sich seinen Lebensunterhalt mit Auftritten als Sänger verdienen. Dasselbe tat er, als er 1913 nach Atlanta zog, wo er seine erste Frau, die Pianistin Madelyn Saloshin, kennenlernte und noch im selben Jahr ehelichte.
Schauspielkarriere
Im Jahr 1914 kehrte er mit seiner Frau nach Jacksonville zurück und fand bei der Lubin Company Arbeit als Filmschauspieler. Sein erster Film war Outwitting Dad. Nach gelungenen Auftritten in Kurzfilmen wie dem erhalten gebliebenen, unabhängig produzierten Something in Her Eye (1915) folgte 1916 für die Vim Comedy Company eine Serie von Einaktern um die Charaktere Plump & Runt, in denen er mit Billy Ruge die Hauptrolle spielte. Bei einigen seiner Filme für diese Produktionsfirma konnte er sich auch als Regisseur versuchen.
Nach seinem Weggang von Vim spezialisierte sich Hardy auf die Rolle des „Straight man“, Gegenspielers oder Bösewichts, meist mit der damals üblichen starken Gesichtsbehaarung. In dieser Funktion trat er regelmäßig in den Kurzfilmen des Charlie Chaplin-Imitators Billy West (1917/18, Hardy in der Eric Campbell-Rolle) und denen des Komikers Jimmy Aubrey (1919-21) auf, der später in That's My Wife mitwirkte. Zumindest in Großbritannien war Hardy zu dieser Zeit bereits so populär, dass ihm der Verlag Amalgamated Press (später Fleetway) 1920/21 den Comicstrip „The Artful Antics of Babe Hardy“ widmete (eine Ehrung, die sowohl Aubrey als auch „Solostar“ Laurel verwehrt blieb).
Erstmals 1919 und dann regelmäßig ab 1921 war Hardy unverzichtbarer Bestandteil von Larry Semons damals außerordentlich populären Filmen, die ihn endgültig dem breiten Publikum bekannt machten. Einen Gauner verkörperte er auch 1921 in dem Stan Laurel-Kurzfilm The Lucky Dog, der die beiden künftigen Komikerstars erstmals und rein zufällig gemeinsam zeigte. In Buster Keatons Langfilm-Debüt The Three Ages (Die drei Zeitalter/Ben Akiba hat gelogen!) von 1923 war Hardy trotz eines weitverbreiteten Gerüchts nicht zugegen: der in diesem Film häufig mit ihm verwechselte Kewpie Morgan spielte später im Laurel & Hardy-Film Babes in Toyland (Rache ist süß/Abenteuer im Spielzeugland) mit. Dennoch war Hardy im Gegensatz zu Laurel auch in langen Stummfilmen zu sehen, u. a. 1925 als Blechmann in Larry Semons Adaption von The Wizard of Oz (Der Zauberer von Oz) und 1927 im Western No Man's Law.
Duo mit Laurel
Ab 1925 waren sowohl Hardy als auch Laurel für Hal Roach tätig und standen für den Filmproduzenten mal solo, mal zufällig gemeinsam vor der Kamera. Nachdem Roach von seinem Autor/Regisseur Leo McCarey darauf aufmerksam gemacht worden war, wie gut die beiden harmonierten, nutzte er das Potenzial, indem er Laurel & Hardy ab 1927 systematisch als Team aufbaute. Hardy spielte innerhalb der Partnerschaft meist den Möchtegern-Mann von Welt, der an seinen Ansprüchen scheitert; im Verhältnis zum von Laurel verkörperten Charakter war er die vermeintlich überlegene, pompös-respektheischende Vaterfigur, die aber letztlich ähnlich infantile Züge an den Tag legte. Zu Hardys Markenzeichen wurden u. a. sein leidendes, in Großaufnahme an den Zuschauer gewandtes Gesicht, wenn sein Partner wieder einmal einen Fauxpas begangen hatte, das verlegene Wedeln mit seiner Krawatte sowie der Spruch „Well, here's another nice mess you've gotten me into“ („Da hast du mir ja mal wieder eine schöne Suppe eingebrockt“).
Während Laurel am Drehbuch oder Schnitt eines Filmes arbeitete, konzentrierte sich „Babe“, wie Hardy mit Spitznamen genannt wurde, rein auf den schauspielerischen Part. Er frönte lieber seinem Hobby, dem Golfspielen, was ihm ein niedriges Handicap einbrachte und den Ruf, einer der besten Spieler seiner Zeit gewesen zu sein. Hardy war zudem Freimaurer und Mitglied der Solomon Lodge No. 20 in Jacksonville. Einer der bekanntesten Filme, die auf die Freimaurerei anspielen, ist der Film Die Wüstensöhne (Sons of the Desert) von 1933. Dort begeben sich Stan Laurel und Oliver Hardy auf einen Konvent der Shriners in Chicago, tragen deren Fes und treffen sich in einer Oase (Freimaurerloge).
Während seiner Partnerschaft mit Laurel trat Hardy nur selten ohne diesen auf. 1935 hätte er nach Wunsch des Produzenten David O. Selznick beinahe die Rolle des Micawber in der MGM-Produktion von Charles Dickens' Roman David Copperfield bekommen, wäre der Regisseur, George Cukor, nicht dagegen gewesen. Als es 1939 zwischen Laurel und Roach kriselte, gab letzterer Hardy kurzerhand die Hauptrolle in der Komödie Zenobia (Zenobia, der Jahrmarktselefant), in dem auch Ex-Komikerstar Harry Langdon mitwirkte. Es wird oft behauptet, dass Roach die beiden Komiker als neues Duo aufbauen wollte, dagegen spricht allerdings, dass beide im Film nicht als Team agierten, sondern zumeist jeweils ihre eigenen Szenen hatten.
Karriereende
Nach dem vorläufigen Ende der gemeinsamen Filmkarriere Laurel & Hardys im Jahr 1945 trat Hardy 1949 noch in dem Western The Fighting Kentuckian (In letzter Sekunde) als komischer Sidekick von John Wayne auf und hatte 1950 einen Kurzauftritt als Rennbahnbesucher neben Bing Crosby im Frank Capra-Film Riding High (Lach und wein mit mir). 1951 stand er für Atoll K (Dick und Doof erben eine Insel) schließlich doch noch ein letztes Mal mit Laurel vor der Kamera.
Mitte der 1950er-Jahre nahm Oliver Hardy stark ab, um seine Gesundheit zu schonen. Allerdings erlitt er 1956 einen Schlaganfall und war daraufhin fast völlig gelähmt. Nach zwei weiteren Schlaganfällen starb er am 7. August 1957 im Alter von 65 Jahren. Er wurde im Valhalla Memorial Park, Nord-Hollywood in der Freimaurer-Sektion beigesetzt.[2]
Der Asteroid (2866) Hardy trägt seinen Namen.
Solo-Filmografie
Vor allem in den frühen Schaffensjahren bis 1927 war Oliver Hardy an sehr vielen Kurzfilmen beteiligt, das erklärt die hohe Anzahl an Filmtiteln.
Die wichtigsten deutschen Synchronsprecher für Hardy waren Arno Paulsen in den 50er und 60er sowie Michael Habeck in den 70er Jahren.
1914 - 1915 - 1916 - 1917 - 1918 - 1919 - 1920 - 1921 - 1922 - 1923 - 1924 - 1925 - 1926 - 1927 - Spätere Filme - Nicht bestätigte Auftritte
Filme ohne Stan Laurel (bis 1928)
1914
Outwitting Dad
Casey's Birthday
Building a Fire
He Won a Ranch
The Particular Cowboys
For Two Pins
A Tango Tragedy
A Brewerytown Romance
The Female Cop
Good Cider
Long May It Wave
Who's Boss?
His Sudden Recovery
The Kidnapped Bride
Worms Will Turn
The Rise of the Johnsons
He Wanted Work
They Bought a Boat
Back to the Farm
Making Auntie Welcome
Never Too Old
The Green Alarm
A Fool There Was
Pins Are Lucky
Jealous James
When the Ham Turned
The Smuggler's Daughter
She Married for Love
The Soubrette and the Simp
Kidnapping the Kid
The Honor of the Force
She Was the Other
The Daddy of Them All
Mother's Baby Boy
The Servant Girl's Legacy
He Wanted His Pants
Dobs at the Shore
The Fresh Air Cure
Weary Willie's Rags
1915
The Tramps
The New Adventures of J. Rufus Wallingford
Ethel's Romeos
Charley's Aunt
What He Forgot
They Looked Alike
Spaghetti a la Mode
Gus and the Anarchists
Cupid's Target
Shoddy the Tailor
The Prize Baby
An Expensive Visit
Cleaning Time
Mixed Flats
Safety Worst
The Twin Sister
Who Stole the Doggies?
Baby
A Lucky Strike
Matilda's Legacy
Capturing Bad Bill
Her Choice
Cannibal King
It May Be You
What a Cinch
Poor Baby
Not Much Force
The Dead Letter
Clothes Make the Man
The Haunted Hat
Avenging Bill
The Simp and the Sophomores
Babe's School Days
Fatty's Fatal Fun
Something in Her Eye
The Crazy Clock Maker
The Midnight Prowlers
Pressing Business
Love, Pepper and Sweets
A Janitor's Joyful Job
Strangled Harmony
Speed Kings
Mixed and Fixed
Ups and Downs
1916
Bouncing Baby
This Way Out (Plump & Runt)
Chickens
Frenzied Finance
A Special Delivery (P&R)
Busted Hearts
A Sticky Affair (P&R)
Bungles' Rainy Day
One Too Many (P&R)
Bungles Enforces the Law
The Serenade (P&R)
Bungles' Elopement
Nerve and Gasoline (P&R)
Bungles Lands a Job
Their Vacation (P&R)
Mamma's Boys (P&R)
The Battle Royal (P&R, Die Königliche Schlacht)
All for a Girl (P&R)
Hired and Fired
What's Sauce for the Goose
The Brave Ones (P&R)
The Water Cure (P&R)
Thirty Days (P&R)
Baby Doll (P&R)
The Schemers (P&R)
Sea Dogs (P&R)
Hungry Hearts (P&R)
Never Again (P&R)
The Lottery Man (Langfilm)
Better Halves (P&R)
Edison Bugg's Invention
A Day at School (P&R)
A Terrible Tragedy
Spaghetti (P&R)
Aunt Bill (P&R)
The Heroes (P&R)
It Happened in Pikesville
Human Hounds (P&R)
Dreamy Knights (P&R)
Life Savers (P&R)
Their Honeymoon (P&R)
The Try Out
An Aerial Joyride (P&R)
Sidetracked (P&R)
Stranded (P&R)
Love and Duty (P&R, Mit Liebe und Schmerz)
The Reformers (P&R)
Royal Blood (P&R)
The Candy Trail (P&R)
The Precious Parcel (P&R)
A Maid to Order (P&R)
Twin Flats
A Warm Reception
Pipe Dreams
Mother's Child
Prize Winners
Ambitious Ethel
The Guilty Ones
He Winked and Won
He Went and Won
Fat and Fickle
1917
The Prospectors
The Modiste
Little Nell
The Boycotted Baby
The Love Bugs
The Other Girl
A Mix Up In Hearts
Wanted - A Bad Man
Back Stage (Star: Chaplin-Kopist Billy West)
The Hero (West)
Cupid's Rival (West)
The Villain (West)
The Millionaire (West)
The Goat (West)
The Fly Cop (West)
The Chief Cook (West)
The Candy Kid (West)
The Hobo (West)
The Pest (West)
The Band Master (West)
The Slave (West)
1918
The Stranger (West)
Bright and Early (West)
The Rogue (West)
His Day Out (Der Tagesausflug) (West)
The Orderly (West)
The Scholar (West)
The Messenger (West)
The Handy Man (West)
The Straight and Narrow (West)
Playmates (West)
Beauties in Distress (West)
Business Before Honesty
Hello Trouble
Painless Love
The King of the Kitchen
He's in Again (West)
1919
Hop, the Bellhop
The Freckled Fish
Lions and Ladies
Soapsuds and Sapheads (Star: Jimmy Aubrey)
Hearts in Hock
Jazz and Jailbirds (Aubrey)
Mules and Mortgages (Aubrey)
Tootsies and Tamales (Aubrey)
Healthy and Happy (Aubrey)
Flips and Flops (Aubrey)
Yaps and Yokels (Aubrey)
Mates and Models (Aubrey)
Dull Care (Star: Larry Semon)
Squabs and Squabbles (Aubrey)
Bungs and Bunglers (Aubrey)
The Head Waiter (Semon)
Switches and Sweeties (Aubrey)
1920
Dames and Dentists (Aubrey)
Maids and Muslin (Aubrey)
Squeaks and Squawks (Aubrey)
Distilled Love
Fists and Fodder (Aubrey)
Pals and Pugs (Aubrey)
He Laughs Last (Aubrey)
Springtime (Aubrey)
The Decorator (Aubrey)
The Stage Hand (Semon)
Married to Order (gedreht 1918, Star: Charley Chase)
The Trouble Hunter (Aubrey)
His Jonah Day (Aubrey)
The Backyard (Aubrey)
1921
The Nuisance (Aubrey)
The Mysterious Stranger (Aubrey)
The Blizzard (Aubrey)
The Bakery (Semon)
The Rent Collector (Der Mieteintreiber) (Semon)
The Tourist (Aubrey)
The Fall Guy (Semon)
The Bell Hop (Semon)
1922
The Sawmill (Semon)
The Show (Semon)
A Pair of Kings (Semon)
Golf (Larrys Golfspielereien) (Semon)
Fortune's Mask (Langfilm)
Little Wildcat (Langfilm)
The Agent (Semon)
The Counter Jumper (Semon)
1923
No Wedding Bells (Semon)
The Barnyard (Semon)
The Midnight Cabaret (Semon)
The Gown Shop (Semon)
Lightning Love (Semon)
Horseshoes (Semon)
1924
Trouble Brewing (Semon)
The Girl in the Limousine (Semon-Langfilm)
Her Boy Friend (Ein Verehrer) (Semon)
Kid Speed (Semon, Alternativtitel: The Four-Wheeled Terror)
1925
Stick Around (als Duo mit Bobby Ray, Alternativtitel: The Paperhanger's Helper)
Hey, Taxi! (Duo mit Bobby Ray)
Neptune's Stepdaughter
Wizard of Oz (Semon-Langfilm)
Rivals (Star: Billy West)
Wild Papa (erster Film für Hal Roach)
Fiddlin' Around (Billy West)
Isn't Life Terrible? (Roach, Star: Charley Chase)
Hop to It! (Der Hotelpage) (Duo mit Bobby Ray)
The Joke's on You (Billy West)
Yes, Yes, Nanette (Ja, ja, Nanette) (Roach, Star: James Finlayson)
They All Fall (Duo mit Bobby Ray)
Should Sailors Marry? (Roach, Star: Clyde Cook)
The Perfect Clown (Semon-Langfilm)
1926
Stop, Look and Listen (Semon-Langfilm)
A Bankrupt Honeymoon
(Ab hier alle 20er-Jahre-Filme für Hal Roach, außer dem Fox-Western The Gentle Cyclone und dem unerwarteten Abstecher zu Mack Sennett, Crazy to Act.)
Wandering Papas (Clyde Cook)
Madame Mystery
Say It with Babies (Glenn Tryon)
Long Fliv the King (Charley Chase)
The Cow's Kimona (Tryon, Szenen entfernt)
The Gentle Cyclone (Langfilm)
Thundering Fleas (Die kleinen Strolche)
Along Came Auntie (Tryon)
Crazy Like a Fox (Fuchsteufelswild) (Chase)
Bromo and Juliet (Bromeo und Julia) (Chase)
Be Your Age (Chase)
The Nickel-Hopper (Mabel Normand)
1927
Two-Time Mama (Tyler Brooke)
Should Men Walk Home? (Normand)
Why Girls Say No
The Honorable Mr. Buggs
No Man's Law (Langfilm)
Crazy to Act
Fluttering Hearts (Chase)
Baby Brother (Die kleinen Strolche)
Love 'Em and Feed 'Em (Max Davidson)
1928
Galloping Ghosts
Barnum & Ringling, Inc. (Die kleinen Strolche)
Spätere Filme
Zenobia (Roach-Langfilm mit Harry Langdon) (1939)
The Fighting Kentuckian (Republic Pictures, in der Hauptrolle John Wayne) (1949)
Riding High (Paramount, Regie: Frank Capra, nur Cameo) (1950)
Nicht bestätigte Auftritte
The Artist's Model (1916) [3]
Terrible Kate (1917) [4]
His Movie Mustache (1917) [5]
Bad Kate (1917) [6]
This Is Not My Room (1917) [7]
Pipe Dreams and Prizes (1920) [8]
The Perfect Lady (1924) [9]
Roaring Lions at Home (1924) [10]
Laughing Ladies (1925) [11]
Quelle - literatur & einzelnachweise
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