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Die Burg Kerpen

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Die Burg Kerpen Empty Die Burg Kerpen

Beitrag  checker Sa Sep 05, 2015 4:12 am

Die Burg Kerpen ist eine Spornburg auf einem Dolomitsporn in 500 m ü. NN im Eifelort Kerpen in Rheinland-Pfalz.

Die Burg Kerpen 1024px-Burg_Kerpen_%28Eifel%29_024x

Geschichte

Die genauen Anfänge der Burg Kerpen liegen im Dunkel der Geschichte. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass es sich bei ihrem Erbauer um den 1136 erstmals urkundlich erwähnten Sigibertus de Kerpene oder dessen Sohn Heinrich I. (1142–1177) handelt. Ein genaues Baudatum kann bisher jedoch nicht genannt werden.

1265 trug Theoderich II. von Kerpen die Burg dem Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg zu Lehen auf. Der Besitz wurde später zwischen ihm und seinem Bruder Wilhelm II. geteilt.

1299 wurde ein Theoderich III. als Herr von Kerpen erwähnt. Dessen Söhne begründeten später die drei Familienlinien Kerpen-Linster, Kerpen-Mörsdorf und Kerpen-Illingen (Lit.: Losse, 2003), die jeweils anteilig Eigner der Stammburg blieben und sie somit zur Ganerbenburg machten.

Im Jahr 1346 verkaufte Konrad von Kerpen-Mörsdorf seinen Teil an der Burg an seinen Vetter Wilhelm II. von Sombreff, der 1448 noch einen weiteren Anteil erwarb. Zusammen mit seinem familiären Erbteil wurde Wilhelm somit zum Alleinbesitzer der Anlage. Nach seinem Tod begann eine Geschichte von fortwährenden Besitzstreitigkeiten um die Burg Kerpen, die mehr als 200 Jahre andauern sollten.

Wilhelms Sohn Friedrich starb kinderlos, so dass die Burg an seine Schwester Margarete fiel. Durch ihre Heirat mit Graf Dietrich von Manderscheid-Schleiden kam die Burg in den Besitz des gleichnamigen Grafengeschlechts.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ließ Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden eine Burgkapelle im gotischen Stil errichten. Als er 1593 kinderlos starb, nutzte sein Schwager Philipp von der Mark die Gunst der Stunde und ließ Burg Kerpen von seinen Getreuen besetzen, um Besitzansprüche an der Anlage anzumelden. Der Streit zwischen ihm und der Witwe Philipps endete 1611 in einem Vergleich, in dessen Zuge er Kerpen der Witwe abkaufte.

Doch den Besitzstreitigkeiten war damit keineswegs ein Ende gesetzt. So versuchte der damalige Graf von Löwenstein-Wertheim im Jahr 1653 ebenfalls durch Besetzung der Burg seinem Anspruch auf Eigentum Nachdruck zu verleihen. Erst 1674 wurde dem Streit der verschiedenen Adelsfamilien um Kerpen ein Ende bereitet, indem das Reichskammergericht zu Speyer die Herrschaft Kerpen samt Burg in einem Urteil der Herzogin von Arenberg zusprach. Die Arenberger blieben bis 1749 Besitzer, doch die anfänglich von ihnen in Betracht gezogenen Pläne, die Burg in ein Schloss umgestalten zu lassen, verwirklichten sie nie.

Im Zuge der Reunionskriege wurden einige Gebäude der Anlage 1682 von französischen Truppen zerstört. Während des Dreißigjährigen Krieges sprengten Soldaten der französischen Armee unter General Bouffleurs Burg und Dorf und machten sie dem Erdboden gleich.

Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Besitzergreifung des Gebietes verkaufte die französische Verwaltung die Ruine 1803 auf Abbruch an die Gemeinde.

1893 nahm sich Johann Heinrich Dün der heruntergekommenen Anlage an. Er ließ sie von Schutt befreien, baute das heutige Wohnhaus und setzte dem Bergfried einen neuen Zinnenkranz auf.

Von 1907 bis 1911 war die Burg Kerpen im Eigentum von Clemens Manstein.

1911 kaufte der Eifelmaler Fritz von Wille von Clemens Manstein die Burg und ließ dringende Sicherungs- und Ausbesserungsarbeiten vornehmen. Als der Künstler 1941 verstarb, wurde er auf dem Burggelände beigesetzt.

Noch im gleichen Jahr kaufte die Firma DEMAG die Burg, um sie als Schulungsheim zu nutzen. In den 1950er Jahren folgten dann durch sie weitere Sicherungs- sowie Um- und Ausbaumaßnahmen.

Von 1969 bis 2007 war die Burg Kerpen Eigentum des Kreises Neuss, der es als Landschulheim nutzte. Dann erwarb eine niederländische Familie die Anlage und unterzog sie im Jahr 2010 einer umfangreichen Renovierung.
Beschreibung

Die Burg Kerpen ist eine dreiterrassige Spornanlage, die im Norden durch einen etwa 15 Meter breiten Halsgraben zum Berg hin gesichert ist. Der zinnenbewehrte, 23 Meter hohe Bergfried steht auf der ersten, am höchsten gelegenen Terrasse. In seinem obersten Geschoss befand sich früher ein Verlies.

Auf der mittleren Terrasse standen früher Neben- und Wirtschaftsgebäude, die heute nicht mehr existieren. Einziges Relikt aus der mittelalterlichen Zeit ist der 35 Meter tiefe Brunnen in einem Rondellbau.

Die unterste Terrasse ist von einer Umfassungsmauer umgeben, die von starken Pfeilern gestützt wird. Sie beherbergte noch im 17. Jahrhundert einige Neben- und Burgmannenhäuser, ehe diese 1682 von französischen Truppen zerstört wurden.

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