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Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt)

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Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt) Empty Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt)

Beitrag  Andy Sa Dez 03, 2016 12:41 am

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt) ist eine parteinahe Stiftung der FDP auf Bundesebene mit Sitz in Potsdam. Sie ist benannt nach dem liberalen Politiker Friedrich Naumann (1860–1919). Die Stiftung ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt) 290px-Logo_Friedrich_Naumann_Stiftung.svg
Rechtsform: Stiftung des privaten Rechts
Zweck: Politische Bildung und Politikberatung weltweit im Sinne des Liberalismus
Vorsitz: Wolfgang Gerhardt (Seit 2006)
Bestehen: seit 1958
Sitz: Potsdam
Website: www.freiheit.org


Geschichte

Die Stiftung wurde am 19. Mai 1958 im Haus des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss gegründet. Im April 1959 nahm die Stiftung ihre Arbeit in Bonn auf und verlegte ihren Sitz im Jahr 1962 nach Bad Godesberg und von dort im Jahr 1984 auf den Margarethenhof im Königswinterer Ortsteil Margarethenhöhe. Zum Jahreswechsel 1999/2000 zog die Stiftung nach Potsdam um, wo sie seit April 2001 in der Truman-Villa in Potsdam-Babelsberg ansässig ist. Im Jahr 2007 benannte sich die Stiftung in „Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit“ um.

Struktur

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt) 800px-Wolfgang_Gerhardt_HS_Aalen
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Gerhardt

Vorstandsvorsitzender der FNF ist seit Mai 2006 Wolfgang Gerhardt (2011 und 2014 wiedergewählt), Hauptgeschäftsführer Steffen Saebisch, Vorsitzender des Kuratoriums Jürgen Morlok. Die FNF arbeitet auf nationaler Ebene mit den Landesstiftungen für liberale Politik zusammen. Sie unterhält Regionalbüros in den Regionen Mittel-, Ost- und Südeuropa, Mittelmeerländer, Lateinamerika, Afrika, Südasien sowie Südost- und Ostasien. Insgesamt ist die Stiftung in mehr als sechzig Ländern aktiv. Ihre Arbeitsbereiche sind Politische Bildung, Kommunikation sowie Internationales.

Stiftungszweck und Tätigkeiten

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF, früher Friedrich-Naumann-Stiftung – FNSt) 800px-Trumanvilla
Truman-Villa, Stiftungssitz in Potsdam-Babelsberg

Die Stiftung ist ausweislich ihrer politischen Grundsätze „die Stiftung für liberale Politik in der Bundesrepublik Deutschland. Sie will dazu beitragen, dem Prinzip Freiheit in Menschenwürde in allen Bereichen der Gesellschaft Geltung zu verschaffen; im vereinigten Deutschland wie auch zusammen mit den Partnern im Ausland“.[1] Staatsbürgerliche Bildung und Erziehung sind der Kern des Bildungsprogramms der Stiftung. Die Stiftung bietet jährlich knapp 1000 Veranstaltungen an.
Einrichtungen

Die Stiftung betreibt neben den Büros im Ausland (seit 1962) in der Bundesrepublik Deutschland folgende Einrichtungen:

Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach ist eine 1967 eröffnete Bildungsstätte der Stiftung. Ihren Namen verdankt sie dem ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss. Sie veranstaltet Seminare für die politische Erwachsenenbildung aus liberaler Sicht. Im Jahr 2010 haben rund 45.000 Teilnehmer bei mehr als 1000 Veranstaltungen die Angebote der Theodor-Heuss-Akademie und des Regionalprogramms wahrgenommen.

Am Standort Gummersbach befindet sich zudem seit 1983/84 als Anbau an die Theodor-Heuss-Akademie das Archiv des Liberalismus. Hier werden knapp fünf laufende Kilometer Akten, Druckschriften sowie Fotos, Plakate und Werbemittel der FDP, der europäischen Liberalen (ELDR, ALDE), liberaler Organisationen (Junge Liberale) sowie zahlreicher liberaler Politiker (u.a. Thomas Dehler, Wolfgang Mischnick, Hans-Dietrich Genscher) archiviert und für die Nutzung bereitgestellt. 2009 wurde ein neuer Trakt eröffnet, der die frühere Magazinfläche verdoppelte. Das Archiv betreibt politische Bildungsarbeit durch Vorträge sowie Kooperationen mit Schulen und Universitäten. Zudem wird durch Konferenzen, Vorträge sowie im Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung, in Tagungsbänden und Editionen, die Geschichte des Liberalismus wissenschaftlich aufgearbeitet.

Das bei der Stiftung in Potsdam ansässige 1995 gegründete Liberale Institut widmet sich als Denkfabrik der Stiftung der Frage, welchen Beitrag liberale Ideen und Prinzipien zur Gestaltung der Zukunft leisten können.

Die Regionalbüros der Stiftung konzipieren und organisieren zahlreiche Abend-, Tages- und Wochenendangebote.

Programme und Veranstaltungen

Zur Begabtenförderung wurde im November 1973 das erste Programm mit 17 Teilnehmern aufgelegt. Im Jahr 2010 förderte die Stiftung insgesamt 569 Stipendiaten, davon in der Studienförderung 395 (einschließlich 54 FH-Studenten und vier EU-Studierende) und 174 in der Graduiertenförderung. Im Jahr 2010 waren es 875 Stipendiaten. Die Stipendiatenschaft der Stiftung hat zusätzlich das Alumni-Netzwerk Verband der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung gegründet.

Die Stiftung veranstaltet jährlich einen Freiheitskongress, ein Freiheitssymposium und die Rede zur Freiheit am Brandenburger Tor.
Finanzierung

Laut Eigenbericht zu erwartender Einnahmen im Jahr 2009 finanziert sich die Stiftung bei einem Etat von rund 42 Mio. Euro zu fast 90 Prozent aus Mitteln der Bundesministerien. Weitere finanzielle Zuwendungen stammen in großen Teilen von den Ländern und anderen Gebietskörperschaften.[2] Die Stiftung wird somit hauptsächlich aus Steuermitteln finanziert.

Freiheitspreis

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Verleihungsort des Freiheitspreises ist die Frankfurter Paulskirche.

Der Freiheitspreis ist eine zweijährlich in der Paulskirche zu Frankfurt am Main verliehene Auszeichnung.
Zielsetzung

Mit dem Preis sollen Persönlichkeiten gewürdigt werden, die Impulse für die Entwicklung einer liberalen Bürgergesellschaft gegeben haben und so zur Fortentwicklung freiheitlicher Ziele und Werte in Deutschland und in Europa beitragen.
Bisher Ausgezeichnete

Hans-Dietrich Genscher (Laudator: Richard von Weizsäcker) dafür, dass er mit seinem politischen Engagement als Außenminister der Bundesrepublik Deutschland einen Beitrag für die Freiheit von Millionen von Menschen erbracht hat (2006).
Mario Vargas Llosa (Laudator: Frank Schirrmacher) als die liberale Stimme, die das Irrationale in uns erreicht, während der Liberalismus sonst oft in der rationalistischen Kälte der Aufklärung verhaftet ist (2008).
Necla Kelek (Laudatorin: Alice Schwarzer) dafür, dass sie in der Integrationsdebatte mit hohem persönlichem Einsatz und nicht ohne Risiko für mehr Offenheit und Ehrlichkeit eintritt und dabei stets klar Position für den Wert der Freiheit bezieht (2010).[3][4]
Wolfgang Kersting (Laudator: Klaus von Dohnanyi) dafür, dass er als skeptischer Aufklärer die Werte von Freiheit und Gerechtigkeit innerhalb der zeitgenössischen Debatte mit außergewöhnlicher Präzision vertritt. (2012)
Helen Zille (Laudator: Horst Köhler) dafür, dass sie zeit ihres Lebens in Südafrika gegen Apartheid und für Freiheit eingetreten ist. (2014)

Konflikte
Russland 2006

Der ehemalige Büroleiter der Stiftung in Moskau, Falk Bomsdorf, musste im Jahr 2006 aus Russland ausreisen, da die russischen Behörden die Verlängerung seines Visums verweigerten. Der Stiftung wurde in Russland ebenso keine Verlängerung der Lizenz genehmigt.[5]

Die Ausreise Bomsdorfs hatte nach Aussage Rolf Berndts, Geschäftsführendes Vorstandsmitglieds der Stiftung, „keine politischen Hintergründe“. Um eine nach neuem Gesetz gültige Lizenz zu erhalten, mussten sich alle Nichtregierungsorganisationen neu registrieren lassen. Vermittlungsversuche des Deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier beim russischen Außenministerium hatten ergeben, dass Bomsdorf nicht ausreisen musste.[6]
Volksrepublik China 2008

Im April 2008 machte China im Vorfeld der olympischen Spiele, wegen der chinakritischen Resolutionen des US-Kongresses und des EU-Parlamentes, die FNF für die weltweiten „Anti-China-Proteste“ und die „Störversuche des Fackellaufs“ mitverantwortlich.[7] Die FNF bekräftigte darauf ihr Tibet-Engagement.[8]
Honduras 2009

Die Haltung der FNF zu der Entmachtung des honduranischen Präsidenten Zelaya ist Gegenstand einer Kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag geworden, welche der FNF vorwirft, in Honduras einen Militärputsch zu unterstützen. Dabei wird auf Berichte[9] Bezug genommen,[10] die der Regionalbüroleiter der FNF in Honduras verfasst hat.[11] Die FNF selbst betont, Kritik und Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit einer Reihe politischer Initiativen von Staatspräsident Zelaya, die von honduranischen Verfassungsorganen artikuliert wurden, aufgegriffen zu haben,[12] was keine Rechtfertigung der Entmachtung des Präsidenten darstelle. Diese Sichtweise wird von der Bundesregierung geteilt.[13]
Sonstiges

Im Jahr 2009 veranstaltete die FNF gemeinsam mit drei klimaskeptischen Organisationen, dem Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE), dem Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC) und dem Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT) eine Informationsveranstaltung im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen,[14] bei der als Hauptredner Fred Singer geladen war.[15]

Im April 2011 hielt der Philosoph Peter Sloterdijk auf Einladung der Stiftung eine vielbeachtete Rede, die unter dem Titel „Stress und Freiheit“ im Suhrkamp-Verlag erschienen ist.

Seit 1982 wird von der FNF die Zeitschrift Liberal – Debatten zur Freiheit herausgegeben.[16] Sie erscheint quartalsweise.
Vorstandsvorsitzende

1958–1961 Walter Erbe
1961–1970 Paul Luchtenberg
1970–1982 Hans Wolfgang Rubin
1982–1987 Ralf Dahrendorf
1987–1995 Wolfgang Mischnick
1995–2006 Otto Graf Lambsdorff
seit 2006 Wolfgang Gerhardt

Quelle
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